Anfang Oktober war Stargate-Produzent Dean Devlin auf der Comic-Con Málaga in Spanien zu Gast und sprach dort auch über die Absetzung der Stargate-Serie von Martin Gero, die er zusammen mit Roland Emmerich für Amazon MGM als Executive Producer begleiten sollte.
Das überraschende Aus für Geros Projekt im Juni ist in der Fanbasis nach wie vor ein heißes Eisen und sehr präsent; viele Infos sind bisher aber nicht durchgesickert, vor allem zum Produktionsstand.
Genau hierzu offenbarte Dean Devlin auf dem Event - einem europäischen Ableger der San Diego Comic-Con - im Rahmen eines Interviews mit "Fuera De Series" spannende Details, die bisher noch nicht bekannt waren.
So stand die gecancelte Stargate-Serie offenbar noch viel näher vor dem Startschuss für die Dreharbeiten als bislang kommuniziert wurde, denn laut Dean Devlin befanden sich nicht nur die Sets bereits im Aufbau, offenbar hatte man sogar das Casting schon abgeschlossen:
"Ich meine, sie waren schon dabei, Sets zu bauen. Und ich glaube, die Besetzung war angeheuert worden. Sie waren sehr nah am Produktionsstart."
Im weiteren Gesprächsverlauf führte Dean Devlin die Absetzung dann tatsächlich auf den Managerwechsel innerhalb der Amazon MGM Studios zurück und benennt noch dazu den Anlass für die drastische Entscheidung der neuen Verantwortlichen, deren Vorgänger Martin Geros Stargate-Serie noch grünes Licht gegeben hatten:
"Ihre Meinung war, dass sie - zumindest in ihrer Vorstellung - nur bei Leuten Anklang finden würde, die sehr, sehr tief mit dem bestehenden Wissen über Stargate vertraut waren. Und sie wollten etwas machen, an dem man Freude haben kann, wenn man wirklich noch nie von Stargate gehört hat, das man aber auch genießen kann, wenn man schon ein Fan war. Und es fühlte sich für sie nicht so an, als ob diese Version das leistete. Das war ihr Gefühl, und so haben sie sie abgesetzt."
Mit diesen Worten bestätigte Dean Devlin zwar einerseits den damals im Variety-Artikel genannten Grund für die Absetzung von Martin Geros Stargate-Serie, die Aussage gibt aber zusätzlich etwas mehr Kontext und Perspektive als ein bloßes "zu nah am bestehenden Fandom" und wirft einen interessanten, da in der Diskussion vernachlässigten Aspekt auf: Denn hier klingt es eher so, als sei der Einstieg in die neue Serie für Neulinge ohne Vorwissen über den existierenden Kanon am Ende vielleicht doch nicht so mühelos gewesen, wie es das damalige Kreativteam immer behauptete.
Schließlich äußerte sich Dean Devlin auch zur #SaveStargate-Kampagne. Er schlug bei diesem Thema allerdings etwas kritischere Töne an und riet den Fans davon ab, Amazon anzugreifen, da das Studio nach wie vor eine Stargate-Serie auf die Beine stellen wolle. Hierbei muss man jedoch beachten, dass zum Zeitpunkt der betreffenden Convention (die vom 1. bis 4. Oktober stattfand) die Meldung, dass Jac Schaeffer den Auftrag erhalten hat, ein neues Konzept zu erarbeiten, noch nicht publik geworden war.
Dean Devlin wandte in diesem Zusammenhang folgende Worte an die Fans:
"Also würde ich gern allen sagen: beruhigt euch, lasst sie etwas verschnaufen. Und wir wollen eine Stargate-Serie. Die Welt braucht mehr Stargate! Lasst uns also nicht die Hand abbeißen, die uns füttert."
Die Wortwahl lässt durchaus aufhorchen, zumal sich die Schöpfer des Stargate-Kinofilms in der Vergangenheit zumeist skeptisch gegenüber dem Serienuniversum verhielten und ihre eigene Vision einer Filmtrilogie nie hatten verwirklichen können.
Es ist auch spannend, dass sich Dean Devlin selbst in das "Wir" mit einbezieht. Wie Stargate-Project.de im April berichtete, wurden er und Roland Emmerich aus Urheberrechtsgründen als ausführende Produzenten für Martin Geros Stargate-Serie gelistet und hatten einen frischen Deal mit Amazon MGM vereinbart, der die verworrene juristische Lage klärte und dem Studio die Exklusivrechte an der IP auch nach 2029 sicherte.
Ob und inwiefern Dean Devlin aber möglicherweise weiterhin in das Stargate-Franchise involviert ist, kann derzeit nicht bestätigt werden.