Wenn Jenny Stiven in einem Video-Podcast über Stargate spricht und Einblicke in die Branche gibt, dann darf man gerne genauer hinhören. Die Brancheninsiderin mag zwar - wie selbst im neuesten State of the Gate von Dial the Gate betont - nicht mehr für Amazon und Stargate arbeiten, sie ist aber weiterhin gut vernetzt und kennt die Branche.
Schon in der Vergangenheit konnte sie deshalb mit zahlreichen Fragen aufräumen und Zusammenhänge erläutern, die Außenstehenden oftmals einfach nicht klar sind. Dieses Mal ließ sie allerdings eine wahre Bombe platzen.
Nachdem sie bestätigte, dass Jac Schaeffer tatsächlich derzeit damit betraut sei, eine neue Stargate-Serie zu entwickeln, erklärte sie:
"Amazon gab Safehouse Pictures für diese IP, für diese Serie, die sich in der Entwicklung befindet, ein Kreativbriefing, das besagt, dass es sich nicht um einen harten Reboot handeln darf und dass sie im Canon des TV-Universums angesiedelt sein muss. Nun, das ist es. Es gab keine weiteren Anweisungen, soweit ich mir das bestätigen lassen konnte."
Jenny Stiven erklärte auch, dass es sich dabei nicht einfach nur um ein Gerücht handle. Sie habe diese Informationen von zwei Quellen, wovon eine für Amazon arbeite.
Stiven merkte auch an, dass diese Auflage nichts mit Jac Schaeffer zu tun hätte. Die WandaVision-Schöpferin sei nur die nächste, die mit dieser Anweisung an das Projekt herantreten werde. Sowohl Martin Gero als auch zuvor schon das The Expanse-Team Mark Fergus und Hawk Ostby hätten dieser Anweisung folge leisten müssen.
"Ich möchte nicht, dass irgendjemand Panik schiebt. Was das bedeutet ist schlicht, dass [die Serie] innerhalb des Universums spielt. Sie handelt nicht außerhalb, aber könnte neue Geschichten mit neuen Charakteren erzählen. Das ist es. Das einzige, was ich sicher weiß ist, dass man ihr sagte, dass es kein harter Reboot sein darf. Bleib innerhalb des Canons des TV-Universums."
Jac Schaeffers Rolle bei der neuen Stargate-Serie
Safehouse Pictures scheint bei diesem Projekt überhaupt ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt zu sein. Die Produktionsfirma mit Joby Harold und Tory Tunnell, beide als Executive Producer mit dabei, sei schon lange in die Entwicklung einer Stargate-Serie involviert, so Stiven. Das Unternehmen begleitete bereits die Serie von Martin Gero und sei nun damit betraut gewesen, einen neuen Autor zu finden, der nach Gero einen Versuch unternimmt, die Stargate-Serie zu stemmen.
Stiven betonte zudem immer wieder, dass alles, woran Jac Schaeffer aktuell arbeite, ein Pilot sei. Die Serie befinde sich in einer sehr frühen Entwicklungsphase und im Prinzip würde es nun darum gehen, ob Jac Schaeffer die Verantwortlichen bei Amazon mit diesem Piloten überzeuge und weitermachen dürfe oder ob man sich erneut einen anderen Serienschöpfer suchen werde.
Zum Writers' Rooms selbst konnte Stiven nicht viel sagen. Während Variety berichtete, dass dieser erst noch zusammenkomme, berichtete Deadline, dass dieser in New York schon zusammengefunden habe. Ihr sei jedoch zu Ohren gekommen, dass Schaefer gerne mit einem bunt durchgemischten Writers' Room arbeite, bei dem jeder Autor seinen ganz eigenen Weg gemeistert habe, sodass möglichst viele Einflüsse zusammenkämen. Auf einen festen Writers' Room, also auf immer dasselbe Team, greife sie nicht zurück.
Auch erklärte sie, dass Jac Schaeffer keine Stargate-Serie gepitcht habe. Amazon bzw. Safehouse Pictures seien auf sie zugekommen.
Netflix wollte Stargate kaufen
Doch damit nicht genug der Offenbarungen, die Stiven bereit hielt. Denn sie wusste noch mehr zu erzählen. So sei tatsächlich Netflix an Amazon herangetreten, um die Rechte an Stargate zu erhalten.
Nach der Bekanntgabe des Aus für die Gero-Serie hatten sich sowohl Gerüchte gehäuft, dass Netflix Stargate kaufen wolle, als auch Forderungen von Fans, dass Amazon die Rechte einfach an Netflix (oder einen anderen Streamingdienst) abgeben solle, damit dieser etwas aus dem Serien-Universum mache.
Stiven merkte an: "ich weiß, dass Netflix sofort ein Angebot gemacht hatte. Ich weiß nicht, ob es ernst war oder nicht oder ob sie einfach ein wenig bei Amazon reinpfuschen wollten."
Amazon ließ sich darauf jedoch nicht ein und dürfte sich auf dergleichen so schnell auch nicht einlassen. "Amazon möchte keine Lizenz an der IP vergeben, geschweige denn sie verkaufen. Ich meine, sie haben gerade 2 Milliarden US-Dollar ausgegeben, um Bond zurückzukaufen. Nicht, dass ich Stargate mit Bond vergleiche, aber Amazon ist sehr territorial, was die eingekauften Titel angeht."
Obwohl Stiven ausführlich darauf eingeht, dass die Serie noch auf sich warten lassen könnte, weil sie in einer sehr frühen Entwicklungsphase stecke, und/oder auch Jac Schaeffer nicht die gewünschte Lösung parat haben könnte, gibt sie sich optimistisch und denkt, dass Amazon auf jeden Fall etwas mit Stargate anfangen wird.