Während der Comic Con Prague 2026 hatten wir die Möglichkeit, mit Schauspielerin Claudia Black zusammenzusitzen und so einige ausführliche Antworten auf unsere Fragen zu bekommen.
Thema war natürlich nicht nur Stargate, sondern auch Farscape, Star Wars und auch noch ihre recht aktuelle Serie Spartacus: Das Haus Ashur.
Interview: Yvonne Sälzle (RodneysGirl) & Nicole Sälzle
Übersetzung: Yvonne Sälzle (RodneysGirl)
Die Australierin Claudia Black wurde am 11.10.1972 in New South Wales
in Sydney geboren und wuchs dort auf. Sie schweigt gerne, wenn es darum
geht, ihr Geburtsjahr zu nennen, und hat damit auch schon für erheblich
abweichende inoffizielle Informationen diesbezüglich gesorgt,
die von 1962-1973 reichen. Aber im Oktober 2000 gab sie zu, 28 Jahre
alt zu sein, sodass das Jahr 1972 richtig ist. In ihrem späteren
Erwachsenenalter lebte sie teilweise in Neuseeland und
Europa, insbesondere in London.
Auf der Theaterbühne glänzte Claudia
Black in verschiedenen Stücken mit unterschiedlichen Ensemblen. Sie
spielte in "Spotlight On Women", "Loose Ends", Oscar Wildes "Das Bildnis
des Dorian Gray" und "Pick Ups" am berühmten Sydneyer Belvoir Street
Theatre, am dem auch andere bekannte Schauspieler wie Geoffrey Rush und Cate Blanchett auftraten. Hervorzuheben sind auch
ihre Auftritte als Jo March in "Betty und ihre Schwestern" und "The
World Knot" an der Bicentennial Opera. Bei einer Tour durch Europa
spielte sie Portia aus Shakespeares "Der Kaufmann in Venedig" und
erhielt für diese Rolle viel Lob. 1990 gewann sie den Globe Shakespeare-Wettbewerb.
Der entscheidende Durchbruch gelang Claudia Black mit der Science-Fiction Serie "Farscape" (1999) aus der Schmiede von Jim Henson. Darin spielte sie
Aeryn Sun, eine von ihrer Einheit und ihrem Volk ausgestoßene
Militärpilotin, die auf einem lebenden Exgefangenentransporter
aufgenommen wird und mit dieser Crew durch unerforschte Territorien
flieht. Für diese Rolle wurde sie für den Saturn Award als Beste
Schauspielerin nominiert und gewann die Auszeichnung als Beste
Schauspielerin des Jahres 2000 von scifi ign und vom TV Zone Magazine.
SGP: Wie ist dein erster Eindruck von der Comic Con Prague? Gefällt es dir hier?
Claudia Black: Es ist wundervoll. Es ist eine großartige Location, es ist sehr gut organisiert und ich mag und schätze es, dass das Fan-Erlebnis priorisiert wird. Es geht nicht darum, möglichst viele Besucher durchzuschleusen und möglichst viele Autogramme zu schreiben. Es wirkt sehr familienfreundlich, nett und durchdacht für die Fans.
SGP: Wie ist es für dich nach all den Jahren noch über Farscape und Stargate zu sprechen? Und was denkst du, macht diese Serien so besonders, schließlich sind sie noch heute beliebt.
CB: Mir war nicht bewusst, wie beliebt Stargate hier ist. Meine Zeit mit Ben Browder verknüpfe ich immer mit Farscape, weil das fast wie ein Baby war, das wir gemeinsam geschaffen haben - in gewisser Weise - ein Story-Baby, das wir kreiert und gemeinsam geschaffen und an dem wir mitgearbeitet haben. Stargate war schon vollständig ausgestaltet bevor Ben [Browder] und ich dazu gekommen sind. Also passten wir fast wie die letzten Teile eines Puzzles hinein, das schon so gut wie fertiggestellt wurde, bevor wir dazu kamen. Es ist toll, dass Leute heutzutage die Serien dank neuer Technik entdecken.
Obwohl zwanzig oder dreißig Jahre vergangen sind, kommen neue Leute dazu. Ja, es war vor langer Zeit. Und ich denke, wenn man etwas mit Verstand und Vorstellungskraft entwickelt, handelt es sich um eine Kombination, die nur gewinnen kann. Ich denke, das ist, was mir an der Science-Fiction am besten gefällt, diese zwei Dinge; bedacht und fantasievoll. Es gibt Logik aber auch ein Gleichgewicht, weil die Geschichten auch Seele haben. Ich denke, das hat Stargate so gut gemacht. Sie hatten sehr durchdachte aber wissenschaftlich basierte Geschichten mit Charakteren, die man lieben kann; die sich wie Familie anfühlen.
Farscape war ein ziemliches Experiment, weil es von der Jim Henson Company war. Es war eine schöne Erfahrung als Schauspieler den Freiraum zu bekommen, mitzugestalten. Brian Henson stellte immer die Frage 'Warum nicht?'. Wenn jemand sagte 'Das können wir nicht machen! Das ist unmöglich.' sagte er 'Warum nicht?' Wir bekommen nicht oft die Gelegenheit - vor allem nicht in Hollywood - unsere Stimme, unser Herz, unsere Ideen einfließen zu lassen. Farscape benötigte die Beteiligung aller und meine eigene Philosophie, wenn es darum geht, Kunst zu erschaffen oder zu versuchen, Kunst zu erschaffen, ist, je mehr Menschen mitwirken, umso besser.
SGP: Wir haben es sehr geschätzt, als Vala zu SG-1 dazu gestoßen ist. Was hat dir an dem Charakter am meisten gefallen? Was hat dich dazu bewegt, Vala nach der einen Episode in Staffel 8 noch einmal zu spielen?
CB: Ok, ich habe das noch niemanden zuvor gefragt, aber ich möchte es wirklich wissen. Ich werde die Frage beantworten, aber dann möchte ich wissen, warum ihr Vala gemocht habt. Ok?
SGP: Ok.
CB: Ok, nachdem ich Farscape gedreht habe,... Aeryn [Sun] war sehr ernst. Ihr Lebern wurde von viel Tragik beherrscht. Ihre erste Träne war gescripted. Ihr erstes Lächeln war gescripted. Es war alles sehr zurückhaltend und sie war sehr angespannt und hatte Schmerzen und hat gelitten. Vala war vom Typ sehr ähnlich. Außen sehr stark, aber sehr weich im Inneren. Aber sie hat sich dazu entschieden eher spielerisch damit umzugehen und mehr Spaß zu haben und besaß deshalb mehr Leichtigkeit. Also war es für mich ein willkommener frischer Wind mit Vala verspielt zu sein, nachdem ich meinen ganzen Schmerz und Kummer und Verzweiflung für Aeryn gegeben habe. Ich war schockiert, dass Vala gut angekommen ist. Ich dachte, jeder bei Stargate - die Fans - würde sie hassen. Ehrlich. Weil sie so anders war. Weil sie das Gegenteil von dem war, von dem ich dachte, was alle an Stargate lieben; die Regeln und das Format und die Formel der Serie. Wir haben eine Episode, in der wir durch das Stargate gehen und wir erleben ein Abenteuer auf einem neuen Planeten. Vala ist wie ein neuer Planet. Ich dachte, es würde für die Fans ein großes Problem darstellen, sie dabei zu haben, und es war schön für mich herauszufinden, dass die Zuschauer sie gemocht haben. Aber ich weiß nicht warum.
SGP: Ich denke einfach, dass Vala Spaß gemacht hat. Sie war anders und ich denke, sie hat die Stimmung der Serie verändert. Ich denke, das war positiv, schließlich hatte die Serie schon acht Staffeln.
CB: Das stimmt, man braucht ein neues Gewürz im Essen. Das Essen wird langweilig ohne ein neues Gewürz. Ich bin einfach sehr beeindruckt und dankbar, weil ich dachte, die Zuschauer würden sagen 'Sie bricht alle Regeln und stellt alles auf den Kopf und wir mögen die Serie, wie sie ist'. Und ich sage das als Gewohnheitsmensch. Wenn ich ein Gericht in einem Restaurant mag, ändere ich meine Bestellung nicht. Ich bestelle jedes Mal genau das gleiche.
SGP: Das verstehe ich.
CB: Ja? Also ich war überrascht, dass die Leute Vala eine Chance gegeben haben. Sehr überrascht.
SGP: In deinem Panel hast du erwähnt, dass eine Stargate-Spin-Off-Serie mit Vala und Daniel angedacht war. Weißt du zu welchem Zeitpunkt das war? Bereits nachdem SG-1 gecancelled wurde?
CB: Nein, das war zuvor.
SGP: Zuvor?
CB: Das war, weil sie sich nicht sicher waren, ob der Sender ihnen weitere Staffeln geben würde. Sie wussten nicht, ob sie eine zehnte Staffel bekommen würden. Und sie - das glaube ich - sagten: "Wir bekommen eine neunte Staffel, aber bei einer zehnten waren sie sich nicht sicher. Aber wir wollen Staffel 10, weil wir dann das Jubiläum haben. Es hat weitere Vorteile, eine zehnte Staffel zu drehen.'
'Allerdings haben wir den Eindruck, dass es eine besondere Verbindung zwischen Vala und Daniel gibt und wir sind daran interessiert, dies weiter zu erforschen, auch wenn SG-1 bei Staffel 9 aufhört. Wir persönlich würden gerne mehr im Stargate-Universum und mehr zwischen Daniel und Vala erkunden. Also wenn wir darüber nachdenken würden, eine ganze Serie um Vala und Daniel zu schreiben, bist du überhaupt interessiert?' Und ich sagte 'Absolut! Natürlich.' weil es Michael [Shanks] und ich sein würden. Wir hatten eine wirklich gute Chemie.
SGP: Was müsste dir eine neue Stargate-Serie bieten, damit du sagen würdest 'Ja, ich bin zurück!'. Gibt es eine bestimmte Geschichte oder sonst etwas, das du noch ausbauen möchtest?
CB: Das ist eine gute Frage. Als Australierin habe ich immer gesagt, dass in unserem Wappen - genau wie es in Tschechien verschiedene Wappen für Regionen wie Böhmen und andere gibt; das hat mir jemand gezeigt und ich meinte nur 'Wirklich?' - wir das Emu, eine Art Strauß, und das Känguru haben. Uns wurde erzählt, dass ihnen die Sehne fehlt, welche Tieren ermöglicht, rückwärts zu laufen. Sie können nur vorwärts gehen. Und das war psychologisch gesehen, was uns als Kinder in der Schule erzählt wurde, warum diese Tiere ausgewählt wurden, um Australien zu repräsentieren. Wir schauen immer nach vorne, nicht zurück.
Also habe ich immer gesagt, dass ich nicht zu einer Serie zurückkehren würde, bei der ich schon war, weil ich Australierin bin und immer nach vorne schaue, richtig? Also ist das eine gute Frage, um das zu ergründen und in Betracht zu ziehen.
Ich denke für mich ist es, wie ich schon im Panel gesagt habe, aktuell verwirrend als Frau, die im Filmgeschäft aufgewachsen ist. Ich arbeite sehr hart. Ich habe eine stark Arbeitsmoral, aber es ist vollkommen unnatürlich in der Geschwindigkeit fürs Fernsehen zu arbeiten, die erforderlich ist, um Geld zu sparen. Und somit wäre es für mich interessant, einen Weg zu finden, als Mensch nachhaltig zu leben und eine Serie zu schaffen, auf die ich stolz bin. Somit ist es für mich eher eine praktikable persönliche Frage des Lebensstils, weil ich daran glaube und darauf vertraue, wenn ich wieder mit Menschen zusammenarbeiten würde, die schon einmal die Brillanz besessen haben, diese Charaktere zu erschaffen, diese wieder fantastische Ideen haben würden und ich deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Ideen lieben würde. Somit hängt es weniger vom kreativen Aspekt ab, sondern viel eher von der wirklichen Lebensweise.
SGP: Du warst bei Farscape, Stargate und auch Star Wars: Ahsoka dabei; drei großen Science-Fiction-Serien. Wie war es für dich, an diesen zu arbeiten? Was waren die großen Unterschiede? Oder was hatten sie überraschenderweise gemeinsam oder auch nicht gemeinsam?
CB: Was immer gleich ist, ist die Kompetenz der Fans. Ich liebe es immer, mit Menschen zu interagieren, welche meine Serien schauen. Es sind wundervolle, nette, freundliche Menschen auf der ganzen Welt. Wenn ich also irgendwo hin komme, fühle ich mich, als hätte ich euch bereits vorher getroffen, weil dort etwas ist, das sich so anfühlt, als hätten wir alle etwas gemeinsam. Und ich fühle mich nicht anders als die Zuschauer. Ich glaube, wir könnten Freunde sein; wenn ich die Serie schauen würde, hätten wir uns online getroffen. So fühlt es sich für mich an. Und wie ich im Panel gesagt habe, habe ich den Eindruck, dass ich mich in einem Gespräch mit den Zuschauern befinde, egal ob ich sie treffe oder nicht.
Was für mich an der Arbeit bei Star Wars interessant war, war die Technologie. Wir haben in The Volume gedreht, welches George Lucas bereits vor Jahrzehnten in seinem Kopf designed hat und jeder hat ihm gesagt, dass es unmöglich und er verrückt wäre. An etwas mit diesem Level von Technologie zu arbeiten, weckte mein Interesse daran, wie das überhaupt möglich ist. Zwischen Szenen fragte ich also immer die Mitarbeiter des Unternehmens, welches sich um The Volume kümmert, wie das funktioniert; wie die Technologie funktioniert. Das fand ich wirklich faszinierend.
Was nicht faszinierend war, war, dass wegen der großen Beliebtheit des Star Wars Canons die Drehbücher und Storys geheimgehalten wurden. Ich bekam kein ganzes Drehbuch zu lesen und das war für mich als Schauspielerin enttäuschend, weil ich mich gerne vorbereite und eine gründliche Analyse der ganzen Episode mache, nicht nur der Szenen in denen ich zu sehen bin. So wurde ich als Schauspielerin groß... mit gründlichen Analysen. Es ist, wie wenn das hier ein Kunstwerk wäre und sie erlauben mir aber nur, hier drüben zu malen und sie sagen mir nicht, welche anderen Farben verwendet werden. Dann ist es schwierig für mich, meinen Job zu machen.
SGP: Auch wenn es schade ist, dass du nicht Teil von Staffel 2 von Star Wars: Ahsoka sein wirst - und wir verstehen vollkommen warum - gibt es irgendwelche Ratschläge, die du Produktionen wie diesen geben würdest, vor allem wenn die Produktion sogar auf einen anderen Kontinent verlegt wird und dies zu Änderungen im Cast führt?
CB: Oh, was für eine wundervolle Frage. Vielen Dank, dass ihr mir die Gelegenheit gebt, darüber zu sprechen. Wenn wir über Diversität und Inklusion sprechen, werden Frauen und Frauen ohne Lebensgefährten oder Singlemütter bei Verhandlungen oftmals nicht bedacht. Oder andere, alternative Familienkonstellationen. Und ich wollte darüber sprechen, weil niemand zuerst an mich denkt bei Verhandlungen. Auch nicht an meine Kinder. Und wenn ich nicht darüber spreche, wer dann?
Es gibt so vieles, was nicht sichtbar ist. Ich würde mir wünschen, dass man besser darüber Bescheid weiß, mit anderen darüber spricht ... über unsichtbare Arbeit, die niemals unsichtbar sein sollte. Andere verstehen den Mental Load nicht, den oftmals Frauen in einer Kleinfamilie oder einer überkulturellen Familie tragen. Wir sind müde und wir können nicht funktionieren. Und wie ich gesagt haben, ich bin die Köchin, die Reinigungskraft, die Gärtnerin, die Taxifahrerin, die Person, die zu allen Spielen und sonstigem geht. Wenn ich also nicht da bin, braucht es etwa sieben Leute, um mich zu ersetzen.
Also würde ich mich freuen, wenn die Filmindustrie versteht, was es für eine Frau bedeutet ihr Herz und ihre Seele [in ein Projekt] zu geben. Sie profitieren davon, sind aber nicht bereit, dafür einen finanziellen Wert anzusetzen. Und das wird so missverstanden. Und es ist schön, dass Leute verstehen, warum ich Nein gesagt habe. Ich glaube, sie wollten mir das bezahlen, was ich bekam, als ich vor über dreißig Jahren im Filmgeschäft angefangen haben. Im Grunde boten sie mir ursprünglich Mindestlohn und es hätte mich sowohl körperlich, emotional und finanziell gekostet. Und es hat mich bereits gekostet, die erste Staffel zu drehen.
Also eure Frage war, was ich wollen würde, was die Leute berücksichtigen sollen, wenn Produktionen zu anderen Ländern verlegt werden? Das ist natürlich das größere Problem; wenn du wirklich weggehst, musst du im Haushalt ersetzt werden und das ist nicht einfach. Ja, meine Kinder sind inzwischen größer, aber ich bin eine sehr präsente Mutter. Aber auch als wir in Los Angeles drehten, war es fast noch schwieriger, weil die Produktion erwartet, dass ich mein Leben weiterführe. Mein Tag ist nicht zu Ende, wenn ich nach Hause kommen. Also bin ich um 4 Uhr morgens aufgestanden und habe im Studio gearbeitet und muss dann noch pendeln. Sie denken nicht wirklich an die einzelnen Lebenssituationen.
SGP: Vor kurzem konnten wir dich als Cossutia in der Serie Spartacus: Das Haus Ashur sehen. Wie lief das Vorsprechen für dich ab und was hat dich an der Rolle gereizt?
CB: Für Cossutia habe ich nicht vorgesprochen. Meine Verbindung zu der Serie geht dreizehn bis fünfzehn Jahre zurück, als ich gefragt wurde, ob ich für die Serie vorsprechen möchte. Nicht von den Produzenten, aber von meinem Agenten. 'Sie verlangen komplette Nacktheit und sehr grafische Sex-Szenen von den Schauspielern. Wenn du Interesse hast, ist das eine Voraussetzung, um bei der Serie dabei zu sein.' Und ich habe gesagt 'Definitiv nein'.
Den Großteil meiner Karriere habe ich meine Kleidung angelassen. Ich hatte immer das Gefühl, als gebe es eine unausgesprochene Erwartung, dass Schauspielerinnen ihren Körper an die Filmindustrie übergeben und dieser jemand anderem gehört. Über den Verlauf meiner Karriere habe ich danach schauen müssen, Teile meiner Würde zurückzubekommen.
Als ich etwas über Twitter geschrieben habe - ich habe mich dafür entschieden, etwas persönlicher zu werden, was ich normalerweise online nicht war - verfasste ich einen langen Twitter Thread über etwas und Steven DeKnight, der Serienschöpfer von Spartacus hat diesen geretweeted und gesagt 'Ich liebe diese Schauspielerin, ich würde sofort mit ihr arbeiten'. Also habe ich zurück geschrieben 'Ich bin jederzeit für einen Kaffee und einen Plausch zu haben'. Ja? Warum nicht? Das war wunderbar an Twitter. Es war ein Marktplatz, auf dem man zumindest Leute treffen konnte. Ich mag es nicht, aber ich liebe es mit Fans zu kommunizieren. Ich liebe es, Leute zu treffen, die ich normalerweise nicht treffen würde und dazu zu lernen.
Und sieben Jahre später oder so, wurde Steven DeKnight gefragt - also ich meine Starz hat ihn viele Male gefragt - ob er Spartacus irgendwie zurückbringen würde und er sagte 'Ok, ich habe eine Idee'. Und er hat die Rolle [Cossutia] mit mir im Kopf geschrieben, teilweise wegen dieser Interaktion, aber teilweise weil er einfach ein großer Fan ist. Und als ich gehört habe, dass es eine Rolle gibt, die zu meinem Alter passt, dachte ich 'Ich frage mich, ob er diese für mich geschrieben hat?' Sie haben mich zu einem Gespräch über Zoom eingeladen, einfach um zu sehen, dass ich keine schreckliche Person bin, weil sie sagten 'Wir möchten nicht mit schrecklichen Leuten zusammenarbeiten. Du musst ein anständiger Mensch sein. Aber wärst du daran interessiert, die Rolle zu spielen, die wir für dich geschrieben haben?' Sie dachten an mich und er hatte auch die Rolle von Graham McTavish für ihn geschrieben. Normalerweise sagt man, wenn man eine Rolle für jemanden schreibt, passiert es nie, dass man die Person bekommt, aber er hat uns beide bekommen. Es war also ein Privileg, nicht vorsprechen zu müssen.
SGP: Wie war für dich die Arbeit bei Spartacus: Das Haus Ashur im Gegensatz zu einer familienfreundlicheren Serie wie Stargate?
CB: Normalerweise schaue ich solche Serien nicht einmal an, weil es einfach zu viel für mein Nervensystem ist. Es gibt eine wissenschaftlich basierte Theorie, dass es gut sein kann, Horrorfilme anzusehen - also für deine Gesundheit - weil man teilweise den gleichen Stress wie der Charakter durchlebt, aber man überlebt, weil man ja vom Wohnzimmer oder vom Kinosaal aus zugesehen hat. Und auch mit anderen Leuten, als eine Art gemeinsames Erlebnis. Es heißt, darin liegt es ein gewisser Wert und man übersteht das alles gemeinsam und kann danach lachen.
Also für mich bedeutet es, solche Inhalte anzusehen... es ist einfach zu viel für mich und ich schaue normalerweise etwas, bevor ich ins Bett gehe. Und meine Söhne können die Serie nicht ansehen. Sie meinen nur 'Sag mir, in welcher Episode du im Bad bist oder das mit dem Gladiator machst'.
Aber ich habe mich aus mehreren Gründen dafür entschieden, es zu machen. Ich hatte einen höheren Status in der Filmindustrie. Somit konnte ich für mich zu Nacktszenen und grafischen Sex-Szenen 'Nein' sagen. Und das war für sie in Ordnung. Sie gingen sehr respektvoll damit um, vor allem weil sie bei der Rolle mich im Hinterkopf hatten. Aber ich habe gesagt 'Wisst ihr, man hätte mich einen Großteil meiner Karriere beinahe dafür bezahlt, meine Kleidung abzunehmen, und ich habe 'Nein' gesagt und jetzt wollt ihr mich in meinem Alter dafür bezahlen? Das ist ein starker Zug. Sehr interessant, eine Frau in ihren Fünfzigern zu zeigen, die natürlich altert. Nichts an mir ist künstlich, außer meiner Haarfarbe. Und ich bin natürlich blond, nur am Grau werden. Also fand ich es interessant für Frauen und viele haben gesagt 'Es ist großartig, eine Frau in meinem Alter auf dem Bildschirm zu haben, die nicht all diese verrückten Hollywood-Sachenmitmacht'. Und ich verurteile das nicht, aber es ist nichts für mich.
Was habt ihr gefragt?
SGP: Wie es war, an der Serie zu arbeiten.
CB: Es war hart und herausfordernd und ich mag es, sehr burschikos zu sein. Ich bin androgyn, ich trage Leder und Jeans und Stiefel. Ich bin eher ein Mädchen mit Stiefeln und jungenhaft. Also war es für mich eine große Herausforderung wie eine Lady zu agieren. I habe eine Perücke mit zwei Pfund getragen, ich weiß nicht, wie viele Kilos ein Pfund ist [Anm. d. Red.: 1 Pfund = 0,45kg], aber es war schwer. Ich möchte mich nicht beschweren, weil es als Schauspieler dämlich klingt. Es ist ein großartiger Job. Aber es war für mich einfach eine Herausforderung, weil ich es so gewohnt bin, bequeme Kostüme zu tragen.
Mit alle dem musste man eine gute Haltung haben. Und [ich nahm nur] flüssige Nahrung [zu mir]. Und dabei ich liebe mein Essen. Ich denke, Frauen sollten essen, was sie wollen und mit ihrem Körper machen können, was sie wollen, und diese eingeschränkte Ernährung machte mich etwas miesepetrig. Ich habe mich etwas bedauert. Aber die Kostüme und jeder vor Ort waren da, um mit Liebe und Sorgfalt zu versuchen, das alte Rom nachzustellen. Für etwas Unbehagen konnte ich diese außergewöhnlichen modischen Kleider tragen, die Einzelstücke waren, die auf meinen Körper drapiert wurden. Alle dort wollten fortwährend, dass ich so gut aussehe, wie ich konnte. Dafür bin ich sehr dankbar, aber es ist nicht mein Geschmack.
SGP: What is your first impression of Comic Con Prague? Do you enjoy your time here?
Claudia Black: It's wonderful. It's really a great venue. It's really well organized and I really like and appreciate that the fan experience is being prioritized. It's not about pushing people through to sign as many autographs as possible. This seems very family oriented, very kind and very thoughtful for the fans.
SGP: What is it like for you to still talk about Farscape and Stargate after all these years? And what do you think makes those shows special because they are still so popular today.
CB: I didn't realize how popular Stargate was here. And I always associate my time with Ben Browder with Farscape because that was almost like a baby we made together – in a way - a story-baby we got to create and co-create and collaborate. Stargate was very much formed before Ben [Browder] and I arrived. So we were fitting in almost like last pieces of a puzzle that had very much been assembled before we came. It's amazing with technology that people can find our shows even now.
There are new people coming to the shows even though it's been twenty or thirty years. Yeah, a long time. And I think when you make something with intelligence and imagination – it's such a winning combination. I think that's what's the most beautiful thing to me about Science-Fiction; it is both those things: thoughtful and imaginative. There's logic but there's a balance because there's also heart in the story. And I think what Stargate did so well was to come up with very thoughtful science-based stories but with characters that you fall in love with; that feel like a family.
And with Farscape it was very much an experiment because it was the Jim Henson company. It was a beautiful experience as actors to be given the space to collaborate. Brian Henson would always ask the question 'Why not?'. If somebody said 'We can't do this! It's impossible' he would say 'Why not?'. We don't get a lot of opportunity - especially in Hollywood - to bring our voice, our heart, our ideas. And with Farscape it required everybodys input and my personal philosophy when making art or trying to make art is the more people who contribute the better.
SGP: We really appreciated when Vala joined SG-1. What did you enjoy most about the character? And what made you want to play Vala again because you had the one episode in season 8 and then returned as a regular?
CB: Ok, I've never asked anyone this before but I really want to know. I will answer the question but then I want to know why you appreciate Vala. Ok?
SGP: Ok.
CB: Ok, so after doing Farscape,... Aeryn was very serious. She had a lot of tragedy in her life. Her first tear was scripted. Her first smile was scripted. It was very contained and she was very tight and in pain and suffering. Vala was a similar type woman. Very strong on the outside, very soft on the inside, but she chose to be more playful and have more fun. And so she was in the lightness more. So it was really a nice breath of fresh air for me after giving all of my pain and my sorrow and my despair to Aeryn to then be able to be more playful with Vala. I was very shocked that Vala was well received. I thought everybody on Stargate – the fans – were going to hate her, honestly. Because she was so different. Because she was the opposite of what I thought everyone loved on Stargate - with the rules and the format and the formula of the show. We have an episode where we go through the Stargate and we have an adventure on a new planet. Vala is like a new planet. So having her around, I thought, was going to be a big problem for the fans and it was really beautiful for me to find that people appreciated her. But I don't know why.
SGP: I just think Vala was fun. She was different and I think she changed the atmosphere of the show. And I think that was a positive thing, I mean they already had eight seasons.
CB: True, you need a new spice in the food. The food gets boring without a new spice. But I thought, yeah, I'm just very impressed and grateful because I thought people would want to go 'She's breaking all the rules and turning everything upside down and we like it the way that it is'. And I say that because I'm a creature of habit. If I like a food in a restaurant, I don't change my order. I order the same thing every single time.
SGP: I can relate to that.
CB: Right? So I was really surprised that people opened their hearts to Vala. Really surprised.
SGP: In your panel you mentioned that there was an idea about a Stargate spin-off with Vala and Daniel. Do you know at which time that was? Was it after SG-1 was canceled or before?
CB: No, before.
SGP: Before?
CB: It was because they weren't sure wether the network was going to give them more seasons. They didn't know if they were going to get a season 10. And they – I think – they said, 'We know we are going to get season 9 but we're not sure about 10 and we really want to do 10 because we get to have the anniversary. There's all sorts of benefits to doing season 10.
'However, we really feel there's something special between Vala and Daniel and we would be interested in exploring that even if SG-1 stops at 9. We personally would like to explore more of the Stargate universe and more between Daniel and Vala. So if we were to start thinking about writing a whole show around Vala and Daniel are you even interested? And I said 'Absolutly! Of course' because it was me and Michael [Shanks]. We had really easy chemistry.
SGP: What would the new Stargate show need to offer you that you would say 'Yes, I'm back!'. Is there a certain storyline or something you want to explore?
CB: That's a good question. I always used to say as an Australian that on our flag, on our coat of arms - you know, how in each area of Czechia you have a different crest for the regions. For Bohemia and others. Someone just showed me that. I was like 'Really?' .... In Australia, we have the emu which is a bit like an ostrich and we have the kangaroo and we were told that they don't have the tendon that allows an animal to walk backwards. They can only go forward. And that was psychologically, what we were told as children at school, is why those animals were chosen to represent Australia. We're always looking forward, never back.
So I would always say, I don't go back toa show I've been on before because I'm an Australian and I'm always looking forward, right? So it's a good question to explore and consider.
I think for me because as I said in the panel, I'm confused right now as a woman, who really grew up in the business from a young age. I'm a very hard worker. I have a very strong work ethic, but it is completely unnatural to work in television at the pace, which is required to save money. And so I would be curious about exploring a way to live sustainably as a human being and also make a show I'm proud of. So for me it's more sort of a practical personal lifestyle question because I believe and trust that if I'm working with people again who already had the brilliance to create these characters they're going to have fantastic ideas and there's a high chance I'm going to love their ideas. So it's not really about the creative aspect, it's more the realistic lifestyle aspect of it.
SGP: So you were on Farscape, Stargate and also Star Wars Ahsoka, three big sci-fi shows. What was it like to work on them and what were the big differences? What did they have expectedly or unexpectedly in common?
CB: The thing that is always the same across the board is the intelligence of the fan base. So I always love interacting with people who watch the shows I've been on. They're just beautiful, kind, friendly people around the world. So when I come, I feel like I've already met you before because there's something that feels the same about all of us. And I don't feel like different to the audience. I feel like we would be friends, if I was watching the show we would have met online. That's how I feel. And as I said on the panel I feel like I'm in a conversation with the audience whether I get to meet them or not.
What was interesting to me about working on Star Wars was the technology because we were shooting in the Volume that George Lucas had designed in his mind decades ago and everyone told him it was impossible and he was crazy. So to work on something with that level of technology, I was so interested in how it was even possible. So I was always inbetween scenes asking the company that ran the Volume how it works; how does the technology work. I found that really fascinating.
It wasn't because the canon of Star Wars is so famous they had to lock down the scripts, the stories. I wasn't given a full script to read and that to me was disappointing as an actor because I like to prepare and do a deep analysis of the whole episode, not just the scenes I'm in. Because that's the way I've been raised as an actress, to do proper analysis. It's like, if this is a masterpiece painting and they only allow me to paint over here and they don't tell me what any of the other colors are, it's difficult for me to do my job I think.
And Farscape was the opposite. Farscape I was able to contribute so much and I guess Stargate was in a way in the middle, but everyone – you know just always lovely people to work with. So that I appreciated on all three shows.
SGP: Although it is sad that you won't be part of season 2 of Star Wars Ahsoka – we completely understand why – but is there any advice you would give to productions like these especially regarding how they handle moving productions from one continent to another and how this plays into cast desicions?
CB: Oh, what a wonderful question. Thank you for giving me an opportunity to speak on this because when we talk about diversity and inclusion, women and unpartnered mothers or single mothers are not thought of in negotiations at all. Or different family structures, alternative family structures. And I wanted to speak about it because I'm noones's first thought in negotiations. My children are not their first thought, so if I don't speak who will.
There is so much invisible – what I would want them to know and ask other people about in their lives is – about invisible labour, which should never be invisible. People don't understand the mental load often usually the women carry in these nuclear family dynamics and in the overculture. And we're tired and we can't function and, as I say, I am the cook, the cleaner, the gardener, the taxi driver, the person who shows up to all the games and what have you, so when I leave it takes about seven people to replace me.
So I would like the industry to understand, what it takes for a woman to bring her heart and soul to something. From which they will benefit, but they are not willing to put a value on that financially. And that's so misunderstood. And it's been really beautiful to have people understand why I said 'no'. I mean, they wanted to pay me what I was paid when I first started in the business over thirty years ago, I think. Basically what they originally offered was equity minimum and it would have cost me to do it; physically, emotionally and financially. And it had already cost me to do the first season.
So your question was what would I want people to consider moving [productions] to other countries? That's the even bigger issue of course, is when you actually leave you need to be replaced in your household and it's not easy. Yes, my children are more grown now, but I'm a very present mother. But even when we were shooting in Los Angeles it was almost harder in some ways because I was expected by production to still run my life. My day didn't stop when I got home. So I was up at 4am to go and work at the studio and then travel. They're not really thinking about the indivdual experience.
SGP: Recently we could see you as Cossutia in Spartacus House of Ashur. What was the audition process like and what drew you to playing that role?
CB: I didn't audition for Cossutia. My relationship with the show had been thirteen / fifteen years ago being asked if I would like to audition, not by the producers, but by my agent. They're asking for full nudity, very graphic sex scenes from an actor, if you're interested, it's an absolute requirement to do this show. And I said 'Absolutely not'.
I've spend most of my career keeping my clothes on. I thought from the beginning, that it was, as if there was this unspoken expectation that actresses would hand their body over to the industry and that it somehow belonged to everyone else and I felt like I spent most of my career so far haggling to get pieces of my own self dignity back.
And so when I was communicating about something on Twitter – I decided to be more personal, because I wasn't normally online - and I wrote a long Twitter Thread about something and Steven DeKnight who is the showrunner of Spartacus retweeted and said 'I love this actress, I would work with her in a heartbeat'. And so I wrote back 'available for a coffee and a chat anytime'. Right? Why not? That was amazing about Twitter. It was a marketplace to at least meet people, I don't like it but I love talking to fans. I love meeting people that I wouldn't normally meet and learning from them.
And seven years or so later, Steven DeKnight was asked finally – I mean Starz had been asking him many times, if he would do Spartacus again somehow - and he said 'ok, I have an idea'. And he wrote the role with me in mind, partly because of that interaction, but partly because he's just a big fan. And when I heard that there was a role that was age appropriate for me, I thought 'I wonder, if he wrote that for me?' and then they had a Zoom interview with me just to check, if I was a horrible person, cause they said 'We don't want to work with horrible people. You need to be a decent human. But would you be interested in playing the role, that we have written for you?'. Thinking about me and he also wrote Graham McTavishs role with Graham in mind. And they say, that normally when you write for someone it never happens that you get them, but he got both of us. So it was a privilege to not audition.
SGP: What was it like working on Spartacus opposed to more family friendly shows like Stargate?
CB: Usually I don't even watch shows like that because it's too much for my nervous system. There's a science-based theory around watching horror movies, that it can be really good for you. For your health because you go through some of the stress that the character goes through, but you survive because you watched it in your living room or in the movie theater. And watching with other people, too, as a collective experience. They think, there's some value to that and you all make it through together and you can laugh afterwards.
So for me watching that type of content is … it's just too much for me and I usually watch something before I go to sleep. And my sons can't watch the show. They are just like 'tell me the episodes where you're in the bath or doing this thing with the gladiator'.
But I just decided to do it for a number of reasons. I had more status in the industry. So I was able to say 'no' to full nudity and graphic sex scenes myself. And they were ok with that, very respectful, especially since they thought of me for the role. But I said 'you know, if people have been almost paying me to take my clothes off for most of my career and I said no and now you want to pay me to take them off at my age? I think that's a power move. How interesting to have a woman in her fifties represented who choses to age naturally. Nothing about me is augmented except my hair colour. And I am apparently naturally a blond, but I'm greying. So I thought it was an interesting thing for women and a lot of people have been saying to me 'It's great to have a woman of my age up there on screen not doing all of this crazy Hollywood augmentation'. And I don't judge it, but it's just not for me. What did you ask?
SGP: Just what it was like working on the show.
CB: It was rigorous and challenging. I like being a tomboy. I'm an androgyn, so I really like wearing the leathers and the jeans and the boots. I’m a boots girl and a tomboy. So for me it was very challenging to act like a lady. I wore a two pound wig. I don't know, how many kilos a pound is, but it was heavy. I don't want to complain because it sounds stupid as an actor. It's a great job. But it was just challenging for me because I'm so used to being more comfortable in my costumes.
So you had to have that great posture in all of that. But also a liquid diet. And I love my food. I think women should eat what they want to and do what they want with their bodies and having that restricted diet made me a little miserable; feeling a little bit sorry for myself. But the costumes and everyone was there, to replicate really with a lot of love and care, to try and replicate Ancient Rome. So for a little bit of discomfort, I could wear these extraordinary couture, one-off dresses, that have been draped to my body. They were all there very continously wanting me to look the best that I could look. So I'm very grateful, but it's not my taste.