Stargate-Veteran Christopher Judge kritisierte auf der FanExpo Videospielverfilmungen, einschließlich Amazons Serienneuauflage von God of War - und sorgt damit aktuell für Aufsehen im Web.
Seine scharfe Kritik schlägt bereits Wellen in den sozialen Medien, und bekannte Outlets wie IGN, GameSpot und GamesRadar griffen die Story kürzlich auf.
Der Hauptkritikpunkt des Teal'c- und Kratos-Darstellers ist dabei klar: Warum werden der Cast und die Autoren der Videospielvorlage nicht auch für die Verfilmung involviert, zumal die Story und Charaktere im Grunde nahezu unverändert bleiben?
Frustriert und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen sagte Chris Judge zum Thema, und das mit besonderem Fingerzeig auf Amazons God of War:
"Mein Problem mit allen Videospieladaptionen ist, dass du dieses bereits existierende, erfolgreiche geistige Eigentum hast, und das Erste, was du tust, ist niemanden anzuheuern, der damit in Verbindung steht. [...] Als Amazon die TV-Serie zu God of War ankündigte und keinen der God of War-Autoren einstellte ... was denkt ihr euch dabei? Diese Leute waren in diese Welt 20 Jahre lang vertieft. Aber irgendjemand wird es besser wissen?"
Christopher Judge führte des Weiteren auch The Last of Us an, allerdings ist der Fall hier doch ein wenig spezieller: Während God of War-Chef Cory Barlog als ausführender Produzent für Amazons Serienfassung gelistet wird, ist der tatsächliche Umfang seiner Beteiligung fraglich.
Neil Druckmann, der Autor der beiden Gamingvorlagen The Last of Us Part 1 und Part 2, arbeitete zumindest für Season 1 und 2 der Serie als Showrunner, Produzent und Autor mit Craig Mazin zusammen, und die beiden Darsteller Troy Baker (Joel in den Videospielen) und Ashley Johnson (Ellie) absolvierten Gastauftritte in anderen Rollen. Druckmann ist für die geplante dritte Staffel jedoch nicht mehr in das Projekt involviert.
Derzeit ruht die Produktion der God of War-Serie, nachdem sich Hauptdarsteller Ryan Hurst bei Stuntarbeiten so schwer verletzt hatte, dass die Rolle neu besetzt werden soll und inzwischen Dave Bautista als Favorit für den neuen Live-Action-Kratos gehandelt wird.
Dieses Timing ist ein Aspekt, auf den in den Medienberichten hingewiesen wird, aber von Spekulationen und Unterstellungen sollte man hier besser Abstand nehmen.
Diskussionsbeitrag auch von Joe Mallozzi
Unweigerlich lassen sich bei den kritischen Äußerungen von Chris Judge natürlich auch Parallelen zum Stargate-Schocker vom Juni ziehen, als Amazon MGM die neue Serie von Martin Gero noch während der Pre-Production völlig überraschend absetzte - mit der abstrusen Begründung, das Projekt wäre zu nah an den Originalserien und deren bestehender Fanbasis, womit der gewünschte "breite Appeal" fehle.
Genau in diese Bresche schlägt übrigens Joseph Mallozzi, der zusammen mit Brad Wright als Produzent und Autor für die neue Stargate-Serie an Bord gewesen wäre, in einem neuen Post. Auf X (ehemals Twitter) greift Mallozzi die Aussagen von Christopher Judge auf und ergänzt:
"Nein, irgendjemand wird es nicht 'besser wissen". Aus irgendeinem Grund ist das der Punkt. Immer öfter werden Autoren angeheuert, die nichts über das Quellenmaterial wissen, um 'den Appeal zu erweitern' - und dadurch effektiv genau das entkräften, was es überhaupt erst so großartig und erfolgreich gemacht hat."
Es dürfte interessant sein zu sehen, wie sich dieses Thema weiter entwickelt - gelten Videospielverfilmungen doch schon als großer neuer Trend in Hollywood und die "neuen Comicverfilmungen".