Review - Star Wars: Obi-Wan Kenobi

Sci_Fi-Dave   |   Ferne Welten   |   vom 23.06.2022

Star Wars - Obi-Wan Kenobi - Ewan McGregor - Review - Teaser Bildnachweis:

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Wie schon The Book of Boba Fett zuvor nimmt auch der neueste Zugang im Star Wars-Serienuniversum einen "Legacy Character" in den Fokus - und die Rückkehr des Obi-Wan Kenobi wurde seit Jahren mit Spannung erwartet, auch von Hauptdarsteller Ewan McGregor selbst.

Die komplette Staffel der sechsteiligen Miniserie ist nun endlich auf Disney+ zum Streamen verfügbar, aber wird sie dem Hype gerecht? Auch wenn diesmal leider keine Stargate-Schauspieler mit an Bord sind, haben wir das Lichtschwert aktiviert und beleuchten Star Wars: Obi-Wan Kenobi für euch in unserem spoilerfreien Review.

Charaktere, Story & Platz im SW-Universum

Star Wars: Obi-Wan Kenobi spielt 10 Jahre nach den Ereignissen in Episode III: Die Rache der Sith. Obi-Wan hat bereits den Namen "Ben" angenommen und lebt ein hartes Einsiedler- und Arbeiterleben auf Tatooine, wo er aus der Ferne ein Auge auf den jungen Luke Skywalker hat. Das Lichtschwert hat er (ironischerweise) gegen den Blaster als Waffe seiner Wahl eingetauscht und den Jedi-Orden und den Gebrauch der Macht hinter sich gelassen. 

Doch ein unerwarteter Hilferuf eines alten Freundes zwingt Ben aus seiner Isolation und Desillusion und führt ihn auf eine Odyssee durch die weit, weit entfernte Galaxis, die zum Kontakt mit einem Widerstandsnetzwerk, aber auch zur Konfrontation mit der Inquisitorin Reva sowie Darth Vader führt und Ben schließlich auf den Weg zu der Person bringt, die wir in Episode IV: Eine neue Hoffnung kennengelernt haben.

Star Wars: Obi-Wan Kenobi lebt von der Hauptfigur und dem Kernkonflikt zwischen Ben und Vader (erneut gespielt von Ewan McGregors Co-Star aus den Prequels, Hayden Christensen) - und einige wenige Dialogzeilen in den Episoden IV und VI (etwa Vaders Äußerung gegenüber Luke, Obi-Wan hätte einst ebenfalls geglaubt, es wäre noch etwas von Anakin Skywalker in ihm übrig) lassen tatsächlich durchaus Raum für die Möglichkeit, dass ihr Duell auf dem Todesstern nicht das erste Aufeinandertreffen seit ihrem Kampf auf Mustafar war.

Nur wenige neue Charaktere werden eingeführt, darunter die Widerstandskämpfer Tala (Indira Varma) und Roken (O'Shea Jackson Jr.) und die Inquisitorin Reva (Moses Ingram), sodass nicht zu sehr vom Hauptplot abgelenkt wird. Insbesondere Revas Storyline wird noch dazu gut mit Obi-Wans verwoben. 

Die meisten Hauptfiguren sind jedoch Legacy-Charaktere, denn auch Owen und Beru Lars (Joel Edgerton und Bonnie Piesse, ebenfalls Prequels-Darsteller) sowie einige bereits aus Star Wars: Rebels bekannte Inquisitoren wie der Grand Inquisitor (Rupert Friend) tauchen hier wieder auf.

Star Wars: Obi-Wan Kenobi knüpft mal mehr, mal weniger subtil an die Prequels sowie zum Teil auch an The Clone Wars sowie Rebels an und erklärt so manchen offenen Aspekt in der klassischen Trilogie. Andere Details wiederum passen letztlich aber leider doch nicht so ganz in die überspannende Star Wars-Story oder werfen neue Fragen auf.

Kritik

Die Titelfigur ist zugleich das Herzstück von Star Wars: Obi-Wan Kenobi. Ewan McGregor verkörpert den Jedi und dessen Entwicklung mit so viel Herzblut wie eh und je, und auch die übrigen Prequels-Veteranen, allen voran Hayden Christensen, schlüpfen mühelos zurück in ihre ikonischen Rollen und liefern zum Teil eindrucksvolle Darbietungen ab.

Zwar sind nicht alle Charakterdesigns und Darstellungen stimmig (etwa der Grand Inquisitor), insgesamt kann der Cast aber durchaus überzeugen.

Nach einem eher langsamen Start auf Tatooine bleibt der Plot noch dazu nie lange an einem Ort und bringt zwar einige Neuzugänge wie Reva ein, der Fokus liegt jedoch ganz klar auf den Legacy-Charakteren.

Gerade in dieser Hinsicht macht Star Wars: Obi-Wan Kenobi vieles richtig und besser als The Book of Boba Fett: Während man sich dort teilweise in den zahlreichen Nebencharakteren verlor und plottechnisch meist auf Tatooine festsaß, werden hier viele verschiedene Schauplätze gezeigt, darunter auch die dunkleren Ecken der Galaxis, und man erlebt so einige imposante Momente mit beliebten wiederkehrenden Figuren.

Die Serie ist eher düster gehalten, das passt jedoch zu Obi-Wans Charakterentwicklung, während er mehr und mehr (und zunehmend persönlicher) mit der grausamen Realität der imperialen Herrschaft und dem Untergang des Jedi-Ordens konfrontiert wird - zudem knüpft man mit der fast schon ultrabrutalen Darstellung Vaders an dessen Highlight-Auftritt in Rogue One: A Star Wars Story an.
Beide Charaktere werden von ihrer Vergangenheit geplagt, und eben dieser innere Konflikt und ihre Auseinandersetzung miteinander werden sehr gut herausgearbeitet.

Obi-Wan erhält auf diese Weise einen runden Charakterbogen und vollzieht im Verlauf der Serie eine nahezu klassische Heldenreise, welche die spätere von Luke sowohl vorausdeutet als auch spiegelt: Beide müssen sich Vader stellen, doch während Luke seinen Vater am Ende von der dunklen Seite erlöst, muss Obi-Wan hier realisieren, dass Anakin wirklich fort und die Transformation zu Darth Vader abgeschlossen ist (und er damit "von einem gewissen Standpunkt aus" seine von Meister Yoda erteilte Aufgabe in Episode III, Anakin zu töten, erfüllt hat).

Fazit

Star Wars: Obi-Wan Kenobi bringt einige der beliebtesten Charaktere und Prequel-Darsteller erneut zusammen und zeichnet den Weg der Hauptfigur von einem gebrochenen Ex-Jedi, der zurück zur Macht findet (eindrucksvoll umgesetzt etwa durch Bens immer besseren Gebrauch seines alten Lichtschwerts), mit der Vergangenheit abschließt und "eine neue Hoffnung" schöpft, auf ebenso überraschende wie überzeugende Weise nach.

Die Serie knüpft dabei gute und teilweise recht subtile Verbindungen zwischen den Prequels und der klassischen Trilogie, bedient sich auch etwas bei den Star Wars-Animationsserien - und funktioniert auch weitgehend als ein solches "Mid-quel". Allerdings gehen leider nicht alle Aspekte ganz auf.

Der Cast, allen voran die Hauptdarsteller, liefern überwiegend gute Darbietungen ab, wobei vor allem Ewan McGregor heraussticht. Regisseurin Deborah Chow, die bereits für The Mandalorian drehte, sorgt mit ihrer Regiearbeit zudem dafür, dass die Serie auch visuell absolut überzeugt.

Mit einer diversen Vielfalt an alten und neuen Schausplätzen, einer ausgewogenen Besetzung mit klarem Fokus auf die Legacy-Charaktere und nur wenigen Neuzugängen, intensiven Actionszenen (gerade die Lichtschwertduelle haben es in sich!) und Charaktermomenten erreicht Star Wars: Obi-Wan Kenobi das, was sich viele Fans von The Book of Boba Fett erhofft hatten.

Nicht jede Szene ist Gold (einige wenige sind sogar ein bisschen lächerlich) und nicht alle Details passen am Ende wirklich ins große Ganze von Star Wars (diese hier zu nennen, würde leider spoilern). Dennoch überzeugt die Obi-Wan-Miniserie als rundes Charakterporträt nicht nur der Hauptfigur. 

Star Wars: Obi-Wan Kenobi ist eine in machen Punkten zwar durchwachsene, aber dennoch würdige Ergänzung zum SW-Universum - Reinschauen lohnt sich!

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