Jacqueline Samuda

  • Interview 9 / 2018

    Teaser - Interview - Jacqueline Samuda Nirrti - Gatecon 2018

    Jacqueline Samuda spielte in drei Folgen von Stargate SG-1 sowie im Film Stargate: Continuum den weiblichen Goa'uld-Systemlord Nirrti, welche genetische Experimente an Menschen vornahm, um den perfekten Wirt zu erschaffen. Sie ist zudem Co-Autorin des Drehbuchs zur SG1-Episode „Metamorphosis“.

    Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist die gebürtige Kanadierin als Synchronsprecherin, Drehbuchautorin und Regisseurin tätig und unterrichtete an der Vancouver Film School und an der University of British Columbia.

    Auf der Gatecon: The Invasion in Vancouver hatte Stargate-Project.de die Gelegenheit, Jacqueline Samuda im Rahmen eines Interviews einige Fragen zu stellen. Hierfür an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an sie sowie an die Crew der Gatecon, insbesondere Richard und Jane!


    Jacqueline Samuda

    Jacqueline Samuda ist Präsidentin der Film & Video-Gruppe in Vancouver, Kanada. Sie tauchte in vielen Filmen und einigen Serien auf, darunter der "Chris Isaak Show", "Night Visions", "Da Vinci's Inquest" und "Wolf Lake". "Stargate SG-1"-Zuschauer kennen sie aus "Die Saat des Verrats", "Das Übergangsritual" und "Metamorphosis". Außerdem kehrte sie für "Stargate: Continuum" in die Rolle der Goa'uld Nirrti zurück.

    Nirrti

    Nirrti
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    Stargate-Project.de: Wie findest du es, nach so langer Zeit immer noch zu Stargate-Conventions eingeladen zu werden und Fragen zu deiner Arbeit an dieser Serie zu beantworten?

    Jacqueline Samuda: Das ist tatsächlich eines der Dinge, die ich im Zusammenhang mit meiner Mitarbeit an Stargate SG-1 und Stargate: Continuum am meisten mag: die Tatsache, dass es eine Familie ist.

    Als ich zum ersten Mal zum Set ging, an meinem ersten Tag, da ging ich rein und ließ mein Make-up machen, und bevor ich mein Kostüm anzog, wurde ich Richard Dean Anderson vorgestellt. Und er war so einladend, so warmherzig. Dieses Gefühl, einfach willkommen zu sein und ein Teil von etwas Größerem… Ich habe gleich gemerkt, dass es eine meiner besten Erfahrungen werden würde. Und das war es auch. Jedes Mal, wenn ich am Stargate-Set auftauchte, war das eines der besten Sets, jedes einzelne Mal.

    Und so macht es, auch wenn es verrückt klingen mag, weil es schon so viele Jahre her ist, vollkommen Sinn, dass das Fandom immer noch daran interessiert ist, die Schauspieler zu sehen. Weil es wie eine Familie ist. Und ich kann diese Wärme und das gemeinsame Interesse der Fans spüren. Das war auch das Gefühl, das ich hatte, als ich ans Set kam und mit den Regisseuren Peter DeLuise und Martin Wood, mit Brad Wright und den anderen Produzenten und mit all den Schauspielern arbeitete. Es fühlte sich immer gut an. Wir hatten eine tolle Zeit, haben etwas sehr Cooles gemacht und uns selbst nicht zu ernst genommen. Und das dauert an. Also ich denke, diese Conventions machen vollkommen Sinn. Und ich liebe sie. Wenn ich könnte, würde ich auch gerne zu einer Convention in Deutschland gehen, zum Beispiel.

    Stargate-Project.de: Warst du mal bei einer?

    Jacqueline Samuda: Nein, war ich nicht. Es gab eine, zu der ich eingeladen war, aber es gab Probleme mit der Terminplanung und es wurde nichts draus, das war vor vielen Jahren. Ich war in Australien, Neuseeland und - natürlich - in den USA. Und in Großbritannien. Aber eine europäische Con fehlt noch.

    Stargate-Project.de: Da müssen wir wohl mal mit den europäischen Con-Veranstaltern reden.

    Gibt es eigentlich Stargate-Fragen, die du nicht mehr hören kannst?

    Jacqueline Samuda: …(denkt nach) Eigentlich nicht. Ich weiß, dass ich Antworten auf ein paar populäre Fragen wiederholt habe. Aber nein, die sind alle gut.

    Stargate-Project.de: Hast du dann andererseits eine "Lieblingsfrage" oder Erinnerungen, die du besonders gerne mit den Fans teilst?

    Jacqueline Samuda: Ich habe ein paar Lieblingsgeschichten, die ich öfters erzählt habe, und so haben einige Leute sie mehr als einmal gehört, aber für mich sind sie immer noch so lustig. Wie zum Beispiel diese: Dan Payne spielte einen Jaffa in einer meiner Episoden. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dan Payne war. Ich habe Amanda verfolgt und der Jaffa war betäubt worden. Dieser gewisse Jaffa blieb also liegen… und schnarchte während der Aufnahme (lacht). Das war einfach so urkomisch, weil das mehr als einmal geschah. Ich drehe diese sehr ernste Szene, „the man“, RDA, wird von mir bedroht und dann das (imitiert Schnarchgeräusche und lacht). Das war so lustig für mich.

    Na ja, und dann die Kostüme, ich mag alle Fragen zu den Kostümen. Ich war so verliebt in jedes Kostüm, das ich trug. Die ganze Garderoben- und Kostümabteilung hat eine so unglaubliche Arbeit geleistet. Also, ich liebe es immer, Fragen zu den Kostümen zu beantworten. Und dann mein großer Moment als Co-Autor von "Metamorphosis"…

    Stargate-Project.de: Ich habe tatsächlich Fragen dazu. Die erste zu den Kostümen: Sie waren wirklich wunderschön. Ist es dir gelungen, irgendetwas davon zu behalten?

    Jacqueline Samuda: Nun, ich habe zwei Gegenstände, die wir heute bei der Charity-Auktion versteigern werden. Ich habe ein Paar Ohrringe, und mich beschäftigt da wirklich eine schwierige Frage (lacht): Zu welchem Kostüm trug ich diese besonderen Ohrringe? Ich habe also ein Paar Ohrringe und ich habe ein Bindi (indischer Stirnschmuck). Die hatte ich aus Versehen nach dem Dreh mit nach Hause genommen. Ich rief die Kostümabteilung an und sagte: "Ich trage die Ohrringe und das Bindi noch." Und sie sagten: "Es ist in Ordnung. Behalte sie." Also habe ich die nun.

    Und ich habe im Panel gerade mein Kostüm aus "Continuum" erwähnt. Das war so schön. Sie hatten es zuerst aus Musselin gemacht, aus dieser dünnen Baumwolle, weil es ein so aufwendiges Kleid ist. Und als sie mich in diese einfache Baumwollversion des Kleides steckten, habe ich mich gleich verliebt und fragte, ob ich es haben könnte (lacht). Ich glaube, das ging nicht, weil sie es auseinandergenommen und als Schablone für das endgültige Kleid verwendet hatten. Aber ich hätte auch dieses Kleid aus schlichter weißer Baumwolle getragen und mich trotzdem wie eine Königin gefühlt. Es war einfach umwerfend.

    Stargate-Project.de: Was nun deine Co-Autorenschaft für „Metamorphosis“ betrifft: Wie kam es dazu?

    Jacqueline Samuda: Zu dieser Zeit habe ich ziemlich viel geschrieben. Das war ein sehr wichtiger Teil meiner Karriere, manchmal auf eine nichtöffentlichere Art und Weise, indem ich Ghostwriting gemacht habe und an Skripten mitgewirkt habe, ohne genannt zu werden. Aber zu der Zeit, als ich Brad Wright diese Idee vorgestellt habe, arbeitete ich sehr viel in dieser Branche. Ich unterrichtete Drehbuchschreiben an einer Filmschule und zeitweise an der UBC (University of British Columbia). Ich war Story Editor und so weiter...

    Ich war gebeten worden, meine Idee bei "Andromeda" vorzustellen, doch es passte einfach nicht ganz. Aber ich liebte dieses Konzept. Also habe ich es modifiziert und Brad vorgestellt. Und er sagte: „Weißt du, ich finde das irgendwie gut. Ich könnte es in den Raum bringen - und mit „Raum“ meinte er den Autorenraum („writers‘ room“) - und sehen, was wir tun können." Und er kam später auf mich zu und sagte: "Was wir tun werden, ist Folgendes: Ich möchte einige Elemente davon nehmen und es mit einigen anderen Ideen kombinieren, die im Raum aufkamen. Und du wirst als Mitautorin genannt.“ Ich wäre natürlich gerne eingeladen worden, die Episode zu schreiben, aber weißt du, es war in Ordnung. Es war auch irgendwie schön, einen Editor zu haben. Mein Co-Autor war James Tichenor. Er hat die Episode dann geschrieben. Aber ich liebte es absolut, meinen Teil beizutragen, das war vor allem der ganze Teil mit den genetischen Veränderungen.

    Stargate-Project.de: Kannst du sagen, was dir mehr gefällt: Schauspielerei, Schreiben oder Regie führen?

    Jacqueline Samuda: Jetzt gerade die Schauspielerei. Es ist mehrere Jahre her, dass ich geschrieben habe. Denn ehrlich gesagt habe ich nach der Geburt meiner Kinder - ich habe zwei Jungs - diesen viel von meiner kreativen Energie gegeben. Ich brauche ein ruhiges Umfeld und eine wirklich starke Disziplin, um zu schreiben. Ich denke, ich bin soweit, das jetzt wieder zu haben, mir wieder eine solche Umgebung zu schaffen. Aber ich brauchte ein paar Jahre, in denen ich nur als Schauspielerin arbeitete: da werde ich angeheuert, habe jemanden, der sich um mein Mittagessen kümmert, man sagt mir, was ich tun soll. Es ist einfach immer sehr angenehm.

    Beim Schreiben zu Hause muss ich so viel mehr persönliche Disziplin haben. Und Regie zu führen, das ist wieder etwas anderes. Ich denke, es gibt da immer wieder neue Phasen für mich. Ich habe als Schauspielerin angefangen, habe aber auch immer Theater produziert, habe fürs Theater geschrieben und Regie geführt. Eine Zeitlang arbeitete ich hauptsächlich als Schauspielerin. Dann habe ich mehr geschrieben und Regie geführt. Und dann, als ich Kinder hatte, wurde es wieder mehr die Schauspielerei. Und jetzt, da meine Kinder selbständiger geworden sind, denke ich, dass es mehr in Richtung selbst entwickelte Projekte gehen wird, was ich wirklich sehr liebe.

    Stargate-Project.de: An was für Projekten arbeitest du derzeit? Gibt es etwas, worauf wir uns freuen können?

    Jacqueline Samuda: Oh ja. Ich denke, dass das sogar diesen oder nächsten Sonntag herauskommen wird: eine Episode von "Chesapeake Shores". Das ist eine lokale Produktion und absolut wundervoll. Es ist eine wunderschöne Familienserie. Ich spiele einen bösen Charakter, aber in dieser Welt ist es ein böser Charakter mit einem Lächeln, der sehr böse Dinge tut, aber auf eine irgendwie angenehmen Art. Ich mag diese Figur wirklich. Also, das kommt in den nächsten ein oder zwei Wochen raus.

    Ich habe auch wieder mit Martin Wood gearbeitet, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, bei "When Calls the Heart" (deutscher Titel: "Janette Oke: Die Coal Valley Saga"). Das ist eine weitere großartige Serie. Und ich habe gerade für ein paar Episoden den Captain Marvel in "Marvel Super Hero Adventures", der Animationsserie, gesprochen. Ich hoffe, dass ich mehr davon machen kann. Das macht wirklich Spaß.

    Was noch? Ich habe auch einen Weihnachtsfilm namens "Santa's Boots" gedreht. In Vancouver werden ständig Weihnachtsfilme gedreht (lacht). Das ist so witzig. Weihnachten im Juli. Das ist so normal, im Juli in Vancouver die Straße entlang zu gehen und künstlichen Schnee auf dem Boden zu sehen, weil sie einen Weihnachtsfilm drehen.

    Stargate-Project.de: Da du gerade die Animationsserie erwähntest: Worin besteht der Hauptunterschied zwischen Synchronarbeit und Schauspielerei?

    Jacqueline Samuda: Nun, einer der Hauptunterschiede ist, dass man Synchronarbeit im Pyjama machen kann (lacht). Diese Vorstellung kommt aus der Zeit, als ich mein zweites Baby bekam und buchstäblich noch am Tag vor der Geburt und auch schon wieder eine Woche danach im Tonstudio war. Ich hätte nicht am Set sein können beim Screening, aber ich hatte eine wichtige Synchronrolle und ich bin dann etwa eine Woche später hin, um ein paar Änderungen an einzelnen Worten vorzunehmen. Ich konnte tatsächlich an meinem Atem den Zustand hören, in dem ich war. Aber es war in Ordnung. Inzwischen habe ich schon seit einigen Jahren zu Hause ein Tonstudio. Dadurch ist die Arbeit sehr entspannt.

    Heutzutage kann ich zur Arbeit in ein Tonstudio gehen, ohne das Drehbuch gesehen zu haben, denn das ist einfach etwas, was ich schon so lange mache. Ich kann einfach ans Mikrofon gehen, ohne das Gefühl zu haben, dass ich mich wirklich vorbereiten muss.

    Was die Schauspielerei betrifft, ist es für mich schwieriger vorzusprechen, als einfach am Set aufzutauchen und meinen Job zu machen. Für das Vorsprechen musst du eine Menge vorbereiten und niemand sagt dir konkret: "Wir wollen, dass du so und so aussiehst. Wir wollen, dass du deine Zeilen so sagst." Du bekommst kleine Hinweise, wenn du dein Probeskript bekommst, aber du musst eine Menge Lücken ausfüllen und du verbringst sehr viel Zeit damit, dich vorzubereiten, ohne zu wissen, ob sie tatsächlich das suchen, was du anbietest. Das ist also sehr anspruchsvoll und man investiert etliche Stunden. Und das ist normal für Schauspieler. Dein Job ist es vorzusprechen. Es bedeutet dir die Welt, wenn du ans Set gehen und deine Arbeit machen kannst.

    Aber ich liebe beides absolut! Jeden Moment, in dem ich am Set bin, jeden Moment, in dem ich in einem Tonstudio bin, bin ich glücklich.

    Stargate-Project.de: Das ist schön zu wissen. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast.

    Jacqueline Samuda: Ich danke dir.

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