Atlante Props

  • Interview 11 / 2025

    Teaser - Interview - Atlante Props

    Auf der Comic Con Stuttgart Ende 2025 präsentierte Atlante Props eine Stargate-Ausstellung mit originalen Requisiten und detailgetreuen Nachbildungen aus Stargate, vom Zat’nik’tel über Goa’uld‑Thron bis hin zu einem DHD in Originalgröße, mit dem man die Chevrons am ebenfalls vorhandenen Stargate aktivieren konnte. Hinter Atlante Props steht der Franzose Julien Guyard, der seit über 13 Jahren Originalrequisiten restauriert und präzise Nachbildungen fertigt. Am Rande der Comic Con nahm er sich die Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Stargate-Project.

    Interview & Übersetzung: Irena Strobach


  • Deutsch

    Stargate-Project.de: Das ist wirklich eine beeindruckende Ausstellung, die du auf die Comic Con Stuttgart mitgebracht hast. Wie viele der Stücke deiner Stargate-Sammlung, die wir hier sehen, sind Originale und wie viele sind Repliken?

    Julien Guyard: Das ist eine gute Frage, ich habe das nie gezählt. Ich habe keine genaue Zahl, aber ich würde sagen, der Goa’uld-Bereich, also die Wände und die Throne, das sind Repliken, und alles andere sind Originale. Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, es ist halb und halb, denn ich sammle nicht, um möglichst viel anzuhäufen. Ich sammle, weil ich dieses Thema Goa’uld und Ägypten mag. Ich würde sagen, die Repliken, die ich gebaut habe, bilden eine schönen Rahmen zur Präsentation der Originale. Ist das eine gute Antwort?

    Stargate-Project.de: Ja, absolut. Wie sieht es mit dem Stargate aus? Das ist ja offensichtlich kleiner als das Original.

    Julien Guyard: Das Stargate, ja, das ist eine Replik. Ich habe es mithilfe von Originalrequisiten gebaut, die 3D-modelliert und anschließend im halben Maßstab reproduziert wurden.

    Stargate-Project.de: Wie viel Zeit hat es gekostet, all die Repliken zu bauen?

    Julien Guyard: Allein der Goa’uld-Bereich mit all den Wänden hat etwa acht Monate gedauert. Das war allerdings während der COVID-Zeit, als ich keine Materialien bekommen konnte. Wenn man alles zusammenrechnet, würde ich sagen, dass man unter normalen Umständen etwa eineinhalb Monate für alles brauchen würde.

    Das DHD hat mich 150 Stunden Restaurationsarbeit gekostet, weil der untere Teil und der schräge obere Teil stark beschädigt waren. Diese Teile sind Originale, aber sie waren sehr dünn gegossen, also musste ich alles restaurieren. Die Kuppel mit den Kacheln musste ich komplett neu anfertigen. Ich hatte die originale Kuppel als Referenz, von der ich Maße und Schablonen genommen habe. Man legt Papier auf die Form und markiert die Konturen. So konnte ich sie komplett neu nachbauen. Dabei kam alles zusammen, CNC, 3D-Modellierung, 3D-Druck, Formenbau, Gießen, Elektronik und Laserschneiden. All das zusammen waren 150 Stunden Arbeit.

    Das Stargate selbst hat drei Monate gedauert, allerdings waren das drei Monate mit Arbeitstagen von zehn bis zwölf Stunden. Das war im Sommer 2022. Ich habe Grillabende verpasst, Partys verpasst, meine Familie und Freunde waren nicht glücklich. Aber ich war sehr motiviert und hatte eine Deadline für ein Event, bei dem ich ein Stargate brauchte. Also habe ich wirklich extrem hart gearbeitet, um es rechtzeitig fertigzubekommen. Ich würde sagen, bei normalen Acht-Stunden-Tagen hätte es ungefähr fünf Monate gedauert.

    Für den Thron brauchte ich etwa drei Wochen. Dann gibt es noch viele kleinere Dinge hier und da, die ihr in den Vitrinen sehen könnt, dafür braucht man insgesamt etwa eine Woche. Die Rampe für das Stargate hat ungefähr einen Monat gedauert, weil man Metall besorgen, schneiden, schweißen usw. muss.

    Stargate-Project.de: Welche Stargate-Requisite war technisch am schwierigsten umzusetzen?

    Julien Guyard: Definitiv das DHD. Allein die Bemalung der Kacheln hat mich anderthalb Jahre des Ausprobierens und Nachjustierens gekostet, weil das eine extrem anspruchsvolle Technik ist. Ich habe den ursprünglichen Paint Master der Serie kontaktiert, der mir lustigerweise bereits auf Instagram folgte. Ich habe ihn nach Tipps gefragt, aber er konnte sich nicht mehr erinnern, wie sie die Farbe damals genau aufgetragen haben.

    Allein die Farbe hat also anderthalb Jahre an Versuch und Irrtum gebraucht. Am Ende haben ein Freund, Remington von SG-1 Props, und ich den Durchbruch geschafft.

    Und dann war die erste Version viel zu dunkel, also musste ich alle Kacheln sandstrahlen und komplett neu bemalen. Wenn überhaupt, dann geht es bei so etwas um Scheitern und Lernen. Dazu kam noch die gesamte Elektronik des DHD. Das war sehr technisch. Nachdem ich das DHD gebaut hatte, fühlte sich der Bau des Stargates im Vergleich fast einfach an.

    Stargate-Project.de: Gibt es eine Stargate-Replik, die du noch nicht umsetzen konntest, die aber ganz oben auf deiner Wunschliste steht?

    Julien Guyard: Das Telchak-Gerät. Ich habe alle Referenzen dafür. Ich muss es 3D-modellieren, eine Form bauen und so weiter. Aber ich hatte bisher keine Zeit, weil es Ausstellungen und Bestellungen über meine Website gab. Das ist also etwas, das ich noch nicht realisieren konnte, aber es steht ganz oben auf meiner Liste.

    Als PropWorks es seinerzeit versteigerte, war es, glaube ich, das einzige Requisit, das ich mir damals vorgemerkt hatte. Ich war erst 19, hatte weder Geld noch einen Job, ich stand gerade am Anfang meines Lebens. Also ja, das ist es.

    Stargate-Project.de: Wie bist du überhaupt dazu gekommen, Requisiten zu restaurieren und nachzubauen?

    Julien Guyard: Ich habe 2012 angefangen. Da gab es auf der FedCon einen Stand von Legends Memorabilia, wo Props verkauft wurden, zum Beispiel kleine DHD-Kristalle. Ich glaube, ich habe vier davon gekauft. Ich habe eine Form erstellt und dann Abgüsse aus Harz angefertigt. So hat das alles angefangen. Mit dieser kleinen Ausstattung für die Kristallrepliken ging es los. Dann habe ich weitere Props gekauft, und es wurde immer mehr. Irgendwann wurde es professionell. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war es neben meinem regulären Job nicht mehr zu schaffen.

    Stargate-Project.de: Was für ein Job war das?

    Julien Guyard: Ich war Hotelrezeptionist. Die Requisitenherstellung hat immer mehr Raum eingenommen. Ich hatte viel Arbeit. Ich habe nachts im Hotel gearbeitet, tagsüber an Requisiten und an den Wochenenden auf Events. Das war mein Alltag. Aber irgendwann haben die Events und die Requisiten zu viel Platz in meinem Leben eingenommen, also habe ich aufgehört, als Hotelrezeptionist zu arbeiten. Heute widme ich mich vollständig Requisiten und Eventausstellungen. Am Ende hat sich alles um Requisiten und Ausstellungen gedreht.

    Stargate-Project.de: Da du das jetzt beruflich machst, hast du ein kleines Unternehmen?

    Julien Guyard: Ja, ich habe eine Firma. Die Leute, die mir hier bei der Ausstellung helfen, sind Mitarbeiter, aber auch Freunde. Ich kenne sie seit zehn bis zwölf Jahren. Sie helfen mir beim Aufbau des Standes, bei der Betreuung während des Tages und beim Abbau am letzten Tag.

    In der Werkstatt arbeite ich allein und stelle alles selbst her, aber wir haben einen Gruppen-Chat, in den ich meine Ideen werfe, und sie sagen dann, „Ja, das ist gut“ oder „Nein, lass das lieber“. So helfen sie mir also auch auf diesem Gebiet.

    Stargate-Project.de: Besteht deine Sammlung ausschließlich aus Stargate-Props oder beschäftigst du dich auch mit anderen Filmen und Serien?

    Julien Guyard: Oh, es gibt auch andere Sachen. Ich habe Requisiten aus Lost, ich liebe diese Serie. Ich habe einen Reise-Tickethalter mit dem Aufdruck „Oceanic Airlines“. Außerdem habe ich Sachen aus Battlestar Galactica, zum Beispiel einen Zylonenhelm, das ist eine Replik. Da ich Ägypten liebe, habe ich auch Requisiten aus Gods of Egypt. Der Film war kein großer Erfolg, aber die visuellen Effekte waren beeindruckend, deshalb habe ich Stücke aus diesem Film.

    [denkt nach]

    Ich schaue mich gerade gedanklich in meinem Wohnzimmer um, um mich an alles zu erinnern. Oh, ich habe eine Science-Fiction-Axt aus der Serie Supergirl. Die Serie endete vor drei Jahren, aber die Axt stammt aus der Pilotfolge. Es gibt dort einen Bösewicht namens Vartox, und ich habe die im Dreh verwendete Helden-Axt. Ja, ich mag solche Sachen.

    Stargate-Project.de: Und das, was wir hier sehen, ist das deine komplette Stargate-Sammlung oder gibt es noch mehr?

    Julien Guyard: Das hier ist fast alles, aber ich habe zu Hause noch ein bisschen mehr. Für diejenigen, die sich erinnern, es gibt eine Episode, in der ein Meteor auf die Erde zurast, und sie gehen in ein Raumschiff und fliegen durch das Stargate. In diesem Raumschiff geht Carter durch eine Wand, aus der eine Kristallschublade herausfährt. Diese Kristallschublade steht bei mir zu Hause oben auf dem Fernseher, aber ich plane, sie später in die Ausstellung zu integrieren.

    Unter dem Fernseher habe ich außerdem originale Baupläne der Pel’tac-Konsole. Und erinnert ihr euch an die Selbstzerstörungsvorrichtung in dem Raumschiff? Da gibt es eine goldene Kuppel, und wenn man sie öffnet, kommt eine grüne Kuppel zum Vorschein. Auch dieses Original habe ich, ebenso wie die originalen Zeichnungen dazu. Außerdem besitze ich originale Artwork der Wraith-Königin.

    Stargate-Project.de: Das klingt so, als würdest du nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld investieren.

    Julien Guyard: Ich glaube, ich hatte Glück, denn früher waren Stargate-Requisiten nicht so teuer. Ich erinnere mich, dass ich für eine Zat’nik’tel etwa 500 Euro bezahlt habe, und die letzte, die wir bei einer Auktion gesehen haben, lag bei etwa 4.500 Pfund. Ich denke also, ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    Wenn ich zu einem Event komme, werde ich dafür bezahlt, den Besuchern ein Erlebnis zu bieten. Das Geld, das ich verdiene, fließt aber nicht in meine persönliche Sammlung. Es wird in das immersive Erlebnis investiert. Als die Comic Con mich gebucht hat, habe ich zum Beispiel mit einem Teil der Gage die Rampe gebaut, um das Stargate schöner präsentieren zu können. So funktioniert das.

    Stargate-Project.de: Abgesehen von der Comic Con Stuttgart, wo kann man deine Sammlung noch sehen?

    Julien Guyard: Hauptsächlich auf Events oder auf meiner Website atlanteprops.com. Für den Rest des Jahres 2025 sind keine weiteren Veranstaltungen geplant, es ist ja ohnehin Jahresende. Aber die Leute sollten meine Social-Media-Kanäle für 2026 im Blick behalten. Es stehen weitere Events an, sie sind aber noch nicht bestätigt. Auf meiner Website gibt es unten eine Liste der Comic Cons, auf denen ich war und auf denen ich noch sein werde.

    Stargate-Project.de: Was fasziniert dich an Stargate am meisten?

    Julien Guyard: Die ganze Mythologie, Ägypten, Griechenland, Japan. Ich liebe, wie Stargate all diese Elemente zusammenbringt. Das ist mein Lieblingsaspekt. Und natürlich Vala Mal Doran [lacht].

    Stargate-Project.de: Du hast sicher von der neuen Stargate-Serie gehört, die nun geplant ist. Was war deine erste Reaktion?

    Julien Guyard: Ich war wirklich sehr glücklich. Ich wusste schon seit Jahren, dass etwas passieren würde, weil ich im Sommer 2021 in der Filmindustrie gearbeitet habe. In der Werkstatt, in der ich damals war, bekamen wir Anfragen für Kostenvoranschläge zum Bau von Sets für einen Stargate-Film. Das war nur wenige Monate nachdem Amazon MGM gekauft hatte.

    Offensichtlich haben sie sich dann anders entschieden und machen nun eine neue Serie. Aber es war immer irgendetwas in Planung. Deshalb bin ich sehr froh darüber.

    Mir gefällt auch, wie sie an die Sache herangehen. Ich weiß, dass Hardcore-Fans am liebsten die komplette Originalbesetzung aus den drei Serien wiedersehen würden, und das würde ich auch. Aber wenn wir mehr Stargate-Inhalte wollen, brauchen wir ein neues Publikum, und dafür brauchen wir neue Gesichter und neue Geschichten. Das ist der Weg, den sie jetzt gehen, und darüber freue ich mich sehr.

    Natürlich würde ich mich über Cameo-Auftritte der alten Schauspieler freuen, aber ich denke, neue Charaktere sind wichtig, um neue Fans zu gewinnen. Das ist schwierig, aber notwendig.

    Stargate-Project.de: Als Sammler und Requisitenbauer: welches bisherige Prop sollte deiner Meinung nach, abgesehen vom Stargate selbst, auf keinen Fall in der neuen Serie fehlen?

    Julien Guyard: Definitiv das Stargate selbst, würde ich sagen.

    Stargate-Project.de: Abgesehen vom Stargate?

    Julien Guyard: Du meinst Requisiten aus den alten Serien, die unbedingt wieder auftauchen sollten? Das ist eine schwierige Frage.

    Stargate-Project.de: Also denkst du, das Stargate ist Pflicht, und darüber hinaus können sie alles machen, was sie wollen?

    Julien Guyard: Ja, ich denke schon. Da die Serie im gleichen Universum spielt, wird es auf jeden Fall Anspielungen auf die alten Sachen geben.

    Oh, ich weiß, die P90. Die P90 dürfen sie auf keinen Fall ändern. Das ist eine wirklich gute Waffe, und es gibt viel Hintergrundgeschichte dazu. Ich habe Mark Nicholson auf der Gatecon getroffen, er war Requisitenbauer bei Stargate, und wir haben über die P90 gesprochen.

    Er erzählte mir, dass die US-Geheimdienste, nachdem sie Stargate im Fernsehen gesehen hatten, auf die P90 umgestiegen sind, weil die Patronenhülsen nach unten ausgeworfen werden. Wenn Hülsen seitlich ausgeworfen werden, können sie die Person neben dir verbrennen. Da die P90 nach unten auswirft, haben sie diese Waffe übernommen.

    Deshalb ist die P90 die Waffe, die sie unbedingt in der neuen Serie beibehalten sollten.

    Stargate-Project.de: Vielen Dank für deine Zeit und vielen Dank, dass du uns all diese wunderbaren Requisiten gezeigt hast. Alles Gute für die Zukunft.

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