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Episoden

Selbstopferung
Childhood´s End


Weltpremiere: 13.08.2004 Premiere DE: 23.03.2005 Regie: David Winning Drehbuch: Martin Gero
SGP Bewertung:



Durch ein seltsames Energiefeld zum Absturz gebracht, sieht das Team sich mit einer Gesellschaft von Kindern konfrontiert, die in den „Vollausgewachsenen“ eine Bedrohung sehen, da sie bisher durch rituelle Selbstopfer die Wraith fernzuhalten glauben. Aus diesem Grund wird unter ihn niemand älter als 24 Jahre.

Wie sich jedoch schnell herausstellt, ist dies bloß die halbe Wahrheit, da eigentlich das Energiefeld – welches sämtliche Technologie in seinen Grenzen deaktiviert – für das Fernbleiben der Wraith verantwortlich zeichnet. Die Selbstopfer wurden dabei zur Geburtenkontrolle eingeführt, sodass die Bevölkerung nicht über über die Grenzen ihres Schutzes hinaus wächst.

Dies alles eröffnet sich ihnen jedoch erst, nachdem McKay das ZPM, das die Energiequelle der Vorrichtung darstellt, mitnahm und somit versehentlich ein Wraith-Transmitter aktiviert wurde, der eine Sonde anlockt. Während die Situation zu eskalieren droht, gelingt es Rodney das Feld zu reaktivieren und die Sonde zum Absturz zu bringen, was als Beweis für ihre Aussagen akzeptiert wird. Nun müssen in Zukunft keine Opfer mehr stattfinden.


Zu Beginn der Episode überfliegt das Team in einem der Jumper ein Waldgebiet, als Rodney ein Energiefeld registriert, welches – in seinen Augen – auf hochentwickelte Technologie hindeuten muss. Während Sheppard sich diesem jedoch nähert, verliert er zusehends die Kontrolle über das Schiff, wodurch sie letztlich abstürzen. Da es noch früh am Tag ist, entscheiden sie zu Fuß zum Stargate zurückzukehren, wobei Ford feststellt, dass sein Kompass vollkommen verrückt spielt, wodurch das Team auf eine elektromagnetische Störung stößt. Unter der Anleitung McKays folgen sie dieser und finden eine alte, inzwischen in Ruinen liegende, Stadt vor, doch die Freude währt nur kurz, da sogleich einheimische Kinder auftauchen, die sie mit Pfeilen bedrohen.

Um einen möglichen Konflikt abzuwenden, stimmt Sheppard zu, ihnen in eines ihrer Dörfer zu folgen, wo sie mit dem Ältestenrat sprechen sollen. Dort angekommen, offenbart sich ihnen, dass es scheinbar bloß Kinder und junge Erwachsene in dem Dorf zu geben scheint, außerdem finden sie eine Wraith-Leiche vor. Nachdem sie schließlich eine Leiter erklommen haben, sehen sie sich – recht verwundert – dem Rat der Ältesten gegenüber, die allesamt relativ jung zu sein scheinen.

Deren Anführer, Keras, klärt sie nun über die Praktiken auf, welche auf dieser Welt betreiben werden, obwohl ein anderes Ratsmitglied unverhohlene Bedenken äußert. Anscheinend kamen die Wraith nun seit über 500 Jahren nicht mehr auf diese Welt, indem die Vorfahren seines Volkes lernen, die Gedanken dieser Wesen nachzuvollziehen und ihnen keine lohnende Nahrung mehr anbieten. Dafür opferten sie sich an ihrem 25 Geburtstag selbst.

Während der Rat nun über sein weiteres Vorgehen diskutiert, teilt das Team ihre Meinung zu den Vorgängen auf diesem Planeten, wobei Teyla ihre Opfer als sinnlos einschätzt und auch Sheppard scheint wenig angetan, allerdings äußert Rodney auch, sie hätten keine Ahnung, nachdem sie erst kurze Zeit dort seien. Zudem möchte er die Ruinen untersuchen, da er vermutet, die Energie für das Feld, welches sie abstürzen ließ, müsse von einem ZPM erzeugt werden.

Keras überbringt ihnen die Entscheidung: Sie dürfen vorerst bleiben, um den Jumper zu reparieren, worauf Sheppard ihn bittet, sich bei den Ruinen umsehen zu dürfen – dort könne etwas liegen, dass Mitschuld an ihrem Absturz tragen könne. Mit einer Eskorte aus zwei Kindern machen sich McKay und Ford auf, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Teyla bleibt mit Sheppard im Dorf, wo der Major eine Unterhaltung mit Keras führt, der ihm – auf Nachfrage – eröffnet, sie würden auch die Zögerlichen zum Opfer bewegen und selbst wenn es anders sein könne, wäre es für ihn zu spät. In der Nacht müsse er sich Opfern, weil am Folgetag sein 25 Geburtstag sei. Unterdessen wirbt das Ratmitglied Aries dafür, sich das Team, wenn nötig, auch mit Gewalt vom Hals zu schaffen.

Derweil finden Rodney und Ford in den Ruinen den Generator und entfernen das ZPM, sodass ein Notsignal, durch einen Transmitter an der Wraith-Leiche, ausgelöst wird, vorerst bleibt dies jedoch unentdeckt.

Auf Atlantis, wohin McKay das ZPM zur Untersuchung gebracht hat, spricht sich Elizabeth deutlich gegen den Diebstahl der Energiequelle aus, da sie nicht das Recht hätten, anderen Völkern ihre Verteidigung zu stehlen und sie anschließend noch Zwangsumzusiedeln. Hinzu kommen noch Zweifel an der – durch Rodney proklamierten – Sinnlosigkeit der Selbstopfer.

Inzwischen versucht Sheppard Keras davon zu überzeugen, auf sein Opfer zu verzichten, allerdings steht dies für den Ältesten außer Frage, weil er es sich niemals verzeihen könnte, kämen die Wraith seinetwegen zurück. Den überraschten Sheppard bittet er weiterhin sein Zeuge zu werden, also dem Ritual sowie dessen Vorbereitung beizuwohnen.

Letztlich hat McKay die verbleibende Energiemenge des ZPM auf Atlantis bemessen und erklärt Weir, dass sie kaum noch für irgendetwas in der Stadt reichen würde, aber das Energiefeld noch eine Weile betreiben könnte. Elizabeth gibt Anweisung es zurückzubringen, wobei Rodney ihr noch seine Theorie über den Selbstmordpakt eröffnet: Seiner Erkenntnis nach, erstreckte das Energiefeld sich bloß um einen moderaten Bereich entlang der Dörfer, damit nun niemand die Grenzen verlässt und Opfer der Wraith würde, führte man eine besondere Form der Geburtenkontrolle ein.

Den Selbstmordpakt.

Auf M7G-677 wird unterdessen Keras Reinigungszeremonie abgehalten, hierbei entdeckt Sheppard die Aktivität des Senders und zerstört diesen, weshalb es zu einer Konfrontation mit Aries kommt, an dessen Ende Keras verspricht, das Team persönlich durch das Gate zu schicken. Während sie sich in den Wald aufmachen, um McKay und Ford einzusammeln, die derweil den Generator zu reaktivieren versuchen, folgt ihnen einer der Jäger des Dorfes.

An den Ruinen angekommen, weiht das Team Keras in das Geheimnis des Energiefeldes ein und bitten ihn um mehr Zeit, allerdings werden sie von den Dorfbewohnern überrascht. Zwar bleibt Aries misstrauisch, lässt sich aber darauf ein, sie nun persönlich zum Jumper zu bringen.

Schließlich erreichen sie den Jumper, doch eine Sonde hat das Stargate bereits passiert und beginnt mit Scans der Umgebung, wodurch die Situation zu eskalieren droht, da Aries die „Vollausgewachsenen“ nun töten lassen will. Bevor es jedoch zu einem Feuergefecht kommen kann, gelingt es McKay den Generator wieder einzuschalten, die Sonde stürzt dadurch ab und die Kinder, die ihn zuvor überraschten, glauben seinen Worten nun.

Nachdem Aries und den anderen von der Existenz des Generators berichtet wurde, löst der Konflikt sich auf, Teyla und Sheppard machen sich daran den – zwischenzeitlich durch einen Pfeil verwundeten – Keras zu behandeln.

Da die Gefahr durch die Wraith nun abgewendet wurde, stellen die Bewohner von M7G-677 die Selbstopferungen ein, außerdem konnte Rodney das Energiefeld noch um ein gutes Stück erweitern.

Mit einem Geburtstagsgeschenk an Keras verabschiedet das Team sich schließlich.

 


Nachdem ich in meiner letzten Kritik eine der schlechtesten Stargate-Episoden überhaupt ausrief, konnte es doch nur noch besser werden. Eine Einschätzung, die kaum weiter von der Realität entfernt liegen könnte, denn die Folge – mit dem bezeichnenden Titel Selbstopfer – verhält sich wie die Cholera zur sprichwörtlichen Pest.

Nachdem ich für mein letztes Review noch meinen Beruhigungstee suchen musste, sollte ich dieses Mal besser aufhören davon zu trinken, denn sonst verpasse ich noch eine der beste Folgen der gesamten ersten Staffel!

Zumindest wenn die Autoren es darauf angelegt haben, mein Urteil über die fünfte Episode zu revidieren und zu sagen: Schau mal her, diese ist sogar nochmal ein gutes Stück schlechter.

 

Wir sind schon 'ne Stunde hier.“

Dabei könnte doch alles so schön sein. Major Sheppard trifft mit seinem Team auf eine Gesellschaft von Kindern, die ihnen nicht nur äußerst misstrauisch gegenüberstehen, sondern auch noch einen Selbstmordpakt pflegen, welcher scheinbar die Wraith von ihrer Welt fernhält.

Statt aber eine Geschichte zu erzählen, die sich der Vorurteile und Verblendung beim Kontakt mit einer fremden Kultur sowie deren Traditionen annimmt, gibt es die klassische Leier von den hochtechnisierten Friedensbringern, die den „Wilden“ das Licht der Erkenntnis schenken.

Feinfühlige Auseinandersetzung mit Toleranz für das Unbekannte? Die Einsicht, nur weil wir eine Tradition nicht auf Anhieb teilen, muss sich keineswegs schlecht oder verwerflich sein? Fehlanzeige. Lieber geben die Schreiber dem Selbstmordpakt eine augenscheinlich widernatürliche Anmutung und illustrieren damit die generelle Unwissenheit der jungen Menschen.

Mehr gibt es scheinbar über die Stammesgesellschaft nicht zu sagen. Weshalb sie einen derart starken Traditionsglauben entwickelten wird nicht gezeigt, stattdessen speist man den Zuschauer mit der halbgaren Antwort ab, es seien eben die Gräuel der Wraith als Auslöser zu begreifen.

Das mag auf einer rein mechanischen Ebene vielleicht logisch erscheinen, bringt mir jedoch die Bewohner dieser fremden Welt kein Stück näher, vielmehr bleiben sie bis zum Ende konkuturlose Pappkameraden, denen es an sämtlicher Persönlichkeit fehlt.

Aber wenigstens die überlegene Haltung der Expedition gegenüber den, vergleichsweise primitiven, Kindern wird doch sicher hinterfragte? Sagen wir es so: 'n schlechtes Beispiel.

Insbesondere Teyla und McKay äußern mehrfach sogar offen, der Glaube und die Praktiken der Stämme seien sinnlos, zwar gibt Elizabeth Rodney in einer der Szenen Kontra, allerdings bleibt durch das Rettermotiv am Ende die Überlegenheit der irdischen Kultur gesetzt.

Verschenkte Gelegenheit noch und nöcher.

 

Jetzt wird es grenzwertig

Tatsächlich wird das Motiv der Selbstmordpaktes - welcher sinnbildlich für die fremden Traditionen steht - innerhalb der Folge in eine widerwärtige Richtung verdreht, da der – ich unterstelle – nicht intendierte Sinn, hier in doppelter Hinsicht das Primat der eigenen Tradition als etwas Gewachsenes, Altes propagiert.

Zum einen stellen sich die Mitglieder der Expedition, ausgezeichnet durch den höheren technologischen Stand ihrer Gesellschaft, über die relativ primitive Stammesgesellschaft der Kinder. Dies ist wahrscheinlich als Kommentar auf die Intoleranz gegenüber anders tradierten Kulturen zu verstehen, verfehlt damit jedoch völlig seinen Zweck, weil letztlich die Traditionen der Kinder als sinnbefreit identifiziert und abgeschafft werden.

Dies mundet mehr nach der Verdrängung des „Wild-Unzivilisierten“ durch die westliche tradierten Werte. Zum anderen zeichnet die Inszenierung ein Bild des überlegenen Intellekts der älteren Generation, da die jungen Erwachsenen und Kinder nicht wissen was sie mit der Pflege ihrer Traditionen bewirken, erst die Erkenntnis der „erwachsenen“ Expeditionsmitglieder führt sie aus der Ignoranz heraus.

Eine solches Motiv kann ich nur leider nicht ernst nehmen. Ich finde es – wie bereits gesagt – einfach widerwärtig.

 

Hatte keiner Lust?

Anders scheint es mir kaum erklärbar, wieso keines der Castmitglieder auch nur annähernd auf einem Niveau spielt, dass wir ansonsten von einer Serie mit dem Markennamen Stargate gewohnt sind. Selbstverständlich sind einige der Gags gut platziert, Rodney spielt seine Rolle als verrückter Wissenschaftler, Ford ist der nette Onkel und Sheppard der Ritter in strahlender Rüstung, dessen Charakter in dieser Episode als so widerlich gut gezeichnet wird, dass es schon zur eigenen Karikatur verkommt. Von Teyla und Elizabeth fangen wir gar nicht erst an.

Zwar lässt sich ein Teil dieser Probleme auf das Drehbuch zurückführen, welches eben problematisch daherkommt, trotzdem spielen die Darsteller oft dergestalt emotionslos und holzpuppenartig, ich war nachgerade geschockt.

Da machen die Gastdarsteller keine Ausnahme: Keras ist absolut profillos, obwohl seiner Figur noch am meisten Hintergrund gegeben wird, schafft er es zu keiner Zeit einen innerlich zerrissenen Anführer darzustellen. Vielmehr erscheint es mir, als versuche er seine Rolle zu einem Stoiker zu machen, der seine Zweifel zu unterdrücken versucht, macht dabei jedoch mehr den Eindruck eines Mannes, der gar nicht so genau weiß, warum er eigentlich irgend etwas tut.

Aries hingegen greift einfach tief in die Klischeekiste und fördert den typischen Rebellen zutage, der in seinen guten Absichten zu radikalen Mitteln neigt. Warum er so geworden ist? Weiß ich nicht, schließlich scheint es für die Autoren ebenfalls unwichtig gewesen zu sein.

Aber macht nicht gerade diese Ambivalenz, dieser Funken Verständnis für sein Handeln einen solchen Charakter aus? Warum interessiere ich mich für den Gouverneur aus der Walking Dead-Serie? Oder Jaimie Lannister? Weil ich sie ein Stück weit verstehen kann und ihn möglicherweise sogar in gewissen Punkten zustimme.

 


Mein Rat: Weglassen

Sollte man tatsächlich mal an einer zweiten oder dritten Runde Stargate Atlantis interessiert sein, kann ich wirklich nur empfehlen, diese Episode einfach auszulassen.

Es geschieht weder etwas Handlungsrelevantes, noch gibt es nennenswerte Charakterentwicklung oder eine ansprechende Geschichte, außerdem schleichen sich ein paar Motiv ein, die mir überaus sauer aufgestoßen sind und aus der vielseitigen Prämisse wird absolut kein Kapital geschlagen.

Kurzum gibt es keinerlei Grund diesem Machwerk seine Zeit zu opfern, schaut lieber 38 Minuten zweimal oder macht einen langen Spaziergang, das ist dann auch gut für die Gesundheit.

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