Der Meister der Apokalypse in Stuttgart: Ein Abend mit Roland Emmerich

Nicole Sälzle   |   Stargate   |   vom 11.05.2026 18:00

Roland Emmerich in Stuttgart - Meister der Apokalypse Interview

Roland Emmerich war zu Besuch in Stuttgart und die Chance, das Live-Interview, das Michael Steinbrecher mit dem Filmemacher führte, zu besuchen, konnten wir von Stargate-Project.de uns natürlich nicht entgehen lassen, schließlich nahm das Stargate-Universum mit seinem Kinofilm seinen Anfang und steht auch heute noch für großartige Unterhaltung.

So verschlug es uns am 8. Mai nach Stuttgart, wo zum zweiten Mal SWR Kultur und Schauspiel Stuttgart zur gemeinsamen Gesprächsreihe luden. Um 19:30 Uhr ging es los und nach einer kurzen Einführung durch Michael Steinbrecher betrat der „Meister der Apokalypse“ – unter diesem Titel wurde der Abend beworben – die Bühne. Epische Weltuntergänge sind schließlich (mitunter) das, wofür er bekannt ist.

Mit seinem inzwischen sehr geläufigen Beinamen „Master of Disaster“, der in den Medien immer wieder verwendet wird, kann sich Herr Emmerich übrigens nicht identifizieren, wie er später am Abend verriet. Auch, dass er im Laufe seiner Karriere wieder und wieder belächelt und von Journalisten gar verspottet wurde, ging aus dem Interview mehrfach hervor. Der Grund für Spott und Häme? Er zieht sein eigenes Ding durch, macht Filme nach seinem Gusto und seiner Vision, während ihn die meisten deutschen Filme langweilen. Deshalb sei er auch sehr früh in die USA gegangen, um dort die Art von Filmen zu drehen, die ihm am Herzen liegen und meist wären die sehr, sehr groß. Das Alien-Raumschiff aus seinem Klassiker Independence Day* darf man hierfür wohl nach wie vor als Inbegriff seiner Ideen verstehen – ein Raumschiff, so groß, dass man es gar nicht ganz erfassen könne.

Wenngleich an diesem Abend auch ernste Momente wie diese besprochen wurden, wurde auch viel gelacht, was nicht zuletzt an Roland Emmerichs „Ja, das ist halt so, ich mach mir da nichts draus“-Einstellung lag. So wollte Michael Steinbrecher hinsichtlich seiner großen Visionen etwa wissen, ob er einfach ein epischer Typ sein, was der Filmemacher mit einem schlichten, lockeren „Ja“ und einem Schulterzucken beantwortete.

Aufgegriffen wurde auf humorvolle Art auch, dass das Weiße Haus in seinen Filmen immer wieder auf meist spektakuläre Weise dranglauben muss. Während auf der Leinwand ein Foto präsentiert wurde, das einen jugendlichen Roland Emmerich vor dem Weißen Haus zeigte, schilderte er, wie er als Teenager Zeit in Amerika verbrachte und dabei eben auch das Weiße Haus sah. Dieses hätte ihn dermaßen beeindruckt, dass ihm klar gewesen sei, dass es unbedingt später einmal in seinen Filmen zeigen müsse. In Anbetracht der Umstände, wie diese Auftritte des Weißen Hauses in seinen Werken meist enden, war ein kollektives Lachen im Saal überhaupt nicht abzuwenden.

Und wo die ganzen Ideen für seine Filme herkommen? Er sitzt da so in seinem Zimmer und … denkt eben darüber nach.

Während – zurecht natürlich! – Independence Day im Verlauf des Abends immer wieder Thema war, blieb Stargate eher eine Randnotiz, obwohl Stargate dem damals finanziell erfolgreichsten Film aller Zeiten in gewisser Weise den Weg ebnete, was wenigstens in der anschließend gezeigten Biografie „Meister der Apokalypse“ von Jo Müller Erwähnung fand.

Neben den großen Blockbustern wie eben Independence Day (auf den sich Steinbrecher massiv eingeschossen hatte), 2012 oder The Day After Tomorrow*, wurde auch über weniger bekannte Projekte wie Anonymousgesprochen. Das Herzensprojekt von Roland Emmerich, das dieser als seinen besten Film erachtet, der ihm auch am meisten bedeute, handelt von den Theorein, dass William Shakespeare seine Werke womöglich gar nicht selbst geschrieben hat, sondern die Texte aus der Feder eines anderen Künstlers kamen, der jedoch aufgrund seines Status nicht als Künstler anerkannt wurde. Auf die Frage, ob er sich selbst darin wiederfindet und welcher Teil seiner Persönlichkeit in diesen Gedanken eingeflossen ist, antwortete Emmerich, dass es wohl der Wunsch danach wäre, von den Kritikern anerkannt zu werden – dies führte zurück zum eingangs bereits erwähnten Spott, der ihm gerade am Anfang seiner Karriere entgegengebracht wurde.

Zwar sprach der Filmemacher offen über den hämischen Umgang, den vielen Journalisten mit ihm pflegten, und den Umstand stets belächelt worden zu sein, doch es wurde auch deutlich, dass er nicht allzu gerne über persönliche Themen spricht. Leider schien das bei Herrn Steinbrecher nicht unbedingt angekommen zu sein, der immer wieder Fragen zu Herrn Emmerichs Privatleben stellte, als wolle er ihm auf Biegen und Brechen etwas Bahnbrechendes entlocken. Fragen, wie etwa danach, ob er seine verstorbenen Eltern denn vermisse, wirkten dadurch ziemlich fehlplatziert, während Möglichkeiten verschwendet wurden, wie angekündigt auch seine eher unbekannteren Werke eingehender zu beleuchten – teilweise leider auch einzig und allein durch die Unart, Herrn Emmerich nicht ausreden zu lassen, als er gerade noch dazu ansetzte, ausführlich auf eine Frage zu antworten.

Das Interview endete nach etwas mehr als einer Stunde, wonach eine kurze Pause folgte. Anschließend betraten Roland Emmerich und Jo Müller gemeinsam mit Michael Steinbrecher noch einmal die Bühne, um ein paar Worte zum Film „Meister der Apokalypse“ zu sagen, der daraufhin gezeigt wurde und den ihr auch über die ARD Mediathek streamen könnt.

Damit endete ein in sich runder Abend, bei dem man die Gelegenheit hatte, Roland Emmerich live auf der Bühne zu erleben und bei dem er anhand seiner Antworten auf bodenständige und nahbare Weise durch sein Leben und seine eindrucksvolle Karriere führte.


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