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Thema: [SGA] Monsterjagd

  1. #1
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    Standard [SGA] Monsterjagd

    Titel: Monsterjagd
    Autor: Jadzia
    Serie: Stargate Atlantis
    Zeit: Season 5, nach „Brain Storm“ (5.16)
    Spoiler: „Inquisition“ (5.13) und „Brain Storm“ (5.16)
    Charaktere: Sheppard, McKay, das Team und ein paar andere
    Kategorie: General, Hurt/Comfort, Action und Friendship
    Rating: PG-13
    Warnung: Wer den Anblick von Blut nicht mag, der sollte hier lieber die Augen zukneifen
    Länge: 6 Kapitel und ein Epilog
    Beta: Manu – sie hat wieder einmal einen spitzen mäßigen Job geleistet (*ganz lieb drück*)
    Disclaimer: Stargate Atlantis and all related characters are the property of MGM Television Entertainment. All Rights Reserved.

    Inhalt: If there is something wrong in the neighborhood, whom do you call? Nun, offensichtlich die Koalition der sich inzwischen immer mehr Welten anschließen. Und als militärische Exekutive selbiger liegt es an Atlantis sich um solche Fälle zu kümmern. Doch die Aufklärungsmission von Sheppards Team verläuft nicht ganz so wie erhofft und bald schon gibt es mehr als nur ein kleines “Monster”-Problem…

    Author's Note: Nach längerer Abstinenz habe ich endlich wieder mal eine Story beendet! Und aus welchen Gründen auch immer war es keines meiner angefangenen Werke... Jedenfalls hatte ich eine menge Spaß beim Schreiben und ich hoffe doch stark, dass ich in Zukunft etwas mehr in die Tasten hauen werde um ein paar weitere zu produzieren. Und tatsächlich habe ich auch schon wieder eine neue Idee die gerade Gestalt anzunehmen beginnt...
    Wie dem auch sei, ich wünsche euch viel Vergnügen mit diesem Werk und hoffe, dass es die nötige Dosis Whump beinhaltet nach der so viele von uns inzwischen abhängig sind, ich eingeschlossen. Und wer würde sich besser als Opfer eignen als Sheppard? Nun, vielleicht noch McKay, der hier auch nicht ganz unbeschadet herauskommen wird... Aber lest selbst!

    Feedback: Oh, und ob ich Feedback haben will! Das ist doch der halbe Spaß an der Sache, oder?
    __________________________________________________ _______________________


    Monsterjagd

    by

    Jadzia

    Kapitel 1

    Ein fernes Knacken, wie von losen Dielen, ließ John Sheppard innehalten. Doch in der kaum von einem Lichtfetzen durchbrochenen Dunkelheit um ihn herum war nichts zu erkennen. Wieder einmal.

    Doch diese trügerische Stille war alles andere als harmlos, hatte John doch genau auf diese Art und Weise nicht nur die letzte Munition seiner P90 mehr ins Leere denn sonst wohin verschossen, sondern zudem auch noch den Rest seines Teams in dem leer stehenden Gewirr aus Lagerhallen und verrottenden Räumen verloren.

    Der letzte Kontakt hatte ihm gesagt, das ihre Lage nicht sehr viel anders als seine war und Funkstille fürs erste das Wichtigste war, um nicht ungewollt die Aufmerksamkeit “Dritter” zu erwecken.

    Vorsichtig, mit seiner 9mm in den Händen, folgte Sheppard dem modrigen Gang, der ihn wahrscheinlich nur wieder in eine weitere schimmelige Halle bringen würde, in der ein Haufen Kisten aus den letzten hundert Dekaden vor sich hin faulte.

    Jedenfalls hatte er bis jetzt kaum etwas anderes außer diesen stinkenden Überbleibseln oder gähnende Leere in diesem Komplex vorgefunden. Die Bewohner von M78-445 oder Ildos, wie ihn seine Bewohner nannten, wussten selbst schon nicht mehr, wozu dieser halb überirdische, halb unterirdische Lagerbereich einst gedient haben mochte.

    Ein weiteres Geräusch, diesmal definitiv von einem Lebewesen, ließ Sheppard den Blick von seinem Lebenszeichendetektor heben und aufhorchen. Schweiß begann seinen Nacken hinunter zu laufen, während er in der stickigen Luft mit seiner Waffe im Anschlag auf einen Angriff wartete.

    Eine dunkle Gestalt war in der Kurve vor ihm aufgetaucht. Doch anstatt das sich dieses “Etwas” auf ihn stürzte, konnte John diesem dabei zusehen, wie es sich in aller Seelenruhe mit seinen schweren Schritten und glänzend schwarzen Körper langsam aus dem Schatten abhob und auf ihn zuging.

    Diese Einladung nicht verstreichen lassend, zielte Sheppard auf das, was er als den Kopf der Kreatur vermutete und schoss.

    Seltsam erstickt klangen die Schüsse in dem kleinen, muffigen Gang, dessen einziges Licht eine Art Glühbirne war, die einsam und verlassen von der Decke baumelte und sanft hin und her wiegte. Wenigstens funktionierte sie noch, wenn sie auch mehr Schatten als alles andere zu schaffen schien.

    Ein Klicken verriet John, dass er bereits ein ganzes Magazin in die noch immer gemächlich auf ihn zukommende Gestalt verpulvert hatte, ohne dass es der etwa zweieinhalb Meter großen Kreatur etwas ausgemacht hätte.

    Wenn das mal nicht wunderbar war! Bei der schnellen Schussfolge der P90 hatte die seidig schimmernde Kreatur wenigstens die Güte gehabt einmal kurz zu zucken.

    Ohne inne zu halten lud Sheppard nach, feststellend, das es sich um sein letztes Magazin handelte. Leicht zurückweichend, entlud er auch dieses komplett in den Körper vor ihm. Und genauso erfolglos.

    Wie hatten die Ildosianer ihnen gesagt, die Schatten der Finsternis hätten Haut aus flüssigem Eisen und Muskelfasern so stark wie die unnachgiebigste Eisenkette. Naja, das und noch anderes, eher poetisches Gerede über diesen Schrecken ihrer Nächte.

    Genauso tollkühn waren die Vermutungen, was diese Kreaturen wirklich wollten. Klerod, der Dorfälteste der größten Gemeinde auf diesem Planten, hatte sich in farbenfrohen Äußerungen verloren, die eine wilder als die andere.

    Die Wesen sollten die zurückgekehrten Seelen derjenigen sein, die von den Wraith in einen grausamen und langsamen Tod gezwungen wurden. Oder es seien Wesen aus der Erde, die durch den Minenabbau in den Bergen von Ildos aufgeschreckt wurden und nun all diejenigen töteten, die sie um ihren Schlaf gebracht hatten.

    Wie dem auch sei, eins stand außer Frage, Menschen verschwanden und tauchten weder in der einen noch anderen Form wieder auf.

    Und als der gute Dorfälteste, der er nun mal war, hatte sich Klerod, nachdem alle eigenen Versuche der Lage Herr zu werden und diese Kreaturen zu vertreiben oder zu töten fruchtlos geblieben waren, an die Koalition gewandt, die das Problem direkt an Atlantis weitergegeben hatte.

    Wobei direkt hier eher als ein loser Term gebraucht werden sollte. Zu viele Welten stießen in letzter Zeit zu diesem Verband und überlasteten damit die Bürokratie selbigen ein wenig oder eher ein wenig mehr.

    Die leicht feuchte Wand in seinem Rücken spürend, warf Sheppard seine nun nutzlose Waffe fort und zog sein Messer, während er mit der anderen Hand sein Funkgerät bediente. “Bitte sagt mir, dass ihr auf dem Weg hierher seid.”

    Einen Moment lang hörte John nur ein Rauschen, bis die gehetzt wirkende Stimme McKays erklang. “Verdammt! Das war knapp!” Kampfgeräusche im Hintergrund waren deutlich zu hören. “Nein! Ronon, nein, ich halte das für keine so gute Idee. Ronon!”

    Die Kreatur war nun gut drei Meter vor ihm stehen geblieben und Sheppard nutzte die Gelegenheit sich auf eine Tür zu zu bewegen, die nicht weit von ihm entfernt war. Schön langsam, um ja niemanden nervös zu machen.

    “McKay, ist alles in Ordnung bei euch?”, fragte John so ruhig wie es ihm möglich war, während er die Gestalt vor sich nicht einen Augenblick aus den Augen ließ.

    “In Ordnung? Ronon hätte eben fast einen Arm verloren, Teyla versucht erfolglos dem Ding ein Auge auszuschießen - haben die überhaupt Augen? - und ich wäre fast zu Mus verarbeitet worden, aber sonst ist alles in Ordnung hier…”

    “Das Übliche also, ” erwiderte John trocken. “Hier sieht es nicht besser aus, ich starre einem dieser Schatten der Finsternis direkt ins Auge.”

    “Was? Ich - Oh Gott! Ronon, passen Sie auf!-”

    Und damit war die Leitung tot und Sheppard konnte nur vermuten, was sich gerade bei seinem Team abspielen musste.

    Andererseits hatte er sein eigenes kleines Problem, wie er feststellen musste, als er sich durch die Tür schob und diese vorsichtig schloss um sich von seinem Gegner zu trennen. Allerdings bezweifelte er mit einem Blick auf das verrostete Schloss, dass es ihm irgendeinen Nutzen bringen würde.

    Eine kurze Sondierung zeigte ihm zudem, dass er sich damit selbst in die Falle gesetzt hatte. Es war ein kleiner, komplett leerer Lagerraum. Eine Sackgasse.

    Eine, aus der er nicht mehr so schnell herauskommen würde, hatte die schwarzhäutige Kreatur doch gerade die Tür durchbrochen.

    Es hob seinen seltsam langgezogenen Kopf, wie um in der Luft nach seiner Fährte zu wittern - ob dieses Wesen wirklich keine Augen hatte? - nur um im nächsten Moment auf ihn zu zu pirschen. Vorbei war es mit seinem Abstand haltenden, hartnäckig sturen Verfolger. Jetzt wollte die Kreatur es wohl wissen.

    Es hieß Angriff wäre die beste Verteidigung. Also hob John sein Messer und mit einem Schlachtschrei auf den Lippen stürmte er auf die dunkle und mehr als doppelt so große schimmernde Kreatur zu.

    Der Aufprall war hart und so wie es aussah nur für Sheppard. Sein Messer, das auf die schwache Stelle unter eine der armartigen Ausläufer der Kreatur gezielt hatte, hinterließ kaum einen Schnitt in der weichen, wenn auch unnachgiebigen Haut, während er selbst gegen die nächste Wand geschleudert wurde.

    Es blieb ihm gerade mal genug Zeit um sich aufzurappeln, als die Kreatur auch schon wieder über ihm war.

    Ein erneuter Angriff seinerseits ging problemlos durch die Verteidigung seines Gegners, der erstaunlich starr über ihm stand.

    Allerdings hinterließ seine kurze Klinge wieder keinen nennenswerten Schaden auf der dunklen wie feucht schimmernden Haut, die bei näherem Hinsehen weniger aus einer Fläche als viel mehr aus vielen übereinander liegenden Ranken bestand. Etwas, das John aus dieser kurzen Entfernung durchaus nicht hätte sehen müssen.

    Die Gelegenheit ausnutzend setzte Sheppard zu mehreren für jeden Menschen tödlichen Schlägen an, doch jeder einzelne blieb ohne nennenswerte Wirkung. Nicht mal ein Zucken ging von dem leicht gekauert stehenden Wesen aus. Seine Haltung wirkte abschätzend, fast schon witternd, was John einen ungewollten Schauer über den Rücken laufen ließ.

    Mit einem erneuten Angriff wollte er sich seinen Weg zurück zu der einzigen Tür des Raumes bahnen, doch als wenn die Kreatur des Spieles müde geworden wäre, blockte es Sheppard mit einem seiner armartigen Ausläufer ab und stieß ihn in die Mitte des Raumes.

    John kämpfte mit seinem Gleichgewicht, als die Kreatur sich vor ihm komplett aufrichtete und ein weiterer Tentakel sich unter seinem nicht wirklich existierenden Gesicht hervor wand.

    Als sich sein Gegner wieder in seine normale kauernde Haltung zurück begab, nutzte Sheppard seine Chance und visierte dieses neue Ziel an.

    Ein Ohr zerreißender Laut erklang und zerriss die Stille in dem muffigen kleinen Lagerraum. Das Geräusch allein hätte John in die Knie gezwungen, der wütende und wohl schmerzerfüllte Schlag gegen seinen Kopf wäre da gar nicht nötig gewesen.

    Blut schmeckend spürte Sheppard einen weiteren Schlag, kaum dass er am Boden angekommen war, wohin ihn der erste befördert hatte.

    Mehr Zeit als um “jetzt ist es wirklich wütend” zu denken hatte er nicht, als er auch schon erneut durch die Luft flog und auf dem vor Dreck triefenden Boden erneut zum Liegen kam.

    Benommen versuchte er seine fünf Sinne wieder zurecht zu rücken und seinen malträtierten Körper zum Kooperieren zu bewegen, als er spürte, wie er nicht allzu sanft auf den Rücken gedreht wurde.

    Der Anblick der ihn erwartete hätte ihn sicherlich einen Satz zurück machen lassen, hätte er nicht hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken gelegen.

    Der Kopf der Kreatur mit seinem nicht vorhandenen Gesicht war nur knapp zehn Zentimeter von seinem eigenen entfernt und der Tentakel aus diesem zischte förmlich nur so vor seinen Augen hin und her. Wie eine Schlange, allerdings sah das Ganze mehr nach einer überlangen Zunge aus, bedachte man, das sie aus der Kopfregion der Kreatur stammte.

    Der Versuch sich weg zu bewegen wurde im Keim erstickt als die zwei armförmigen Ausläufer der Kreatur ihn förmlich auf dem Boden festnagelten. Tatsächlich fühlte er einen ähnlichen Druck auf seinen Beinen.

    Die leichte Panik verwandelte sich in eine ausgelassene, als Sheppard denselben kräftigen Halt langsam auf seinem ganzen Körper zu spüren begann. Er konnte nicht mehr den kleinsten Muskel rühren und mit Schrecken spürte er, wie sich dieses zungenartige Tentakel vor ihm seidig schimmernd auf seinen Mund zu bewegte.

    Der Schrei, der durch seine Kehle drang, wurde schnell von dem fremden Eindringling erstickt, der sich gewaltsam Eingang in seinen Mund forderte und nun tiefer in ihn eindrang.

    John würgte, doch konnte er nichts tun, als dieser sich schmerzhaft den Weg seinen Hals hinunter bahnte. Tiefer und tiefer in ihn hinein, während der Druck auf seinen gesamten Körper ein neues Höchstmass erreichte.

    Der pure Horror hatte Sheppard gepackt, doch nichts konnte er tun um diesen gewalttätigen Akt zu unterbinden, so sehr er sich auch gegen die ihn niederdrückende Kreatur wehrte und so sehr er auch in seinem Kopf schrie, da ihm seine Kehle versagte.

    Am Ende war es die ihn immer mehr umgebende Schwärze, die ihn von seinen Schmerzen und dem Horror um ihn herum befreite.

    tbc
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


    SGA FFs: Verloren, Sheppard verliert den Bezug zu dem was real ist und was nicht während sein Team versucht ihn zu finden...
    Im Abgrund, John ist nur ein Schatten seiner selbst und wehrt sich heraus zu finden warum...
    Von Haustieren und ihren Haltern, Lornes Team wird vermisst und bald schon geraten Sheppard und Co auf der Suche in eine gefährliche Situation...
    Monsterjagd, eine Aufklärungsmission wandelt sich schnell in ein Problem als Sheppard spurlos verschwindet...

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  2. Danke sagten:


  3. #2
    Fürstin der Finsternis Avatar von Liljana
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    Ich hab das erste Kapitel jetzt in einem Rutsch durchgelesen (genau die richtige Länge für mich) - das ist ja ganz schön heftig *schluck*, aber trotzdem fesselnd und schön geschrieben.

    Mit was für finsteren, blutrünstigen Kreaturen müssen sich Sheppard und sein Team denn da herumschlagen

    Der pure Horror hatte Sheppard gepackt,
    Da kann ich nur sagen: Dito

    Da ist mir ja fast der Appetit auf meine Wurstsemmel vergangen ^^

    Bin gespannt, was diese Kreatur da in Sheppards Hals vorhat und wie es dem Rest des Teams ergangen ist.

    Edit: Ich spekuliere mal, das Monster hat Hunger und sucht in Sheppards Magen nach etwas essbarem
    Geändert von Liljana (12.06.2010 um 18:54 Uhr)

  4. #3
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Oh wow. *Völlig platt bin* Das geht ja schon richtig zur Sache, in Deinem ersten Kapitel.

    Wo zur Hölle ist denn Johns Team da wieder hineingeraten und was sind das für Horrorwesen?

    Wirklich super spannend geschrieben. Was stellst Du bzw. das Wesen nur gerade mit John an? Hab beinahe das Atmen über dem Lesen der letzten Absätze vergessen.

    Bin sehr gespannt, was da noch kommt!

  5. #4
    Major Avatar von claudi70
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    Was hab ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass es von dir eine neue Geschichte gibt. *ganz hibbelig bin*

    Und es geht auch gleich richtig zur Sache, ganz nach meinem Geschmack. *strahl*
    Diese Biester sind ja echt wiederlich.
    Der Schrei, der durch seine Kehle drang, wurde schnell von dem fremden Eindringling erstickt, der sich gewaltsam Eingang in seinen Mund forderte und nun tiefer in ihn eindrang.
    *würg*...oh man, hab glatt die Luft angehalten, wie gruselig. Was glaubt das Wesen dort zu finden?

    Wie es scheint, gibt es noch wiederlichere Wesen als die Wraith, bin gespannt was da noch auf unsere Helden zu kommt.

    Klasse geschrieben, freue mich schon auf den nächsten Teil.

    LG

  6. #5
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    @Liljana: Schön, das dir der Anfang gefällt! Ja, ich denke auch, dass das eine durch aus annehmbare Länge für ein Kapitel ist.
    Also, wenn ich dir den Appetit damit etwas verdorben habe, dann habe ich wohl irgendwas richtig gemacht! Nein im Ernst, es freut mich, das ich bei dir einen kleinen Horrormoment auslösen konnte. Das ist nicht gerade schön, was John da mitmachen muss...
    Edit: Ich spekuliere mal, das Monster hat Hunger und sucht in Sheppards Magen nach etwas essbarem
    Also, bei dem Gedanken wird mir ganz anderes...

    @stargatefan74: Naja, mit Honig fängt man Fliegen, und ein spannender Einstieg ist meiner Meinung nach ein guter Einstieg.
    Und du hast recht, wo sind sie da wieder rein geraten? Noch keinen richtigen Schritt in der Tür und schon gehts Berg ab. Definitiv nicht Sheppards Glückstag.
    Schön, das es dir bis jetzt gefällt, und das mein Schreibstil dich wieder fesseln konnte.
    Oh, und bitte nicht das Atmen beim lesen vergessen, für deswegen georderte Rettungswagen will ich nicht zur Kasse gebeten werden!

    @claudi70: Freut mich, das ich bei dir hiermit voll ins Schwarze getroffen habe!
    Yep, diese Viecher sind echt ekelig. Den würde ich nicht im Dunklen begegnen wollen. Brrr!
    Gruselig sollte die Atmosphäre auch sein. Ich hatte meinem Beta Manu schon gesagt, das ich keine Ahnung hatte, ob ich dieses Ziel erreicht hätte. Aber sie war der Meinung und da du und ihr anderen da augenscheinlich der selben seit, scheint es, als hätte ich es geschafft diese gewisse Stimmung zu vermitteln.
    Oh, und bitte vergiss nicht auch das Atmen übers lesen, wie gesagt, ich zahle kein Notfallteam mit seiner gewiss teuren Ausrüstung zur Wiederbelebung. Sorry.

    So, dann schauen wir mal, ob noch was eingetrudelt kommt.
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


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    Im Abgrund, John ist nur ein Schatten seiner selbst und wehrt sich heraus zu finden warum...
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  7. #6
    Lieutenant Colonel Avatar von Shahar
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    Also nun muss ich mich auch mal zu Wort melden.
    Ich habe das erste Kapitel in einem Rutsch gelesen und gleich noch ein zweites Mal...
    So gut hat es mir gefallen. Dein Schreibstil ist wirklich gut. Flüssig zu lesen, gut verständlich, Fehler habe ich auch keine Gefunden, aber darum ging es mir auch nicht.

    Ich gebe zu, früher war ich ein Horrorfan, aber irgendwann habe ich mich da selbst rauskatapultiert, als ich mir einen wirklich ekligen (*schüttelbibber*) Film angesehen habe. Das wurde mir dann doch zu viel.
    Aber das gilt nun mal für Filme und nicht für den literarischen Bereich. Da hatte ich bisher noch keine Erfahrungen. Bis ich nun deine Story hier gelesen habe und ich muss sagen:

    WOW!
    Ich glaube ich werde wieder Horrorfan und zwar von dir und deiner Story.
    Wirklich sie gefällt mir sehr gut.

    Nun bin ich aber gespannt, was dieses Monster da mit John vorhat. Die Mandeln will es ihm ja wahrscheinlich nicht rausnehmen...

    Also schnell weiterschreiben, ich will bibbern...
    Demnächst:
    SGA: ALEXA: Freaky Fridays
    Lachen und Weinen liegen manchmal so dicht nebeneinander …


    Scarcrow and Dr. McKay: Wa(h)re Freundschaft
    Ein russischer Arzt nimmt an einem Ärztekongress in den Staaten teil, doch auf ihn wird ein Anschlag verübt. Will man hinter seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Medizin gelangen, oder hat er gar mehr zu bieten?

  8. #7
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    Also in der letzten Woche war echt irgendwie der Wurm drin, hatte mir einiges anders gedacht. Und Gestern kam es dann zum krönenden Abschluss, als unsere Jungs gegen die Serben verloren haben...

    Aber bevor es dann endlich das neue Kapitel gibt, hier noch eine Antwort.

    @TinaS: Oh man, mit deinen Worten lässt du mich aber ganz schön abheben! Dankeschön!
    Ich bin selbst kein Horrorfilmfan, aber in geschriebener Form sieht es bei mir da auch ganz anders aus. Ich vermute mal, weil man sich da selbst beim lesen zensieren kann. Das was man so gar nicht sehen mag, das kann man einfach ausblenden.
    Schön, das dir die Atmosphäre gefällt, und mal sehen, was du zu den weiteren Entwicklungen sagen wirst.

    So, dann hoffe ich mal das es für dich und alle anderen ( ) spannend weitergehen wird!
    __________________________________________________ _______________________________

    Kapitel 2

    Noch immer saß Rodney McKay der Schrecken in allen Gliedern, auch wenn sich der Schatten der Finsternis nach seinem fehlgeschlagenen Angriff wieder aus dem Staub gemacht hatte.

    Wohin, daran wollte Rodney besser nicht denken. Dieser gewaltige Erfolg war ohnehin einzig und allein Ronons Blaster zuzuschreiben, hatte doch nichts anderes eine Wirkung in der Haut - oder was auch immer - der Kreatur hinterlassen können.

    Überhaupt musste dieses Ding einem Albtraum entlaufen sein; pechschwarze Körper unnatürlich groß und nur im Entferntesten an die menschliche Anatomie erinnernd. Und da hieß es, die Wraith sähen furchterregend aus.

    Nun, bei genauerer Überlegung taten sie das durchaus, vor allem wenn sie direkt vor einem standen, voller Hunger in ihren Augen.

    Wie kam er jetzt auf die Wraith? Ach ja, monsterhafte Albtraumwesen. Oder besser gesagt mehrere. Wie viele, das wussten nicht einmal die Bauern und Farmer auf diesem, für die Pegasus Galaxie natürlicherweise zurückgebliebenen, Planeten.

    Eine Aufklärungsmission, nichts weiter als sich einen Überblick über das Problem zu verschaffen, genauso hatte es Sheppard formuliert. Übersehen hatte der Colonel allerdings ihre Fähigkeit Ärger aus drei Lichtjahren Entfernung anzuziehen.

    Und so war es nicht verwunderlich, dass ihre Erkundung des wahrscheinlichen Aufenthaltsortes der Kreaturen in einer Flucht vor selbigen endete, in denen sie von Sheppard getrennt wurden und sie alle ein - und wieder vollkommen natürlicherweise - auserkorenes Ziel ihres Observations-Objektes wurden.

    Der einzige Unterschied zwischen ihnen und dem Colonel war, dass sich Sheppard nicht mehr meldete. Und das war nun wirklich Grund zur Sorge, immerhin waren sie zu dritt kaum Herr der Lage geworden und der Colonel starrte der Bestie, wer wusste schon wo, allein ins Auge.

    Wenn doch nur nicht der Korridor eingestürzt wäre und sie getrennt hätte…

    Bis jetzt hatten sie noch keinen Hinweis auf Sheppard finden können. Nicht einmal der Lebenszeichendetektor zeigte irgendetwas an, außer ihre eigenen drei Punkte. Allerdings hatte er bis jetzt auch noch keines der Kreaturen angezeigt, was Rodney dem Antikergerät übel ankreidete.

    “Hier.”

    Unverhofft war Ronon vor ihm in die Hocke gegangen um etwas aufzuheben.

    “Das ist Sheppards 9mm,” stellte McKay mit einem Blick fest.

    “Keine Munition mehr.” Und damit sah sich Ronon weiter um, während Rodney mit Teyla einen Blick tauschte. Sie beide hatten gesehen, wie wenig Wirkung ihre Projektilwaffen auf die Kreatur gehabt hatte.

    Ronon führte sie in einen kleinen Lagerraum, indem sogar McKay erkennen konnte, dass ein Kampf stattgefunden hatte. Die unnatürlich dicke Dreckschicht war aufgewühlt und wenn er sich nicht sehr täuschte, dann lag noch immer aufgewirbelter Staub in der Luft.

    Ronon indes hatte Sheppards von einer schwarzen Flüssigkeit triefendes Messer gefunden, von der sie wussten, dass es der Lebenssaft der dunklen Kreatur war. Lebenssaft einer anderen Art fanden sie allerdings auch.

    “Hier ist Blut,” stellte Teyla fest, was McKay schon das Schlimmste erahnen ließ, doch er erkannte bei genauerem Hinsehen, dass es nicht genug für eine ernsthafte Verletzung war.

    “Er muss etwas in dem Kampf abbekommen haben,” sprach Teyla Rodneys Gedanken aus. Ja, genauso wie sie in ihrem Zusammenstoß, wobei Rodney dabei sehr glimpflich weggekommen war.

    Na ja, Ronon und Teyla hatte es auch nicht schlimm erwischt, allerdings waren sie ja auch nicht auf sich allein gestellt gewesen. Anders als Sheppard.

    “Wo ist er?”

    ooOoo

    “Was heißt das, Sie haben ihn verloren?”

    Irritiert blickte Mr. Woolsey von einem zum anderen, während McKay darauf wartete, dass Ronon den Leiter von Atlantis einfach aus dem Weg schieben würde. Den Gesichtsausdruck dazu hatte der Satedaner bereits.

    Dies schien auch Teyla bemerkt zu haben, die beschwichtigend eingriff. “Bei der Sondierung einer alten Lagerhallenanlage, wo nach Ansicht der Ildosianer die fremden Wesen ihren Unterschlupf fanden, wurden wir von Colonel Sheppard getrennt. Unerwartet sind zwei der Wesen auf uns gestoßen und haben uns auseinander getrieben.”

    “Nicht zu vergessen der Einsturz, der sich bei dem Schusswechsel ereignet hat,” warf Rodney ein. Nur zu gut konnte er sich an das Getöse der einstürzenden Wände und Balken erinnern, die nach all der langen Zeit des Moderns den letzten Halt verloren hatten.

    Ein Schauer überkam ihn, als er an all die vielen Bakterien dachte, die sich gewiss genüsslich auf das nächstbeste Opfer gestürzt hatten; namentlich ihn.

    Doch bevor der aufsteigende Drang die Krankenstation aufzusuchen weiter wachsen konnte, hatte Ronon das Wort ergriffen. “Wir brauchen Marines. Und stärkere Bewaffnung.”

    Ohne auf Woolsey zu achten, der mit einem herrlich skurrilen Ausdruck auf dem Gesicht, irgendetwas zwischen Hilflosigkeit und Resignation, dastand, eilte Ronon in Richtung Amelia Banks, um zweifelsohne die Sache ins Rollen zu bringen.

    Und Zeit, so hatte Rodney immer mehr das Gefühl, war hier der entscheidende Faktor. Fast eine Stunde lang hatten sie den Lagerbereich auf M78-445 abgesucht. Vollkommen ergebnislos, keine Spur, kein Hinweis, nicht mal der Schatten eines Lebenszeichens auf dem LZD, als hätte sich Sheppard einfach in Luft aufgelöst.

    Und genau so war es auch mit den verschwunden Ildosianern gewesen, wenn man den Behauptungen von Kelos… Kleros… dem Dorfältesten glauben schenken konnte.

    Oben im Kontrollraum konnte McKay sehen, wie Ronon den soeben erschienenen Major Lorne abpasste und zusammen mit diesem eiligen Schrittes verschwand.

    Teyla wiederum hatte sich Woolseys angenommen, um diesem zweifelsfrei mit etwas mehr gespickten Details ihres Berichtes zu versorgen, der aus nicht viel mehr als ‘Sheppard ist verschwunden, wir brauchen Verstärkung, um diesen Viechern den Garaus zu machen und den Colonel zu finden’ bestanden hatte.

    Ein erneuter Schauer durchfuhr McKay, als er an diese Wesen dachte. Wenn er sie in diesem Leben nicht mehr sehen müsste, wäre das noch zu früh für seinen Geschmack. Aber es gab gewisse Dinge - oder Personen - die einiges notwendig machten.

    Seufzend sah er auf seine Uhr. Wenn er Ronon richtig einschätzte würden sie in spätestens fünfzehn Minuten aufbrechen. Genug Zeit um einen kurzen Abstecher in die Krankenstation zu machen und wenn auch nur, um Jennifer kurz zu sehen.

    ooOoo

    Das Ambiente für diese Monsterjagd konnte tatsächlich nicht besser sein. Die Nacht war kalt und dunkel, M78-445 hatte keinerlei Monde zur Vertreibung der Finsternis. Nicht einmal Sterne waren zu sehen, weil die Atmosphäre des Planeten mit einer feinen Staubschicht gefüllt war. Sie hielt die gefährlichsten und hellsten Strahlen der Sonne ab, allerdings auch einen sternenklaren Nachthimmel.

    Den leicht drängenden Blick Ronons ignorierend, biss McKay erneut herzhaft in seinen, nun zweiten, Powerriegel. Es gab nun mal gewisse körperliche Bedürfnisse, die nicht zu ignorieren waren.

    Und als Pause konnte man diesen Moment auch nicht wirklich bezeichnen. Dazu hatten der schnelle Happen und die paar Schlucke Wasser einen zu gehetzten “Zwischen Tür und Angel”-Charakter und dauerte bis jetzt auch kaum zwei Minuten.

    Zurzeit befanden sie sich auf einem Hof inmitten des Lagerhallenkomplexes. Seit etwas mehr als drei Stunden waren sie nun schon unterwegs, in denen sie es geschafft hatten ganze zwei der Kreaturen zu erledigen.

    Und die eine auch nur mit der Hilfe der beiden anderen Teams, hatte sich das eine schwarzhäutige Wesen doch überraschend auf sie gestürzt, bevor sie überhaupt richtig in dem Komplex angelangt waren.

    Ein Verhalten, das nicht gerade zu McKays Bestärkung seines Kampfeswillens beitrug. Tatsächlich schmerzte ihm seit diesem Zeitpunkt seine linke hintere Seite, mit der er von einem der dunklen und viel zu langen Tentakeln der Kreatur brutal an die nächste Wand gestoßen worden war.

    Zugegeben, Sergeant Martinez war da schon schwerer verwundet worden mit seiner blutenden Wunde am Arm, aber das waren kleinliche Unterschiede, mit denen sich Rodney jetzt ohnehin nicht auseinandersetzen wollte.

    Es war noch keine fünf Minuten her, als Major Lorne ihnen über Funk verkündet hatte, dass eine weiterer Schatten der Finsternis ausgeschaltet war. Vielleicht war das der Grund, warum Ronon so auf die Fortsetzung ihrer Mission pochte.

    Aber eher wahrscheinlich war die Sorge um Sheppard, von dem sie noch immer nicht die geringste Spur finden konnten. Eine Tatsache, die Rodney ein ungutes Gefühl bescherte, seitdem sie erneut Fuß auf diesen Planeten gesetzt hatten und das mit jeder vergehenden Stunde stärker wurde.

    Insgeheim wussten sie alle, dass, je länger sie keine Spur von Sheppard fanden, desto schlechter auch ihre Chancen standen, den Colonel in einem Stück zu finden, auch wenn es keiner von ihnen offen äußerte.

    Und als wenn dieser wüsste, wohin McKays Gedanken ihn inzwischen geführt hatte, meinte der Satedaner mit weniger harten Augen: “Wir sollten weiter gehen.” Und damit drehte sich Ronon um und schritt durch die nächste, halb verfaulte Tür vor ihnen, die sie vom Hof wieder ins Innere bringen würde.

    Mit Ronon als Vorhut und Teyla im Rücken folgte McKay einem weiteren schäbigen Korridor, der sich mit hundert anderen seiner Art wie Gänge in einem Labyrinth durch den ganzen Komplex schlangen.

    Hier waren die Wände sogar dermaßen instabil und faulig, dass sich bereits ganze Teile in Haufen aus Schutt und Staub verwandelt hatten und klaffende Lücken wie düstere Wunden in dem schwachen Licht der Lampen hinterließen.

    Und war das nicht ohnehin eine akute Gefahr in dieser Anlage? Immerhin hatte ihr ganzes Problem mit dem Colonel doch genau damit angefangen, dass eine der Wände dem Zahn der Zeit - und den Auswirkungen eines Kampfes - nicht mehr hatte standhalten können.

    “Was glauben Sie, warum diese Wesen durch das Stargate gekommen sind?”, fragte Teyla, während sie sich durch weitere Hallen und Räume auf ihrer Suche arbeiteten.

    “Vielleicht ein Erkundungstrupp,” antwortete ihr Ronon, der keinen noch so kleinen Winkel in ihrer Umgebung Außeracht ließ.

    “Das scheint mir eher unwahrscheinlich. Warum sind sie dann nicht nach ihrer Erkundung einfach wieder verschwunden? Seit ihrem Auftauchen sind fast fünf Wochen vergangen. Das Stargate ist unbewacht und frei zugänglich, nichts würde ihnen im Weg stehen.”

    Ein Punkt, der in Rodneys Augen für die Überlastung der Aufgaben der Koalitionsführung sprach und die Ängstlichkeit der Bewohner der Gegend, hatte sich doch keiner dazu bereit erklärt ihnen zu helfen. Man könnte meinen, man hätte sie gefragt es mit einer Horde ausgehungerter Wraith aufzunehmen. Ts.

    “Es könnten Flüchtlinge sein.”

    “Sehen mir nicht wie Flüchtlinge aus,” antwortete Ronon Teylas Worten. Und Rodney musste ihm da zustimmen.

    Ein Geräusch zu seiner Linken ließ McKay herumfahren und sein noch immer unvertrautes Sturmgewehr in eine besonders verfallene Ecke halten. Doch kaum hatte sich Ronon zwei Schritte der Quelle genähert, als eine dieser kleinen, rattenähnlichen Tiere aus der Ecke schoss, nur um im nächsten Moment wieder im Schatten zu verschwinden.

    “Nicht schon wieder eine von denen!”, stöhnte Rodney. Er konnte schon gar nicht mehr zählen, wie oft eines von diesen Dingern ihm beinahe einen Herzstillstand beschert hätte.

    Unheimliche Geräusche in einer Horrorfilmumgebung wie dieser, die nur aus fahlem Licht, faulem Geruch und zu langen Schatten bestand war nichts, was für seinen Blutdruck gut sein konnte.

    “Es könnte auch sein, dass jemand diese Kreaturen loswerden wollte, die nächstbeste Stargateadresse anwählte und sie durchgeschoben hat,” nahm McKay ihr ursprüngliches Gespräch wieder auf, während er darauf achtete, dicht hinter Ronon zu bleiben, nur für den Fall.

    Durch eine große aus den Angeln gebrochene Tür, gelangten sie in einen sich nicht von der bisherigen Gegend zu unterscheidenden Raum. Allerdings hatte McKay das Gefühl, als ob die Umgebungstemperatur ein paar Grad zugenommen hätte. Der letzte frische Windhauch musste schon Jahrzehnte zurückliegen, so muffig und stickig war die Luft.

    “Also wenn ich es nicht besser wüsste -” Doch ein erneutes Geräusch ließ Rodney in seinen Worten innehalten. Das hatte sich nun wirklich nicht wie eine dieser Ratten angehört. Eine Feststellung, die er durch die wachsamen Ausdrücke auf Ronons und Teylas Gesicht bestätigen konnte.

    Unbewusst ein Mal schluckend, wappnete er sich auf das Kommende. Wenn die bisherigen Zusammenstöße mit diesen Kreaturen ein Hinweis waren, dann würde auch dieser sicher unschön verlaufen.

    Ein unamüsiertes Lächeln huschte kurz über McKays Züge, als er lautlos seinen Teamkameraden folgte. Das wäre jetzt genau der richtige Moment für ein paar aufmunternde Worte. Allerdings war der unerschütterliche Optimist unter ihnen zurzeit nicht da, um genau diese zu geben.

    Tatsächlich behielt Rodney diesen Gedanken auch noch drei Minuten später bei, nachdem er sich mit seinem Team in einem erneuten Gefecht mit einer der Schatten der Finsternis wiederfand und er sein bestes gab, um genau diesen Umstand zu ändern.

    tbc
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


    SGA FFs: Verloren, Sheppard verliert den Bezug zu dem was real ist und was nicht während sein Team versucht ihn zu finden...
    Im Abgrund, John ist nur ein Schatten seiner selbst und wehrt sich heraus zu finden warum...
    Von Haustieren und ihren Haltern, Lornes Team wird vermisst und bald schon geraten Sheppard und Co auf der Suche in eine gefährliche Situation...
    Monsterjagd, eine Aufklärungsmission wandelt sich schnell in ein Problem als Sheppard spurlos verschwindet...

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  9. #8
    Fürstin der Finsternis Avatar von Liljana
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    Du bist aber gemein *schmoll*. Da ziehst du mich Satz für Satz immer mehr in den Bann und ich will endlich wissen, was mit Sheppard ist - und am Ende?! - bin ich auch nicht schlauer als am Anfang. ^^

    Aber das "Dazwischen" ist auch nicht ohne. Klasse und spannend geschrieben mit vielen wichtigen/unwichtigen Details, die das Lesen zum Vergnügen werden lassen.

    Tatsächlich behielt Rodney diesen Gedanken auch noch drei Minuten später bei, nachdem er sich mit seinem Team in einem erneuten Gefecht mit einer der Schatten der Finsternis wiederfand und er sein bestes gab, um genau diesen Umstand zu ändern.
    Und?! Wo gehts weiter - mich suchend umschau. Du kannst doch nicht einfach so aufhören; wo zum Henker ist Sheppard und was ist mit ihm passiert? Mutiert er auch zu einem Schatten der Finsternis oder spielt er inzwischen Golf mit ihnen

  10. #9
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    So, hab grade die beiden Kapitel am Stück gelesen. Gefällt mir richtig gut
    Eine Aufklärungsmission, nichts weiter als sich einen Überblick über das Problem zu verschaffen, genauso hatte es Sheppard formuliert. Übersehen hatte der Colonel allerdings ihre Fähigkeit Ärger aus drei Lichtjahren Entfernung anzuziehen.
    Also eine ganz normale Aufklärungsmission
    Seufzend sah er auf seine Uhr. Wenn er Ronon richtig einschätzte würden sie in spätestens fünfzehn Minuten aufbrechen. Genug Zeit um einen kurzen Abstecher in die Krankenstation zu machen und wenn auch nur, um Jennifer kurz zu sehen.
    Hier hast du mich überrascht. Als in den Anfang des Absatzes las, dachte ich eigentlich, jetzt geht Rodney bestimmt in die Kantine
    Aber zwei Absätze später, war er ja schon wieder in einem seiner Lieblingselemente
    Den leicht drängenden Blick Ronons ignorierend, biss McKay erneut herzhaft in seinen, nun zweiten, Powerriegel. Es gab nun mal gewisse körperliche Bedürfnisse, die nicht zu ignorieren waren.
    Dann bin ich mal gespannt, was es mit den Monstern auf sich hat. Freu mich schon auf die Fortsetzung.

  11. #10
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Wie? Kein John im ganzen Kapitel?

    Wo ist er nur abgeblieben, nachdem er so leiden musste? Der Vorteil wird hoffentlich sein, dass John auf diese Art und Weise die übrigen Vermissten finden wird!?

    Ohne auf Woolsey zu achten, der mit einem herrlich skurrilen Ausdruck auf dem Gesicht, irgendetwas zwischen Hilflosigkeit und Resignation, dastand, eilte Ronon in Richtung Amelia Banks, um zweifelsohne die Sache ins Rollen zu bringen.
    Ich glaube, Woolsey sollte Ronon wirklich keine blöden Fragen stellen oder gar Vorwürfe machen. Das würde ihm schlecht bekommen.

    Nun bin ich mal gespannt, was das Team und die Marines so rausfinden werden.

  12. #11
    Major Avatar von claudi70
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    Und es geht spannend weiter.
    Aber wo ist Sheppard geblieben? Die werden ihn doch nicht einfach mitgenommen haben.*grübel*
    Aber vielleicht finden sie durch ihn ja auch die vermissten Dorfbewohner.

    Nicht genug, dass es dort diese eigenartigen Wesen gibt, nein, es rennen auch noch eklige Ratten durch die Gegend. *mich schüttel*

    Tatsächlich behielt Rodney diesen Gedanken auch noch drei Minuten später bei, nachdem er sich mit seinem Team in einem erneuten Gefecht mit einer der Schatten der Finsternis wiederfand und er sein bestes gab, um genau diesen Umstand zu ändern.
    Hoffentlich kommen sie da alle wieder heil raus.
    Und ich hoffe im nächsten Kapitel hören wir wieder etwas von Sheppard.
    Warte gespannt auf die Fortsetzung.

  13. #12
    Major General Avatar von Kris
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    So, nun komme ich auch mal dazu einen Kommentar zu schreiben. Hey, das ist ja wirklich geschickt eingefädelt. Im ersten Kapitel stürzt du den armen John in einen wahrhaft grausamen Kampf mit einem Monster - * ich liebe Shep Whump * und dann lässt du uns im zweiten im Regen stehen - das ist klassisch - aber gut!

    Gerade weil die anderen nur die Reste finden kann man so schön rätseln, was nun eigentlich passiert ist und sich die schlimmsten Gedanken machen - und das tun sie ja auch.

    Das war spannend geschrieben und voll In-Charakter.

    Ich denke, ich werde weiter mit dabei sein.
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  14. #13
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    @Liljana: Also, ich kann ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen; wo bliebe denn da die Spannung, wenn ich jetzt schon verraten würde, was mit Sheppard ist?
    Dein Gedanke gefällt mir übrigens, das John mit einem Schatten der Finsternis Golf spielen ist. Das gäbe der Geschichte ein ganz andere und gewiss ungemein spannende Wendung...

    @Redlum49: Schön, das es dir gefällt! Das freut einen doch immer zu hören.
    Ja, hast schon recht, McKay und Kantine, das sind zwei Dinge, die einfach Zusammengehören! Und ich kann mir gut Vorstellen, das er auf dem Weg zur Krankenstation in gewohnter Manier einen kurzen Abstecher gemacht hat.

    @stargatefan74: Tja, Sheppard ist schwer zu fassen zu bekommen. Und in diesem Falle ist das wohl ein echtes Hindernis für sein Team. Ja, du hast Recht, es wäre schon praktisch, wenn John auf diese Weise Einsicht in den Verbleib der Vermissten bekommen würde. Wir werden sehen.
    Ich glaube, Woolsey sollte Ronon wirklich keine blöden Fragen stellen oder gar Vorwürfe machen. Das würde ihm schlecht bekommen.
    Ich hatte immer das Gefühl, das Woolsey mit Ronon nicht umgehen kann, sie sind einfach zu verschieden. Und Ronon stellt man sich ohnehin nicht in den Weg wenn man den nächsten Morgen unbeschadet erreichen will...

    @claudi70: "Entführund durch Aliens", ja, das hat was. Hört sich zwar verdächtig nach Akte X an (und das, obwohl wir doch auch sehr eindeutig im Sci-Fi-Genre sind) wäre aber gewiss spannend zu sehen.
    Oh je, jetzt wuseln mir zwei FBI Agents im Kopf herum... *schnell wegpack*
    Ich entnehme deinen Worten, das du keine Ratten magst. Dabei sah man doch gar nichts von dem Tier. Jetzt weiß ich aber, womit ich dich das nächste mal so richtig schocken kann!

    @Kris: Schön dich hier zu sehen!
    Ja ja, Shep-whump. Da gibt es kein Mittel gegen, oder? Wenn man einmal drin ist, dann ist alles verloren...
    Jep, das ist eine eher "klassisch" gehaltene Story. Eine, mit der ich zurück in die (Schreib-)Materie zurück stieß. Aus mir unerfindlichen Gründen habe ich immer riesen Abstände zwischen dem Schreiben. Und als erneuten Einstieg ließ sie sich gut an.

    So, und am Schluss noch ein herzliches Dankeschön an alle "Danke"-Drücker!
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


    SGA FFs: Verloren, Sheppard verliert den Bezug zu dem was real ist und was nicht während sein Team versucht ihn zu finden...
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    Monsterjagd, eine Aufklärungsmission wandelt sich schnell in ein Problem als Sheppard spurlos verschwindet...

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  15. #14
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    So, dann kommen wir ohne große Umschweife zum dritten Kapitel. Eigentlich wollte ich es schon am späten Nachmittag online stellen, aber leider war die Seite hier etwas überlastet. Wie dem auch sei, hier die Fortsetzung der Monsterjagd. Und vielleicht finden wir ja endlich heraus, was mit Sheppard geschehen ist...
    __________________________________________________ ______________________

    Kapitel 3

    Rodney machte sich so klein wie möglich und versuchte nicht an die vielen Kugeln zu denken, die nur knapp über seiner gekauerten Position in das schwarze Fleisch ihres Gegners trafen.

    Die Kreatur hatte sich anstatt den Kampf zu suchen eher nach einer Fluchtmöglichkeit umgesehen. Eine Tatsache, die an sich nicht problematisch gewesen wäre, hätte sich McKay nicht genau zwischen dieser und der Kreatur befunden.

    Nur wenige der Kugeln aus Teylas G36 schienen das Wesen überhaupt zu treffen. Ronons Blaster machte da schon mehr Eindruck.

    Ein Ohren zerfetzender Laut durchschnitt die Luft, einer, der irgendwo zwischen einer Kettensäge und zerspringendem Glas lag. McKay jedenfalls konnte nicht anders, als schützend die Hände auf seine Ohren zu legen, wenn er so etwas wie permanente Taubheit verhindern wollte.

    So plötzlich wie das Ohren zerfetzende Geschrei, Gekreische oder was auch immer, der Kreatur angefangen hatte, so plötzlich hörte es auch auf und das nächste was McKay spürte war, wie er von Teyla auf die Beine gezogen wurde und sie die Verfolgung der fliehenden Kreatur aufnahmen.

    Einige Minuten und eine schmerzende Lunge später erhaschte McKay erneut einen Blick auf die Kreatur, die der Satedaner gerade wieder ins Visier nahm. Das Geräusch von Ronons Blaster durchschnitt die vermeidliche Ruhe der alten Halle und zwei der verwitterten Kisten verloren jede Berechtigung, sich als solche zu bezeichnen.

    Die Kreatur war im letzten Moment ausgewichen und hatte sich mit einem unverhofften Sprung durch eines der besonders großen weggemoderten Löcher in einer der Wände von ihnen verabschiedet.

    Ronon ließ einen wütenden Laut raus, als er sich die Tatsache eingestand, das er das über drei Meter über ihm liegende Loch für eine Verfolgung nicht erreichen würde können. Die immer leiser werdenden Schritte auf der anderen Seite unterstrichen diesen Punkt noch.

    Während Rodney die Gelegenheit nutzte um wieder zu Atem zu kommen und seinen durch die vielen hektischen Bewegungen erneut aufgeflammten Schmerz in seiner linken Rückfront zu ignorieren, suchte Ronon nach einem Weg, der sie wieder auf die Fährte der Kreatur bringen würde.

    Teyla indes nahm über Funk Kontakt zu den restlichen beiden Teams auf um den aktuellen Status zu erfahren. Wie es aussah waren inzwischen zwei weitere Schatten der Finsternis ausgeschaltet worden.

    Eine Aussage die ihnen immer noch nicht sagte, wie viele dieser Wesen hier überhaupt herumstrolchten. Wobei Rodneys eigene Vermutung von einer geringen Zahl ausging, wenn die Anzahl der Verschwundenen und die Aussagen der Dorfbewohner ein Indikator waren.

    Teyla beendete ihr Gespräch, nur um im nächsten Moment zu stutzen, sich hinzuhocken und mit der Hand etwas am Boden zu berühren.

    “Was haben Sie?”, fragte McKay, während er seinen Lebenszeichendetektor aus der Tasche zog und auf die Athosianerin zuging.

    “Hier ist Blut.”

    Ein unamüsiertes Lächeln schoss ihm kurz ins Gesicht, bevor er ihr antwortete. “Natürlich, Ronon ist ein guter Schütze.”

    “Nein, das hier ist nicht das Blut der Kreatur.” Teyla hatte sich gebückt um die Substanz am Boden zu berühren. Und von nahem konnte auch Rodney sehen, das es rot und nicht schwarz war, wie überhaupt alles an diesen Viechern.

    “Das ist menschliches Blut, ” sagte Ronon, nachdem er zu ihnen gestoßen war und ebenfalls einen Blick darauf geworfen hatte.

    “Aber hier war keiner. Niemand außer uns und dem Ding. Und da mir zwar so einiges weh tut, ich aber eindeutig sicher sagen kann, dass keine blutende Wunde darunter ist -”

    “Es ist eindeutig frisch,” unterbrach Ronon Rodneys Ausführung, während er sich hinhockte um den Boden zu untersuchen. “Hier ist auch Blut der Kreatur.”

    “Okay. Und was sagt uns das jetzt?”

    Statt einer Antwort bekam er nur eine weitere Frage von Teyla. “Haben Sie irgendwelche Anzeichen in der Umgebung, Rodney?”

    Einen Blick auf den sich noch immer in seiner Hand befindlichen Lebenszeichendetektor werfend, verneinte er. Das Gerät war im Moment tatsächlich nicht viel mehr als ein Hightech-Wegeplan.
    “Allerdings gibt es einen relativ kurzen Weg direkt hinter diese Wand, der uns auf die andere Seite bringen dürfte.”

    Das Team tauschte einen kurzen Blick miteinander aus, bevor sie sich erneut in Bewegung setzten.

    Sie mussten der kaum auszumachenden Spur aus Blut auf dem vor Dreck und Staub triefenden Boden nicht lange folgen, nachdem sie diese gefunden hatten. Hinter einer halb eingestürzten Wand erhaschten sie einen Blick auf die Kreatur, die so sehr daran interessiert war einem Kampf mit ihnen aus dem Weg zu gehen. Tatsächlich zeigten diese Wesen einen sehr ausgeprägten Kampf- oder Flucht-Instinkt.

    Doch für mehr Mutmaßungen blieb McKay keine Zeit, war ihre Anwesenheit doch bemerkt worden. Er hatte kaum Zeit dazu mit erschreckter Faszination zuzusehen, wie sich die gekauerte zwei Meter irgendwas große Kreatur mit ihrer seidig glänzenden schwarzen Haut zu ihnen drehte und sich zu ihrer ganzen Größe aufbaute, was aufgrund einer hohen Decke eindrucksvoll zu bewerkstelligen war.

    “In Deckung, Rodney!”, warf ihm eine zur Seite hechtende Teyla zu, während sie gemeinsam mit Ronon das Feuer eröffnete.

    Das ließ sich McKay nicht zweimal sagen und hinter dem nächst besten Schutthaufen fand er einen ausreichenden Schutz, hinter dem er sich kauern konnte. Dabei konnte er einen weiteren guten Blick auf die Kreatur werfen, die um die Mitte herum ungewohnt füllig aussah, etwas das gut bei diesem etwas helleren Licht zu erkennen war, brannten hier doch noch mehr Lampen als gewöhnlich.

    Nun, das gab Rodney ein breiteres Ziel zum anvisieren und kurz darauf fiel auch er in die Schüsse seiner Teamkameraden mit ein.

    Doch trotz der gewaltigen Statur des Wesens trafen nur die wenigsten ihrer Schüsse. Dabei hätte McKay schwören können, das es bis jetzt mindestens ein Dutzend Kugeln in den schwarzfleischigen Körper geschafft haben müssten.

    Anders sah es da mit Ronons Blaster aus. Dieser hinterließ einen bleibenden Eindruck in dem dunklen Fleisch der Kreatur. Mitunter musste das einer der Hauptgründe dafür sein, weshalb Ronon das derzeitige auserkorene Angriffsziel des Wesens war. Doch noch während Rodney Luft holte um den Satedaner zu warnen, war es auch schon zu spät.

    Einer dieser tentakelartigen Arme - oder was auch immer - weitete sich unnatürlich und schlug Ronon seinen Blaster aus der Hand. Schlitternd kam dieser komplett außer Reichweite in der hintersten Ecke zu einem Halt.

    “Rodney!”

    Er brauchte nicht Teylas Ruf, um ihn aus seiner relativ sicheren Ecke zu treiben bei dem Anblick, der sich ihm gerade bot. Die Kreatur hatte sich ohne Umschweife, nachdem sie sich des lästigen Blasters entledigt hatte, auf Ronon gestürzt und zu Boden gerungen.

    Ein wütendes Stöhnen erklang von dem sich gegen inzwischen vier Tentakel - wo waren die zwei anderen hergekommen? - wehrenden Satedaner, während er versuchte, sich nicht zu Tode quetschen zu lassen. Denn genau so sah das, was sich vor Rodneys Augen auf dem dreckigen Boden abspielte, aus.

    Nach vorne preschend, und wie er hoffte militärisch korrekt, versuchte er erneut ein paar Kugeln in das immer größer werdende Ziel vor sich zu bringen. Teyla näherte sich von der anderen Seite und versuchte ebenfalls eine Schmerz zeigende Reaktion von der Kreatur zu erhalten. Ehrlich mal, auf diese Entfernung mussten sie doch treffen!

    Ein weiterer Tentakel brach aus dem schwarzen Körper mit einem trotz der Kampfgeräusche deutlich zu vernehmendem “Plop” hervor und warf Teyla aus der Bahn. Und das aus drei Metern Entfernung, was McKay schwer schlucken ließ.

    Halb erwartete er, dass auch ihn ein Tentakel gegen die nächste Wand werfen würde, doch blieb er seltsam unbehelligt. Sein Sturmgewehr, mit dem er kaum noch geschossen hatte, um Ronon nicht zu treffen, der noch immer in einem einzigen Wust aus Tentakeln begraben halb unter der Kreatur lag, hatte das Ende seines Magazins erreicht.

    Während er sich beeilte nachzuladen behielt er seine Umgebung im Auge. Einfacher gesagt als getan, war er mit dieser Waffe bis zum heutigen Tage unvertraut gewesen. Er schaffte nicht das von ihm gewünschte Tempo zu erreichen, woran sicherlich das Zittern seiner Hände nicht ganz unschuldig war.

    Ronon kam mit der Kreatur immer näher auf ihn zu und erst als die beiden fast seine Deckung überrollt hatten, hatte er seine G36 wieder schussbereit. Dabei konnte er sehen, wie es der Satedaner schaffte sich genug aus den Griffen der wild umher schlagenden Tentakeln zu befreien um sein Schwert zu ziehen.

    Ein erneutes unmenschliches Kreischen erklang, als Ronon einen davon mittendurch trennte. Sein nächster Schlag wurde von einem Schuss seiner eigenen Waffe begleitet.

    Teyla, leicht im Gesicht blutend, hatte die Gelegenheit des verlagerten Kampfes genutzt und die ehemals außer Reichweite befindliche Waffe an sich genommen. Aus seiner momentanen Starre erwachend, folgte McKay Teylas Beispiel und eröffnete ebenfalls das Feuer.

    Ihre Schüsse trafen genau in den Rücken der Kreatur, die sich daraufhin schmerzerfüllt - jedenfalls deutete Rodney so das Gebaren von ihr - aufrichtete. Ronon ließ diese Gelegenheit nicht ungenutzt und zielte mit seinem Schwert auf die nun vor ihm ausgebreitete Halspartie.

    Ein widerliches “Platsch”-Geräusch erklang und Ronon verschwand in einem Schwall aus schwarzer Flüssigkeit, über die McKay gerade lieber nicht näher nachdenken wollte. Sein Magen hatte sich auch so schon übelgelaunt bei dem Anblick gedreht, der sich ihm darbot.

    Allerdings hatte diese Aktion den gewünschten Effekt, die Kreatur ging mit einem letzten, gurgelnden Geräusch zu Boden und blieb auf der rechten Seite liegen. Der seltsam lang gezogene, ovale Kopf mit seinen nicht vorhandenen Vertiefungen oder Ausbuchtungen ließ McKay unwillkürlich schütteln.

    Mit Teyla zusammen trat er widerwillig an den am Boden liegenden Körper heran - natürlich zwei Sicherheitsabstandsschritte hinter ihr - während sich Ronon mit einem Fußtritt davon überzeugte, das die Kreatur sich auch wirklich nicht mehr rühren würde und das ohne auf dem glitschigen Grund unter ihm auszurutschen.

    “Ist hin,” bestätigte Ronon das, was nach Rodneys Meinung durch die Masse an Blut auf dem Boden und dem Satedaner schon von Anfang an klar gewesen war.

    “Major Lorne, Lieutenant Babcoke, hier Teyla. Wir haben eine weitere Kreatur ausgeschaltet,” übernahm die Athosianerin den Part der Informationsweitergabe.

    Aus Gewohnheit den Lebenszeichendetektor checkend, sah McKay wie Teyla den frischen Leichnam begutachtete, nachdem sie die Bestätigung der beiden Teams erhalten hatte.

    “Was tun Sie da? Ist es nicht schon genug, dass sämtliche Körpersäfte dieses Monsters hier verstreut sind?” Dabei warf er einen scheelen Blick auf Ronon, der gerade dabei war, sein Gesicht wieder erkennbar zu machen.

    Doch Teylas Augenmerk blieb auf dem toten Körper vor ihnen fixiert, mit einem Ausdruck von leichtem Schock im Gesicht. “Ronon, Rodney.”

    Näher tretend konnte McKay erkennen, was die Athosianerin so schockierte. Er selbst wusste nicht, wie er das, was er da vor sich sah erklären sollte. “Das… Das ist keine Wunde der Kreatur. Oh Gott, das ist eine menschliche.”

    tbc
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


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  16. #15
    Brigadier General Avatar von stargatefan74
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    Uih, das war spannen und ... eklig, so früh am Morgen, während ich genüsslich mein Müsli am kauen war.
    Ronon steckt sowas aber wohl leicht weg.

    Irgendwie habe ich sowas ja schon fast vermutet. Haben sich die verschwundenen Personen etwa in diese Dinger da verwandelt? Wenn ja, hoffe ich mal, dass das jetzt nicht Sheppard war, wobei dieser wahrscheinlich dagegen ankämpft und sich seinen Freunden irgendwie bemerkbar macht, bevor sie ihn über den Haufen schießen.

    Bin gespannt, wie es weitergeht.

  17. #16
    Fürstin der Finsternis Avatar von Liljana
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    Woah - das war wirklich im wahrsten Sinne ein "fesselndes" Kapitel. ^^ Eigentlich wollte ich mich weiter der Hausarbeit widmen, aber ich musste das jetzt noch schnell weiterlesen.

    Oh Gott, ich kann den "Schatten der Finsternis" förmlich vor mir sehen (mich gar nicht aus dem Zimmer trau). Schnell ein Blick aus dem Fenster werf - Sonne pur - vertreibt dunkle Schatten

    Dabei konnte er sehen, wie es der Satedaner schaffte sich genug aus den Griffen der wild umher schlagenden Tentakeln zu befreien um sein Schwert zu ziehen.
    Also bei dieser Szene kommt mir grade Jason Momoa als neuer Conan in den Sinn. Da ist er wirklich perfekt für diese Rolle.

    “Das… Das ist keine Wunde der Kreatur. Oh Gott, das ist eine menschliche.”
    Nein nein, das ist nicht Sheppard. Der ist noch dabei, den Kreaturen die Regeln des Golfspielens zu erklären - oder?

  18. #17
    Leitung: Forum Avatar von Redlum49
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    “Ist hin,”

    Da Ronon aber mal wieder sehr wortreich die Tatsachen beschrieben

    Die Frage ist jetzt nur warum Kugeln den Schatten / (Opfern?) nichts ausmachen, Energiewaffen aber schon.
    Und natürlich: Ist die Leiche Sheppard? Aber ich denk jetzt einfach mal nicht...

  19. #18
    Major Avatar von claudi70
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    Da hab ich doch glatt verpasst, das es weiter geht. *mich schäm*

    Man war das spannend. Diese Kreaturen sind aber auch widerspenstig. Aber McKay hat sich wirklich wacker geschlagen.

    Ein widerliches “Platsch”-Geräusch erklang und Ronon verschwand in einem Schwall aus schwarzer Flüssigkeit, über die McKay gerade lieber nicht näher nachdenken wollte. Sein Magen hatte sich auch so schon übelgelaunt bei dem Anblick gedreht, der sich ihm darbot.
    Woah...ist das ecklig. *würg* bloß gut, dass ich noch nichts weiter gegessen habe.

    “Was tun Sie da? Ist es nicht schon genug, dass sämtliche Körpersäfte dieses Monsters hier verstreut sind?”
    Ich kann mir Rodney sehr gut vorstellen, in dieser Situation. *gg* Das ist so typisch für ihn.

    Aber dann das Ende, was für ein fieser Cliff...
    “Das… Das ist keine Wunde der Kreatur. Oh Gott, das ist eine menschliche.”
    Das wird doch nicht etwa unser Colonel sein? *grübel*

    Super geschrieben! Bin gespannt, wie es weiter geht.

  20. #19
    Wake me up in San Francisco Avatar von John Shepp.
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    Hallo!
    ich hab deine FF von Anfang an Mitgelesen und mir immer gedacht: da musst du umbeding noch ein Rewie schreiben, aber das machst du nacher... irgendwie klappt bei mir sowas nie^^
    Aber besser später wie nie^^

    Klasse Geschichte bisher!!
    Ich will wissen wie es weiter geht! Was zum Teufel ist mit Sheppard passiert? Der mutiert doch hoffentlich nicht zu so nem Wesen oder? *bibber*
    Das will ich mir nicht einmal vorstellen..

    Die FF gefällt mir super. Perfekt geignet zum gruseln am Abend
    Mach weiter so!
    Verliere nie die Hoffnung
    denn am Ende der Dunkelheit wartet immer das Licht.

  21. #20
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    @stargatefan74: Naja, es gibt auch Leute die sagen würden, das Müsli nicht unbedingt das richtige Nahrungsmittel bei einer solchen Lektüre ist, die Konsistenz hat doch irgendwie etwas leicht manschiges...
    Aber wie dem auch sei, Ronon ist ganz gewiss einer dem viele solcher Dinge nicht das geringste ausmachen, er hat einfach eine dicke Haut. Muss er auch, sonst hätte er nicht so lange überlebt.
    So, deine Gedanken gingen also in diese Richtung? Ich muss sagen, du hast da einen sehr interessanten Ansatz. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du nach dem heutigen Kapitel sagen wirst...

    @Liljana: Ja, die Schatten der Finsternis haben eine unheimliche Ausstrahlung. Dermaßen groß, mit langen Gliedmaßen und so Nachtschwarz... Denen würde ich nicht begegnen wollen.
    Also bei dieser Szene kommt mir gerade Jason Momoa als neuer Conan in den Sinn. Da ist er wirklich perfekt für diese Rolle.
    Ich habe bis jetzt ein paar Bilder von seiner neuen Rolle gesehen. Sieht schon gut aus! Aber ohne seinen Bart wirkt er irgendwie so fremdartig. Ich habe mich wohl zu sehr an seinen typischen Look gewöhnt.
    Nein nein, das ist nicht Sheppard. Der ist noch dabei, den Kreaturen die Regeln des Golfspielens zu erklären - oder?
    Du legst es darauf an mir dieses Bild in den Kopf zu meißeln, oder? Ganz ehrlich, wenn ich in der Kategorie Humor schreiben würde, müsste ich dich echt nach den Rechten der Ausarbeitung dieser Idee bitten. Aber da ich noch keinen Fuß in dieser Tür habe...

    @Redlum49: Ja, das ist Ronon. Kurz, präzise und auf den Punkt.
    Naja, Kugel machen der Kreatur schon etwas aus, nur die Trefferwahrscheinlichkeit ist sehr viel geringer bei ihren normalen Projektilwaffen. Deshalb haben sie ihre Bewaffnung auch aufgemotzt. Aber Ronons Blaster bleibt einfach am Effektivsten. Es hat schon seinen Grund, warum die Schlange derjenigen so lang ist, die auch so ein Ding haben wollen!

    @claudi70: Da sagst du was! Es wäre alles natürlich viel einfacher, wenn diese Viecher nicht ganz so hartnäckig und robust gebaut wären. Andererseits ginge dann ein erheblicher Spannungsteil flöten. Und wenn ich da an das heutige Kapitel denke...
    Also, wenn du das letzte Kapitel schon als ekelig empfunden hast, dann rate ich dir dringendst vor diesem auch die Finger von Nahrung jedweder Art zu lassen. Mein Beta Manu hat mir bescheinigt, das es dieses Kapitel sehr in sich hat. Du bist also Nahrungstechnisch gewarnt!
    Aber dann das Ende, was für ein fieser Cliff...
    Keine Sorge, Heute gibt es Antworten, die diesen Umstand wieder wett machen!

    @John Shepp.: Hey, hi! Schön, dich hier willkommen heißen zu können! Freut mich sehr, das es dir so gut gefällt! Und ich denke, das es die perfekte Zeit zum lesen dieser Story sein könnte, wenn es draußen von der heißen Sonne des Tages am abkühlen ist. Und gerade wenn man durch das Kapitel ist, ist es langsam dunkel und die Schatten lauern sehr viel deutlicher als normalerweise um einen herum...
    Mutation an Sheppard? Brrr, wenn das nicht ein furchtbarer Gedanke für ihn ist, immerhin hatte er das Thema ja schon. Und wenn ihm das nochmal passieren würde... Oh, das wäre echt fies. Aber wie gesagt, es gibt Heute Antworten. Und wie diese aussehen werden...

    So, und bevor es nun endlich wirklich weitergeht, noch ein Danke an alle "Danke"-Drücker!
    Oh, und wie gesagt, es könnte ungemütlich werden, ihr seit gewarnt!
    __________________________________________________ ____________________

    Kapitel 4

    Ohne viel Zeit zu verlieren hatte Ronon eines seiner wuchtig aussehenden Messer gezückt und sich daran gemacht, die unnatürliche Wunde in dem schwarzen Fleisch freizulegen.

    Der Anblick des Satedaners, wie er eins ums andere Stück der flechtenartigen Haut aus dem toten Körper schnitt, drehte Rodney den Magen um. Oder vielleicht lag das an der Tatsache, dass immer mehr sehr menschliche Haut unter der glänzend schimmernden zum Vorschein kam.

    Bei dem Tempo das Ronon vorlegte, dauerte es nicht lange, bis ein Großteil der Rückfront eines Menschen sichtbar wurde.

    “Ist das einer der Dorfbewohner?”, fragte Teyla, nachdem sich Ronon zum Hals der Person vorgearbeitet hatte und nun nach dessen Puls fühlte.

    “Wer immer das auch war, er ist tot.”

    McKay konnte noch immer nicht fassen, was er da vor sich sah. Inmitten des Schattens der Finsternis war ein Mensch gewesen, sein Kopf knapp unter dem der Kreatur und sein Körper um den Bauch dieser geschlungen. Es wirkte wie eine groteske Eltern-Kind-Umarmung, in der das Kind mit einem Arm gehalten auf dem Bauch des Elternteils saß.

    “Wie kam der Mann in die Kreatur?”, fragte Teyla, die noch immer fassungslos auf die bizarre Szene vor sich blickte, während Rodney einen Brechreiz zu unterdrücken versuchte.

    “Vielleicht als Nahrung, ” äußerte sich Ronon. “Hier sind ein paar seltsame Verletzungen, die nicht von unseren Waffen stammen.”

    Er hatte es nicht vorgehabt, aber bei den Worten des Satedaners musste McKay auf eine der Stellen schauen, auf die dieser deutete. Es sah sehr nach einer Verätzung aus, die sich bis auf den Knochen runter brannte.

    Mehr konnte er allerdings nicht erkennen, denn in diesem Moment verlor er den Kampf gegen seine Übelkeit. Rodney schaffte es gerade noch, sich in eine etwas entfernte Ecke, hinter einen der unzähligen Schutthaufen zu bringen, bevor er sich seiner letzten Mahlzeit entledigte.

    Warum konnte es auch nicht mal eine einfache Mission sein? Ein hübsches, friedfertiges Monster zur Abwechslung mal. Einmal nur wollte McKay es mit Dingen zu tun haben, die sie im Schlaf lösen konnten. Keine Monster, Verletzungen oder vermisste Teammitglieder. Einfach nur ein friedlicher, vollkommen unspektakulärer Tag.

    “Rodney, ” hörte er Teylas Stimme neben sich, als er eine Hand auf seinem Rücken spürte. “Hier, trinken Sie etwas.”

    Dankbar nahm er mit zitternden Händen die Flasche entgegen und tatsächlich half das kühle Wasser. Nach ein paar Momenten hatte sich McKay wieder soweit im Griff, dass er wieder aufstehen konnte. Allerdings hielt er diesmal einen weiten Sicherheitsabstand von dem gewaltigen Leichnam.

    “Wenn diese Kreatur einen Menschen in sich trug” - Rodney konnte das Stöhnen bei diesen Worten Teylas nicht unterdrücken, während er eine Hand beruhigend auf seinen mitgenommenen Magen legte - “dann könnte es sein, das auch andere seiner Art ein ähnliches Verhalten an den Tag legten.”

    “Könnte erklären, warum es die Flucht vor uns suchte. Es hatte schon einen von uns, ” meinte Ronon während er sein Messer so gut es ging säuberte und wegsteckte.

    Das entlockte Rodney ein erneutes Stöhnen. Allerdings auch einen Gedanken. “Es kann durchaus sein, dass die Kreaturen sich nur uns gegenüber aggressiv und angriffslustig verhalten, wenn sie noch auf ‘Nahrungssuche’ sind. Die anderen haben keinen Grund mehr für die Jagd und gehen uns daher aus dem Weg.“

    Es verging kaum eine Sekunde als sich alle ihre Blicke trafen.

    “Sheppard!”, riefen sie alle zeitgleich aus, als es ihnen plötzlich dämmerte.

    Mehr Worte bedurfte es nicht um sich eiligst auf den Weg zu ihren letzten Opfern zu machen. Rodney wusste genau dass die Chancen nicht gut standen, wenn sich der Colonel in einer der nun toten Kreaturen befand.

    Andererseits war die Alternative in einem der lebenden Exemplare auch nicht viel besser. Ein Gedanke, der nicht nur ihn zur höchsten Eile antrieb.

    ooOoo

    Der erste Leichnam auf den sie stießen erwies sich als Sackgasse in Bezug auf Sheppard. McKay schüttelte es jetzt noch, wenn er an das, was sie in dem schwarzen Fleisch verborgen vorgefunden hatten, zurückdachte.

    Dabei hatte Teyla dafür gesorgt, dass er nicht viel von dem fast völlig verätzten Körper zu sehen bekam. Wahrscheinlich um ihm keinen Grund zu einer erneuten gewaltsamen Entleerung seines Magens zu geben.

    Nun waren sie auf dem Weg zu ihrem ersten Opfer der Nacht, die vor so vielen Stunden begonnen hatte. Ein fataler Einsturz in der Lagerhalle, durch die sie gerade liefen, ließ Rodney einen guten Blick auf die Landschaft draußen werfen.

    Und wenn sich McKay nicht sehr täuschte, dann war das, was sich da am Horizont abspielte, bereits das hiesige Äquivalent eines bevorstehenden Sonnenaufgangs.

    “Hier Major Lorne. Ein weiterer Fehlschlag. Ich hoffe, Sie haben mehr Glück.”

    “Verstanden, Major, ” antwortete wie gewohnt Teyla auf den Funkspruch.

    Ihr momentanes Ziel war also der letzte Leichnam, den sie noch zu untersuchen hatten. Anderenfalls war Sheppard in einer der lebenden Kreaturen.

    Tatsächlich hoffte McKay immer mehr darauf, war doch bis jetzt jede verschlungene Person tot gewesen. Wenn nicht durch die Abstrusität des Wesens, dann durch ihre eigenen Schüsse.

    Er wollte nicht wissen, was wäre, wenn sie den Colonel von ihren eigenen Waffen tödlich verwundet vorfinden würden. Mit ein Grund, weshalb inzwischen äußerste Vorsicht beim erlegen der Kreaturen galt.

    “Hier ist es.” Ronon war stehengeblieben und näherte sich dem halb in dem dunklen Schatten verborgenen Leichnam.

    Der tote Körper lag noch genauso da, wie sie ihn verlassen hatten und bescherte Rodney ein paar unschöne Rückblicke auf seinen ganz persönlichen Zusammenstoß mit selbigem. Tatsächlich fühlte er den Schmerz erneut in seiner hinteren linken Seite aufflammen, als ob er gerade erst die gewaltsame Bekanntschaft mit der Wand gehabt hätte.

    Während sich der Satedaner erneut an sein schauerliches ‘Ausgraben‘ machte, versuchte Rodney eine ihn stutzig machende Sache zu klären. “Hatte uns diese Kreatur nicht angegriffen, bevor wir überhaupt einen Fuß in der Tür hatten?”

    Teyla, die sorgsam ihre Umgebung im Blickfeld hatte, drehte sich kurz zu McKay hin, als sie ihm mit einem kurzen Blick auf die tote Kreatur am Boden antwortete. “Das ist richtig. Allerdings sieht dieser Schatten der Finsternis nicht danach aus, als ob er noch auf der Suche nach Nahrung gewesen wäre.”

    “Ja, das ist genau der Punkt, der mich irritiert. Warum hat er den Kampf gesucht?”

    “Er hat sich bedroht gefühlt.”

    An Ronons Worten war eindeutig etwas dran, immerhin waren sie zu elft unverhofft an diesem Ort aufgetaucht und hatten die Kreatur damit gewiss überrascht.

    Zudem meinte sich McKay daran zu erinnern, das sie die beiden einzigen Ein- und Ausgänge in dem Raum versperrt hatten als sie in diesen getreten waren, da diese direkt nebeneinander lagen.

    Ein Angriff der Kreatur war unter diesen Gesichtspunkten nicht so abwegig, wie es im ersten Augenblick den Anschein hatte.

    “Leute…” Ronons Ruf hatte einen bedeutungsschweren Unterton, der Rodney Schlimmes befürchten ließ.

    Unsicheren Schrittes wusste McKay bereits was ihn erwarten würde, noch bevor er den kleinen von schwarzer, triefender Haut freigelegten Fleck einer Atlantisstandardweste in dem wenigen Licht ausmachen konnte.

    “Oh mein Gott.” Ihre schlimmsten Befürchtungen waren wahr geworden und nun blieb nur die bange Hoffnung auf die verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Colonel in diesem Grab aus Fleisch noch lebte. Und wie lächerlich erschien ihm in diesem Moment solch ein Gedanke.
    Bis jetzt hatte keiner von ihnen der Möglichkeit einen Platz eingeräumt, dass es vielleicht schon zu dem Zeitpunkt zu spät für eine Rettung gewesen sein könnte, als Sheppard verschlungen wurde.

    Rodney hätte diesen Gedanken nicht ignorieren und in den hintersten Winkel schieben sollen. Dann wäre er auf diesen Moment wenigstens etwas gefasster vorbereitet gewesen. Aber er hatte ja auf einen positiven Ausgang gehofft.

    Während McKay nervös seine erneut zitternden Hände an seine G36 klammerte und Ronon nicht für einen Augenblick aus den Augen ließ, konnte er nur mit Mühe ein hysterisches Lachen zurückhalten.

    Ja natürlich, genau in solch einem Moment musste der Optimismus des Colonels in Rodneys Verhalten Einzug halten!

    Gerade als er meinte seinem unpassenden Drang einfach loszulachen nicht mehr standhalten zu können, holte ihn Ronon mit drei einfachen Worten wieder in die Wirklichkeit zurück.

    “Er lebt noch.”

    Eine unendliche Erleichterung machte sich in Rodney breit und das breite Grinsen, das sich auf seinen Zügen ausbreitete, fand sein Pendant in Teylas Gesicht.

    “Er lebt noch, ” wiederholte die Athosianerin in einem voller Hoffnung schwingenden Ton, während sie McKay fest in die Augen sah und ihm damit noch soviel mehr mitteilte.

    “McKay, fassen Sie mal mit an,” rief ihn der Satedaner wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Tatsachen, die aus einem fast komplett von der Kreatur umgebenden Colonel bestanden, wenn man mal von der kleinen relativ freien Rücken- und Halspartie absah.

    Unter normalen Umständen hätte Rodney kein noch so großer Vorrat an feinsten Schokoriegeln der Erde in das Schlachtfeld, das aus Ronon, einem Messer, Fleischfetzen und Blut bestand, bekommen. Aber die Erleichterung darüber, dass er nicht noch jemanden für immer verloren hatte, ließ ihn die raue Umgebung vergessen.

    “Hier, halten Sie das.” Und während Ronon ihm einen Strang der flechtenartigen und sich warm anfühlenden Haut in die Hände drückte, schnitt dieser weitere Teile Sheppards frei.

    In die mehr und mehr vor Blut triefende Arbeit vor sich fixiert, wanderten McKays Gedanken zu dem Colonel.

    Er konnte nicht mal ansatzweise erahnen, wie es für diesen sein musste, lebendig in einem anderen Wesen gefangen zu sein. Etwa wie Jona und der Wal, doch kam ihm diese Analogie viel zu harmlos im Vergleich mit Sheppards Situation vor.

    Und wer sagte überhaupt, dass dieser nach dem Geschehenen einfach so aufstehen, einen Witz reißen und mit ihnen nach Atlantis zurücktrotten würde? Sie wussten nichts über diese Kreaturen, hatten keine Ahnung von den Funktionen dieser fremdartigen Körper und deren normaler Prozesse.

    Ein immer stärker penetrierender Geruch stieg langsam in Rodneys Nase, den er absolut nicht einzuordnen wusste. Allerdings war er wirklich unangenehm und seinem noch etwas ramponierten Magen tat er auch nicht wirklich gut.

    Doch all das wurde komplett nebensächlich, als Ronon mit seiner Hilfe endlich das Gesicht des Colonels freilegte.

    “Sheppard?”, fragte McKay vorsichtig. “John, hören Sie mich?”

    Keine Antwort, nicht die geringste Reaktion in den absolut starren und weit offenen, haselnussfarbenen Augen in dem Gesicht vor ihm.

    “John?”

    Nur zu deutlich spürte er den schnellen Schlag seines Herzens, seine trockene Kehle und die Schnitte von Ronons Klinge, die feine Druckwellen durch den Körper in seinem Griff fahren ließ.
    Und ganz sachte, ganz entfernt, fühlte er den steten Puls seines Freundes unter seinen Händen.

    Der einzige Beweis, dass dieser nicht doch tot war, wie es dessen Augen ihm so deutlich entgegen zu schreien versuchten.

    Keiner von ihnen sprach ein weiteres Wort, nachdem klar wurde, dass der Einzige, den sie hören wollten, nichts sagen würde.

    Und zu einer Äußerung wäre Sheppard ohnehin nicht mal in einem ansprechbaren Zustand in der Lage gewesen, zog Ronon doch gerade an etwas, das im Mund des Colonels steckte.

    Was auch immer es war, es weigerte sich hartnäckig nachzugeben, so dass Ronon tatsächlich sein Messer beiseite legte und mit beiden Händen zu ziehen anfing.

    Mit einem überraschend sanften Geräusch zog der Satedaner eine gut halben Meter lange Ranke aus Sheppards Hals.

    Vielleicht war es der Anblick, wie dieses glitschige “Ding” in einem Schwall aus dem Mund des Colonels kam oder aber der absolut unverändert starre Ausdruck in dessen Gesicht bei dieser Aktion, jedenfalls war es zuviel für Rodneys ohnehin noch recht rebellischen Magen.

    Er schaffte es kaum zwei Schritte weit, bis er sich in eine der blutigen Pfützen auf dem vor Dreck triefenden Boden erneut übergab, auch wenn sein Magen nichts mehr hatte, was er dafür verwenden konnte.

    In was für ein Horrorszenario waren sie hier nur hineingeraten?

    “Ich kann für Sie weitermachen, wenn Sie sich ausruhen möchten.” Ein schwaches Lächeln begleitete Teylas Worte, nachdem sich Rodneys aufbegehrender Magen weitestgehend beruhig hatte.

    Sich aufrappelnd und den Schweiß - oder war es dunkles Blut? - aus seinem Gesicht wischend, schlug er dieses Angebot aus. “Ich bringe es zu Ende.”

    Zu welchem es auch immer führen würde, fügte er in Gedanken hinzu, während er erneut in das kaum zu diesem Zeitpunkt menschlich zu nennende Gesicht ihres Freundes sah.

    Der Rest der Arbeit war schnell erledigt, jedenfalls fühlte es sich wie kaum mehr als zwei Augenblicke an, in denen Sheppard aus dem letzten fesselnden Griff der toten Kreatur geschnitten wurde.

    Seine Gestalt glich zu diesem Zeitpunkt mehr der Kreatur die ihn verschlungen hatte, als der eines Menschen. Ronon hatte den Colonel zwar befreit, doch rankten die schwarzen Flechten der Haut noch immer fast überall dünn über Sheppards Form. Hinzu kam das Blut, das inzwischen überall zu finden war, auch in nicht unerheblichen Mengen an Rodney.

    Gemeinsam mit Ronon trug er den Colonel auf nicht von Blut triefenden und voller Fleischfetzen belagerten Grund. Teyla legte ihre Jacke unter den Kopf mit den starren, nicht ein Mal blinzelnden Augen. Gemeinsam hielten sie stille Wache über ihrem Freund, die mehr von einer Totenwache hatte, als die an einem Krankenlager.

    Und so fand sie kurze Zeit später auch das zu Beginn ihres Fundes benachrichtigte Rettungsteam, das mit Dr. Keller an der Front zu ihrem Patienten drängte.

    Während ein und der andere medizinische Begriff von Ärztin zu Sanitäter und zurück geworfen wurde, fiel Rodneys Blick zurück auf das Inferno aus Hautfetzen, Blut, langen schwarzen Schatten und dem gewaltigen nun der Länge nach aufgeschnittenen Leichnam. Dort hatten sie Sheppard befreit. Herausgeschnitten, wie die Innereien bei einer Froschsektion. All das kam ihm auf einmal so surreal vor.

    “Kommen Sie, Rodney. Wir bringen ihn nach Hause.”

    Aus seinen Gedanken kommend, sah McKay, wie sich die Personenschar um Sheppard mit diesem auf einer Bahre auf den Weg machte. Und gemeinsam mit Teyla und dem ebenfalls auf ihn wartenden Ronon, folgten sie ihrem Freund.

    tbc
    Geändert von Jadzia (03.07.2010 um 09:51 Uhr)
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


    SGA FFs: Verloren, Sheppard verliert den Bezug zu dem was real ist und was nicht während sein Team versucht ihn zu finden...
    Im Abgrund, John ist nur ein Schatten seiner selbst und wehrt sich heraus zu finden warum...
    Von Haustieren und ihren Haltern, Lornes Team wird vermisst und bald schon geraten Sheppard und Co auf der Suche in eine gefährliche Situation...
    Monsterjagd, eine Aufklärungsmission wandelt sich schnell in ein Problem als Sheppard spurlos verschwindet...

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  22. Danke sagten:


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