Amazon MGM hat die Stargate-Serie von Martin Gero noch während der Pre-Production eingestellt - diese Horrormeldung traf die Fanbase am Mittwoch wie ein Schock.
Entsetzen und Wut machen sich derzeit bereits in mehreren Petitionen Luft, Begleiter wie Brad Wright und Joe Mallozzi äußerten sich schon in den sozialen Medien, und Stargate-Darsteller Michael Shanks unterstützt, ja befeuert die Fanproteste im Web.
Was bei dieser drastischen Entscheidung des Studios besonders sauer aufstößt - und das ist noch gelinde ausgedrückt - ist die Begründung für die Einstellung des Projekts:
Ursprünglich berichtete Variety exklusiv über die Absetzung und bezog sich dabei auf eine (verständlicherweise) nicht näher benannte Person mit Kenntnis der Sachlage. Dieser anonymen Quelle zufolge seien Verantwortliche bei Amazon besorgt gewesen, dass Martin Geros Serienkonzept nicht über das bestehende Stargate-Fandom hinausgestrahlt und daher das Publikum nicht wie gewünscht vergrößert hätte.
Wörtlich heißt es im betreffenden Artikel:
"Amazon execs were concerned that Gero’s take on the series would not have broad appeal beyond the franchise’s already dedicated fanbase."
("Manager bei Amazon waren besorgt, dass Geros Heransgehensweise an die Serie keine breiten Kreise über die dem Franchise bereits treue Fanbasis hinaus ansprechen würde.")
Diese Aussage ist ein Schlag in die Magengrube, vor allem wenn man bedenkt, dass sich die letzte Hauptserie, SG:U, vor 15 Jahren von den TV-Bildschirmen verabschiedete und die Fans Stargate seitdem dennoch treu geblieben sind.
Mehr noch, neue Zuschauer entdecken das Franchise noch immer für sich - zum einen, weil Stargate im Fernsehen ein echter Dauerbrenner ist, zum anderen dank Conventions und nach wie vor engagierter Plattformen wie GateWorld, Stargate-Project.de und weiteren.
Heftig ist auch, was diese Begründung impliziert: Stargate wird nicht nur sein Mainstream-Potenzial versagt, die existierende Fanbase ist Amazon noch dazu scheinbar weder groß noch divers genug, trotz eines inzwischen generationenübergreifenden Fandoms.
Vor dem Hintergrund des erst kürzlich geschehenen, nach nur zwei Staffen eingestampften Star Trek-Fiaskos Starfleet Academy (das eindrucksvoll zeigte was passiert, wenn "broad appeal" zu weit geht und gerade Sci-Fi-Serien das Genick brechen kann), ist eine solche Aussage kaum nachvollziehbar - die Wut der Fans hingegen schon, denn diese werden regelrecht vor den Kopf gestoßen.
Außerdem will man sich bei Amazon MGM offenkundig nun doch stärker vom etablierten Stargate-Serienuniversum lösen, denn der Variety-Artikel merkt auch an, dass das Studio nach anderen Wegen sucht, die IP auszuweiten, nachdem Martin Geros Konzept nicht weiterverfolgt wird.
Amazons Ziel ist somit klar - Stargate soll so viele Leute wie möglich erreichen, vor allem eben auch außerhalb der existierenden Fanbase. Das ist zwar grundsätzlich lobenswert, der überbeanspruchte "broad appeal"-Ansatz birgt allerdings leider auch die Gefahr, dass Stargate dadurch seine Identität verliert.
Dabei war immer wieder betont worden, dass Martin Geros Stargate-Serie eben ein eigenes, neues Kapitel mit frischen Charakteren aufgeschlagen hätte, ohne den bestehenden Canon und Charme über Bord zu werfen - ein Balance-Akt, der "alte Hasen" ins Boot geholt und gleichzeitig buchstäblich das Gate für Neuzugänge offengehalten, sprich das Publikum vergrößert hätte ...