Review: MARS

Sci_Fi-Dave   |   Ferne Welten   |   vom 18.12.2017

Artikel - MARS-Review - Netflix Bildnachweis: (c) Netflix

Mit der filmischen Umsetzung von Stephen Petraneks Buch How We'll Live on Mars hat National Geographic ein ambitioniertes Webserien-Projekt ins Leben gerufen. Inzwischen ist MARS auf Netflix zum Streamen verfügbar. Und es lohnt sich auf jeden Fall, reinzuschauen!

Infos

Die Eventserie MARS besteht aus einem erzählenden und einem dokumentarischen Teil, die eng miteinander verwoben sind:

Im Jahr 2033 startet die erste bemannte Mission zum Mars, um den Aufbau einer Erd-Kolonie vorzubereiten. Commander Ben Sawyer (gespielt von Ben Cotton, bekannt als Kavanagh in Stargate: Atlantis) und fünf weitere Crewmitglieder begeben sich an Bord des Raumschiffes Daedalus auf die Reise und stellen sich den zahllosen Gefahren, die eine Besiedlung des Roten Planeten mit sich bringt.

Diese fiktiven zukünftigen Ereignisse werden durch Experteninterviews und Archivmaterial ergänzt und so in den Forschungs- und Entwicklungsstand realer Raumfahrttechnik und Mars-Missionen im Jahr 2016 eingebettet. Unter den Fachleuten findet sich neben dem ehemaligen NASA-Administrator Charles Bolden, dem Apollo-Astronauten Jim Lovell und weiteren auch der Astrophysiker und Autor Neil deGrasse Tyson, der sich in Stargate: Atlantis im Rahmen eines Gastauftritts selbst spielte.

MARS Season 1 umfasst sechs Episoden und wurde kinoreif inszeniert. Unter anderem konnte Filmveteran Ron Howard, der aktuell als Regisseur für Lucasfilms Solo: A Star Wars Story als Regisseur verantwortlich zeichnet, für einen der Produzentenposten gewonnen werden. Neben Ben Cotton sind Jihae (in einer Doppelrolle), Clémentine Poidatz, Anamaria Marinca, Sammi Rotibi, Alberto Ammann und Olivier Martinez in den Hauptrollen zu sehen.

Alle Infos, Behind-the-Scenes-Clips und eine breite Palette an multimedialen Inhalten zur Eventserie MARS findet ihr auch auf der offiziellen Website.

Kritik

Das Konzept, Spielfilm und Dokumentation zu verbinden, ist nicht neu, funktioniert für MARS jedoch überraschend gut. Die Zuschauer werden im dokumentarischen Teil fachkundig über den aktuellen Forschungsstand in Sachen Raumfahrt informiert, ohne die Spannung aus der Erzählung herauszunehmen, im Gegenteil:
Die fiktive Story erhält dadurch einen Faktenhintergrund, hinter der vermeintlichen Science-Fiction steckt echte Wissenschaft, und das verleiht Glaubwürdigkeit. Dieser Realismuseffekt steigert nicht nur die Dramatik - die Technologie existiert und die Ereignisse könnten so tatsächlich passieren - sondern macht ebenso den besonderen Reiz der Serie aus.

Aber auch ansonsten kann sich die Eventserie sehen lassen: Die Produktionsqualität hat Blockbuster-Niveau, die internationale Besetzung agiert gut zusammen, überzeugt darstellerisch und liefert so manchen starken Charaktermoment ab. Erstklassige Effekte, beeindruckende Bilder und ein atmosphärisch dichter Soundtrack runden das Ganze ab.

Kleine Schwächen bleiben jedoch nicht aus: Im Doku-Teil rückt die Firma SpaceX und damit auch das Kommerzielle manchmal etwas zu sehr in den Vordergrund, zudem ist er meist sehr stark auf die Raumfahrtprogramme der USA allein zentriert. Das verringert jedoch nicht den informativen Charakter dieser Abschnitte und wird durch die Internationalität im erzählenden Teil gut ausgeglichen. Dieser verliert zwar zur Staffelmitte hin wegen einiger zeitraffender Sprünge etwas an Schwung, die Spannung wird allerdings in der zweiten Seasonhälfte schnell wieder aufgebaut. Auf diese Weise bleibt der Gesamteindruck nicht nachhaltig getrübt.

Fazit

MARS ist trotz einiger kleiner Schwächen eine gelungene, intensive Webserie, die von Realismus und den gut gezeichneten Charakteren lebt und dabei Sci-Fi und Infotainment nahezu perfekt vermischt. Mit Auftritten von Ben Cotton und Neil deGrasse Tyson hält die hochwertige Produktion sogar einen kleinen Bonus für Fans von Stargate: Atlantis parat.
Für das Frühjahr 2018 ist auch bereits eine zweite Staffel der Eventserie geplant!

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