Cassandra

Singularity

Ausstrahlung erste Episode: 31.10.1997
Ausstrahlung erste Episode DE: 07.04.1999
Regie: Mario Azzopardi
Drehbuch: Robert C. Cooper
SGP Bewertung:
Fan Bewertung:



  • Zusammenfassung

    Als das SG-1-Team dem Volk von P8X-987, einem Volk, zu dem eine freundschaftliche Beziehung gepflegt wird, aufgrund eines astronomischen Ereignisses einen Besuch abstatten möchte, muss das Team feststellen, dass die gesamte Bevölkerung von einer mysteriösen Seuche dahingerafft wurde. Auch das dort stationierte SG-7-Team ist tot und nur ein kleines Mädchen hat überlebt.

  • Inhalt

    SG-1 startet zu einem Planeten, auf dem sich das Team eine Verfinsterung anschauen möchte, im Zuge derer ein schwarzes Loch beobachtet werden kann. Als O'Neill überraschend viel über das Phänomen zu berichten weiß, ist Daniel irritiert und Carter erklärt, der Colonel hätte das Teleskop nicht nur auf dem Dach, um die Nachbarn zu beobachten.

    Auf dem Planeten angekommen, wundert sich das Team, dass weder SG-7 da ist, noch, das Teleskop vorbereitet wurde. Auf dem Weg findet das Team einen toten Dorfbewohner und mit Gasmasken ausgestattet geht das Team weiter.

    Auch SG-7 finden O'Neill und Carter tot vor. Alle so entstellt wie der Dorfbewohner auf dem Weg. Daniel berichtet, dass auch die Dorfbewohner alle tot sind. Fraiser und zahlreiche weitere Personen aus dem SGC kommen in Schutzkleidung nach und helfen SG-1.

    Das Team macht sich nach einer eingehenden Untersuchung auf den Weg, die toten Dorfbewohner zu finden und zu markieren. Daniel erläutert dabei, dass die Bewohner noch Angst gehabt hätten, dass die Finsternis das Ende der Welt mit sich bringen würde und nun tatsächlich alle tot seien. Als Carter auf eine Bewegung aufmerksam wird, stößt das Team auf ein kleines Mädchen, das noch am Leben und vermeintlich in guter Verfassung ist.

    Fraiser stellt fest, dass das Mädchen vermutlich deshalb noch am Leben ist, da es Naquadah im Blut hat – das Material, aus dem das Stargate besteht. Anderweitig ist das Mädchen gesund. Es wird beschlossen, das Kind mit zur Erde zu nehmen. Doch Carter drängt darauf, auf dem Planeten zu bleiben, um die Finsternis zu verfolgen, da diese Beobachtung einen immensen Einfluss auf die Zukunft der Menschheit haben könnte.

    Da sich das Mädchen allerdings schnell an Carter klammert, beschließen Teal'c und O'Neill die Finsternis zu verfolgen, während Carter und Daniel zur Erde zurückkehren.

    Zu Carter baut das Mädchen eine intensive Beziehung auf und als die beiden etwas malen, malt das Kind sich selbst und die toten Dorfbewohner. Carter malt sich schnell dazu und erklärt, das Kind sei nun nicht mehr allein. Selbst als Daniel Carter ablösen möchte, klammert sich das Mädchen an sie. Sie spricht endlich und verrät ihren Namen – Cassandra – und erklärt außerdem, dass sie Schmerzen habe.

    Fraiser kann allerdings nichts feststellen und gerade, als sie gehen wollen, bricht Cassandra zusammen. Kaum ist die Wiederbeleung geglückt, stellt Fraiser fest, dass sich in Cassandras Brust etwas gebildet hat, was zunächst nicht dort gewesen war. Ein Eingriff fordert zu Tage, dass es sich dabei teils um etwas Mechanisches, teils um etwas Organisches handle. Dr. Warner kann zwar Proben entnehmen, doch Cassandra droht erneut ihr Leben zu verlieren. Fraiser schließt, dass das, was Cassandra in der Brust hat, kontrollieren kann, ob ihr Herz schlägt oder nicht.

    Während es im SGC zu einer Aussprache zwischen Carter und Daniel kommt, im Zuge derer Daniel Carter erklärt, sie müsse das nicht ganz allein machen, beobachten O'Neill und Teal'c die Finsternis. Sie entdecken, dass sich etwas auf dem Weg befindet und Teal'c weiß auch gleich, was es ist: ein Goa'uld-Kampfschiff.

    Tests im SGC ergeben, dass der Stoff in Cassandras Körper in kleinsten Mengen eine gewaltige Explosion auslöst. Was bei den Mengen geschehen würde, die Cassandra im Körper trägt, könnte millionenfach stärker ausfallen.

    Daniel schlussfolgert anhand der gewonnen Informationen, dass dies eine Falle gewesen sei. Die Goa'uld hätten die Bewohner des Planeten ausgelöscht und nur Cassandra mit der Bombe im Körper zurückgelassen, in dem Wissen, dass das Team sie mit zur Erde nehmen würde. Daniel beschreibt sie als trojanisches Pferd und Fraiser gibt dem SGC nicht mehr viel Zeit. Anhand der Proben konnte sie genau berechnen, wann die Bombe explodiert.

    Teal'c identifiziert den Angreifer als Nirrti, einen Feind von Apophis. Er rät dazu, zu verschwinden. Hammond weiß davon unterdessen nichts und ordnet an, dass Cassandra in Begleitung von Carter und Daniel zu ihrem Planeten zurückkehrt. Auf dem Weg zum Stargate und unter Beschuss erzählt Teal'c O'Neill, dass Nirrti einst einen Unterhändler zu Apophis geschickt hätte und kaum, dass dieser das Gate passiert hätte, sei es zur Explosion gekommen. O'Neill zieht sogleich den Schluss: Cassandra.

    Im Gateraum bricht Cassandra zusammen und nahezu zeitgleich kehren O'Neill und Teal'c zurück. Man erläutert den beiden die Situation und O'Neill schlägt ein stillgelegtes Atomversuchsgelände vor, auf das man Cassandra bringen könne.

    Carter fährt mit Cassandra dort mit dem Aufzug 30 Stockwerke in die Tiefe. Da Cassandra aufwacht, bringt es Carter nicht übers Herz, sie im Bunker allein zu lassen. Sie verlässt Cassandra zwar zunächst, kehrt dann allerdings zurück.

    O'Neill versucht Carter umzustimmen, doch die sagt, dass Cassandra wach sei und sie nicht nach oben zurückkehren könne. Die Bombe explodiert nicht und das Team stellt fest, dass die Bombe inaktiv wurde. Im Nachhinein wird festgestellt, dass der Fremdkörper schrumpft und vom Körper absorbiert wird, weshalb keine Gefahr mehr besteht. Festgelegt wird außerdem, dass sie erstmal bei Fraiser wohnt, bis eine geeignete Bleibe gefunden wird – jedoch merkt Carter an, dass Fraiser sie womöglich behalten wird.

  • Kritik

    Im Mittelpunkt der Folge Cassandra steht eigentlich das gleichnamige Mädchen. Doch bietet diese Episode noch einiges mehr. Im Prinzip funktioniert Cassandra hauptsächlich als Katalysator für so manche wichtige Erkenntnisse. Im Gegensatz zu einigen vorangegangenen Folgen gelingt es der Episode „Cassandra“ aber auch, die Spannung bis zuletzt zu bewahren und nicht das Geheimnis preiszugeben, das sich hinter dem Mädchen verbirgt. Kreisen die Gedanken des Zuschauers zunächst lediglich darum, dass auf Cassandras Planet eine mysteriöse Seuche alle dahingerafft hat. Bis zum letzten Drittel der Folge wartet man darauf, dass das Team herausfindet, was geschah. Selbst der Verdacht wird ausgesprochen, dass die Erdlinge Bakterien und Viren in nach PX8-987 eingeschleppt haben, gegen die die Bewohner einfach nicht immun waren.

    Dass die Goa'uld hinter dem Massensterben liegen, kommt einem dabei zunächst gar nicht in den Sinn. Erst als das Schiff entdeckt wird, wird dies klar. Und es zeigt erneut, wie grausame die Goa'uld sind und wie weit sie gehen, um ihre Feinde zu eliminieren: Ein ganzes (unbeteiligtes) Volk auszulöschen und einem Kind eine Bombe einzupflanzen, spricht jedenfalls für eine äußerst schmutzige Kriegsführung. Teal'cs Schilderung seiner Erlebnisse mit dem Goa'uld-Attentäter unterstreichen die Gefahr für die Erde zudem. Noch dazu wird klar: den Goa'uld ist bewusst, was die Tau'ri in der Galaxis treiben – andernfalls wären sie nicht darauf aufmerksam geworden, dass sie auf PX8-987 zugegen sind, und hätten die Bevölkerung auch nicht gegen die Erdlinge einsetzen können.

    Zugleich werden die Charaktere des SG-1-Teams auf die Probe gestellt. Carter entwickelt Muttergefühle für Cassandra und kümmert sich um das Mädchen. Entsprechend hart wird sie getroffen, als O'Neill die Entscheidung trifft, Cassandra in einen Bunker zu bringen, wo die Bombe explodieren kann, ohne die Bevölkerung zu gefährden. Das ist harter Tobak und manch einer mag O'Neills Entscheidung anzweifeln bzw. bezweifeln, dass dies „in character“ ist. Doch letztlich zeigt dies auch, dass O'Neill in der Lage ist, die schweren Entscheidungen zu treffen, wenn sie zu treffen sind. Charakterlich wird er durch diese Entscheidung nur umso mehr herausgearbeitet: Während er einerseits zu menschlichen Entscheidungen wie auf Abydos in der Lage ist, wo er die Bombe nicht zündete, tut er auch, was er tun muss, wenn sich keine andere Lösung finden lässt und Tausende von Leben auf dem Spiel stehen.

    Diese Faktoren machen Cassandra zu einer Folge, die die Charaktere noch deutlicher herausarbeitet. Dem roten Faden mag sie wenig zuträglich sein, doch legt sie ebenfalls wieder einige Grundsteine für spätere Folgen, so zum Beispiel die Gnadenlosigkeit der Goa'uld und die Rücksichtslosigkeit, selbst Kinder zu Bomben umzufunktionieren und für ihren Krieg einzusetzen.

  • Fazit

    "Cassandra" ist eindeutig eine der besseren Episoden von Stargate SG-1 Staffel 1, denn sie arbeitet unglaublich mit den Charakteren - und sogar den Feinden, wenngleich diese direkt gar nicht in Erscheinung treten.

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