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Thema: [ATLANTIS] Zellentrakt

  1. #1
    Senior Master Sergeant Avatar von RodneysGirl
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    Standard [ATLANTIS] Zellentrakt

    ...

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  2. #2
    Wraith a minute! Avatar von Skarg
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    Skarg
    - Einstiegspost -

    Ein leichter Ausdruck des Erstaunens war in der Mimik des Wraith zu sehen, als dieser schließlich mitsamt seiner 'Eskorte' durch das Stargate in den Gateraum von Atlantis gelangte. Natürlich hatte er durchaus eine technisch weit fotgeschrittene Zivilisation erwartet. Doch das Bild, welches sich ihm hier nun bot, war direkt überwältigend. Und das, obwohl er aktuell lediglich den Gateraum der Antikerstadt und den Gang Richtung Zellentrakt sehen konnte. Der Außerirdische hielt seine Hände hinter seinem Kopf und zwei Soldaten mit Waffe im Anschlag liefen hinter ihm her, um ihn auf schnellstem Wege in die Zelle zu führen. Genau so lauteten immerhin auch die Bedingungen, denen er selbst zugestimmt hatte, um das Außenteam hier her begleiten zu dürfen. Als Wraith besaß Skarg einige feine Sinne, die in der Lage waren, bestimmte Signale der Menschen in seiner Umgebung wahrzunehmen. Und eines spürte er hier recht deutlich: Nervosität. Entsprechend bemühte er sich aktuell nicht einmal durch unüberlegtes, neugieriges umblicken auch nur den Anschein einer falschen Bewegung zu erwecken, welche die Menschen mit den Waffen hinter ihm vielleicht hätte unruhig machen können. Angesichts dessen, wie vorsichtig die Soldaten in seiner Gegenwart agierten, hatten sie mit seinen Artgenossen bisher wohl eindeutig keine positiven Erfahrungen gemacht. Kooperativ ließ er sich also in die Zelle führen, stellte sich dort in eine Ecke und wartete mit dem umdrehen brav bis er hörte, dass sich die Zellentüre hinter ihm geschlossen hatte. Genau so, wie man es ihm aufgetragen hatte. Erst als die Zelle verriegelt war und er sogar das kurze Aufblitzen eines Energieschildes zwischen den Gittern sah, ließ er seine Hände wieder langsam sinken und drehte sich langsam um.

    Nun entspannten sich die Soldaten ebenfalls merklich und ließen den Wraith zunächst alleine in der Zelle zurück. Doch vermutlich hatte man dennoch vor der Türe einen Wachposten abgestellt. Skarg atmete tief durch und blickte sich etwas in seinem Gefängnis um. Komfortabel war es hier nicht gerade und vermutlich auch nicht für längere Gefangenschaften eingerichtet. Recht klein und nicht einmal an eine Sitzgelegenheit hatte man gedacht. Nun, wenigstens war das gedämpfte Licht des Zellentrakts für empfindliche Wraith Augen recht angenehm. Das zumindest war doch schon mal etwas positives. Davon ab machte sich bei dem Grünling jedoch gerade ein etwas mulmiges Gefühl breit: War das hier wirklich eine so gute Idee gewesen? Wenn man erst einmal in einer kleinen Zelle steckte und realisierte, dass man jemandem gänzlich ausgeliefert war, dann fühlte man sich wohl generell nicht gerade sehr wohl. Egal welcher Spezies man angehörte. Andererseits konnte der Wraith die immensen Vorsichtsmaßnahmen irgendwie auch nachvollziehen. Sicherlich hatten einige Menschen auf Atlantis ebenfalls den Gedanken, ob es eine gute Idee war einen potentiellen Feind in die Basis zu lassen. Was seine Artgenossen in der Galaxis so anstellten, nun, das wusste auch Skarg sehr gut. Auch wenn er selbst nie wirklich unter ihnen gelebt hatte und sie nur hier und da aus sicherer Distanz intensiv beobachtete, da er natürlich auch mehr über seine eigenen Wurzeln erfahren wollte.

    Wie auch immer, wer nicht wagte, der konnte auch nichts gewinnen. Und irgendwie fühlte sich Skarg auf seinem Herkunftsplaneten nach all den Jahrhunderten auch oft ein bisschen wie ein Gefangener und brannte darauf, auch einmal neue Welten zu sehen und neue Dinge zu erfahren. Er musste den Menschen hier einen Vertrauensvorschuss gewähren. Ebenso wie sie auch ihm einen Vertrauensvorschuss gewähren mussten. Alles weitere würde sich dann wohl früher oder später zeigen.


    Doch aktuell war es erst einmal still abgesehen von einem leisen surren des Schildgenerators der Zelle. Wann ihn jemand 'verhören' würde wusste der Wraith nicht, also beschloss Skarg, sich erst einmal ein wenig auszuruhen und zu warten. Er setzte sich auf den Boden, ein Bein vor sich angewinkelt, und umschlang dieses etwas mit den Händen und schloss erst einmal die Augen und verarbeitete so auch die Anspannung, die sich in ihm selbst aufgebaut hatte. Außerdem konnte er in der Zelle eingeschlossen ohnehin erst einmal nichts weiter tun, um sich zu beschäftigen.

  3. #3

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    John Sheppard

    cf: Besprechungsraum

    Auf dem Weg zum Zellentrakt hatte John sich zumindest noch eine Pistole aus der Waffenkammer geholt. Da der Wraith sich bisher friedlich verhalten hatte, wollte er nicht vollständig bewaffnet zu dem Verhör gehen, aber zumindest eine M9 musste sein. Beim Zellentrakt angekommen nickte er den beiden Wachen kurz zu und betrat dann den leicht abgedunkelten Raum. Der Wraith hatte sich auf den Boden gesetzt und die Augen geschlossen. Auf John wirkte es fast so, als würde er meditieren. Unwillkürlich fragte sich John, was wohl im Kopf dieses Wraith vor sich ging. Plante er vielleicht sogar seine Flucht aus der Zelle? Für einen Augenblick beobachtete er den Wraith, bevor er sich dann leicht räusperte, um ihn auf sich aufmerksam zu machen.

    „Du bist also der Wraith, der sich dazu entschieden hat, bei Menschen zu leben.“, meinte John skeptisch und ging noch einen Schritt näher an die Zelle heran. Obwohl die Kugel den Energieschild niemals durchdringen würde, lag seine rechte Hand auf der Waffe.

    „Ich bin Colonel Sheppard. Hast du auch einen Namen?“, fragte er, denn wenn der Wraith so lange bei den Menschen gelebt hatte, dann hatten die Menschen ihm sicherlich einen Namen gegeben und falls er doch keinen haben sollte, dann wäre das für ihn schon ein erster Hinweis darauf, dass hier doch irgendetwas nicht stimmte und dieses Dorf vielleicht ein Ort voller Wraithanbeter war, die für den Wraith gelogen hatten, damit er in Atlantis eindringen und die Stadt ausspionieren konnte.
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  4. #4
    Wraith a minute! Avatar von Skarg
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    Skarg

    Menschen und Wraith hatten durchaus hier und da mehr gemeinsam, als beide Arten das je von sich zugeben würden. So beispielsweise auch, wie sie auf verschiedene Situationen reagierten. Und auch wenn Skarg nach außen hin geradezu meditierend und ruhig wirkte, so hatte er in seinem Kopf gerade eine chaotische Flut von Gedanken. Oder anders gesagt: Er war durchaus ziemlich nervös und fühlte sich fast so, als würde er demnächst zu einem alles entscheidenden Gerichtsprozess antreten müssen. Es überraschte ihn selbst, dass er nun so reagierte. Denn auf seinem Planeten klang eine vorübergehende Gefangenschaft für ihn noch gar nicht so schlimm. Doch die Realität sah nun anders aus. Insbesondere, weil Skarg nach dem bisschen was er von Atlantis gesehen hatte davon ausging, dass die Menschen vielleicht sogar Lantianer waren. Aus den alten Datenbanken des Schiffswracks seiner Art, welches er in seinem langen Leben studiert hatte, und von Geschichten die man sich im Volk bei dem er lebte erzählte, wusste er immerhin auch einiges von der Geschichte der Pegasus Galaxie. Und damit auch, dass man es als Wraith sicher immens schwer hatte gerade einen Antiker von seinen nicht feindlichen Absichten zu überzeugen. Und eines war sicher: Aus dieser Hochsicherheitszelle würde er selbst vermutlich nie heraus kommen. Sein weiteres Schicksal lag nun definitiv in der Hand der Menschen, die in dieser beeindruckenden Stadt lebten.

    In all den Gedanken, die er in seinem Kopf durchspielte bemerkte Skarg nicht einmal das Geräusch der Türe zum Zellentrakt und wurde daher erst auf John aufmerksam, als dieser sich mit einem Räuspern bemerkbar machte. Skarg öffnete die Augen und blickte auf, erhob sich dann mit bewusst langsamen Bewegungen vom Boden und nickte Sheppard grüßend zu.


    "Danke, dass Sie mich anhören, Colonel Sheppard.", sprach er mit ruhiger Stimme und machte ein paar langsame Schritte etwas näher auf den Menschen zu, blieb aber bewusst in einem gewissen Sicherheitsabstand in der Mitte der Zelle stehen und ging nicht zu nahe an die Gitter heran. Sicher, durch das Energieschild hätte er nicht einmal hindurch greifen können, aber etwas mehr Vorsicht zu beginn war sicherlich nicht verkehrt. "Mein Name ist Skarg.". - Schon diese zwei Sätze zeigten wohl, dass dieser Wraith wirklich ein sonderbares Exemplar seiner Art darstellte. Sicherlich hätte sich ein Wraith so gut wie nie bei einem Menschen bedankt. Und schon gar nicht würde ein Wraith seiner potentiellen Nahrungsquelle einen Namen verraten. Nein, das taten Wraith normalerweise nicht einmal bei den Menschen, die sie anbeteten.

    "Ehrlich gesagt wurde mir diese Entscheidung vor vielen Jahrhunderten von eben diesen Menschen abgenommen, denn zu diesem Zeitpunkt war ich selbst noch nicht in der Lage eigene Entscheidungen zu treffen.", korrigierte Skarg dann Sheppards Aussage, dass er sich dazu entschieden hätte, bei Menschen zu leben. "Aber rückwirkend betrachtet war dieses Schicksal nicht verkehrt. Ich hatte bisher ein friedliches und gutes Leben ... bei diesen Menschen.".

    Skarg musterte Sheppard kurz aufmerksam und dabei fiel ihm auf, dass der Colonel seine rechte Hand auf einer Waffe ruhen hatte, die er jederzeit schnell hätte ziehen können. Offenbar waren die Menschen an diesem Ort nach wie vor ähnlich nervös, wie Skarg es gerade durchaus auch in der Zelle war. Mit einer kurzen Kopfbewegung deutete der Wraith schließlich Richtung Johns Waffe und verschränkte seine Arme hinter seinem Rücken. "Sie haben mein Wort, dass sie die bei mir nicht brauchen werden, Colonel Sheppard.", merkte er dann noch knapp an.
    Geändert von Skarg (01.05.2018 um 15:39 Uhr)

  5. #5

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    John Sheppard

    Dieser Wraith war wirklich seltsam. Er hatte noch nie einen Wraith gesehen, der sich bei einem Menschen bedankte und sich irgendwie schon fast selbst ein wenig wie ein Mensch verhielt. Bisher zeigte der Wraith keine Spur von Hochmut oder Aggression. Also entweder der Kerl war ein guter Schauspieler oder er war tatsächlich daran interessiert mit den Menschen auf Atlantis zusammenzuarbeiten. Irgendwie konnte John sich das gar nicht wirklich vorstellen. Die Bilder von Menschen, die von den Wraith in Kokons eingesperrt worden waren, damit sie sich an ihnen nach Belieben nähren konnten und von Colonel Sumner, der von der rothaarigen Wraithkönigin an den Rand des Todes getrieben worden war, wollten ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. Das Feindbild war für ihn bisher äußerst klar gewesen. Es hatte eigentlich nur schwarz und weiß gegeben und nun stand da ein Wraith vor ihm, der diese Definition komplett durcheinander brachte. War dieser Wraith möglicherweise die Wraithvariante eines Tok‘ra?

    „Skarg...“, wiederholte John den Namen und nickte leicht.

    Der Name klang etwas fremdartig und passte in seinem Augen zu einem Wraith. Offensichtlich war sein Gegenüber bereits viele hundert Jahre alt und wenn John Skargs Worte richtig interpretierte, dann war er wohl als Kind zu diesem Volk gelangt und dann dort aufgewachsen. Er bezeichnete all die Jahre, die er dort verbracht hatte, als sehr friedlich, doch John fragte sich unwillkürlich, ob das Leben für dieses Volk, nun da Skarg in Atlantis war, nicht noch um einiges friedlicher war. Immerhin hatten sie nun kein Raubtier mehr in ihrer Mitte. Auch wenn der Wraith bei den Menschen aufgewachsen war, konnte er sich kaum vorstellen, dass er nicht irgendwann das Bedürfnis gehabt hatte sich an ein wenig Menschenenergie zu laben. Wahrscheinlich gingen einige ungeklärte Morde auf diesem Planeten auf Skargs Konto. Denn genauso wie ein vegetarisch ernährter Hund bei der ersten Gelegenheit ein schönes Stück Fleisch fressen würde, war auch ein Wraith gewiss nicht davon abzuhalten menschliche Lebensenergie aufzunehmen.

    „Also sind sie bei diesen Menschen aufgewachsen?“, fragte er, obwohl seine Worte eher wie eine Feststellung klangen. „Wie sind sie auf den Planeten gekommen und warum sind sie nicht irgendwann zu ihrem Volk zurückgekehrt?“, fuhr er mit seinen Fragen fort und war sich dessen bewusst, dass er plötzlich zum Sie gewechselt war.

    Aber wenn der Wraith diese höflichere Form der Ansprache verwendete, fühlte es sich für John seltsam an weiterhin beim Du zu bleiben. Es war zwar so oder so seltsam mit einem Wraith ein ausführliches Gespräch zu führen und die Tatsache, dass der Wraith ihm auch noch sagte, dass er seine Waffe nicht benötigte, machte die Sache noch verrückter. „Wenn sie wirklich schon so lange bei den Menschen leben, dann dürften sie auch wissen, dass wir etwas skeptisch ihrer Spezies gegenüber sind.“, erwiderte John ernst und ließ als Zeichen des guten Willens dann trotzdem seine Hand sinken. Der Wraith hatte bisher nichts getan, was bedrohlich wirken könnte und durch das Kraftfeld konnte er ihn so oder so nicht erreichen, genauso wenig wie eine Kugel den Schild durchdringen und den Wraith verletzen konnte.

    „Was haben sie eigentlich getan, wenn Handelspartner des Volkes, bei dem sie gelebt haben, durch das Stargate gekommen sind oder die anderen Wraith geplant haben das Volk auf ihrem Planeten anzugreifen?“, stellte John noch ein paar weitere Fragen, denn besonders die Tatsache, dass Skarg nicht bei irgendeinem Ausdünnen entdeckt und auf ein Wraithschiff gebracht worden war, fand er sehr seltsam. Aber vielleicht hatte der Wraith ja auch dafür eine logische Erklärung.
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  6. #6
    Wraith a minute! Avatar von Skarg
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    (ooc: Sorry, dass die Länge ein bisschen eskaliert ist, bei der Antwort auf die Frage wie er da hin kam konnte ich nicht so viel wegkürzen dass es noch Sinn ergibt. *g*)


    Skarg

    Skarg nickte bestätigend, als Sheppard noch einmal feststellte, dass der Wraith bei Menschen aufgewachsen war. Natürlich war das eine absolut ungewöhnliche Geschichte, also war es nicht weiter verwunderlich, dass John als nächstes näher wissen wollte, wie Skarg denn überhaupt in diese Lage gekommen war. Und natürlich warum er nicht einfach zu seinen Artgenossen zurückgekehrt war. "Nun, Colonel Sheppard, das ist durchaus eine recht umfangreiche Geschichte, die ich teilweise auch selbst nur aus Erzählungen der Menschen kenne, da ich zu diesem Zeitpunkt noch zu jung war, und an diese Tage keine eigene Erinnerung habe.", berichtete er also wahrheitsgemäß. "Ich versuche es einmal so gut ich kann zusammen zu fassen: Vor sehr langer Zeit machte sich ein Basisschiff auf den Weg zu dem Planeten, auf dem Ihr Team auf mich gestoßen ist. Zu dieser Zeit waren die meisten meiner Artgenossen im Zyklus der Ruhe. Entsprechend waren in der Galaxie nur wenige Basisschiffe überhaupt aktiv. Und zwar lediglich diejenigen, die Versorgungsgüter transportierten oder den für höhere Aufgaben im Hive vorgesehenen Nachwuchs beherbergten. Im Gegensatz zu beispielsweise den Drohnen wächst dieser auf Hiveschiffen heran.", begann er mit der Erzählung. "Wie ich mir aus den automatischen Datenlogs des Schiffswracks inzwischen rekonstruieren konnte schien es beim Austritt aus dem Hyperraum einen technischen Defekt gegeben zu haben. Die Schilde waren deaktiviert und ein Mikrometeorit schlug in ein Triebwerk ein und löste ein Kaskadenversagen in der Energieversorgung des gesamten Antriebs aus. Durch die Massenträgheit driftete das Bassisschiff in die Gravitation des Planeten hinein und die Impulsmaschinen konnten nicht schnell genug wieder hochgefahren werden, um sich dieser Schwerkraft noch zu entziehen. Das Schiff stürzte ab.", setzte der Wraith in ruhiger Erzählstimme fort. Dabei hielt Skarg stets den Blickkontakt zu Sheppard. "Jedenfalls hat die Besatzung so schnell es ging jeden Dart besetzt, der vorhanden war, und versucht das Schiff vor dem Aufprall noch zu evakuieren so gut es ging. Das Schiff schlug dann auf den Waldplaneten auf und die ganzen Bäume haben praktisch den unteren Teil des Schiffes komplett weggerissen. Doch einige überlebten trotzdem und setzten die Evakuierung am Boden fort. Die Darts in der Luft wurden genutzt die verbleibenden Wraith mit dem Transporter-Strahl aufzunehmen. Und die Menschen auf dem Planeten hatten Glück, dass aufgrund des Mangels an aktiven Basisschiffen die Evakuierung eine höhere Priorität hatte als die Ausdünnung. Außerdem … zeigt meine Art nicht gerne, dass sie verletzbar ist und wollte auch deshalb wieder möglichst schnell verschwinden.".

    Skarg machte eine kurze Erzählpause und atmete einmal ein und aus, bevor er die Geschichte fortsetzte. "Am nächsten Tag haben einige Dorfbewohner das Schiffs-Wrack begutachtet. Die Wraith waren inzwischen alle abgezogen. Nur einer aus der Reihe des Nachwuchses war bei der Evakuierungsaktion verloren gegangen und lag fast tot im Wald. Dieser Wraith war ich. – Sicher fragen Sie sich jetzt, warum die Menschen mich nicht getötet haben, wo es ein leichtes für sie gewesen wäre in meinem Zustand … nun, das Volk auf diesem Planeten hat den festen Glauben daran, dass nichts im Universum bösartig geboren wird und letztendlich das Umfeld in dem man heranwächst entscheidet, welchen Weg man einschlägt. Da ich nach menschlicher Definition noch ein Kleinkind war und damit noch nicht geprägt entschied man sich, mich aufzunehmen und gesund zu pflegen. Zugegeben wohl unter dem Protest einiger anderer Bewohner, aber letztendlich wollten sie es trotzdem versuchen. Und so geriet ich zu den Menschen die mir an diesem Tag das Leben retteten. Und auch, als sich mein Körper nach ein paar Jahren schließlich so entwickelte, dass ich nicht mehr in der Lage war mich mit normaler Nahrung am Leben zu halten und dafür eine Lösung gefunden werden musste die nicht beinhaltete, dass ich die Menschen angreifen musste, die mich retteten.". Skarg nickte. "Und seitdem lebe ich bei dem Volk und helfe es zu schützen. Und das seit vielen vielen Jahrhunderten. Die jetzigen Generationen Menschen die auf diesem Planeten leben sind alle schon mit meiner Anwesenheit aufgewachsen.". Das fasste Skargs lange Lebensgeschichte wohl recht gut zusammen. Skarg ging also auf Johns zweite Frage über, warum er nicht wieder zu seinen Artgenossen zurückgekehrt war. "Warum ich nicht zu meiner Art zurück wollte? Nun … ich habe zwar nie unter anderen Wraith gelebt, aber ich weiß durchaus viel über meine Wurzeln. Ich habe das Schiffs-Wrack dazu genutzt mir selbst vieles beizubringen und habe sehr viel Zeit damit verbracht die Datenbanken dort zu studieren und mir neues Wissen anzueignen. Außerdem habe ich immer dann, wenn andere meiner Art in Reichweite waren ein wenig mitgehört was sie taten. Sie müssen wissen, meine Art ist in der Lage telepathisch über große Strecken zu kommunizieren oder andere an ihren Gedanken teilhaben zu lassen.", meinte er dann. "Ich ging dabei immer behutsam vor, um nicht als Außenstehender erkannt zu werden. Aber … von dem was ich gelernt habe gehe ich davon aus, dass ich bei meiner eigenen Art ein ausgestoßener wäre wenn sie wüssten, wie ich aufgewachsen bin und wie ich mich nähre. Ich hätte keinen Platz bei meinen Artgenossen. Keine Königin würde mich aufnehmen. Und selbst wenn, ich müsste dann an regulären Ausdünnungen teilnehmen und dabei helfen Menschen zu schaden. Ich verstehe, warum meine Art dies tut. Um zu überleben. Aber da ich unter anderen Umständen aufwuchs betrachte ich Menschen als meine Familie. Ich schade nicht denen, die dafür gesorgt haben, dass ich noch lebe. Verstehen Sie?"

    Als John meinte, dass Skarg sicher wüsste, dass Menschen gegenüber Wraith skeptisch waren bildete sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Außerirdischen in der Zelle, welches aufgrund seiner physischen Merkmale zwangsweise ein wenig hinterhältig aussah, aber keineswegs so gemeint war. "Das haben Sie sehr diplomatisch ausgedrückt.", meinte Skarg zu Johns Worten und schmunzelte. "Doch in der Tat kann ich diese Skepsis nachvollziehen.", gab er also zu und nickte bekräftigend. Positiv nahm Skarg jedoch wahr, dass John als kleines Entgegenkommen seine Hand von der Waffe nahm.

    "Handelspartner waren fast schon ein größeres Problem als die anderen meiner Art.", berichtete Skarg dann weiter auf Johns fragen. "Natürlich mussten mich die Dorfbewohner jedes Mal wenn jemand durch das Stargate kam verstecken. Hätten Handelspartner von meiner Existenz gewusst, hätte das Dorf sicher als Wraithanbeter gegolten, was in der Pegasus Galaxie keine gute Basis für Menschen ist. Die Hütte in der ich war, war also weiter vom Stargate entfernt und wir haben Zeichen vereinbart wie andere Bewohner warnen können, wenn gerade außenstehende das Dorf besuchten. Wenn ich auf dem inzwischen komplett zugewachsenen und dadurch recht gut getarnten Schiffs-Wrack mitten im Wald ein paar Forschungen betrieben habe, haben wir sogar ein Zeichen ausgemacht das ich sehen konnte um nicht dann ins Dorf zurückzukommen, wenn Fremde da waren. So konnte das Volk meine Existenz immer recht gut vor anderen Völkern geheimhalten. Und auf dem Planeten wusste ohnehin jeder Bescheid.", erklärte er.

    "Und was meine Art betrifft: Wraith greifen Planeten an, weil sie etwas wollen. Es ist also kein großes Problem sie fern zu halten: Man muss lediglich dafür sorgen, dass der Planet für sie uninteressant ist. Und früher während der Ruhephase kamen ohnehin nie so viele Wraith in die Nähe des Planeten.", meinte Skarg. "Ich bin mir sicher in den Berichten Ihres Teams steht, dass die ungewöhnliche Bauweise des Dorfes auffallend ist. Die Häuser stehen recht verstreut in den Wald integriert, die Dächer sind mit Moos und anderem bedeckt. Felder sind nicht in üblichen Rastern angelegt, sondern auch bewusst aus Mustern ausbrechend. Und Feuerstellen haben alle Abdeckungen, die man darüberstülpen kann um die Flammen schnell zu ersticken ohne, dass Rauch entweicht.", meinte der Wraith. "Ich weiß nicht, wie viel Sie über Wraith Technologie wissen, aber wenn im Bericht Ihres Teams irgendwo steht, dass die Bauweise des Dorfes daran erinnert, dass Orbitale Scantechnik irritiert werden soll dann … wissen Sie meine Arbeit zu schätzen die ich im Laufe der Jahrhunderte auf diesem Planeten den Menschen beigebracht habe.". Wieder huschte ein kurzes Lächeln über das Gesicht des Wraith. "Wenn ein Schiff kam, kam es beim Scannen des Planeten zu dem Entschluss, dass keine Gruppe Menschen ausreichender Größe für eine Ausdünnung dort zu finden ist und sie flogen einfach weiter. Da niemand damit rechnete, dass bewusste Gegenmaßnahmen gegen die Scantechnik unternommen wurden verließen sich bislang zum Glück auch alle auf die Ergebnisse ihrer Sensoren.". Skarg nickte zufrieden. Und ein bisschen stolz schwang in seiner Stimme mit. Das die Maßnahmen die er entwickelte um 'seine' Leute zu schützen so lange Zeit bestens funktioniert hatten.

    Skarg nahm seine Arme wieder von hinter seinem Rücken nach vorne und verschränkte sie vor seiner Brust, zoppelte sich mit der rechten Hand etwas an seinem Bärtchen.

    "Lassen Sie mich raten, Sie fragen sich, warum ich mich dann ausgerechnet Ihren Leuten enttarnt habe und warum ich dieser hoffentlich vorrübergehenden Gefangenschaft zugestimmt habe, wenn ich keine Hintergedanken hätte, richtig?", fragte der Wraith dann lässig nach und legte ein wenig den Kopf schief.

    "Um ehrlich zu Ihnen zu sein hatte ich schon Hintergedanken.", gab er dann zu und legte seine Hand kurz an seine Brust und deutete eine fast schon entschuldigende Verbeugung an bevor er sich wieder gerade hinstellte und seine Arme wieder hinter seinem Rücken verschränkte. "In letzter Zeit fiel mir auf, dass immer häufiger Basisschiffe vorbeifliegen, um den Planeten zu scannen. Auch welche von unterschiedlichen Wraith Clans, was meiner Einschätzung nach ein sehr ungewöhnliches Verhalten ist, denn soweit ich weiß sind die Territorien zwischen den Königinnen recht strikt aufgeteilt.", berichtete er dann. "Wenn ich das was ich aufschnappte und beobachtete richtig deute sind vermutlich viel zu viele meiner Art gleichzeitig erwacht. Fragen Sie mich nicht, warum es so ist. Allerdings wird die Suche nach geeigneten Planeten zum ausdünnen meiner Einschätzung nach intensiver. Und ehrlich gesagt macht mir das Sorgen. Ich weiß nicht, ob meine Tarnung dem künftig weiterhin so effektiv standhalten kann, wenn die Suchen meiner Artgenossen nach neuen Weidegründen aggressiver werden.", meinte er dann. "Als ich Ihre Leute beobachtet hatte fiel mir auf, dass Sie moderne Waffen und Geräte besitzen. Die Geräte der Vorfahren, wie die Menschen sie nennen. Oder seid ihr am Ende sogar selbst Nachfahren der Lantianer?", fragend legte Skarg den Kopf etwas zur Seite. "Ich fand, dass es nicht verkehrt wäre vielleicht einen Verbündeten zu finden, der im Ernstfall helfen kann die Bewohner des Dorfes zu verteidigen oder ihnen vorrübergehende Evakuierungsmöglichkeiten anzubieten. Außerdem … bin ich neugierig. Ich würde gerne von Euch mehr über Eure Technik lernen. Das waren meine Hintergedanken. Und deshalb habe ich dieses Risiko auf mich genommen, welches uns gerade in diese Situation gebracht hat."

    Er nickte.

    "Aber ich habe im Gegenzug auch etwas für Euer Volk anzubieten.". Meinte er dann. "Ich habe mir im Laufe der Zeit sehr viel über die Wraith Technik beigebracht und ich würde von mir behaupten, dass ich bei meinen Artgenossen durchaus als sehr fähiger Techniker gelten würde. Ich biete Euch mein Wissen in diesem Bereich an. Und mein Wissen über meine Art. Ich bin bereit mit Euch zu kooperieren, wissen zu teilen.". Er legte eine künstlerische Pause ein und tippte sich dann mit zwei Fingern seiner rechten Hand gegen seinen Kopf. "Außerdem bin ich ein ziemlich gutes Frühwarnsystem andere meiner Art wahrzunehmen." fügte er noch ein wenig scherzend klingend hinzu. So endete er zunächst die Beantwortung von Johns fragen und blieb dann wieder stumm in der Mitte der Zelle stehen und blickte Sheppard gespannt an, was dieser nun sagen würde.
    Geändert von Skarg (20.06.2018 um 22:09 Uhr)

  7. #7

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    John Sheppard

    Die Geschichte des Wraith klang fast wie ein Märchen. Sie begann sogar mit vor langer Zeit und klang irgendwie viel zu seltsam um wahr zu sein. Irgendwie fehlte John nur noch ein „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ am Schluss um das Wraithmärchen perfekt abzurunden. Aber alleine die Information, dass Wraithdrohnen nicht auf den Hiveschiffen aufwuchsen, war schon einmal sehr interessant und John fragte sich, ob er dem Wraith, wenn er weiter ein freundliches Gespräch mit seinem Feind führte, noch weitere interessante Informationen entlocken konnte.

    Die Geschichte wie das Wraithschiff abgestürzt war, war für John vollkommen nachvollziehbar. Auch der Ablauf der Evakuierung klang logisch. Selbst die Tatsache, dass Skarg bei der chaotischen Evakuierung verloren gegangen war, konnte er noch irgendwie verstehen, aber dass die Menschen auf dem Planeten wirklich so naiv waren und glaubten, dass der Wraith mehr oder weniger gezähmt und dazu gebracht werden konnte, dass er keinem Menschen schadete, klang sehr befremdlich. Gewiss hatten die Menschen auf diesem Planeten schon zahllose Freunde und Verwandte bei den Angriffen der Wraith verloren und dennoch ließen sie solch ein Geschöpf in ihr Dorf und pflegten es sogar gesund? Auch wenn Skarg damals noch ein Kleinkind gewesen war, dürfte den Bewohnern des Planeten trotzdem bewusst gewesen sein zu was sich das Kind irgendwann einmal entwickeln und irgendwann schon alleine aus biologischen Gründen ihr Feind werden würde.

    John war fast davon überzeugt, dass er zu den Dorfbewohnern gehört hätte, die dafür gestimmt hätten, dass der Wraith dort blieb, wo er war oder dass man ihn von einem Leid erlöste. Wobei, wenn er wirklich damals lediglich ein Kleinkind gewesen war, dann war die Situation vielleicht doch nicht ganz so einfach und für einen Augenblick war sich John unsicher, ob er wirklich in der Lage gewesen wäre ein Kind zu töten. Die Dorfbewohner hatten sich in einer unglaublich schwierigen Situation befunden und ohne dabei gewesen zu sein, war es für John nahezu unmöglich zu sagen, wie er reagiert hätte. Aber alleine der Gedanke daran ein Kind zu töten erfüllte John mit Abscheu. In Afghanistan hatte er mehr als genügend tote Kinder gesehen und diese Bilder würde er nie wieder aus seinem Kopf bekommen. Wenn Wraithkinder dann auch noch vielleicht ziemlich menschenähnlich waren, dann war es eigentlich unmöglich ihnen etwas anzutun, wenn man kein Herz aus Stein oder in der Lage dazu war sein Gewissen vollkommen auszuschalten und einfach das zu tun, was wahrscheinlich das beste für das eigene Volk war. Wobei wenn es wirklich stimmte, dass Skarg die Menschen auf dem Planeten schon mehrfach vor dem Ausdünnen bewahrt hatte, dann war es möglicherweise sogar das beste für das Volk gewesen, das Wraithkind am Leben zu lassen und die Theorie des Volkes, dass niemand böse geboren wurde, hatte sich bewahrheitet.

    Auch Skargs Theorie, dass er bei seiner eigenen Spezies als Ausgestoßener leben müsste und von keiner Königin aufgenommen werden würde, klang mehr als logisch. Durch Teylas Fähigkeiten hatten sie auch schon den ein oder anderen Einblick in die Gedankenwelt der Wraith erhalten können und die Dinge, die sie berichtet hatte, deckten sich fast vollständig mit dem was Skarg erzählte. Je mehr John von der Lebensgeschichte des Wraith erfuhr, desto mehr war er hin und her gerissen, ob er dem Wraith wirklich glauben sollte oder ob es sich wirklich nur um ein nettes Märchen handelte, dass die Wraith sich ausgedacht hatten um Atlantis zu infiltrieren. Der direkte Angriff war bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen, also war es gut möglich, dass sie nun auf eine andere Strategie umgeschwenkt waren. Dennoch ließ sich John zu einem Nicken hinreißen, als der Wraith fragte, ob er seine Beweggründe verstehen würde. Wenn das, was der Wraith behauptete, wirklich stimmte, dann hatte er den Menschen auf dem Planeten schon unzählige Male das Leben gerettet. Für die Menschen dort musste er ein unglaublich großer Held sein und doch plante der Wraith nun dieses Volk zu verlassen und nach Atlantis zu gehen.

    „Denken Sie nicht, dass ihr Volk ohne Sie nun wieder häufiger von den Wraith angegriffen werden wird?“, fragte John skeptisch und wenn der Wraith wirklich so menschenliebend war, wie er tat, dann konnte John sich nicht vorstellen, dass der Wraith dabei kein schlechtes Gewissen hatte.

    Und auch über die möglichen Hintergedanken des Wraith hatte er sich Gedanken gemacht. „Ja, diese Frage ist mir schon durch den Kopf gegangen.“, erwiderte John ehrlich und verkniff sich eine Anmerkung, als der Wraith behauptete, dass er nicht wusste, wieso immer mehr Hiveschiffe erwachten, denn im Prinzip war er daran schuld. Hätte er nicht die rothaarige Königin getötet, dann würden die Wraith wahrscheinlich immer noch schlafen. Aber dass er einen Großteil der Schuld trug, würde Skarg noch früh genug erfahren, wenn er wirklich für längere Zeit hier in Atlantis bleiben und irgendwann auch Zugang zu ihren Missionsberichten erhalten würde. Wobei er sich wunderte, dass Skarg bei seinen telepathischen Lauschangriffen nicht schon längst herausgefunden hatte, dass eine kleine Gruppe Menschen eine Königin ermordet und einen Krieg heraufbeschworen hatte.

    Skargs Frage, ob manche von ihnen Nachfahren der Lantianer waren, ließ John unbeantwortet. Dadurch, dass manche von ihnen von Geburt an das ATA-Gen hatte, ging er davon aus, dass diese Personen weit entfernt mit den Lantianern verwandt waren, aber dadurch, dass sie kaum etwas über die Geheimnisse ihrer vermeintlichen Vorfahren wussten und selbst erst einmal Atlantis erforschen und lernen mussten, wie sie mit der Stadt der Antiker umzugehen hatten, konnten sie kaum Nutzen aus ihrer Verwandtschaft ziehen, außer dass sie in der Lage waren die Geräte der Lantianer zu bedienen und ihre Technologie zu initialisieren.

    Die Dinge, die Skarg ihnen anzubieten hatte, klangen tatsächlich nicht schlecht. Es wäre gut, wenn sie noch ein wenig mehr über die Technologie der Wraith herausfinden könnten, denn bisher hatten sie sich in diesem Bereich fast ausschließlich auf ihr Glück verlassen müssen. Aber Skarg als alleiniges Frühwarnsystem gegen die Wraith einsetzen zu wollen erschien ihm etwas zu riskant. Da vertraute er doch lieber auf die Langstreckensensoren von Atlantis.

    Als der Wraith schließlich seine Erklärungen beendet hatte, verschränkte John die Arme vor der Brust und ließ sich alles, was Skarg gesagt hatte, noch einmal durch den Kopf gehen. Bei den meisten Dingen, war er immer noch nicht sicher, was er davon halten sollte, besonders da sie keine Möglichkeit hatten den Wahrheitsgehalt seiner Geschichte zu überprüfen. Das Volk auf dem Planeten steckte nach so vielen Jahrhunderten auf jeden Fall mit diesem Wraith unter einer Decke und würde seine Lügen gewiss bestätigen und da Skarg sich immer vor Handelspartnern verborgen gehalten hatte, würden sie auch keinen der Handelspartner fragen können. Ihnen blieb also nur das Wort dieses Wraith, der angeblich bei den Menschen aufgewachsen war. „Also fassen wir noch einmal zusammen. Das Raumschiff, auf dem sie sich als Kleinkind befunden haben, ist demnach abgestürzt, sie wurden bei der Evakuierung vergessen, von den Menschen auf dem Planeten gefunden und groß gezogen. Als Dank für ihre Hilfe haben sie sich dazu entschieden sich niemals an Menschen zu nähren und stattdessen ihre Nahrung von Tieren zu beziehen und die Menschen dort vor Wraithangriffen zu beschützen. Nun wollen sie ihr Adoptivvolk noch besser schützen und noch mehr über die Technik der Lantianer lernen. Im Gegenzug bieten sie ihr Wissen über die Wraithtechnologie an. Denken sie nicht, dass das schon fast etwas zu gut um wahr zu sein ist?“, fragte John skeptisch. „Ich weiß nicht, ob ihr Volk Märchen kennt, aber für mich klingt das doch alles etwas zu sehr einem Märchen.“, behauptete John und wartete dann gespannt, was der Wraith dazu zu sagen hatte.
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  8. #8
    Wraith a minute! Avatar von Skarg
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    Skarg

    Der Blick des Wraith lag weiter ruhig auf John, nachdem er diesem seine Lebensgeschichte anvertraut hatte. Der Außerirdische merkte, dass der Colonel über diese Geschichte offenbar erst einmal intensiv nachdenken musste und natürlich trotzdem eine gewisse Skepsis beibehielt. Diese Beobachtung war wohl auch so eindeutig und verständlich, dass man dafür nicht einmal die Gabe benötigte, die ein Wraith eben hatte, Menschen in einem gewissen Grad lesen zu können. Vermutlich hätte Skarg an Johns Stelle auch erst einmal gezweifelt und nicht direkt alles geglaubt, was man ihm sagte. Skarg verstand das Misstrauen, denn selbst er wusste sehr genau, dass Wraith gelegentlich dazu neigten mit gewissen Tricks zu arbeiten, wenn sie ein bestimmtes Ziel erreichen wollten, und dafür Menschen ausnutzen mussten. Skarg schwieg zunächst und schüttelte erst wieder recht spontan und überzeugt den Kopf, als John ihn nach einem Moment der Stille fragte, ob er nicht fürchten würde, dass die Menschen, bei denen er lebte, nun ohne ihn nicht doch von den anderen Wraith angegriffen werden könnten.

    "Ganz im Gegenteil sogar, dieser Gedanke lastet schwer auf mir.", antwortete der Wraith ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen. Irgendwie kamen diese Worte also merklich von Herzen. "Ich habe keineswegs vor, die Verbindungen zu dem Volk, bei dem ich lebe, irgendwie zu kappen. Ganz im Gegenteil sogar. Und ich würde es mir auch nicht verzeihen, wenn sie von den anderen meiner Art angegriffen werden, denn ich verdanke diesen Menschen die Tatsache, dass ich überhaupt noch lebe.". Er nickte bekräftigend und blickte John dann ernst an. "Natürlich ist es schon viele Generationen her. Von denen, die mich damals fanden, lebt schon lange niemand mehr. Es ist einfach zu lange her.", kommentierte er. "Doch kommt dazu, dass ich diese Menschen auch als mein Hive ansehe ... meine ... Familie.".

    Er ging ein paar Schritte Näher zu John - natürlich immer noch getrennt von den Gitterstäben und dem Energiefeld - und sah dem Colonel tief in die Augen. "Sie alle sind inzwischen mit meiner Anwesenheit aufgewachsen und ich denke in der ganzen Galaxie wird mir niemals eine Gruppe so sehr vertrauen wie dieses Volk es tut. Ich wäre wohl ... recht einsam.". Wieder nickte Skarg kurz und atmete tief durch. "Aber ich habe schon ein paar Ideen, wie ich die Menschen vermutlich auch schützen kann, wenn ich eine Weile nicht vor Ort bin. Das abgestürzte Basisschiff ... das Wrack liegt immer noch auf diesem Planeten. Im Laufe der Jahrhunderte ist es ziemlich von Wald überwachsen worden und damit gut getarnt. Ich habe dort sehr viel Zeit verbracht um zu lernen und zu forschen und konnte viele Schiffssysteme wieder zum Laufen kriegen. Vermutlich könnte ich die Langstreckensensoren so umprogrammieren, dass sie auf Hyperraumereignisse reagieren und die Menschen dadurch also ähnlich schnell eine Vorwarnung bekommen können wie wenn ich die Präsenz der anderen meiner Art spüre. Sie könnten dann vielleicht Eure Welt anwählen und ich wäre dann so schnell ich kann wieder dort.", meinte er. "Außerdem müsste ich Sie gelegentlich ohnehin darum bitten, mich wieder zurück zu lassen, um mich zu nähren. Dort wo ich herkomme gibt es eine große Büffelart mit einer recht hohen Lebenserwartung. Zwei, Drei davon decken meinen Bedarf. Andere kleinere Tiere funktionierten nicht, sie halten den Vorgang nicht aus. Und die Herden sind groß genug, um meinen Mehrverbrauch decken zu können.", fügte er noch hinzu. "Ich wäre also so oder so immer mal wieder kurz auf meinem Planeten und könnte dann auch nach dem Rechten sehen bevor ich zu Ihnen zurückkehre.".

    Skarg nahm seine Arme, die er bislang noch hinter seinem Rücken verschränkt hatte, wieder nach vorne und zoppelte sich mit der rechten Hand etwas nachdenklich an seinem Bärtchen und senkte seinen Blick einen Moment auf den Boden der Zelle bevor er weitersprach.

    "Wissen Sie, natürlich geht es mir nach einer so langen Zeit auch darum, einmal neue Welten und Dinge kennen zu lernen und offen gestanden macht mich auch ihre Technologie und Zivilisation neugierig. Ich werde sicher vieles Beobachten, wenn ich bei ihnen bleiben darf.", gab er dann zu. "Doch es geht mir auch um etwas anderes. Die Suche nach bewohnten Planeten durch die anderen Wraith wird immer aggressiver wie ich schon sagte. Ich bin der Meinung, dass das einfache verstecken von Menschen gegen orbitale Sensoren früher oder später nicht mehr ausreichen wird. Meine Art wird deutlich intensiver nach Weidegründen suchen und wird vielleicht zur Zeit- und Ressourcenersparnis auch immer häufiger Aufklärer über verschiedene Stargates schicken. Und davor kann ich das Volk auf diesem Planeten nicht beschützen.", erzählte er dann wahrheitsgemäß. "Ich hoffe, dass wenn ich Ihnen helfe wir vielleicht auch auf Ihre Hilfe zählen können, sollte irgendwann einmal der Ernstfall eintreten. Ihr habt Mittel Euch in einem Kampf zu behaupten oder zumindest eine vorrübergehende Zuflucht für die Menschen anzubieten.". Er blickte sich wieder kurz in der Zelle um und machte wieder einen Schritt zurück.


    Die Frage WARUM alle aufgewacht waren und WER dafür verantwortlich war, darüber war Skarg trotz das er sich gelegentlich in das 'telepathische Netzwerk' seiner Art einklinkte in der Tat völlig uniformiert. Natürlich dachten die Schiffscrews, die vorbei flogen, nicht ständig an diesen Moment, daher blieb diese Information für Skarg auch zunächst verborgen. Und bohren wollte er nicht in diesem telepathischen Netzwerk. Dann würde er mitunter als außenstehender auffallen während er sich so ebenfalls selbst recht unbemerkt 'einklinken' konnte.


    Der Außerirdische merkte, dass John seine Fragen geschickt unter den Tisch fallen ließ, doch da er den Menschen nicht abschrecken wollte, hakte er nicht weiter nach. Er nickte nur, als John seinerseits Skargs Lebensgeschichte noch einmal zusammenfasste. Und dann bildete sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Wraith und er musste sogar kurz schmunzeln als John seine Geschichte mit einem Märchen verglich. Und ja, natürlich kannte auch Skarg (oder die Menschen bei denen er wohnte) Märchen und Legenden. Skarg verschränkte seine Arme wieder hinter dem Rücken und schüttelte dann - immer noch lächelnd - den Kopf.

    "Das heißt Sie finden, dass ein Wraith ein so talentierter Märchenerzähler sein kann?", fragte er John dann schließlich selbstironisch und erklärte damit wohl, über welches Kopfkino er sich gerade selbst so amüsierte. "Ich glaube da muss ich Sie enttäuschen, Colonel. Ich könnte mir so eine Geschichte nicht ausdenken.".

    Sein Blick wurde wieder etwas ernster.

    "In solchen Momenten ist es schade, dass Menschen keine telepathischen Fähigkeiten besitzen. Sonst würde ich Sie in meinen Geist eindringen lassen, sodass Sie sich selbst vom Wahrheitsgehalt meiner Worte überzeugen können. Da das allerdings nicht geht, muss ich Sie um Ihr Vertrauen bitten. Und ich kann Ihnen lediglich mein Wort geben, dass alles was ich gesagt habe der Wahrheit entspricht.".

    Skarg legte begleitend zu diesen Worten seine Hand auf seine Brust und deutete eine leichte Verbeugung mit dem Oberkörper an.


    "Ich schenke Ihnen und Ihrem Volk immerhin gerade auch eine große Portion Vertrauen. Schauen Sie sich um.", Skarg hob kurz beide Arme und deutete damit auf die Zelle um ihn herum. "Ich habe mich völlig Ihrer Kontrolle ausgeliefert. Wer garantiert mir, dass Sie nicht einfach das Energieschild deaktivieren und mich durch die Gitterstäbe erschießen? Wer garantiert mir, dass Sie mich nicht anketten und foltern um an Informationen zu kommen? Oder betäuben und wer weiß was mit mir anstellen. Oder mich einfach nur hier drin qualvoll verhungern lassen.". Er legte den Kopf schief und sah John durchaus etwas provokant an, immerhin war das was er sagte nun wirklich nicht von der Hand zu weisen. "Ist es da zu viel verlangt, auch ein bisschen Vertrauen in mich von Ihrer Seite aus zu verlangen?", fragte er dann. "Darüber hinaus wüsste ich, dass ich sterben würde, wenn ich Sie angreifen würde. Ihr seid klar in der Überzahl und ich habe den Gateraum gesehen, vermutlich könnte ein Wraith von Ihrer Welt aus nicht einmal ohne Hilfe rauswählen. Ich habe kein Steuergerät neben dem Gate gesehen. Ich hätte also keine Chance hier lebend weg zu kommen. Warum sollte ich also auch nur einen von Euch angreifen? Ich wäre dumm es zu versuchen, denn ich hänge durchaus an meinem Leben.". Er nickte und zuckte dann mit den Schultern. Skarg selbst fand, dass die Menschen von Atlantis ihm gegenüber wirklich in einer besseren Position waren und sie es vermutlich durchaus mit ihm versuchen konnten. "Diese Umstände sind auf jeden Fall schon mal nicht von der Hand zu weisen, hm?".

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