Am Wochenende stattete Joe Flanigan Dial the Gate einen Besuch ab und ließ dabei ein paar interessante Informationen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Franchise und der neuen Stargate-Serie fallen. Auch wenn Konkretes ausblieb, dürfte so manch ein Stargate-Fan hellhörig werden.
So ließ er unter anderem wissen, dass er mit Jason Momoa immer wieder darüber gesprochen habe, eine neue Stargate-Serie zu pitchen. "Du und ich sollten wieder die Kontrolle über das Stargate-Franchise erlangen. Er sagte "Ich will das nicht, ich will das nicht. Ich habe zu viel zu tun.""
Doch Flanigan ließ nicht locker und versuchte Momoa weiter zu einer Fortführung von Stargate zu überreden. "Die Fans lieben es. Es ist eine der Originalserien. Du musst nichts tun. Wir erledigen alles, aber Amazon wird unglaublich glücklich sein, wieder mit dir zusammenzuarbeiten." Er hätte angeboten, dass sie beide als Produzenten auftreten würden, aber Momoa hauptsächlich seinen Namen ins Spiel bringe, während er selbst die hauptsächliche Arbeit übernehme.
Auf die Nachfrage von Dial the Gate-Schöpfer David Read, ob sich dies erst in der jüngeren Vergangenheit zugetragen hatte, bestätigte Joe Flanigan, dass genau dies der Fall sei. Etwa 7 bis 10 Tage später sei die Ankündigung in der Presse aufgetaucht, dass Stargate neu aufgelegt werde. Inzwischen habe er erfahren, dass die entsprechende Gruppe, die jetzt an der Stargate-Serie arbeitet, schon über ein Jahr um die Pläne wisse.
Für Flanigan sei das auch völlig in Ordnung. Es sei ohnehin offensichtlich gewesen, dass Jason keine Lust darauf gehabt hätte, aber er selbst es sehr gerne in Angriff genommen hätte.
Während die Neuigkeit, dass Flanigan selbst jetzt noch darüber nachdachte, eine neue Stargate-Serie bzw. eine Fortführung zu pitchen, kurz bevor ihm das Team der neuen Serie unwissentlich in die Quere kam, äußerst überraschend kommt, überrascht weniger, dass der Darsteller auch nach dem Ende von Stargate: Atlantis großes Interesse an dem Universum hatte. Schließlich war er schon in der Vergangenheit drauf und dran die Rechte an Stargate: Atlantis zu erstehen, um eine sechste Staffel zu produzieren.
Flanigan merkt auch an, dass ironischer Weise viele der Leute, die auch er für eine neue Serie kontaktiert hätte, nun dabei helfen, das Franchise wieder zum Leben zu erwecken. Viel zur neuen Stargate-Serie sagen konnte er natürlich nicht. Man habe ihn bereits darauf hingewiesen, dass die Geheimhaltung enorm sei, aber er hoffe darauf, dass das Publikum endlich bekommt, was es sich wünscht.
Allerdings müssen wir auf Colonel Sheppard wohl verzichten, sofern er zum Zeitpunkt der Serie überhaupt noch Colonel ist. "Ich glaube nicht, dass irgendwer von uns .... Also ich glaube nicht, dass ich daran beteiligt bin. Ich denke, ich würde es inzwischen wissen, wenn dem so wäre."
Flanigan relativiert aber auch in gewisser Weise sogleich wieder, denn er merkt an: "Wer weiß schon? Vielleicht schaut mein Charakter immer wieder mal vorbei. Oder vielleicht schaue ich immer wieder einmal vorbei. Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin mir sicher, dass ich kein Hauptdarsteller bei dieser Serie sein werde."
Ganz gleich, in welcher Form Sheppard in Erscheinung treten könnte, als General sieht Flanigan seinen Stargate-Charakter nicht. Eher sieht er ihn im Ruhestand oder weiterhin als den Rebell, als den wir ihn kennenlernten. Er habe nicht das Zeug dazu, dermaßen viel Verantwortung zu tragen, wenn es darauf ankäme, schätzt Flanigan.
Einladung in den Writers' Room
Wie Joe Flanigan in dem Interview ebenfalls offenbart, hätte Martin Gero ihn kontaktiert und ihn eingeladen, dem Writers' Room einen Besuch abzustatten. Dieser ist derzeit schließlich in Los Angeles dabei, die Stargate-Drehbücher zu entwickeln. "Ich denke, ich werde am Mittwoch vorbeischauen, aber es werden sehr viele NDAs involviert sein, also rechnet nicht damit, dass ich euch etwas verraten kann."
"Ich wünschte, es gäbe etwas, das ich zu verheimlichen hätte, aber da ist nichts", ergänzte er kurz darauf.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs führt Joe Flanigan auch aus, dass er hofft, dass man nicht versuche, es jedem recht zu machen, sondern auch ein paar Risiken eingehe. Heutzutage sei man gerade in Hollywood so sehr darauf bedacht, dass man niemandem auf den Schlips trete und niemanden verärgere, dass das Resultat letztlich bescheiden sei, ganz gleich, durch wie viele Testpublikums ein Projekt wandere. Er könne jedoch nicht einschätzen, wie die Bedingungen für das derzeitige Stargate-Team seien, denn man dürfe nicht vergessen, dass man nun von Amazon spreche und nicht mehr von MGM, das einst dermaßen zusammengeschrumpft war, dass - soweit er sich richtig erinnere - zu einem Zeitpunkt Stargate: Atlantis noch die einzige aktive Produktion war.
Von David Read danach gefragt, was ihn dazu bewegen würde, einzuschalten, erklärte Flanigan, dass sein Ratschlag sei - so sehr dies auch danach klinge, als würde er im eigenen Interesse handeln - so viele alte Charaktere wie möglich wieder ins Spiel zu bringen, um die neue Serie an den Start zu bringen, insbesondere von Stargate [SG-1] und Stargate: Atlantis.
"Der große Fehler, den sie bei Universe gemacht haben, war, dass sie uns komplett abtrennten und sich dazu entschieden, eine völlig neue Serie zu drehen. Somit hatten sie unsere Unterstützung nicht länger. Wir waren weg, also bestanden auch nicht viele Möglichkeiten, Crossover zu drehen."
Er spricht ferner darüber, wie Stargate: Universe deutlich dunkler war. Im Prinzip hätte es sich seiner Meinung nach um eine völlig andere Serie gehandelt, weil man auf die bekannten Stargate-Elemente verzichtet habe, insbesondere das Erkennen der eigenen Grenzen und die Option, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Am Ende denkt er, dass Stargate: Universe hervorragende Schauspieler gehabt habe, aber der Support gefehlt habe. Dies münzt er nicht im Gespräch nicht auf die Fans, sondern insbesondere auf den zuvor genannten Umstand, dass keine weitere Stargate-Serie mehr existiert hätte, die auf SGU hingeführt hätte.
Betrachtet man die Situation rückblickend, erhielt Stargate: Atlantis 3 Staffeln lang Unterstützung von SG-1, das meist im Programm auch noch vor Atlantis lief - somit war das Publikum eingeladen, direkt weiter zu schauen, wie es viele TV-Sender lange Jahre und teilweise auch heute noch mit ihren Serien handhaben.
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