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Episoden

Tödliche Verteidigung
Poisoning the Well


Weltpremiere: 20.08.2004 Premiere DE: 30.04.2005 Regie: David Winning Drehbuch: Martin Gero
SGP Bewertung:



Beim Kontakt mit der industrialisierten Gesellschaft der Hoffaner erfahren Sheppard und sein Team von deren Bemühungen, einen Wirkstoff zu entwickeln, welches die Menschen immun gegen den Nährvorgang der Wraith machen soll. Basierend auf den Aufzeichnungen vergangener Generationen forschen sie bereits seit ungefähr Hundert fünfzig Jahren an diesem Mittel.

Durch den freundlichen Druck Sheppards, der ihn ohne nachzufragen in Hoff anmeldete, steigt Beckett schließlich in die Forschung an dem Wirkstoff ein, wobei er die Forschungsleiterin Perna kennenlernt, auf die der Doktor ein Auge wirft. Zwar gelingt es ihnen schließlich, auch durch Test an dem gefangenen Wraith, einen Prototypen fertigzustellen, allerdings führt dieser bei Nährvorgang zu einer toxischen Reaktion, welche den betreffenden Wraith tötet.

Während Sheppard und Beckett ihre schärfsten Bedenken ausdrücken, hält der Hoffaner Kanzler an der Massenproduktion des Mittels fest und beginnt ebenso schnell mit dem Impfen der Bevölkerung, weil er so die Wraith bekämpfen möchte.

Infolge dieser Impfungen stellt sich eine erhebliche Sterblichkeitsrate von fünfzig Prozent der Betroffenen durch den Wirkstoff heraus, die der Kanzler billigend in Kauf nimmt. Unter den Opfern ist auch Perna, was Carson besonders hart trifft.

Als das Team letztlich abreist, präsentiert der Kanzler ihnen die Ergebnisse einer Volksabstimmung über den Einsatz des Mittels, bei dem sechsundneunzig Prozent ihm den Rücken stärken, gleichzeitig sagt Sheppard ihm voraus, es wäre wahrscheinlich niemand mehr dort, sollten sie jemals zurückkehren.

 


Sheppard befindet sich mit seinem Team nun seit zwei Tagen auf Hoff, dem Planten einer aufstrebenden Industriegesellschaft, die durch ihren stetigen Wunsch nach Fortschritt den Wraith trotz will. Der Kanzler zeigt ihnen die Anlagen zur Gewinnung von geothermischer Energie, an der die Hoffaner derzeit arbeiten und erwähnt im Zuge dessen auch die Entwicklung einer Abwehrwaffe gegen die Wraith – da er nun sicher sei, ihnen vertrauen zu können.

Sie forschen an einem Serum, welches die Menschen immun gegen den Nährvorgang der Wraith machen soll, was bei Sheppard sofort gewisse Begehrlichkeiten zu wecken scheint.

Zurück in Atlantis, diskutieren sie mit Dr. Weir die Möglichkeit, den Hoffanern bei der Herstellung eines solchen Wirkstoffs zu helfen, wobei Rodney seine Skepsis gegenüber diese Projekt äußert, allerdings ebenfalls feststellt, der Major habe bereits ihre Hilfe angeboten. Nachdem Elizabeth letztlich ihr Einverständnis gegeben hat, schafft das Team Dr. Carson Beckett nach Hoff, wo er an der Herstellung des Serums mitarbeiten soll.

Dort treffen sie auf die Forschungsleiterin Perna, die sofort einen großen Eindruck auf Carson zu machen scheint, während sie nun mit ihrer Arbeit beginnen, zeigt der Kanzler dem Rest des Teams eines der verborgenen Archive, welche in der ganzen Stadt verteilt liegen. Außerdem erklärt er, sie nutzten dieses Wissen, um sich stetig weiterzuentwickeln, was nur die Entschlossenheit der Hoffaner unterstreicht. Dennoch zweifeln Sheppard und Teyla daran, dass die Wraith die Hoffaner am Leben lassen würden, sofern diese über seine brauchbare Abwehr verfügten.

Unterdessen berichtet Perna Carson von den bisherigen Forschungen, welche ein Protein im Körper des Überlebenden eines Wraithangriffs zutage förderten, dieses ist der Schlüssel zur Immunisierung, weshalb Beckett Test an lebenden Wraith-Zellen durchführen möchte.

Er bittet schließlich Weir, ihm Zugriff auf den Gefangenen zu ermöglichen, die jedoch vorerst noch ausweichend auf diese Forderungen reagiert. Gleichzeitig bietet Sheppard dem Wraith, den er im Zuge dessen Steve nennt, einen Handel an, wobei er die Möglichkeit sich zu nähren offeriert, sollte er Informationen erhalten.

Anschließend diskutiert das Team, wie viele Ressourcen sie in die Entwicklung des Serums investieren wollen, wobei Teyla einwirft, man müsse es allen Menschen zugänglich machen.

In einem folgenden Vieraugengespräch überzeugt Sheppard sie schlussendlich, sodass sie Steve betäuben, um ihm Proben für die Experimente entnehmen zu können.

Mithilfe dieser Proben gelingt es Carson und Perna dann auch einen funktionsfähigen Prototypen herzustellen, was beim Kanzler auf großes Wohlwollen trifft, der nun vorschlägt, das Mittel an dem gefangenen Wraith auszuprobieren. Dieser soll sich an einem todkranken Mann nähren, der sich freiwillig für diese Aufgabe meldete, Elizabeth zögert mit ihrer Erlaubnis, da sie die moralische Integrität der Expedition gefährdet sieht, gibt jedoch letztlich nach.

Steve wird nach Hoff transportiert, während Beckett dem Freiwilligen – Merill – die Risiken des Versuchs eröffnet, dieser hält aber weiterhin an seiner Überzeugung fest.

Anschließend an dieses Gespräch tauschen Carson und Perna ihre Überzeugungen aus, wobei der Doktor folgert, in dieser Angelegenheit heilige der Zweck offenbar die Mittel – eine Tatsache, die ihm offensichtlich missfällt.

Für seinen Teil der Vereinbarung berichtet Steve dem Major, das sämtliche Basisschiffe der Wraith inzwischen erwacht sind und ihre Weidegründe ansteuern, damit sie ihre Kräfte sammeln können, um danach die Menschen zu jagen. Nun schicken sie den geimpften Merill in den Käfig des Wraith, der sich prompt an ihm nähren will, was ihm allerdings nicht gelingt und somit die Wirksamkeit des Serums beweist.

Von diesem Erfolg beflügelt wie der Kanzler sofort in de Massenproduktion des Serums übergehen, Beckett äußert daraufhin seine Bedenken, weil zu viele variable Faktoren noch zu prüfen wären.

Inzwischen stirbt Steve, wie Carson feststellt, an einer toxischen Reaktion, ausgelöst durch das Serum. Derweil es dem Kanzler nicht wie ein Problem erscheint, versucht Sheppard klarzumachen, dass die Wraith Hoff vernichten würden, sollten die ihren durch diesen Wirkstoff sterben, allerdings haben die Impfungen bereits begonnen und scheinen nicht mehr aufzuhalten – auch Perna trägt den Wirkstoff in sich.

Als Resultat erkranken jedoch zunehmend mehr Menschen, die es durch das Personal kaum versorgt werden können, während Beckett mit dem Ansturm ringt, konfrontiert Sheppard den Kanzler, dass die Hälfte der Geimpften durch das Serum sterbe, dieser sieht darin ein notwendiges Übel im Kampf gegen die Wraith. Derweil sieht Carson Perna sterben – eine aufwühlende Erfahrung.

Bei ihrer Abreise will der Kanzler noch über eine Verteilung des Serums an andere Welt sprechen, was Sheppard jedoch zurückweist und bloß meint, sollte er jemals nach Hoff zurückkehren, werde wohl niemand mehr dort sein. Zudem erhalten sie die Ergebnisse einer Volksabstimmung, in der sich sechsundneunzig Prozent für eine Nutzung des Impfstoffs aussprechen.

Mit düsteren Gedanken kehrt das Team nach Atlantis zurück.

 

 

 


Nach dieser Folge bin ich offiziell verliebt. Verliebt in eine Handlung mit kritischen Untertönen auf mehreren Seiten, ambivalenten Figuren, einer Grauzone im Bereich der Moralvorstellungen und einer unfassbar beklemmenden Atmosphäre.

 

Endlich! Möglicherweise könnte ich noch einige Ausrufungszeichen anhängen oder ähnliche Symbole der Internetgemeinschaft zum Ausdruck meiner Freude heranziehen, ebenso könnte ich auch einfach erklären, weshalb ich denn mit einer derart überbordenden Freude geschlagen bin.

Darauf scheint die Antwort relativ simpel: Weil Stargate Atlantis schreiberisch endlich wieder in der Spur liegt. Tatsächlich könnte man mich in diesem Fall sogar auf einen Euphemismus herunterhandeln, denn unter Autorin Mary Kaiser gibt es nicht bloß eine Rückkehr zu alter Serienstärke, sondern ordnet sich leichtfüßig im Spitzenfeld des gesamten Universums ein.

 

Heute ohne Schimpf und Schande?

Nachdem es zuvor bereits einige Male schnell zur Sache ging, setzte ich diese Tradition nun fort, indem mein Urteil säuberlich vorweggenommen wird: Tödliche Verteidigung stellt nicht nur jede bisherige Atlantis-Episode in den Schatten, darüber hinaus wischt sie auch noch mit einigen Folgen der Mutter-Vater-Schwesterserie den Boden auf.

Dem steht die Autorenleistung allemal voran, schließlich schafft es das Buch endlich, mir interessante Charaktere zu bieten. Charaktere deren Beweggründe mir gezeigt werden, deren Motivation nachvollziehbar ist und die ich eigentlich gar nicht so richtig für ihre Taten verurteilen kann. Eben diese Ambivalenz ist es, die jede Szene zu durchsetzen scheint, bis dem Zuschauer egal ist, welche Grund wer für was hatte – man will einfach nur, dass es ein Ende nimmt.

Hoff avanciert dabei zu einer erstaunlich greifbaren Nation, sie wollen sich den Wraith entgegenstellen, ihr Potenzial ausnutzen dürfen, um in Frieden für den Wohlstand ihrer Bürger arbeiten zu können. Sie berufen sich auf ihre Geschichte, ziehen Kraft aus den Taten und dem Wissen ihrer Ahnen, wenn der Kanzler nun also von einer Überzeugung spricht, kann ich diese tatsächlich nachfühlen. Wenige Dialoge zeichnen deutlich das Bild aus unterdrücktem Leid, so liest man stets etwas flehentliches in Pernas Blick, sobald ihre Vorväter zur Sprache kommen, vermischt mit einem Funken Hoffnung durch die Ex Deus Machina, welche ihr Volk in dem Serum sieht.

Dieses ist in gewisser Weise wirklich der sprichwörtliche Gott aus der Maschine, denn durch die wissenschaftlichen Entwicklungen und Beharrlichkeit entdeckten die Hoffaner einen Wirkstoff, der ihnen einen effektiven Schlag gegen die Wraith ermöglicht.

Nur kommt dieses Göttermoment nicht zur Rettung in letzter Sekunde, wie es für dieses Stilmittel beinahe typisch geworden ist, sondern könnte, korrumpiert durch die geopferten Leben als Blutzoll, ihr gesamtes Volk in den Abgrund reißen. Obwohl natürlich Sheppards Position augenscheinlich als die moralisch korrekte illustriert wird, haben die Argumente der Hoffaner durchaus Gewicht und sind keineswegs unbegründet. Wieso nicht ein Mittel einsetzen, um einen Tyrannei von Millionen Jahren zu beenden, im Interesse aller Menschen der Pegasus-Galaxie? Weshalb zaudern, wenn es doch mit einer Stimme und einer Überzeugung ins Feld geführt wird?

 

Sie haben nur einen Weg

Auf die Hoffaner trifft dies augenfällig zu, sie haben seit ewigen Zeiten unter den Wraith leiden müssen – wehrlos. Nun haben sie nicht nur das Mittel in den Kampf zu ziehen, sie haben eine Verantwortung, denn außer der Fertigstellung ihres Serums gibt es für die Bevölkerung kein größeres Ziel. Nachdem man nun dieses Ziel komplettierte, kann daraus bloß die logische Konsequenz folgen, dieses Geschenk anzuwenden, es ist den Hoffanern somit kulturell inhärent, schließlich diesen Weg zu beschreiten.

Zudem sind die Wunden durch die Wraith tief und für keinen Außenstehenden unmittelbar verständlich, dieser Umstand spiegelt sich auch in der Szenerie wieder: Die erste Einstellung ist eine sonnenbeschienene Industriestadt, welche friedlich an einem Fluss liegt, helle Farben dominieren das Bild, alles überstrahlt ein wenig – Ergebnis ist die Fassade des Glauben, die sich auf die persönliche Ex Deus Machina richtet. In der folgenden Szene bewegt das Team sich durch einen dunklen Tunnel, es gibt wenig Lichtquellen, zumeist sind diese künstlich und illuminieren überaus grell, nun rücken gedeckte Farben wie Grau und Blau als dominant in die Komposition.

Wir sehen nun den Kern der Gesellschaft, der von einer düsteren Umklammerung aus grimmiger Überzeugung umgeben ist. Somit ist die Hoffaner Gesellschaft in ihrem Inneren das genaue Gegenteil zur hellen Fassade, woraus letztlich auch die Handlungen des Kanzlers ableitbar sind.

 

Kanzler, Richter und Henker

Eben jener Kanzler ist dann auch eine der stärksten Figuren der Episode, richtet sein Handeln sich doch stets daran aus, dass Potenzial seines Volkes bestmöglich auszuschöpfen, um irgendwann die eigene Freiheit zu erringen. Dabei gibt seine Argumentation sich durchaus stringent, folgt man der Doktrin, der Zweck heilige die Mittel und das Ergebnis entscheide den Wert des Handelns, wobei er allerdings niemals autoritär handelt, sondern stets auf den Willen seines Volkes referiert.

Selbstverständlich kann nun moralisch gegen seine Position argumentiert werden und das wäre auch keineswegs unbegründet, allerdings macht genau das den Charakter so interessant für den Zuschauer, der seine eigenen Anschauungen an ihm reflektieren kann und abschließend vielleicht erkennt, dass es keinen ultimativ richtigen Weg gibt. Letztendlich wird es Kollateralschäden geben, egal auf welche Weise man vorgeht.

Auch den ständigen Wandel des Kanzlers fangen die Autoren hervorragend ein, so ist sein Duktus in den ersten Szenen noch relativ reserviert, er scheint ein weiser Führer zu sein, dem man den Stereotyp des bärtigen Vaters anlegt. Durch die Erfolge bei der Serumsforschung kommt es zum ersten Einschnitt, seine Sprechweise nimmt überschwänglichere Begriffe auf, er wirkt übereilt, in dem Willen seinem Volk einen Dienst zu erweisen, bevor er aus der übergeordneten Perspektive fällt und nur noch aus dem Blickwinkel der Expedition gezeichnet wird.

Nun erscheint er beinahe diabolisch, vermehrt finden martialische Einfluss sich in seiner Sprache wieder, zudem erscheinen seine Entscheidungen autoritär, als träfe er sie über den Kopf der Bevölkerung, die er eigentlich repräsentieren sollte, hinweg. Aufgebrochen wird dies durch die Einnahme der Hoffaner Perspektive gegen Ende der Episode, welche durch Perna, die ihre Überzeugung selbst im Angesicht des Todes zum Ausdruck bringt, sowie die Ergebnisse der Umfrage aufzeigt, dass der Kanzler bloß dem folgt, was er für den richtigen Pfad hält.

Weiterhin bleiben seine Motive, trotz der korrumpierten Mittel zu ihrer Umsetzung, zu jeder Zeit nachvollziehbar und in gewisser Weise sogar edelmütig.

Und genau hier ist der Verdienst des Kanzlers, man will ihn hassen, kann es aber nicht.

Das ist Ambivalenz in der Charakterzeichnung.

 

Der Doktor und der Major

Im Bereich der Charakterentwicklung findet man neben dem Kanzler und Perna noch weitere Glanzlichter, denn sowohl Carson Beckett erfährt in dieser Folge endlich eine Aufwertung - vom sympathischen Stichwortgeber zur moralischen Instanz - als auch John Sheppard, dessen Bild als guter Mensch allmählich Risse bekommt.

Beginnen wir bei angesprochenen Rissen: Sheppard galt zuvor stets als der Ritter in strahlender Rüstung, dessen Weg zu jeder Sekunde der des Richtigen und Moralischen war, nun jedoch findet eine andere Komponente Eingang in seinen Charakter – nämlich Ideologie. Eben dieser Faktor lässt ihn in seinen Gesprächen mit dem Kanzler oft engstirnig erscheinen, er will seine Position als die einzig richtige Ansicht etablieren und schert sich dabei herzlich wenig um eine sinnhafte Argumentation der Gegenseite. Durch diese kategorische Ablehnung einer Ansicht, welche nicht seinem eigenen Weltbild entspricht, ist stark ideologisch geprägt und somit klar kritikwürdig.

Dabei macht speziell Schauspieler Flanigan einen beeindruckenden Job, wirkt in aufkommenden Diskussionen stets äußerst unwirsch und bricht diese zumeist vorzeitig durch absolute Aussagen ab, weiterhin schlägt er einen meist lauten, emotional geprägten Ton an, der klar den kühlen Rationalismus des Kanzlers Kontrastiert. Am Ende dieser Episode ist Sheppard eben nicht mehr der strahlende Saubermann, sondern muss sich durchaus Kritik gefallen lassen und wird dadurch endlich wieder ein wenig menschlicher.

Paul McGillion hingegen profitiert wesentlich vom Drehbuch, bekommt er doch wesentlich mehr Zeit eingeräumt als noch in vorigen Folgen und darf sogar Gefühle zeigen. Diese äußern sich speziell gegenüber Perna, die ihn sofort für sich einzunehmen scheint, hierbei wird deutlich, dass Beckett eine besondere Persona besitzt. So ist Perna nicht im konventionellen Sinne schön, vielmehr bestechen einzelne Elemente ihrer Erscheinung und Persönlichkeit in einer Vermischung, welche Beckett als Mann des zweiten Blicks zeichnet. Er ist eben nicht bereit an der Oberfläche zu verharren, sondern will den Dingen auf den Grund gehen. Ein Motiv, welches sich im folgenden übrigens fortsetzt, denn in jeder seiner Szenen fragte Carson etwas nach, gibt sich nicht mit dem ersten Anschein zufrieden, sondern braucht die Bestätigung den Kern einer Sache durchdrungen zu haben. Ein Umstand, der die Figur direkt mit dem Zuschauer sympathisieren lässt, gibt die ihm doch das Gefühl, man könnte sich ihr jederzeit anvertrauen.

Diese besondere Synergie verleiht Dr. Beckett noch einmal eine zusätzliche Ebene, auf der er nach außen kommunizieren kann.

 

Ich kann sie nicht mehr sehen!

Ihr wisst sicher, was ich jetzt sagen werde, aber es lässt sich nun mal nicht vermeiden: Entgegen der grandios starken Leistungen im Bezug auf Sheppard, Beckett, Perna und den Kanzler fällt Teyla wieder völlig aus dem Rahmen. Inzwischen kann wahrscheinlich niemand mehr mein Gejaule über die Art, wie diese Figur geschrieben ist, ertragen, aber einmal habe ich noch frei, schließlich erstaunen mich die Autoren jedes mal mit einem neuen Tiefpunkt.

Habe ich zuvor noch von Ambivalenz in der Charakterzeichnung und wunderbar impliziten Merkmalen innerhalb des Handelns einiger Figuren gesprochen, gerät dies alles bei Teyla in das genau Gegenteil. Tatsächlich kann ich sie nun gar nicht mehr ernst nehmen, da sie sich in ihren hochtrabend moralischen Vorträgen sogar noch selbst widerspricht.

Innerhalb der Überlegung, den Hoffanern bei dem Serum zu helfen, spricht sie noch an, es habe bloß einen Wert, sollte man es auch allen Menschen der Pegasus-Galaxie zugänglich machen, um einen Schutz aller zu gewährleisten. Soweit ist ja noch alles im grünen Bereich, sie bekommt mal wieder viel zu geschwollene Worte in den Mund gelegt, daran habe ich mich inzwischen aber gewöhnt. Woran ich mich jedoch nicht gewöhnt habe, ist die Tatsache, dass Teyla sich, in ihrer Funktion als moralisches Gewissen der Gruppe – vom Schlage einer Daniel Jackson – sogar noch selbst widerspricht. So schlägt sie nur ein paar Sätze später vor, man solle den Wraith in ihrer Gefangenschaft für Experimente missbrauchen und potenziellen Gefahren aussetzen.

Wo ist das jetzt besser? Statt also wieder einmal die Moralkeule zu schwingen, sollte sie möglicherweise einmal vor der eigenen Tür kehren, schließlich ist es keineswegs moralisch überlegen, ein Verhalten an den Tag zu legen, welches direkt dem Vorgehen des Feindes entsprungen sein könnte. Ihre ganzes, aufgesetztes Gerede davon, die Menschen seien die bessere Lebensform, wird durch diese selbstsüchtige, erbarmungslose Haltung derart konterkariert, es ist beinahe schon nicht mehr feierlich.

Nachdem wir bereits an dem Punkt waren, an dem Teyla bloß noch eine Vierzehnjährige im Körper einer erwachsenen Frau war, ist sie nun eine Vierzehnjährige im Körper einer erwachsenen Frau, die sich sogar noch selbst der Lächerlichkeit preisgibt. Wo ist George Martin, wenn man ihn braucht.


Tödliche Atmosphäre

Ein letztes Wort noch, gleich bin ich ja fertig! Mit dieser Episode ist es endlich geschafft eine vollends überzeugende Vorstellung abzuliefern – mal abgesehen vom kleinen Ärgernis namens Teyla – und mir eine Geschichte zu erzählen, in der Charaktere miteinander interagieren, eine Entwicklung nehmen, sogar zum Nachdenken anregen.

Und zu guter Letzt durchsetzt eine vielschichtige, unangenehme Atmosphäre die gesamte Folge, lässt mich stets auf der Kante meines Stuhl verbleiben, ohne dabei plumpe Action-Mittel zu bemühen. Stattdessen kann ich mich in der Welt und der Erzählung verlieren, bis ich an deren Ende ein wohlig unangenehmes Gefühl in der Magengegend wahrnehme.

Wie gesagt: Ich bin verliebt.

 

 

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