Regisseur Timur Bekmambetow experimentiert mit dem Film Mercy mit einem dystopischen Science-Fiction-Film in dessen Zentrum Künstliche Intelligenz steht. Der Film startete im Januar 2026 in den deutschen Kinos und steht aktuell im Streaming bei Prime Video zur Verfügung. Doch was können Zuschauer vom Film tatsächlich erwarten?
Inhalt
LAPD-Detective Chris Raven (Chris Pratt) wacht in einem Stuhl in einem Gerichtssaal auf; doch in keinem normalen Gerichtssaal, sondern im Mercy-Komplex vor dem Avatar der KI-Richterin Meddox (Rebecca Ferguson). Er wird beschuldigt, seine Frau Nicole (Annabelle Wallis) umgebracht zu haben. Chris kann sich an die letzten Stunden nicht erinnern und hat nun gerade einmal 90 Minuten Zeit, um seine Unschuld zu beweisen. Der einzige Vorteil, den er hat: mit Richterin Maddox hat er Zugriff auf alle Datenbanken und kann flexibel über Anrufe und Videocalls mögliche Zeugen kurzfristig zu befragen.
Doch reicht das aus, um eine Mordermittlung abzuschließen und seine Unschuld zu beweisen? Sofern er überhaupt unschuldig ist!
Kritik
Als Zuschauer wird man ohne große Einleitung in die Situation hineingeworfen; genauso wie der Hauptcharakter. Man kann sagen, dass Mercy vor allem zwei Themen abdeckt: die künstliche Intelligenz inklusive der digitalen Möglichkeiten, die Mordermittlung durchzuführen, und die eher persönliche Geschichte von Chris Raven und seiner Familie. Der Fokus liegt aber mehr auf dem digitalen Aspekt.
Was den Film ausmacht ist die Erzählweise über Kameraaufnahmen. Denn im Film wird viel auf Überwachungskamera, Bodycams und Handyvideos zugegriffen über die ein guter Teil der Story erzählt wird. Actionszenen werden gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt und sind so recht rasant. Gleichzeitig muss man natürlich teilweise schauen, dass man den Überblick nicht verliert.
Etwas einfacher zu verfolgen sind hier die familiären Zustände von Chris Raven, die zwar nicht von Anfang an ganz so offensichtlich sind, wie man zunächst denkt, aber nach und nach recht nachvollziehbar enthüllt werden. Denn da sich Chris selbst nicht an die genauen Ereignisse erinnern kann, bleibt die Frage offen, ob die KI vielleicht doch Recht hat und er der Mörder seiner Frau ist.
Zwar gibt es durchaus die ein oder andere interessante Offenbarung, doch insgesamt sind die meisten Entwicklungen ziemlich vorhersehbar und nicht so überraschend, wie sich die Filmemacher wahrscheinlich gewünscht haben.
Und obwohl Jessica Ferguson einen guten Job macht, eine emotionslose KI darzustellen, wirken die Versuche, die KI ins Wanken zu bekommen, etwas unbeholfen. Das würden wir nicht einmal auf die schauspielerische Leistung zurückführen, sondern vor allem auch auf das Drehbuch. Denn als Zuschauer scheint der gewisse Zwiespalt der KI ohne wirkliche Grundlage und wenig überzeugend.
Fazit
Mercy möchte offensichtlich einen Blick auf die Gefahren von KI werfen. Dafür siedelt man den Film in der nicht allzu fernen Zukunft an. Der Einsatz als Richter, um der Vielzahl an Verbrechen gerecht zu werden, ist zwar gewagt, aber nicht zu weit hergeholt.
So ganz überzeugen kann der Film jedoch nicht. Wirklich große Überraschungen bleiben aus und die Charaktere haben uns nicht so wirklich mitfiebern lassen. Trotzdem handelt es sich um einen ganz soliden Film den man sich ohne zu große Erwartungen zu haben anschauen kann.
Wo kann man Mercy sehen?
Mercy ist eine Produktion der Amazon MGM Studios und ist im Streaming bei Prime Video (Stand: 29.08.2026) verfügbar.
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