Colin Cunningham

  • Interview 9 / 2018

    Teaser - Interview - Colin Cunningham 2018

    Colin Cunningham verkörperte ab der 2. Staffel in 15 Folgen von Stargate SG-1 sowie auch im Film Stargate: Continuum und in der allerletzten Folge von Stargate Atlantis die Rolle des Major Paul Davis. Er war damit insgesamt 10 Jahre bei Stargate dabei.

    Colin wuchs in Los Angeles auf und ging 1993 nach Kanada, um in Vancouver Schauspiel zu studieren. Anschließend schrieb, produzierte und spielt er in seinem eigenen Film Zacharia Farted und arbeitete seitdem beständig für Film und Fernsehen. Außer in Stargate spielte er in zahlreichen anderen Serien wiederkehrende Rollen, so u.a. in Da Vinci’s Inquest, Flashpoint – Das Spezialkommando, The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben, Falling Skies und Preacher und hatte Gastauftritte in etlichen weiteren Serien. 2009 machte sich Colin auch einen Namen als Regisseur, als er (zusammen mit dem Schauspieler/Produzenten Madison Graie) die Shortlist für eine Oscarnominierung für ihren Film Centigrade erreichte.

    Zudem ist Colin Cunningham professioneller Saxophonist und auch als Gitarrist und Sänger unterwegs. Auf der Gatecon: The Invasion in Vancouver gab er mit seiner Band WHAT-THE-FUNK! eine Kostprobe seines musikalischen Könnens. Außerdem nahm er sich die Zeit, Stargate-Project.de im Rahmen eines Interviews einige Fragen zu beantworten. Hierfür an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an ihn wie auch an Richard und Jane vom Gatecon-Team.


    Colin Cunningham

    Der in Los Angeles geborene Colin Cunningham hatte schon früh eine genaue Vorstellung von dem, was er machen wollte, und hat hart dafür gearbeitet. Er ging nach Vancouver, besuchte dort eine Filmklasse, startete seine eigene Produktionsfirma und begann damit, einen Film zu drehen, in dem er sich selbst eine Rolle zuschrieb. Titel des Films war „Zacharia farted“, und dieser wurde zu einem sehr erfolgreichen Independent-Film: Auf sieben Film-Festivals in Kanada, den USA und Europa, wo er gespielt wurde, räumte er drei „Audience Favorite Awards“ ab und wurde darüber hinaus für fünf Leo Awards nominiert.

    Für seine Rolle des Cops Brian Curtis in „Da Vinci’s Inquest“ gewann er einen Leo Award in der Kategorie Bester Nebendarsteller. In dem Film „Elektra“ spielte er neben Jennifer Garner und Terence Stamp. Außerdem war er in der beliebten Serie „The Dead Zone“ zu sehen.

    Film-Highlights für ihn waren „The Sixth Day“, in dem er an der Seite von Arnold Schwarzenegger spielen durfte, und „Best in Show“ mit Christopher Guest.

    Michael

    Michael
  • Deutsch

    Stargate-Project.de: Danke, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen für die deutschen Stargate-Fans zu beantworten. Wie bist du eigentlich zur Schauspielerei gekommen?

    Colin Cunningham: Ein Freund von mir war im Schultheater. Da war ein Vorsprechen für ein Stück und ich machte mich über ihn als Schauspieler lustig. Ich sagte: „Ach, Schauspieler zu sein, das ist doch ganz einfach". Und er meinte: "Nun, dann trau dich und sprich auch für dieses neue Stück vor", weil es für alle offen war, nicht nur für die Schüler dieser Schule. Ich sagte: "Ok, gut." Es war eher als Witz gemeint, aber ich habe dann vorgesprochen und wir beide haben Rollen in dem Stück bekommen. Und ich dachte mir: "Wow. Was ist das?" Ich habe es gemacht und es hat mich gepackt, die Leidenschaft für Theater, für die Schauspielerei. So hat es also im Grunde genommen angefangen. Mein Freund Marc hat mich de facto zur Schauspielerei gebracht.

    Stargate-Project.de: Du bist auch ein großartiger Musiker, wie wir gestern Abend erleben durften…

    Colin Cunningham: Vielen Dank.

    Stargate-Project.de: Was magst du mehr, Schauspielern oder Musik machen?

    Colin Cunningham: Ohhh.... Nun, Schauspielerei ist... Ich liebe es. Es ist fantastisch. Mit der Musik ist es sehr, sehr schwierig. Es ist extrem schwierig. Mit der Schauspielerei kann ich immer noch Geld verdienen. Aber man kann seinen Lebensunterhalt nicht damit verdienen, Musik zu spielen. Niemand interessiert sich mehr für Musik. Niemand lernt mehr, wie man Cello oder Saxophon spielt. Weil sie ihr Handy haben, und sie können eine Rakete von ihrem Handy aus starten. Warum sollte ich 5.000 Stunden oder 10.000 Stunden im Unterricht verbringen, um Trompetenspiel zu lernen, das niemand hören will? Also, die Musik verändert sich. Es sind alles Algorithmen und es sind Computer und so. Aber ich komme aus der Zeit von James Brown, Stevie Wonder, Aretha Franklin und all dieser Götter. Aber sie werden alle älter und sterben und die Musik hat sich verändert. Du musst nicht einmal mehr irgendwelche Instrumente kennen oder lernen, wenn du Musik machen willst. Du ziehst einfach das Handy aus deiner Tasche. Also, es ist alles anders. Ich fühle mich wirklich ein bisschen wie ein Dinosaurier.

    Stargate-Project.de: Ich habe gelesen, dass du bei Stargate ursprünglich für die Rolle des Daniel Jackson vorgesprochen hattest…

    Colin Cunningham: Ja, jeder wollte die Rolle des Daniel Jackson! Was wirklich interessant ist, wenn man jetzt zurückblickt, also wenn man sich jetzt Stargate anschaut und das ganze Werk, die Charaktere, dann ist es doch so, dass diese Rolle perfekt besetzt war. Sie haben es richtig gemacht. Das haben sie wirklich. Sie haben es richtig gemacht.

    Stargate-Project.de: Du bist also nicht ärgerlich, dass Michael Shanks dir die Rolle weggeschnappt hat?

    Colin Cunningham: Nein! Ich wollte einfach nur in der Serie dabei sein. Ich hatte, ich weiß gar nicht mehr genau, so 10 Vorsprechen für Stargate, verschiedene Rollen, für Hilfskräfte, Leutnants, Piloten,… Und dann kam Major Davis. Es ist einfach passiert, dass ich diese Rolle bekommen habe. Und so war ich einfach sehr, sehr glücklich. Ich wollte wirklich in dieser Serie dabei sein.

    Stargate-Project.de: Aber 10 Jahre später war Paul Davis immer noch Major, keinerlei Beförderung...

    Colin Cunningham: Ha ha, ja! (lacht böse)

    Stargate-Project.de: Hast du das überhaupt realisiert, während du an der Serie gearbeitet hast?

    Colin Cunningham: Ich war einfach glücklich, Major Davis zu sein. Sie hätten mich zum Sergeant Davis degradieren können, und ich wäre genauso glücklich gewesen.... Ich wäre immer wieder zu dieser unglaublichen Serie zurückgekommen, um weiterzumachen, ein Teil davon zu sein.

    Es ist so ein Segen. Es ist erstaunlich, 20 Jahre später hier zu sein und über Stargate zu sprechen. Ich denke, es ist das wahre Vermächtnis, wenn man so eine Serie hat. Sie ist nie Unsinn. Sie ist immer intelligent, auch wenn sie mal ein bisschen albern ist. Aber sie hat ihre Zuschauer nie vor den Kopf gestoßen. Es war eine brillante Story. Und deshalb sind wir immer noch hier und reden darüber.

    Stargate-Project.de: Hat deine Zeit und Erfahrung bei Stargate deine weitere Karriere in irgendeiner Weise beeinflusst?

    Colin Cunningham: Ja! Ich meine, man weiß nie genau, inwieweit, aber alles, woran ich mich als jüngerer Schauspieler erinnere, war: Jedes Mal, wenn ich zum Set ging, hatte ich Angst, absolute Angst. Das ist MGM! Und du gehst an dieses Set und siehst das Gate. Und es waren echte Kameras und echtes Zeug und das ist so: " Holy Molly!". Also, es hat mich wirklich erschreckt. Ich war verängstigt. 10 Jahre lang hatte ich Angst. Ich dachte ständig irgendwie, dass sie mich aus der Show feuern werden, dass sie aufwachen und erkennen, dass sie den falschen Typen für die Rolle haben. Also ich war einfach wirklich glücklich, dort zu sein, dankbar, dort zu sein, aber auch die ganze Zeit verängstigt. Ich erinnere mich nicht an viel Spaß, weil ich so viel Angst hatte.

    Stargate-Project.de: Es ist jetzt schon viele Jahre her und du hast in der Zwischenzeit viele andere Shows gemacht. Lass uns über Falling Skies reden. Die 5. Staffel wirkte reichlich gehetzt. (Colin lacht) Wie siehst du das? Bist du zufrieden damit, wie mit deinem Charakter verfahren wurde?

    Colin Cunningham: Ja, die letzte Staffel war nicht toll, wirklich nicht. Leider hatten wir in den 5 Jahren ich glaube 6 verschiedene Haupt-Autoren und 6 Showrunner. Und ich denke, darunter hat die Serie einfach gelitten, vor allem als wir Greg Beeman verloren haben. Greg wandte sich anderen Sachen zu, und er war wirklich ein großer Teil von Falling Skies. Aber du kannst es nicht beeinflussen. Ich bin dankbar für die Erfahrung. Noah Wyle war einer der besten Schauspieler, mit denen ich je gearbeitet habe. Er ist einer der liebenswürdigsten Profis, mit denen ich je am Set gearbeitet habe. Und ich habe nichts als fantastische Erinnerungen an diese Serie. Es war eine großartige Gelegenheit für mich, NICHT Major Davis zu sein, sondern die Perücke aufzusetzen und den Bart wachsen zu lassen und etwas ganz anderes zu tun. Also, ich bin einfach sehr glücklich, wenn ich darauf zurückblicke.

    Stargate-Project.de: Möchtest du uns etwas von deiner Arbeit an Preacher erzählen?

    Colin Cunningham: Preacher war eine sehr interessante Serie. Ich weiß nicht, was ich darüber erzählen soll. Die Serie ist verrückt, ja es ist eine sehr verrückte Serie...

    Stargate-Project.de: Was gefällt dir an dem Charakter, den du spielst, an TC?

    Colin Cunningham: Nun ja, TC ist ein... der Typ ist wirklich, sagen wir, psychopathisch, ein Mörder, ein Vergewaltiger, böse.... Er ist Abschaum. Er ist ein wirklich, wirklich böser Kerl. Der Trick, den ich mit TC zu machen versuche, war, dass ich mir dachte, ich muss ihn nicht als Bösewicht darstellen. Ich versuche, ihn als süßen Kerl zu spielen. Er ist ein süßer Kerl, der zugleich ein schrecklicher Kerl ist. Denn nicht alle schrecklichen Menschen denken von sich, dass sie schreckliche Menschen sind. Du weißt schon, es sind manchmal sehr nette Menschen, die sehr schreckliche Dinge tun. Also fragte ich mich, ob ich ihn nicht einfach und nett spielen könnte, dass du ihn irgendwie magst, obwohl er schrecklich ist (lacht hämisch).

    Stargate-Project.de: Das klingt wirklich sehr interessant. Gibt es andere Projekte, an denen du derzeit arbeitest?

    Colin Cunningham: Nein, im Moment nicht. Ich arbeite an nichts. Ich gehe jetzt erst mal zurück nach New York, verbringe etwas Zeit dort. Na ja, natürlich hat jeder ein paar Dinge am Laufen, aber das ist nicht spruchreif. Ich erzähle dir lieber davon, was ich gemacht habe, als was ich gerade tue.

    Stargate-Project.de: Nun gut, dann lass uns weiter über das reden, was du schon gemacht hast. Du hattest Gastauftritte in allen dreien der am längsten laufenden nordamerikanischen Science-Fiction-Serien…

    Colin Cunningham: Wirklich? Welche Serien waren das?

    Stargate-Project.de: Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI (The X-Files), Stargate und Smallville. Hast du einen Favoriten unter den dreien?

    Colin Cunningham: Stargate!

    Stargate-Project.de: Warum?

    Colin Cunningham: Es war eine großartige Serie, und sie ist es irgendwie geblieben. Die Leute, die ich getroffen habe, weißt du, die Leute, die ich getroffen habe und die Orte, zu denen ich gereist bin, um sie zu treffen. Man kann jemanden aus der Serengeti treffen, der Stargate kennt... oder aus China oder Taiwan oder wo auch immer. Es ist ziemlich beeindruckend. Ich erinnere mich, dass ich einmal in Litauen in einem Hotelzimmer war, weil ich dort etwas anderes gedreht habe, und ich zappte am Fernseher herum und da war Stargate. Und es war eine Episode, in der ich dabei war. Ich saß in diesem kleinen Raum und sah mich selbst, wie ich litauisch sprach, hörte wie ein anderer Schauspieler meine Rolle sprach. Und ich dachte nur: Wow!

    Stargate-Project.de: Wie hat sich das angefühlt?

    Colin Cunningham: Wild. Dankbar. Seltsam. Sehr seltsam. Und unglaublich.

    Ich erzählte dir noch eine andere verrückte, interessante Geschichte: Ich weiß nicht mehr genau, wann es war. Das war vor ca. 15 Jahren. Es war Weihnachtszeit. Ich hatte mit meiner Freundin Schluss gemacht. Ich war zu Weihnachten bei meiner Familie und wir fuhren nach Las Vegas. Ich war wirklich deprimiert und fertig. Und ich erinnere mich, dass es Heiligabend war.... Heiligabend oder Silvester, aber ich denke, es war Heiligabend... Ich war ausgegangen, saß an der Bar, trank etwas und bemitleidete mich selbst. Es war kaum jemand in der Bar, und die eine Person, mit der ich versuchte zu reden, war... na ja... Niemand sprach mit mir, ich war sehr deprimiert. Und dann schaute ich nach oben zum Fernsehen. Sie hatten 5 Fernseher, fünf! Und ich war auf 4 von ihnen! Mein Gesicht war auf 4 der 5 Fernseher. 3 davon waren, glaube ich, Stargate und das andere eine Episode von etwas anderem. Und ich dachte mir: Heilige Scheiße! Ich komme, setze mich hier ganz deprimiert hin und trinke und schaue auf.... Und dann wollte ich so was sagen wie: "Hey, ich bin der...." (deutet an, wie er auf dem Bildschirm zeigt)... doch niemand beachtete den depressiven Betrunkenen. Und ich schaute auf und dachte: "Mann, das muss einer der seltsamsten Momente meines Lebens sein".

    Stargate-Project.de: Ok. Möchtest du vielleicht auch einen der besten Momente deines Lebens mit uns teilen?

    Colin Cunningham: Haha (lacht). Vielleicht war er das. (denkt nach) Der beste Moment meines Lebens? Ich weiß es nicht. Wie definierst du den besten Moment deines Lebens? Heute Morgen, als ich aufwachte.... Dieses Interview ist der beste Moment meines Lebens.

    Stargate-Project.de: Oh, danke!

    Colin Cunningham: Ja, das ist es. Dieser Augenblick ist es wofür es alles war. Worum es ging, war dieses Interview.

    Stargate-Project.de: Vielen Dank, dass du dir die Zeit dafür genommen hast. Wir werden gespannt verfolgen, an welchen Projekten du künftig arbeitest.

    Colin Cunningham: Ich weiß es zu schätzen. Danke.

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