FedCon USA: Ein Desaster

Vorzeitiger Abbruch am Samstagmorgen


15.06.2008 00:00 · Zero · Conventions

FedCon USA: Ein Desaster
Es ist eine für die Fans traurige Geschichte, was dieses Wochenende in den USA (in Texas) mit der Fedcon USA passiert: Nachdem sie Freitag begann und gerade einmal 200 Fans sich blicken ließen, wurde sie am Samstag morgen abgebrochen.

Dies jedoch nicht weil es zu wenig Fans gab, sondern weil da große finanzielle Probleme und noch größere organisatorische Defizite bei der Planung eine Rolle spielten.

An Stars auf der Gästeliste mangelte es nicht: Aaron Douglas (Chief Tyrol), James Callis (Gaius Baltar) und Richard Hatch (Tom Zarek) sollten allein schon nur von "Battlestar Galactica" anwesend sein. Sie wurden auf der Homepage als "bestätigt" gelistet, obwohl sie gar nicht bestätigt waren, da der Veranstalter seine vertraglichen Leistungen nicht liefern konnte.

Tim Brazeal, Organisator der Convention, bestand darauf, dass die Stars mit American Airlines oder United Airlines fliegen sollten, weil diese viel billiger seien. Aaron Douglas jedoch fand einen Flug mit Alaska Airlines, welcher 6000 Dollar billiger gewesen wäre und nur 1600 Dollar gekostet hätte. Schon allein hier wäre eine gründlichere Recherche angebracht gewesen.

Doch es kam im Vorfeld noch mehr Chaos dazu. So wurde mit Jaimie Alexander ("Kylie XY") ein eher unbekannter, aber dennoch teuer Gast eingeladen – eigenmächtig, wie Brazeal sagt, von einem Mitarbeiter der Organisatoren, welcher mittlerweile entlassen wurde.

Schlimmer jedoch wiegt, wie man die Stars behandelte: So wurde der "Star Trek Enterprise"-Star Anthony Montgomery (Ensign Travis Mayweather) am Flughafen sitzen gelassen mit dem Hinweis, sein Flug sei zu teuer.

Auch mit Richard Hatch, dem Star aus der alten und der neuen "Galactica"-Serie verfuhr man ebenso. Den Besuchern der Convention teilte man nur lapidar mit, es würde Probleme mit den Flügen geben, nach dem Motto, sie hätten sie verpasst.

Die Eröffnungszeremonie musste durch eine spontane Improvisation seitens John Billingsley (Dr. Phlox in Star Trek Enterprise) gerettet werden.

Tim Brazeal schickte gleich nur seinen Sohn zur Convention und sagte, er selbst könne wegen eines Krankenhausaufenthaltes nicht anwesend sein. Auf jeden Fall ließ er die Anwesenden dann wissen, dass das Veranstaltungshotel sich spontan entschlossen habe, die 20.000 Dollar Kosten für die Benutzung im Voraus, anstatt wie vereinbart im Nachhinein, zu verlangen. Das war der Punkt, an dem sie dann sagten, sie brechen die Convention ab.

Die Fans, welche den Eintrittspreis zahlten, oft nur wegen eines Stars, der dann gar nicht anwesend war, fühlen sich verschaukelt. Aaron Douglas hat angekündigt, sich noch dieses Wochenende bei seinem Anwalt zu erkundigen, wie die angereisten Fans doch noch ihr Geld zurück bekommen können.

Der deutsche Fedcon-Besucher fragt sich natürlich, wie denn so etwas passieren kann. Tatsächlich haben die deutschen, besser gesagt, europäischen Veranstalter mit der US-Fedcon nichts zu tun. Sie erlaubten lediglich, dass der Name einmalig verwendet werden dürfen.
Marc B. Lee, Geschäftsführer der US-Abteilung der Fedcon GmbH, distanzierte sich dann auch nochmals in aller Form von dem Projekt. Mit der Fedcon in Europa habe die Veranstaltung nichts zu tun, hier werden die Stars nicht mit Füßen getreten, wie es in den USA passiert ist.

Jedoch ist es nicht zu bezweifeln, dass der Image-Schaden schon da ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die vielen schönen Erfahrungen der Stars auf der diesjährigen deutschen Fedcon herumsprechen und diese auch weiterhin nach Deutschland kommen werden.

Quelle

FedCon USA http://www.fedconusa.com/

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