Review - Star Wars: Geschichten der Jedi

Sci_Fi-Dave   |   Ferne Welten   |   vom 04.11.2022

Star Wars - Tales of the Jedi- Dooku und Mace Windu Bildnachweis:

© 2022 Lucasfilm Ltd. & ™. All Rights Reserved.

Am 26. Oktober ging mit Star Wars: Tales of the Jedi ein weiteres Animationsprojekt aus dem Hause Lucasfilm auf Disney+ an den Start.

Season 1 der neuen Serie, die schon auf der diesjährigen Star Wars Celebration angeteast wurde, umfasst sechs knapp viertelstündige und in sich abgeschlossene Episoden, die von Serienschöpfer Dave Filoni geschrieben wurden.

Wir tauchen in unserer wie immer spoiler-freien Review für euch in die Geschichten der Jedi ein!

Charaktere & Story

Tales of the Jedi nutzt das (im animierten Star Wars-Serienuniversum nicht ganz neue) Anthologie-Konzept zur inhaltlichen Ergänzung insbesondere der Prequels, sticht aber vor allem durch die interessante Auswahl der Charaktere heraus:
Im Fokus stehen, aufgeteilt auf je drei Folgen, Ahsoka Tano und Dooku – beide Jedi, die den Orden hinter sich lassen, aber dennoch vollkommen unterschiedliche Lebenswege einschlagen, was von Anfang an für eine spannende Gegenüberstellung sorgt und sich als roter Faden durch die Episoden zieht.

Die Serie erzählt „Origin Stories“ nach und zeichnet in chronologischer Reihenfolge intensive Charaktermomente für die zwei Hauptfiguren, die deren Entwicklung in verschiedenen Lebensstationen entscheidend prägen. Vor allem für Dooku wird dabei so einiges an zum Teil sehr tiefgehender und konfliktreicher Backstory nachgeliefert.

Zugleich werden die Charaktereinblicke geschickt mit Schlüsselmomenten der Star Wars-Saga verknüpft und so die übergreifende Handlung aufgefüllt, sodass sich die Story nahezu nahtlos ins große Ganze einfügt – ein Aspekt, der Disneys Star Wars bisher leider nicht immer gelungen ist.

Kritik

Geschichten der Jedi funktioniert sowohl als Erweiterung und Ergänzung des Star Wars-Universums wie auch als Origin-Story und Charakterstudie – und betritt dabei nicht selten recht düsteres Territorium, was der Serie aber keineswegs zum Nachteil gereicht.

Der Fokus der Handlung liegt auf dem Zeitraum der Prequels, was auch zu mehreren gut umgesetzten Callbacks Anlass gibt. Durch die Linse der beiden zentralen Figuren, Ahsoka Tano und Dooku, werden aber ebenso spannende Einblicke in die Zeit davor und danach sowie unter anderem in die Kultur und Sprache der Togruta (Ahsokas Spezies) oder den Jedi-Orden gegeben. Zusätzlich dürfen hier und da sogar einige Nebencharaktere wie Dookus Padawan Qui-Gon Jinn glänzen.

Dave Filonis Skript arbeitet die Charakterbögen für beide Hauptfiguren sehr gut heraus und findet interessante Anknüpfungspunkte an das bisher in Star Wars Erzählte.
Zwar klingen dabei mitunter Motive und Szenen an, die Zuschauer schon aus der Obi-Wan Kenobi-Miniserie, den Prequels oder Star Wars: The Clone Wars kennen; die Story ist aber figurenspezifisch und frisch genug gehalten, um nicht als bloße Kopie daherzukommen.

Auch vermeidet Tales of the Jedi Widersprüche im Kanon, im Gegenteil: Es gelingt der Serie sogar, interessante Fragen zu stellen, die keine klaffende Handlungslücke hinterlassen, stattdessen zum Nachdenken anregen und die Story auf diese Weise noch weiter vertiefen und bereichern.

Letzteres gilt allerdings eher für eingefleischte Fans: Zuschauer, die nur gelegentlich in der weit, weit entfernten Galaxis vorbeischauen, könnten mitunter Schwierigkeiten haben, die Geschichten, Schauplätze und Referenzen ein- und zuzuordnen. Durch das Anthologie-Konzept und die in sich abgeschlossenen Episoden artet das jedoch nicht zum Problem für die Serie aus.

Positiv hervorzuheben ist schließlich vor allem der Voice-Cast: Ashley Eckstein, Matt Lanter, Corey Burton, Liam Neeson und weitere schlüpfen für den englischen Originalton problemlos in ihre alten Sprechrollen zurück, Bryce Dallas Howard überrascht als Jedi-Meisterin und Clancy Brown überzeugt als bislang wohl gruseligster Inquisitor.

Großartige Animationen auf dem neuesten Stand der Technik, gut eingesetzte Lichtschwert-Action sowie der mitreißende Soundtrack runden die Geschichten der Jedi schließlich ab.

Fazit

Kurz, bündig und prägnant erzählt wie eine Kurzgeschichtensammlung, ist das einzige Problem mit Star Wars: Tales of the Jedi leider gerade eben diese Kürze – denn am Ende hat man Lust auf mehr!

Geschichten der Jedi bietet einige der bislang feinsten Star Wars-Momente und ergänzt das Universum visuell wie auch erzählerisch perfekt – die neue Serie kann problemlos mit den besten Folgen aus The Clone Wars & Co. mithalten, auch im Hinblick auf die Animationsqualität, die Action und das Voice-Acting.

Die gut geschriebene Story fügt sich nahezu nahtlos in die Saga ein und liefert nicht nur Einblicke in Ahsokas und Dookus Charakter und Leben: Mit dem Anthologie-Konzept werden zugleich auch Lücken in der übergreifenden Handlung auf clevere Weise und ohne dabei zu sehr mit dem Finger zu deuten aufgefüllt.
Fans insbesondere der Prequel-Trilogie und Star Wars: The Clone Wars dürfen sich noch dazu auf so einige Callbacks und so manches Wiedersehen freuen.

Übrigens: In Sachen Synchronsprecher bietet Tales of the Jedi sogar einen kleinen Stargate-Moment: Janina Gavankar, die als Dusty Mehra in Stargate: Atlantis einen Gastauftritt absolvierte, spricht im englischen Originalton Ahsokas Mutter, Pav-Ti. Damit kehrt die Stargate-Darstellerin nach ihrer Rolle als Iden Versio in Battlefront II erneut zum Star Wars-Universum zurück.

Geschichten der Jedi lässt sich in unter zwei Stunden bequem „bingen“, und obwohl die Serie zuweilen eher auf Langzeitfans zugeschnitten ist, lohnt sich das Reinschauen dennoch auf jeden Fall – und das nicht nur für Star Wars-Fans!

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