IBREC - Stargate-VFX und mehr

  • Interview 11 / 2025

    Tesaer - Interview - IBREC

    Im Rahmen der Stargate-Ausstellung von Atlante Props auf der Comic Con Stuttgart bot der unter dem Namen IBREC bekannte französische VFX-Künstler Brice Ors die Möglichkeit, in eine 3D-Nachbildung von Atlantis einzutauchen. Ein faszinierendes Erlebnis, bei dem man die Stadt in der Pegasus-Galaxie virtuell erkunden konnte. Stargate-Project hatte die Gelegenheit, mit Brice über seine Arbeit und künftige Projekte zu sprechen.

    Interview & Übersetzung: Irena Strobach


  • Deutsch

    Stargate-Project.de: Ich bin immer noch ganz begeistert von der wunderbaren virtuellen Version von Atlantis, die ich hier gesehen habe. Wie bist du dazu gekommen, Stargate in einer virtuellen Umgebung nachzubauen?

    IBREC: Eigentlich war es am Anfang gar nicht als Virtual Reality gedacht. Es sollte einfach ein Videospiel werden, das man mit einem Controller auf einem Bildschirm spielt. Ich habe etwa 2017 angefangen, daran zu arbeiten, für das Fan-Game Stargate Network. Es war geplant, darin integriert zu werden, aber wir mussten Stargate Network 2021 wegen einer Unterlassungsverfügung von MGM einstellen. Ich habe mich dann entschieden, das Projekt allein weiterzuführen und mich ausschließlich auf Atlantis zu konzentrieren. Ich habe also nicht neu angefangen, sondern die Arbeit 2023 fortgesetzt. Dann hat mir Julien von Atlante Props im Herbst 2025 vorgeschlagen, eine VR-Experience zu entwickeln, um seine Ausstellung zu ergänzen. Ich habe es ausprobiert und das Projekt so umgewandelt, dass es mit einem VR-Headset verwendet werden kann. Das hat ziemlich gut funktioniert, sodass ich es jetzt in beiden Varianten anbieten kann.

    Stargate-Project.de: Arbeitest du beruflich mit visuellen Effekten, oder ist das ein reines Hobby?

    IBREC: Ich arbeite in der Visual-Effects-Industrie in Frankreich, ich weiß also, wie man 3D macht. Ich arbeite für Fernsehen, Kino und Web, das ist mein Beruf, aber ich mache das hier auch als Hobby. Es ist also mein ganzes Leben auf beiden Seiten.

    Stargate-Project.de: Wie viel Zeit investierst du in dieses Hobby?

    IBREC: Mit Atlantis habe ich, wie gesagt, 2017 angefangen. Es sind ein paar Stunden pro Woche, aber insgesamt sind es etwa 700 Stunden. Das ist also eine Menge Zeit.

    Stargate-Project.de: Das ist in der Tat sehr viel Zeit. Welcher Aspekt von Stargate ist virtuell am schwierigsten nachzubilden?

    IBREC: Atlantis war ziemlich schwierig nachzubauen. Der schwierigste Teil ist, die richtigen Maße zu finden, weil es eine Eins-zu-eins-Rekonstruktion ist. Am Anfang hatte ich keine originalen Baupläne. Ich weiß nicht, ob du dem Blog von Joseph Mallozzi folgst. Er postet dort manchmal Baupläne, aber die sind nur für die Platzierung gedacht, also um ein Set für eine bestimmte Szene aufzubauen. Es stehen keine Maße darauf, nur Maßstäbe.

    Also habe ich damit angefangen und Screenshots gemacht. Außerdem habe ich Fotos vom Set, die von Fans aufgenommen wurden, die es besucht haben, sowie von Leuten, die dort gearbeitet haben. Ich habe sehr viele hochauflösende Bilder des Sets. In Photoshop nutze ich ein Werkzeug, mit dem man Entfernungen in Bildern mit Perspektive messen kann. Wenn ich also weiß, dass eine Wand fünf Meter lang ist, kann ich anhand der Bilder die anderen Maße bestimmen.

    2018 war ich dann mit Stargate Network auf der Gatecon in Vancouver und habe dort Bruce Woloshyn getroffen, den Supervisor für digitale Effekte bei SG-1 und Atlantis. Wir haben unser Projekt vorgestellt, wir hatten das SGC, Abydos und ein paar Planeten, die man durch Anwahl des Gates besuchen konnte, und wir hatten auch einen fliegenden Jumper, den man steuern konnte. Bruce hat das gesehen und war von dem Detailgrad des Projekts zu diesem Zeitpunkt sehr beeindruckt. Am nächsten Tag brachte er uns einen Ordner voller Baupläne mit, die originalen Konstruktionspläne von Atlantis mit allen Maßen. Das hat mir enorm geholfen, das Projekt weiter zu verbessern. Tatsächlich lag ich mit meinen ursprünglichen Maßen gar nicht so weit daneben, sodass der Maßstab ziemlich genau ist.

    Stargate-Project.de: Abgesehen von dieser Convention, wo können Fans sonst noch Zugang zu deiner virtuellen Atlantis-Version bekommen?

    IBREC: Ich war letzten Monat mit Julien in der Schweiz, und falls es in Zukunft ein weiteres Event gibt, werde ich dort sein. Aber im Moment ist nichts geplant.

    Stargate-Project.de: Du hast mir erzählt, dass du auch eine Version hast, in der man das VR-Modell selbst steuern kann …?

    IBREC: Ja. Für Events wie dieses habe ich einen automatisierten Modus erstellt, sodass man keine Controller braucht. Man kann einfach zuschauen und sich umsehen, was gerade passiert. Das ist einfacher für die Leute und auch für mich, weil ich nicht jedes Mal erklären muss, wie die Controller funktionieren.

    Stargate-Project.de: Aber ich denke, viele Leute würden gern das komplette Erlebnis mit Controllern genießen. Glaubst du, dass es dafür irgendwann eine Möglichkeit geben wird?

    IBREC: Der interaktive Modus ist sozusagen mein persönlicher Modus, den ich zu Hause benutze, um Dinge auszuprobieren, die ich gebaut habe. Vielleicht werde ich ihn eines Tages online veröffentlichen, aber angesichts meiner Erfahrung mit Stargate Network und MGM bin ich mir da nicht sicher. Ja, vielleicht. Ich weiß es nicht. Ich hoffe, Amazon ist da offener.

    Stargate-Project.de: Wir drücken die Daumen. Ich bin mir sicher, dass viele Fans gerne erleben würden, was ich hier heute erleben durfte.

    IBREC: Ja, das denke ich auch. Mit Stargate Network hatten wir damals großen Erfolg. Wir hatten viele Fans, die dem Projekt gefolgt sind. Wir haben viele Events gemacht, es war ein wirklich tolles Projekt.

    Stargate-Project.de: Apropos Amazon: Wie war deine erste Reaktion, als du erfahren hast, dass es eine neue Stargate-Serie geben wird?

    IBREC: Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, war ich völlig baff. Ich dachte: „Okay, stimmt das wirklich oder nicht?“ Später am selben Tag dachte ich dann: „Oh mein Gott, sie machen es wirklich, das ist unglaublich!“

    Stargate-Project.de: Welche Erwartungen hast du an die neue Serie?

    IBREC: Normalerweise bin ich jemand, der keine hohen Erwartungen hat, denn wenn man Erwartungen hat, ist man oft enttäuscht, wenn es nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Ich ziehe es vor, neugierig zu sein und zu sehen, wie sich die Dinge in der Produktion entwickeln, was sie machen und was ihr Ziel ist, und dann einfach zu schätzen, was sie erschaffen. Ich möchte nicht sagen: „Oh, ich will diesen oder jenen Teil des SGC sehen oder diese bestimmte Handlung.“

    Stargate-Project.de: Und als Spezialist für visuelle Effekte, gibt es Dinge, von denen du denkst, dass sie unbedingt in der neuen Serie enthalten sein müssen?

    IBREC: Nun ja, die Technik hat sich weiterentwickelt, sodass es heute einfacher ist, gute visuelle Effekte zu erstellen. Ich weiß nicht. Ich mag die Rauheit des alten Stargate. Damals waren visuelle Effekte noch nicht so weit, also mussten sie vieles praktisch umsetzen, und das mag ich. Auch wenn ich selbst im Bereich visueller Effekte arbeite, bevorzuge ich echte Sets und physische Requisiten, also zum Beispiel ein echtes Stargate und keine reine CGI-Version.

    Heute gibt es zum Beispiel Volume-Stages, große Bildschirme, die als virtuelle Sets für Virtual Production genutzt werden. Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag, aber es fühlt sich einfach echter an, wenn es ein richtiges Set ist. Diese Art von Bildschirm ist gut für Hintergründe, besonders mit Unschärfe, aber es ist etwas anderes. Man kann damit sehr gute Ergebnisse erzielen, also weiß ich es nicht. Atlantis zum Beispiel würde ich sehr gerne in echt nachgebaut sehen, weil ich mir nicht sicher bin, wie es mit virtueller Produktion aussehen würde. Wir werden sehen.

    Stargate-Project.de: Und was können wir in Zukunft von dir erwarten? Planst du, deiner Virtual-Reality-Version von Atlantis noch mehr Details hinzuzufügen, oder gibt es andere Projekte, die du umsetzen möchtest?

    IBREC: Ich arbeite immer noch an Atlantis. Auf meinen YouTube- und Twitch-Kanälen mache ich Livestreams, in denen ich 3D-Modelle für Atlantis erstelle, und ich setze das Projekt weiter fort. Zum Beispiel brauche ich immer noch einen Jumper. Ich habe die Jumper-Bucht gebaut, sie ist fast fertig, aber ich brauche einen richtigen Jumper. Im Moment habe ich nur die Form. Ich muss noch die Texturen erstellen und das Innere gestalten, aber das Äußere ist fertig. In Zukunft wird man in die Jumper-Bucht gehen und vielleicht sogar in einen Jumper einsteigen können. Das Projekt wird sich mit der Zeit weiterentwickeln, aber ich habe kein konkretes Ziel oder eine Deadline. Es ist ein Projekt, das ständig wächst.

    Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich außerdem an einer Dokumentation mit dem Titel INSIDE THE STARGATE, die chronologisch die Entstehung des Spielfilms Stargate von 1994 nachzeichnet. Ich habe noch kein Veröffentlichungsdatum, aber ich habe im Oktober 2024 zum 30-jährigen Jubiläum des Films einen kurzen Trailer veröffentlicht. Es ist ein sehr langer Prozess, weil ich intensive Recherche betreibe. Ich habe viele bislang unveröffentlichte Archive gefunden und bereits sieben Interviews mit Menschen aufgenommen, die an dem Film gearbeitet haben. Das bedeutet, dass sich der Schnitt ständig weiterentwickelt und verändert, wenn neue Interviews hinzukommen.

    Außerdem gebe ich einen Newsletter heraus, um die Leute über den Fortschritt des Projekts auf der offiziellen Website auf dem Laufenden zu halten, die ich erstellt habe: https://stargate1994doc.com. Das Projekt ist selbstproduziert, aber ich würde in Zukunft gern mit einer Produktionsfirma zusammenarbeiten, um es zu vertreiben und Zugang zu noch mehr Archiven und Interviews zu bekommen.

    Stargate-Project.de: Das klingt alles sehr interessant. Wir sind gespannt. Vielen Dank für deine Zeit, Brice, und vielen Dank für deine großartige Arbeit. Viel Erfolg für die Zukunft.

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