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Thema: TGE Combined - Fire of War

  1. #1
    Colonel
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    Standard TGE Combined - Fire of War

    Autoren: Atlan & Colonel Maybourne

    Handlungsbögen und Storyideen: Atlan, Colonel Maybourne

    Betaleser: Colonel Maybourne und Santanico Pandemonium

    Der Rest des Teams: Lt. Com. Ambrose (Beratung+Bilder), Santanico Pandemonium (Beratung+Betalesen), Jax (Beratung)

    Author's Note:
    Dies ist die Fortsetzung der TGE-Geschichten, erstmals zusammengelegt. Gepostet wird wie üblich Montags und Donnerstags, die Staffel hat 40 Folgen.

    Disclaimer:
    Stargate: SG-1 und Stargate: Atlantis und alle Stargate-Charaktere und alles, was dazu gehört ist Eigentum von MGM/UA, Double Secret Productions, Gekko Productions und dem SciFi Channel. Die Rechte an selbst erfundenen Charakteren und die Storyline gehören dem Autor.


    Was in der letzten Staffel geschah:

    Staffel 1 (1998-2001)
    Staffel 2 (2002-2003)
    Staffel 3 (2004)
    Staffel 4 (2005-2008)
    Staffel 5 / TGE-A Staffel 1 (2009)
    -> Staffel 6 / TGE-A Staffel 2 (2010)

    Spoiler 

    - nach dem Sieg über die Goa'Uld im Goa'Uldkrieg und der erfolgreichen Verteidigung von Atlantis brach eine kurze Periode des Friedens über die Milchstraße herein; der interstellare Nachrichtensender GBN nahm seine Arbeit auf und die Erdmenschen traten immer mehr ins Raumfahrtzeitalter ein.
    - Dr. Steven Raymer und eine chinesische Expedition stellen versehentlich Kontakt mit der Rasse der Ori her und machen diese Rasse, die einst zusammen mit den Antikern aus den Alteranern hervorgingen, auf die Erde aufmerksam
    - Vala Mal Doran stößt zum STK und wird Mitglied bei ST 1
    - während des ganzen Jahres 2010 schicken die Ori ihre Missionare, die Priore, in die Milchstraße und übernehmen viele Planeten, während das STK nur zusehen kann
    - mit der Zeit verstärken die Ori ihren Einfluss und übernehmen mit Hilfe des Ratsführers Gerak die Jaffanation, die nun auf ihrer Seite gegen die Erde streitet
    - die Antiker verlassen ihre Deckung und beginnen mit den Erdmenschen zusammen gegen die Ori zu kämpfen
    - Ralf Sikermanns Frau Ish'Ta wird von Baal getötet, der fast alle Hak'Tyl gefangen nimmt, um sie als Brutmaschinen zu missbrauchen; Ralf Sikermann schwört Rache und kümmert sich sogleich um seine und Ish'Tas Tochter
    - Anubis, neben Baal der letzte der Systemlords, wird von den Ori im Kampf getötet
    - Baal nutzt hingegen seine verbliebenden Resourcen, um sich auf der Erde zu verstecken und verschiedene Unternehmen unter seine Kontrolle zu bekommen, wird letzlich jedoch von der Antiker-Admiralin Armelia gestellt und muss erneut fliehen
    - Franziska Rust und Rene Meyer heiraten
    - Neu-Berlin wird fertig gestellt und das Hauptquartier der Bundeswehr wird im Oktagon aufgeschlagen
    - nachdem die Ori ein Supertor in der Milchstraße etablieren konnten kommt es zu einer gewaltigen Raumschlacht zwischen Erde/Antikern und Ori, die die Ori gewinnen, jedoch auch ihrerseits große Verluste in Kauf nehmen müssen
    - aus diesem Anlass evakuieren die Antiker ihr Volk aus der Galaxis, nur eine Handvoll Antiker bleibt, um weiterhin die Ori zu bekämpfen
    - unter Führung der UN wird ein neuer Verteidigungspakt gegründet, dem alle Nationen der Erde angehören (müssen)
    - während dieser Phase der Schwächung gelingt es den Wraith an den Intergalaktischen Hyperantrieb zu kommen und zur Erde aufzubrechen. AR 1, der Wraith Todd und die USS Valley Forge sind dabei das schlimmste zu verhindern



    Glossar

    http://de.tge.wikia.com/wiki/TGE_Wiki


    Charaktere

    Spoiler 

    ST 1:


    Name: Franziska "Franzi" Rust
    Alter: 35
    Rang: Oberstleutnant
    Beförderungen: Hauptmann (2004), Major (2007), Oberstleutnant (2009)
    Aufgabe: Kommandierender Offizier und Computerexperte
    Kurzbeschreibung:
    Franzi Rust ist eine ehemals verurteilte Computerhackerin. Um der Strafe zu entgehen, willigte sie ein als Computerexpertin beim Bund zu dienen, was sie kurz darauf zum STK führte. Seit dem zweiten Jahr lebt sie mit ihrer Lebensgefährtin Rene Meyer (Wirtin der Tok'Ra Jolinar) zusammen. Sie nahm als erster Mensch Kontakt mit den Asgard auf und beeindruckte sie genug, damit nach ihr ein Schiff benannt wurde. Ihr wurde zweimal das komplette Wissen der Antiker ins Gehirn geladen. Sie ist mit Rene Meyer verheiratet, mit der sie eine Tochter, Katrin, großzieht.


    Name: Julia "Jules" von Sachlingen
    Alter: 34
    Rang: Leutnant
    Beförderungen: Oberfeldwebel (2004), Hauptfeldwebel (2007), Leutnant (2009)
    Aufgabe: Sanitäterin und stellvertretender Offizier
    Kurzbeschreibung:
    Jules war ursprünglich die Sanitäterin des Teams und recht unscheinbar, bis sie im zweiten Jahr von Heru'ur entführt und mehrmals zu Tode gefoltert wurde. Seitdem ist sie psychisch stark verändert und abgehärtet. In Linksgerichteten Kreisen verschrieen und von allen anderen zwar gefeiert, aber auch kritisch beäugt, wird ihr Leben erst wieder in geregelte Bahnen gelenkt, als sie ihren späteren Mann Gideon von Sachlingen kennenlernt.
    Sie wurde inzwischen vom Sanitätsdienst zu den Panzergrenadieren versetzt. Sie gehört zu den hochdekoriertesten Soldaten des STK.


    Name: Ralf Sikermann
    Alter: 37
    Rang: Stabsfeldwebel
    Aufgabe: Scharfschütze
    Kurzbeschreibung:
    Ralf Sikermann ist der Scharfschütze der Einheit und kam hinzu, als General Degenhardt befördert wurde. Geübt im Umgang mit den meisten Handwaffen, und analytisch und gelassen, wie er im Einsatz ist, wurde er schnell ein guter Ersatz für Degenhardt. Er und Vala geraten öfters aneinander und necken sich, was ihnen inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist.
    Im Laufe der Zeit begann er eine Beziehung mit Ish'Ta von den Hak'Tyl, die er später auch heiratet und schwängert. Als jedoch Ba'al die Hak'Tyl entführte, um sie für seine Zwecke zu missbrauchen, schoß eine von Ba'als Wachen Ish'Ta nieder und verwundete sie tödlich. Sie starb zusammen mit einem ihrer Zwillinge und ließ Ralf mit seiner Tochter Anna-Lena Emta Sikermann zurück. Er schwor Blutrache und machte es sich zur Lebensaufgabe Ba'al zu töten. Dies schaffte er schließlich im Jahr 2012.


    Name: Teal'C
    Alter: 106
    Rang: -
    Aufgabe: Goa'Uld Experte, Spurenleser, Nahkämpfer
    Kurzbeschreibung:
    Teal'C ist ehemaliger Primus von Apophis und hat sich von seinem Herren abgewandt, als er den Erdmenschen begegnete. Er kämpft weiter an der Seite der Menschen, bis auch der letzte Goa'Uld tot ist und um sein Volk vor den Ori zu beschützen. Teal'C ist, zusammen mit Bra'Tak und Rak'nor, einer der Stammväter der Jaffanation und Patriot durch und durch. Im Dienst des STK kann er am besten verhindern dass der Jaffanation irgendwie geschadet wird.


    Name: Vala Mal Doran
    Alter: 35
    Rang: -
    Aufgabe: Goa'Uld Expertin, Einbruch, Betrug
    Kurzbeschreibung:
    Die ehemalige Wirtin von Quetsch, Vala Mal Doran, stieß 2010 zur Mannschaft des STK, nachdem ihre Fähigkeiten sich als nützlich erwiesen haben und sie einen sicheren Hafen suchte. Mit der Zeit lebte sie sich ein. Mit Ralf Sikermann verbindet sie eine Art Hass-Freundschaft, sprich sie necken sich ständig, können aber gleichzeitig das beste Team und die besten Freunde sein, wenn sie denn einmal ihre Streiteren at akta legen.


    AR 1

    Name: Jonathan "Jack" O'Neill
    Alter: 58
    Rang: Colonel
    Aufgabe: Anführer, zweiter Befehlshaber von Atlantis, Jetpilot
    Kurzbeschreibung:
    Jack O'Neill ist ein hochdekorierter US-Colonel, der während des Kalten Krieges dutzende Kommandooperationen ausführte. Nach dem Tod seines Sohnes Charlie, der sich mit Jacks Dienstwaffe erschoss, stürzte der toughe Militär in eine Lebenskrise, die fast mit einem Selbstmord geendet hätte. Nach der Entlassung aus einer Nervenheilanstalt lebte er als Einsiedler in Minesouta, bis er für die Atlantisexpedition rekrutiert und zum militärischer Leiter ernannt wurde. Seitdem leitet er das AR 1 Team.


    Name: Ernst Allert
    Alter: 39
    Rang: Oberstleutnant
    Beförderungen: Major (2005), Oberstleutnant (2009)
    Aufgabe: stellv. Offizier
    Kurzbeschreibung:
    Der deutsche Fallschirmjäger ist seit Anfang an beim Sternentorprogramm und war langjähriger Kommandant von ST 8, nach den beiden Eliteteams ST 1 und ST 2 das wichtigste ST-Teams des Programms. Allert war fast immer da, wo auch ST 1 war und zeichnete sich durch gute Führung im Feld und taktisches Denken aus. 2007 heiratete er Nicole Degenhardt und hat mit ihr ein Kind.
    Im Laufe der Jahre diente er sich nach oben, bis er schließlich zum stellvertretenden Militärkommandanten von Atlantis ernannt wurde.


    Name: Anna Hein (geb. von Schönhausen)
    Alter: 23
    Rang: Stabsunteroffizier
    Beförderungen: Stabsunteroffizier (2010)
    Aufgabe: Sanitäter
    Kurzbeschreibung:
    Die Sanitäterin von AR 1 stammt aus gutem Hause, rannte aber von dort weg und änderte ihren Namen, um ihren eigenen Weg zu finden. Ihre Familie, bis auf ihren Vater, hat alle Brücken zu ihr abgebrochen, als sie sich als Mannschaftsdienstgrad zur Bundeswehr meldete. In den meisten miliärischen Gebieten, die nichts mit Wehrmedizin zu tun haben, ist sie sehr unerfahren und wird von den restlichen Teammitgliedern unter ihre Fittiche genommen. Mit der Zeit wächst sie an ihren Aufgaben.


    Name: Ronon Dex
    Alter: 39
    Rang: Specialist A.D. (Satedaarmee)
    Aufgabe: Wraithexperte, Spurenleser, Nahkampf- und Waffenexperte
    Kurzbeschreibung:
    Ronon Dex ist einer der wenigen Überlebenden von Sateda, einer recht fortschrittlichen Welt, die von den Wraith um das Jahr 2000 herum vernichtet wurde. Da die Wraith nicht im Stande waren, sich an Ronon zu nähren, machten sie ihn zu einem Läufer und damit zu Freiwild. Erst als er einige Jahre später auf die in der Pegasus gestrandete Sam Carter trifft, wird er von seinem Schicksal erlöst und zieht die nächsten Jahre mit ihr durch die Galaxie. Nachdem die Atlantisexpedition in der Pegasusgalaxie eintrifft, schließt er sich der Expedition an und wird ein wertvolles Mitglied von AR 1.


    Name: Max Wickers
    Alter: 43
    Rang: Doktor der Archäologie
    Aufgabe: Archäologie, Linguistik, Erstkontakte
    Kurzbeschreibung:
    Wickers wurde als Ersatz für Rodney McKay AR 1 zu gewiesen und lebte sich recht schnell ein. Wickers ist ausgepowert und gebrochen von dem, was er im Goa'Uldkrieg an der Front sah, spielt dies doch mit Schürzenjägertum und einer großen Portion aufgesetzem Humor runter. Er ist sehr menschlich und nach Daniel Jackson der größte Experte für die Antiker und Goa'Uld.
    Anders als McKay ist er auch ein passabler Schütze und unterstützt das Team auch in Feuergefechten einigermaßen gut.


    weitere Charaktere:

    Name: Sebastian Degenhardt
    Alter: 50
    Rang: Generalmajor
    Beförderungen: Brigadegeneral (2005), Generalmajor (2009)
    Aufgabe: Kommandeur des STK
    Kurzbeschreibung:
    Degenhardt ist ehemaliger Oberst der Panzertruppe und machte als Kommandant von ST 1, das er seit der ersten Abydosmission kommandierte, Karriere. Einige Monate nach Veröffentlichung des Programms wurde er zum Brigadegeneral befördert und zweieinhalb Jahre später, aus Offiziersmangel, zum Generalmajor. Sein Markenzeichen sind seine Montecristo Zigarren, die er hauptsächlich auf Einsätzen geraucht hat, seitdem er General ist kaum noch.


    Name: Alexander Reineke
    Alter: 59
    Rang: Feldmarschall außer Dienst
    Beförderungen: Generalleutnant (2004), General (2005), Marschall (2005)
    Aufgabe: Deutscher Abgeordneter im Verteidigungsrat
    Kurzbeschreibung:
    Der ehemalige Fallschirmjäger war der erste Kommandant des STKs und machte als solcher ebenso Karriere, wie Degenhardt. Nach Gründung der Erdstreitkräfte wurde er, einstimmig von allen Mitgliedern, zum Oberbefehlshaber ernannt. Auch kommandierte er die Walhalla auf ihrem Jungfernflug. 2010 trat er aus Protest vor der Nichtbestrafung von deutschen Soldaten, die wahllos in eine Menge gefeuert hatten, in den Ruhestand, wurde jedoch von der Bundesregierung gebeten in den Verteidigungsrat zu gehen. Er war einer der jüngsten Feldmarschälle Deutschlands und der Erste, seitdem der Rang in der Bundeswehr wieder aktiviert wurde. Nach seiner Pensionierung wurde er der deutsche Abgeordnete im Verteidigungsrat.


    Name: Johannes Heimeshoff
    Alter: 47
    Rang: Vizeadmiral
    Beförderungen: Brigadegeneral (2009), Generalmajor (2010), Vizeadmiral (2011)
    Aufgabe: OB 4. Flotte, Kommandant der Friedrich der Große
    Kurzbeschreibung:
    Der ehemalige Luftwaffenoberst und spätere General ist der erfahrenste Raumfahrer auf deutscher Seite. Er kommandierte die Walhalla seit der Zeit nach deren Jungfernflug und übernahm, nach deren Indienststellung, die Rommel. In seiner Eigenschaft als Schiffskommandant hat er häufig mit dem STK zu tun. Nach der Zerstörung Berlins und des HQ der Bundeswehr, wurde er (wie viele andere Offiziere auch) aus Mangel an hochrangingen Offizieren zum Brigadegeneral befördert. Als Kommandant der Rommel hat er öfter mit dem STK und vor allem ST 1 zu tun und ist eine gerngesehene Unterstützung.
    Mit Aufstellung der Raumflotte der EDF macht er einen Karrieresprung zum Vizeadmiral und übernimmt das Kommando über die sogenannte Geisterflotte, die 4. Flotte,, die schnelle Schläge gegen die Ori ausführen soll und vollkommen autark und verdeckt opieriert. Er gilt als der fähigste Raumoffizier seiner Zeit und Begründer zahlreicher Kampftaktiken und Prozedere der Raumflotte.


    Name: Peter Müller
    Alter: 37
    Rang: Fregattenkapitän
    Beförderungen: Oberleutnant (1999), Hauptmann (2004), Major (2007), Fregattenkapitän (2011)
    Aufgabe: Eins-O der Friedrich der Große
    Kurzbeschreibung:
    Müller ist seit der ersten Abydosmission dabei und wurde im Laufe der Jahre zu einer wichtigen Person im STK mit breitem Aufgabenspektrum. Trotzdem war er auch bei vielen Fremdwelteinsätzen dabei und half ST 1 mehrmals.
    Nachdem für ihn im STK keine weiteren Beförderungen mehr möglich waren, wechselte er zur Raumflotte und arbeitet seitdem für Admiral Heimeshoff als Erster Offizier.


    Name: Nina König
    Alter: 49
    Rang: Oberst / Geheimdienstdirektor
    Aufgabe: Direktorin des TRAV
    Kurzbeschreibung:
    Nina König ist die Chefin des DRAV und später des TRAV. Die Geheimdienstlerin arbeitet eher im Hintergrund und sucht zumeist nach effizienten und richtigen Lösungen, scheut sich aber auch nicht in der Not Befehle zu geben, die gegen die Gesetze verstoßen. Trotz eines Bombenanschlags auf ihr Leben, wobei sie ein Auge und einen Arm verlor, ist sie weiterhin im Einsatz und leitet weiterhin den stellaren Geheimdienst, wobei ihre Wege sich hin und wieder mit denen von ST 1 kreuzen.


    Name: Richard Woolsey
    Alter: 56
    Rang: Expeditionsleiter
    Aufgabe: Stadtkommandant von Atlantis, Diplomat, Bürokrat, Antikerexperte
    Kurzbeschreibung:
    Woolsey wurde als einer der ersten Amerikaner in das ST-Programm verwickelt und musste, aus Furcht um sein Leben, in Deutschland um Asyl bitten. Mit Gründung der Erdallianz stieg er schnell zu einem geschützten Verwalter und Berater auf, bis er schließlich sogar die Leitung der Atlantisexpedition erhielt. Durch ein antikisches Gerät reiste sein Geist 10.000 Jahre in die Vergangenheit und übernahm den Körper des Antikers Legat Apollo. Als solcher ging er in die Geschichte ein und kehrte nach seinem Tod in seinen nur um eine Woche gealterten Körper zurück. Seit seinem Leben als Antiker entwickelte er größere Anführereigenschaften und lässt sich nicht mehr so leicht abschrecken, wie zuvor.



    sowie:

    - Doktor Daniel Jackson, ehemals Mitglied von ST 1, Sonderberater der UN

    - Captain Steven Caldwell, Kommandant der EDS Douglas MacArthur

    - Commander Samantha Carter, Doktor der Astrophsyik und Kommandantin der EDS Valley Forge

    - Admiral Armelia: Antikische Generalin, Kommandantin der Enterprise und CO der 2. Flotte

    - Cryus Glick: ehemals antikischer Sicherheitsminister, jetzt zusammen mit Armelia Anführer der Antiker auf der Erde und Verbindungsmann zur UN

    - Colonel John Sheppard: Empfänger der Medal of Honor, Kampfpilot, abkommandiert zur Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

    - Hauptmann Svetlana McKay: Tochter von Sergej Runge und Ehefrau von Rodney McKay, Mutter von Susan McKay, CO der Orbitalspringer der Friedrich der Große

    - Commander Dave Kleinman, XO der EDS Douglas MacArthur

    - Rodney McKay: Ehemann von Svetlana und neben Zelenka Chefwissenschaftler des STK, ehemals auf Atlantis, Experte für Antikertechnologie

    - Radek Zelenka: Chefwissenschaftler des STK, Experte für irdische und Milchstraßentechnologie

    - Rene Rust/Jolinar: Verbindungsoffizier zu denn Tok'Ra, Ehefrau von Franziska Rust

    - Oberfeldwebel Nicole Allert: General Degenhardts Tochter, Mitglied im STK Kader

    - Colonel Harry Maybourne: stellv. TRAV-Direktor, Verhörexperte

    - General A.D. George S. Hammond: Stabschef der USAF im Ruhestand, jetzt Generalsekretär der EDI

    - Dr. Steven Raymer, Daniels ehemaliger Kommulitone und Experte für die Kultur der Ori

    - Dr. Fumiko Haibara, Chefwissenschaftlerin von Atlantis

    - Oberfeldwebel Felix Hoffmann, Chef des Kontrollraums in Atlantis

    - Major Katrin Vilneuve, Rechte Hand des STK-Kommandanten und Chef des Kontrollraums

    - Todd / Klarer Geist, brillianter Wraithwissenschaftler, Quasi-Verbündeter der Atlantisexpedition

    - Kommandant Acastus Kolya, Spec-Ops Chef der Genii, Erzfeind der Atlantisexpedition

    - Major General Jacob Carter/Selmak: USAF General im Ruhestand, Wirt von Selmak







    Im Laufe des Tages folgt die erste Folge von Colonel Maybourne.
    Bis dann.
    Geändert von Atlan (07.06.2010 um 22:10 Uhr)


  2. #2
    Gehasst, Verdammt, Vergöttert Avatar von Colonel Maybourne
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    1.01 Über jenem verdammten Planeten…




    Nach drei weiteren Tagen im Puddle Jumper war die Stimmung auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt, was sich deutlich bemerkbar machte.
    Ronon spielte nur mit seiner Waffe herum, ohne sie auf Todd zu richten und machte, auf seine Art, eine bedrückte Stimmung.
    Anna hatte meistens geschlafen und wenn sie mal wach war, dachte sie darüber nach, wie es ihr gelingen könnte, ihre Familie wieder ruhig zu stellen.
    Dummerweise haben sie das Interview, wo sie über adelige Familien hergezogen hatte, gesehen und es gar nicht als witzig empfunden.
    Max Wickers spielte mit einem Kartenset, weil er gerade nichts mit sich anzufangen wusste, da sie hier immer noch festsaßen.
    Jack und Allert saßen zusammen mit Todd in der Kabine, wo sie darauf warteten, dass sich das Hive wieder in den Normalraum begab.
    Denn eigentlich sollte der Sprung, laut den Berechnungen des Wraith, vor einer halben Stunde durchgeführt werden.
    Jack war deswegen auch ein wenig ungehalten.
    „Wie lange dauert das denn noch?“
    Todd sah ihn genervt an.
    „Es bringt nichts, wenn sie alle paar Minuten nachfragen, aber um ihre Neugier zu befriedigen kann ich sagen, dass es gleich so weit sein müsste.“
    Allert rollte mit den Augen.
    „Das haben sie vor einer halben Stunde auch schon gesagt.“
    Und Jack setzte einen hinterher.
    „Haben sie sich etwa verrechnet?“
    Nun war Todd beleidigt aber zeigte es nicht, weil er eine Idee hatte warum die Flotte nicht aus dem Hyperraum kam.
    „Es ist möglich dass sie die Außenhülle verbessert haben und so länger im Hyperraum bleiben können, als bisher.
    Aber selbst wenn es ihnen gelungen ist, können sie nicht mehr lang warten, bis sie den Sprung einleiten müssen.“
    Jack wank nur ab.
    „Ganz toll.“
    Aber Jack sollte nicht zu sehr meckern, da die Wraith genau in dem Augenblick zurück in die normale Raumzeit sprangen.
    Todd sah sie zufrieden an.
    „Sehen sie, ich habe es ihnen ja gesagt, ihre Außenhüllen wurden nur unwesentlich verbessert und es war sicher nur Angeberei…“
    Anna kam von hinten dazu.
    „Meinen sie, dass die noch länger im Hyperraum blieben, nur um vor anderen Wraithstämmen ein wenig angeben zu können?“
    Todd sah sie lächelnd an.
    „Ja und nicht nur ein wenig…“
    Anna schüttelte den Kopf.
    „Oh Mann, das kenn ich noch aus meiner Familie, wer hat den größten Pool, die meisten Diener und am häufigsten Affären…“
    Auf Todds fragenden Blick antwortete Allert.
    „Adlige…“
    Das brachte den Wraith gleich zum Grinsen.
    „Kein weiterer Kommentar.“
    Jack wurde das Warten langsam zu viel.
    „Jetzt hört auf, bevor ich euch den Kopf wasche.“
    Danach sah er wieder Todd an.
    „Hey, du Eierkopf, wann können wir den Virus eingeben?“
    Der Wraith wusste nicht, was mit Eierkopf gemeint war, doch er war beschäftigt, das Virus in den Hivecomputer zu laden.
    Dort würde er sich selbst an die anderen Schiffe übertragen und dafür sorgen, dass den Wraith die falschen Koordinaten zugetragen würden.
    „Der Download steht bei jetzt bei 3 %.“
    Jack kommentierte das wie üblich.
    „Wow, ist ja ne Menge.“
    Todd sah hinüber zu Wickers und der klärte den Colonel auf.
    „Jack, wenn der Virus schneller geladen würde, dann merkten die Wraith es und fänden noch den Puddle Jumper.“
    Todd bestätigte das.
    „Da hat er Recht.“
    Allert sah ihn misstrauisch an.
    „Ganz sicher?“
    Todd blickte ihn erneut genervt an.
    „Ja, ich habe die Computerprogramme selbst geschrieben.“
    Anna hockte sich neben ihn.
    „Sie waren Wissenschaftler, richtig?“
    Todd wollte es erwidern, als er etwas an ihr bemerkte.
    „Ja und sie sondern bekannte Pheromone aus… hat sich ein Wraith an ihnen genährt und es nicht beenden können?“
    Sofort sahen alle Todd feindselig an, Anna sprach ihn entsetzt an.
    „Das können sie am Geruch erkennen?“
    Er nickte bedächtig.
    „Ja und bei ihnen ist es kaum wahrzunehmen… dürft ich sie fragen, wie sie die Lebensenergie wieder zurückbekommen haben.“
    Sie antwortete schnell.
    „Wir haben einen Wraith gefangen und ihn gezwungen… zusätzlich zu dem, der mir das Leben genommen hatte.“
    Todd hatte das geahnt.
    „Ich verstehe…“
    Im gleichen Moment war der Virendownload schon bei 25% angelangt, weswegen den Wraith der Rechner wieder mehr interessierte.
    Anna ging nach hinten, weil ihre Erinnerungen an damals nichts waren, das sie gerne mit sich rumschleppte.
    Max wollte noch nach ihr sehen, aber Ronon hielt ihn ab da sie Ruhe brauchte, während er auf Todd losgehen wollte…
    Aber er besann sich eines Besseren und bedachte ihn mit einem Blick, dem der stärkste Krieger Respekt gezollt hätte.


    Mikasa System, 23.406 Lichtjahre von der Erde entfernt:

    Diese falschen Koordinaten würden die Wraith zu einem unbewohnten Planeten führen, wo sie ein nahezu perfekter Hinterhalt erwartete.
    Die Erdenflotte hatte begonnen, den Raum um den Planeten mit Nuklearbomben zu verminen, von denen jede eine Sprengladung von 900 Megatonnen hatte.
    40 Sprengköpfe, die mit einer Stealthvorrichtung versehen worden waren, wurden von den Walküren in Mustern verteilt.
    Kommandiert wurde die Flotte von Sebastian Degenhardt, was damit zusammenhing, dass auf der Erde gerade so viel los war.
    Nach dem spontanen Rücktritt von Alexander Reineke, war er beinahe der einzige, der über die Erfahrung verfügte so einen Kampf zu führen.
    Denn General George Hammond befand sich auf der Erde und musste mehr oder weniger den ganzen Verteidigungsapparat der Erde koordinieren.
    In dem Moment kam Rodney McKay auf die Brücke gerannt, den man aus seinem Urlaub her gebracht hatte...
    „Ich hab die Bomben eingestellt und den blöden Plan mit den Meteoriten ebenfalls soweit auf die Beine gestellt.“
    Er meinte damit die vielen kleinen Gesteinsbrocken, die zwischen den Bomben platziert worden sind, da es den Wraith möglich wäre, sonst die Bomben zu orten.
    Denn obwohl die Bomben mit Stealthsystemen versehen waren, war man sich nicht sicher, die Wraith wirklich täuschen zu können.
    McKay sah zu dem General.
    „Und wenn sie denken, dass ihre paar Schiffe reichen werden, dann sind sie wie diese üblichen Stoppelköpfe…“
    Degenhardt rollte mit den Augen.
    „Jetzt weiß ich, warum der gute Sergej so geflucht hatte, wenn er ihren Namen hörte… also, ihr überragender Verstand sagt ihnen was?“
    McKay wunderte sich mal wieder über die Ironie.
    „Wie sie ja wissen, haben die Wraith die Schiffe mit neuen Waffen und Systemen ausgerüstet und sind auch in der Überzahl.
    Wie können sie glauben, dass sie die Typen mit den paar Kähnen erledigen könnten, wenn nur ein Schlachtkreuzer dabei ist?“
    Die Flotte war aus Zerstörern der Walhallaklasse aufgestellt, die russische Schukow, der Sofia aus Spanien und der deutschen Hindenburg.
    Abgerundet wurde der Verband vom Deutschen Rommelklasse Schlachtkreuzer Seydlitz und 12 Wotanbombern.
    Später würde die Valley Forge dazu stoßen und den Verband abrunden, aber vorher gab es auf keinen Fall Entsatz.
    Wegen der Niederlage am Supertor lagen die Schiffe im Raumdock, in einigen Fällen könnte das noch Monate dauern.
    Degenhardt sah wieder entnervt zu McKay.
    „Rodney, ich weiß, dass sie Soldaten für beschränkt halten, doch lassen sie uns einfach mal die Wraithflotte auf unsere Art zerstören.
    Und sie können mit einer ihrer genialen Ideen auftrumpfen, wenn wir es nicht schaffen und zu meinem Bedauern ihr Leben in Gefahr ist.“
    Alle Offiziere auf der Brücke mussten sich regelrecht auf die Kippen beißen, nur der Kanadier wollte nicht klein beigeben.
    „Ja, dass musste ja kommen, dass der Typ mit der Knarre denkt er sei klüger als derjenige, der sie gebaut hat.“
    Nun wurde es dem General zu viel und er holte eine Zitrone raus.
    „Noch ein Wort und sie essen sie…“
    McKay wurde auf einmal ganz kleinlaut und trollte sich wieder.
    „Warum sind nur alle gegen mich, ich hab doch nichts getan?“
    Nachdem er gegangen war, griff Degenhardt zu seinem Funkgerät, um mit den Marines, die auf dem Boden waren, zu reden.
    „Colonel Reynolds, können sie mich hören?“
    Die Antwort kam sofort.
    „Ja Sir, wie kann ich ihnen weiterhelfen?“
    Der General stand auf und ging ein paar Schritte.
    „Ich wollte nur wissen, ob sie fertig sind?“
    Reynolds bestätigte das.
    „Das kann ich bestätigen, wir sind soweit.“
    Auf dem Planeten waren 2500 Marines um das Sternentor in Stellung gegangen, und hatten da einige Railguns aufgebaut.
    Sie sollen die Darts abfangen, die von den Hives geschickt würden, um die Stärke des Planeten und des Militärs zu erfassen.
    „General, die Störsender sind ebenfalls bereit.“
    Degenhardt nahm das zufrieden zur Kenntnis.
    „Gut, dann kann es ja losgehen.“
    Auf dem ganzen Planeten sind Sender platziert worden, um den Wraith vorzutäuschen, dass eine dicht besiedelte Welt auf sie warten würde.
    Die Sender begannen auch etwas früher zu senden für den Fall, dass die Wraith aus den Weiten des Hyperraums was auffangen konnten.
    Gleichzeitig schalteten die Erdenschiffe die Hauptenergie ab, weil sie die Wraitharmada nicht durch Sensorechos alarmieren wollte.
    Die Flotte ging hinter einem der Monde in eine sichere Deckung und würde von dort direkt in den Rücken der Wraitharmada fallen.


    Auf dem Basisschiff:

    Der Download der Viren wurde beendet und so kam die Zeit, sich ruhig sowie ungesehen von hier zu verabschieden.
    Und weil selbst Todd nicht wirklich hier verbleiben wollte, ließ Jack es sich nicht nehmen, ein bisschen Gas zu geben, als sie starteten.
    Der Jumper hob weiter getarnt ab und der Colonel musste aufpassen, dass sie nicht noch Darts rammten, die hier herumflogen.
    Als sie zu den Hangartoren kamen, mussten sie jedoch feststellen, dass diese verschlossen waren, weil den Jägern kein Startbefehl gegeben worden war.
    Jack sah rüber zu Todd.
    „Ne Idee, wie wir die Dinger aufkriegen?“
    Todd dachte kurz nach.
    „Ja… wenn wir einen Angriff vortäuschen, werden automatisch Jäger als Geleitschutz für das Schiff nach draußen geschickt.
    Und falls es ihnen gelingen sollte, einen guten Angriff hinzulegen, könnten sie eventuell sogar Feindschaft zwischen den Basisschiffen provozieren.“
    Allert sah ihn nachdenklich an.
    „Wie ist denn das gemeint?“
    Todd schlug eine Hand vor seine Stirn.
    „Ist es nicht offensichtlich Mensch… wenn ihr Vorgesetzter es hinkriegt würde die Königin in Betracht ziehen, ein anderes Schiff hätte angegriffen.“
    Jack schüttelte dazu den Kopf.
    „Nein, soviel Glück haben wir heute nicht.“
    Dann flog er eine Schleife und feuerte zwei Drohnen direkt in das Hangartor, um eine Öffnung frei zu sprengen, die groß genug für eine Flucht war.
    Todd sah überrascht aus.
    „Sehr verwegen, muss ich schon sagen.“
    Diese Worte gingen an Jack runter wie Öl, als er seinen Jumper tarnte und mit Vollgas auf das Loch zuhielt.
    „War ja auch mein Plan…“
    Allerdings blieb diese Aktion nicht unbemerkt und so strömten sofort die Flugbesatzungen zu ihren Jägern und begannen mit den Startvorbereitungen.
    Der Jumper war noch nicht aus dem Hangar verschwunden, als die ersten Feindflieger starteten und versuchten, das Team aufzuspüren.
    Allert blickte Todd fragend an.
    „Sagen sie mal, haben ihre Freunde eine Möglichkeit, uns aufzuspüren?“
    Er war sich nicht sicher.
    „Sie könnten blind feuern, um anhand der Einschläge die Ziele zu erfassen?“
    Jack runzelte die Stirn, da ihm die Antwort nicht gefiel.
    „Und warum haben sie nicht schon längst gemacht?“
    Todd beugte sich rüber und sah dabei bedrohlich aus, weshalb auch Ronon kam und ihm seine Waffe an den Kopf hielt.
    „Das ist nah genug.“
    Todd nickte widerwillig, hob dabei die Hände.
    „Schon verstanden… ich wollte dem Colonel nur klar machen, dass die Taktik eher selten zur Verwendung kam.“
    Ronon drückte weiter die Waffe an Todds Kopf.
    „Und warum?“
    Der Wraith wurde leicht gereizt.
    „Zu ineffektiv, und jetzt nehmen sie die Waffe von meinem Kopf weg.“
    Jack nickte und Ronon ließ die Waffe wieder runter, aber den Wraith nicht aus den Augen, als er nach hinten ging.
    In der Zwischenzeit war der Jumper aus dem Hangar geflogen und O´Neill versuchte nicht die Jäger zu rammen.
    „Wie beim Football…“
    Allert blickte überrascht zu ihm rüber.
    „Ich dachte, sie wären ein großer Eishockeyfan?“
    Und während er erneut einem Jäger auswich, genehmigte der Colonel sich ein kurzes Lächeln und sah danach zu Allert.
    „Bin ich auch, aber ein Amerikaner, der kein Football kennt…“
    Und während beide noch ein paar Witze rissen, wandte sich Todd an Anna, die hinten saß und in einem Bericht las.
    „Darf ich stören?“
    Sie sah unsicher auf.
    „Worum geht es denn?“
    Todd wusste nicht, wie er das Gespräch beginnen sollte.
    „Nun… ich… es interessiert mich… sie wurden von einem Wraith als Nahrung auserkoren, es hat aber nicht geklappt…“
    Anna beendete den Satz.
    „… sie wollen wissen, ob ich ihre Art für das hasse, was ihr seid?“
    Er hockte sich nieder und sah ihr bestimmend ins Gesicht.
    „Ja, alle Menschen verachten uns, aber vergessen, dass wir uns nur an euch nähren können und keine andere Nahrung verdauen würden.“
    Anna legte das Schriftstück weg und sah dem Wraith genau in die Augen, um zu sehen, wie er selbst dazu stand.
    „Ihr bedeutet eine Gefahr für die Menschheit…“
    Danach hob sie die Hand, um auszusprechen.
    „…und es ist besser, wenn es zu keinem großen Krieg zwischen uns kommt, weil beide Seiten vernichtet werden könnten.“
    Er verstand das.
    „Ja, das würde mir auch nicht gefallen, es gäbe zu viele tote Wraith und ich wüsste nicht, wie wir euch einfach besiegen sollten.“
    Anna war überrascht.
    „Ihr habt die Antiker besiegt.“
    Todd schüttelte den Kopf.
    „Ja schon, aber es war pures Glück gewesen und ohne unsere Klone hätten wir nicht gesiegt da es nicht gut aussah.
    Selbst nachdem wir die beiden Hauptflottenverbände vernichteten, hatten sie noch die Zeit auf mehr als 20 Welten ihre Städte zu verteidigen.“
    Anna zog ihre Beine dicht an den Körper heran.
    „Und wie habt ihr sie besiegt?“
    Todd setzte sich ebenfalls und dachte eine Sekunde zurück an vergangene Zeiten.
    „Zermürbungskrieg… etwas, dass ich nicht noch einmal erleben will.“
    Sie verstand es gut, als sich vor ihnen ein Hyperraumfenster öffnete und die Valley Forge raus kam.
    Der Jumper flog in den Backbordhangar und wurde schnell aufgelesen, ehe das Schiff wieder zurück sprang.
    Dann flogen sie mit Höchstgeschwindigkeit zur Flotte General Degenhardts und weil sie bessere Antriebe hatten, kamen sie schnell voran.


    Drei Tage später, Brücke des Wraithbasisschiffes:

    Der Rücksprung aus dem Hyperraum verlief ziemlich schnell, weil es diesmal den Wraith um viel mehr ging.
    Hier sollte nicht einfach nur ein Planet ausgedünnt werden, sondern vor allem die Kampfstärke der Erde getestet werden.
    Da sie dachten, dass sie über der Erde raus kämen, sprangen sie vorher zurück und flogen dann langsam näher.
    Zu sehr hatten sich noch die ganzen Niederlagen und vor allem deren Hinterlist in ihren Kopf eingebrannt.
    Kenny stand mit seiner Königin in der Kommandozentrale und betrachtete die Welt mit einem recht großen Appetit.
    „Was man so gehört hat, sollen es Milliarden sein…!“
    Sie war ebenfalls verzückt.
    „So viele, wie schon seit über 10.000 Jahren nicht mehr.“
    Im selben Moment kam eine Meldung von dem Wraith, der an der Sensorenphalanx stand und nach Erdenschiffen scannte.
    „Meine Königin, Commander ich kann keine feindlichen Schiffe erfassen und von dieser Welt scheinen auch keine Jäger zu kommen.“
    Kenny war über die Meldung sehr erstaunt.
    „Haben wir sie wirklich derart überrascht?“
    Sie sah es allerdings anders.
    „Wohl kaum, aber diese Narren werden ihre ganze Flotte in unserer Heimatgalaxie haben und denken, dass wir nie ihren Planeten finden würden.“
    Kenny lachte fauchend auf.
    „Gut, dann kann ich noch die Furcht kosten, wenn die Jäger kommen und uns die ersten Menschen für ein üppiges Nachtmahl bringen.“
    Das fand auch die Königin erheiternd und so gab sie mit einem Zischen den Startbefehl, in der ganzen Flotte sollten die Jäger starten.
    Diese sollten gleichzeitig über der ganzen Erde auftauchen, damit keine militärischen Einheiten sich ordnen könnten.
    Die Wraith planten die Landung der Flotte auf der Planetenoberfläche, da es so schneller ginge die Menschen zu verladen.
    Langsam flogen sie an den Planeten heran, nicht wissend, über einer leeren Welt zu sein.

    Knapp 900 Jäger waren schon gestartet als einem Offizier an den Sensoren etwas Merkwürdiges auffiel, das mit den Messwerten zu tun hatte.
    „Mein Königin, hier stimmt was nicht, die Werte sind viel zu genau und wiederholen sich viel zu periodisch.“
    Die Signale, die vom Planeten kamen, waren eben zu gut gewesen und für geschulte Augen als Fälschungen leicht zu erkennen.
    Sie kam sofort rüber und sah es, als inmitten der Jäger erste Atombomben explodierten und an die 400 Darts zerstörten.
    „Verdammt, wir sind in alle in eine Falle gelaufen…“
    Die Königin kam nicht mehr dazu, es zu bereuen…

    Die Schäden die von diesen Atombomben hervorgerufen wurden, waren katastrophal, aber bei genauer Betrachtung auch riskant.
    Fast die Hälfte der Jäger wurde zerstört und fast alle Schiffe wiesen schwere Schäden auf, die nicht so leicht auszugleichen waren.
    Trotzdem verfügten die Hüllen der Wraith über verdammt schnelle Regerationsfähigkeiten, von denen womöglich die Schlacht abhängen konnte…
    Und genau diese versuchten die Wraith jetzt auch zu aktivieren, aber gleichzeitig mussten sie für die nächsten Angriffe gewappnet sein.
    „Schockwellen kommen direkt auf uns zu.“
    Kenny hatte sich inzwischen wieder gefangen und besann sich seiner Stärken, sein Schiff vom Explosionsbereich der Bomben wegzubringen.
    „Nahbereichabwehr aktivieren… und alle Energie auf den Antrieb…“
    Er hatte den Befehl kaum ausgesprochen, als von den Bomben ein schwerer Kreuzer getroffen wurde, der sofort explodierte.
    Er ging in einer kurzen und heftigen Explosion unter, die noch auf Kennys Schiff deutlich und ernüchternd zu spüren war.
    „Bringt uns endlich weg von hier…“
    Die Basisschiffe und Kreuzer flohen nun mit voller Schubkraft, kamen jedoch nur schwerfällig davon, weil sie angeschlagen waren.
    Gleichzeitig begannen sie aus allen Rohren zu feuern, da sie die Bomben zerstören wollten, es aber nicht leicht war sie aufzuspüren.
    Daher war das auch nur ein Blindfeuer, indem aber die eine oder andere Bombe durchaus von den Energiestößen erwischt wurde.
    Aber McKay hatte so etwas geplant und einfach die Sicherungen deaktiviert, alle Sprengköpfe explodierten auf der Stelle.
    Kenny sah es voller Wut.
    „Feuer einstellen…“
    Und wieder kam der Befehl zu spät, als ein weiterer Kreuzer von den Atomminen vollkommen auseinander gerissen wurde.
    Er ging zur Kommstation.
    „Hier spricht Kampf Seele, ich befehle der Flotte, die Flucht sofort einzustellen und alle Hüllen zu regenerieren.
    Sendet gleichzeitig Jäger und zerstört diese Bomben, dann suchen wir nach Weidegründen und versuchen, die Erde zu finden.“
    Dann schlug er wieder auf die Taste.
    „Das werden die Menschen mit Blut bezahlen…“
    Er ließ seine Blicke über die Brücke streifen und bemerkte, dass die Königin auf dem Deck lag und sich nicht mehr rührte.
    Kenny lief sofort zu ihr.
    „Meine Königin, wie geht es euch…?“
    Aber er bekam keine Antwort darauf.
    „Bitte, ihr dürft nicht sterben…“
    Als er aber weiterhin keine Antwort erhielt, presste er ihr schließlich die Hand in die Brust um ihr Lebensenergie zu geben.
    Und das funktionierte auch, doch sie war trotzdem, noch mehr als schwach, weshalb sich zwei Wächter um sie kümmerten.
    Sie brachten ihre Königin auf ihr Quartier, während ihre Schiffe mit einem Trommelfeuer, vor allem aus Granaten und Raketen, überzogen wurden…


    FGS Seydlitz:

    Sebastian Degenhardt war auf der Brücke des mächtigen Schlachtkreuzers, um der Zerstörung der Wraithschiffe beizuwohnen.
    Und was er sah, ließ den General zufrieden aussehen, weil die Wraith in die Falle gingen ohne das Geringste zu erahnen.
    Zwar wurden nur zwei Kreuzer komplett zerstört, aber der Rest ihrer Flotte wurde zu sehr von den Bomben in Mitleidenschaft gezogen.
    Degenhardt sah zu seinem Waffenoffizier.
    „Geben sie Meldung an die Flotte, augenblicklich mit dem Angriff zu beginnen und alle 302er in den Kampf zu schicken.
    Und wo ist eigentlich McKay?“
    Der kam im selben Moment auf die Brücke und hatte einen Schokodonut, in seiner Hand, dem der Überzug auf den Boden tropfte.
    Degenhardt sah aber darüber weg, da man wegen solcher Sachen bei McKay sagen konnte was man wollte, er nahm es eh nicht auf.
    „Ich… war… in der Kantine, hab mir was zum Futtern geholt…“
    Alle Blicke waren auf den Kanadier gerichtet, der sich erst aber nicht bewusst war, warum ihn alle so anstarrten.
    „Was… ich hab niedrigen Zucker und brauche das.“
    Die meisten schüttelten nur den Kopf, als General Degenhardt Augen rollend aufstand und den Physiker entnervt am Arm nahm.
    „Solange sie nicht sabbern, aber jetzt zu etwas Wichtigerem… sie müssen einen Weg finden, die Nahbereichabwehr der Wraith zu stören, oder deaktivieren.“
    Rodney ließ den Mund offen stehen und fast wäre ihm ein Stück des Essens raus gefallen, was er aber noch verhindern konnte.
    „Ja, immer wenn es unmöglich wird, kommen sie zu mir…“
    Im selben Moment kam eine Meldung von der Waffenstation.
    „Raketen schlagen in fünf Sekunden ein.“
    McKay und der General schritten zum Frontfenster der Brücke und sahen zu dem Schiff, das als erstes getroffen würde.
    Drei Raketen kamen zum Heck des Basisschiffes und schlugen in der oberen und der hinteren Panzerung der Hülle ein.
    Aber das Schlachtschiff konnte beide Treffer überstehen, kam dabei jedoch in Schieflage und war kurz davor auf die Bomben zuzutreiben.
    Der General sah zu dem Offizier.
    „Gut gemacht, aber wir beenden das nun.“
    Alle Granatwerfer wurden ausgerichtet und die Sektorbombardierung sofort eingeleitet, wobei die schwächsten Stellen des Hives anvisiert wurden.
    Degenhardt ging zur Waffenstation.
    „Gut, zielen sie zuerst auf die Verstrebungen, danach nehmen sie die Hangarbuchten ins Visier und schicken jeweils vier Granaten rüber.“
    Der Offizier nickte, als er McKay anblickte.
    „Um noch mal auf ihre Genialität zu kommen…“
    McKay wusste aber schon, was von ihm erwartet wurde.
    „Ja, den Ozean teilen und übers Wasser laufen… geben sie mir ne Stunde, aber vor allem will ich meine Ruhe dabei haben.
    Wenn mir nur ein Stoppelkopf auf die Nerven geht, dreh ich durch und sie können das schön alleine machen.“
    Danach verließ er wie eine Dampframme die Brücke, während General Degenhardt ihm Kopf schüttelnd hinterher sah.
    Es dauerte noch einen Moment, bis er seinen Ärger über den Kommentar geschluckt hatte und sich wieder der Schlacht zuwandte.

    Die Wraith bekamen immer größere Probleme, weil sie von den Menschen mehr in die Zange genommen wurden als sie dachten.
    Alle Basisschiffe waren von den Bomben schwer beschädigt worden und ihre Kreuzer hatte es auch stark erwischt.
    Aus dem Grund schickten die Wraith jetzt Darts in größeren Wellen raus, um noch eine kleine Chance auf den Sieg zu haben.
    Gleichzeitig stand es um die 302er nicht gut.
    „Blue Leader, abdrehen auf 4 Uhr.“
    „Munition aufgebraucht, verlasse die Formation.“
    Von den Wraithdarts, die in großer Überzahl ankamen, wurden die Erdenjäger einer nach dem anderen abgeschossen.
    Und so konnten sie ihre Hauptaufgabe, der Schutz der Kriegsschiffe, nicht so wahrnehmen wie es gedacht war.
    „Hier Gelb Zwei, bin getroffen….“
    „Halte durch, bin gleich bei dir.“
    Aber es sollte nichts mehr bringen, weil der Kampfflieger von der Seydlitz in einer kurzen aber heftigen Explosion verbrannte.
    Durch die Lücken, die die Ausfälle der 302er mit sich brachten, konnten mehrere Darts zu den Schiffen vordringen.
    Auf den Schiffen versuchte man so viel Feuerunterstützung zu geben wie es möglich war, aber an dem Mut und Elan der Menschen, sollte es nicht liegen.
    „Darts auf vier Uhr.“
    „Railguns abgefeuert… habe die Bande erwischt.“
    Besonders für die Sofia war das ein Problem, da sich ihr immer mehr Darts näherten und Flaks für das Abschießen kaum einsatzbereit waren.
    So langsam ging dem Schiff nämlich die Munition aus, da niemand damit gerechnet hatte, dass gleich Hunderte Jäger gleichzeitig angreifen würden.
    „Oberst Mioguea an alle Kampfflieger, unsere Schilde werden schwächer, wir brauchen sofort ihre Hilfe oder…“
    Weiter kam der Kommandant nicht, da eine Energieleitung explodierte.
    „Sanitäter… auf die Brücke.“
    Danach brach der Oberst zusammen, weil die Verbrennungen, die er erlitten hatte, so schlimm waren, dass er bewusstlos wurde.
    Und aufgrund der Verwundungen stand es auch im Raum, ob er den Tag überleben würde, da er schwer angeschlagen war.
    Gleichzeitig stürzten sich die Wraith wie die Fliegen auf die Sofia, da sie natürlich sahen, dass deren Schilde weit unten waren.
    „Feindflieger auf gesamter rechter Flanke.“
    „Müssen nachladen, Munition geht zur Neige.“
    In Schwärmen von vier Jägern, flogen die Wraith feuernd auf die Sofia zu und schwächten die Schilde weiterhin.
    Und gleichzeitig hielten die Spanier weiter stand und erledigten kontinuierlich die feindlichen Jäger, außer wenn nachgeladen werden musste.
    Aber letztendlich, sah es nicht gerade gut aus, da die anderen Schiffe auch Probleme hatten und der Sofia nicht helfen konnten.


    Basisschiff der Wraithflotte:

    Zwar hatten sich die Wraith durch den Einsatz von Darts Luft verschaffen können, einen Sieg aber konnte man das noch lange nicht nennen.
    Ihre Verluste waren zu groß gewesen, dass man darüber hätte hinwegsehen können und Hilfe war auf keinen Fall in Sicht.
    Kenny schlitterte, da die Einschläge sich gerade häuften, von einer Station zur anderen, um der Königin zu berichten.
    „Meine Königin, die Menschen drängen gegen die linke Flanke, soll ich Schiffe abstellen, oder Darts als Verstärkung schicken?“
    Sie fauchte wild herum.
    „Das wird ja kaum noch was bringen…“
    Sie ging zu einer der Kontrollen, sprach den Offizier verärgert an.
    „Wie steht es um die Hüllenregeration?“
    Er tippte ein paar Befehle ein, als wieder Granaten einschlugen und sich alle an den Konsolen festhalten mussten.
    Viele Wraith schlugen gegen die Schotts und brachen sich dabei alle Knochen, dass einige auf dem Boden liegen blieben, war keine Seltenheit...
    „Ist eben ausgefallen… und die Hülle ist schon fast vollkommen zerstört, die Generatoren und Reserveenergie fallen auch gleich weg…“
    Die Königin wurde panisch als Geschosse aus den Railguns kamen, sich Sektionen im Inneren des Schiffes annahmen.
    Da die Hülle weg war, trafen die Projektile in die Quartiere sowie Labore, um da Schaden und Verzweiflung zu bringen...
    Die Königin blickte entschlossen auf und fasste einen Entschluss.
    „Startet den Hyperantrieb, wir verlassen das Schlachtfeld.“
    Zuerst war die Besatzung entsetzt über den Befehl, aber die Krieger fügten sich, da der Kampf einfach zu schlecht gelaufen war.
    Einer der Offiziere sah zur Königin.
    „Soll ich die Darts zurück rufen?“
    Sie schüttelte energisch den Kopf.
    „Nein, keine Zeit…“
    Kenny ging persönlich an die Flugkontrollen, weil sie durch große Trümmerfelder mussten und er der einzige war, der noch fliegen konnte.
    Vor ihnen flogen Felsen und Teile der zerschossenen Schiffe und Flieger, da es den Wraith kaum gelungen war, eine Abwehr aufzubauen.
    Kenny fluchte ziemlich.
    „Verdammt, ich komme da kaum durch…“
    Aber schließlich konnte er doch noch zwischen den ganzen Trümmern herum navigieren und ein Hyperraumfenster öffnen.
    Dabei wurde aber noch eine Atombombe gezündet, was für das Hive mehr Glück als Verstand bedeuten sollte.
    Die Strahlung blendete die Sensoren der Erdflotte, sie bemerkten das Hyperraumfenster nicht mehr und ignorierten es.

    Nachdem das Schiff unbemerkt springen konnte, wandte sich die Königin an Kenny, weil der Bericht über die Schäden zu sehr an ihr nagte.
    Und sie konnte es kaum erwarten, dass man ihr berichtete wie schlimm es um das Schiff stand und was alles getan werden musste.
    Zwar waren es schlimme Nachrichten, aber sie war schon immer ungeduldig gewesen und aus dem Grund musste man ihr sofort berichten.
    Kenny sah in das Schiffsverzeichnis.
    „Es sieht schlecht aus um unser Schiff und bei den Schäden, werden wir keine 1000 Lichtjahre schaffen, geschweige denn kämpfen können.
    Wir haben über die Hälfte der Besatzung verloren und nur noch 12 Darts, die Transporter sind beide zerstört worden.“
    Die Königin setzte sich niedergeschlagen auf ihren Thron.
    „Wie lange werden die Reparaturen dauern?“
    Er rechnete kurz über.
    „Das kann ich nicht sagen, aber es kann Wochen dauern bis die Systeme laufen und es ist nicht gesagt, wie wir unsere Krieger ersetzen sollen.“
    Sie nickte schwermütig, da es nicht so lief wie es gedacht war.
    „Mach was immer nötig ist und such mir einen Planeten, aber ich brauche Ruhe und muss mich erholen…“
    Kenny verneigte sich und ging, weil er Befehle der Königin niemals anzweifeln und schon gar nicht verweigern würde.
    Außerdem würde die Suche nach einem Planeten auch schon genug Zeit in Anspruch nehmen und da wollte er keinen Streit.
    Obwohl es nicht sicher war, dass in der Milchstraße auch so viele Menschen waren, wie in der Rundmeldung an alle Schiffe behauptet wurde.


    FSG Seydlitz:

    Wie ein Patron einer griechischen Sage stand General Degenhardt auf der Brücke des Schiffes und gab Kommandos.
    Erst vor zwei Minuten gelang es ihnen mit gezielten Salven einen leichten Kreuzer der Wraith aus dem All zu fegen.
    Die Raketen schlugen direkt in den Hauptverstrebungen des Schiffes ein, die unter der Wucht der Einschläge nachgaben.
    Nun hatte sich die Flotte einen der schweren Kreuzer als ihr nächstes Ziel erwählt, der vor den letzten Basisschiffen war.
    Degenhardt gab schnelle Befehle.
    „Valley Forge und Schukow sollen ihre Granaten abfeuern, wir warten bis die getroffen haben und auf meinen Befehl dann die dicken Brummer.“
    Die Schützen grinsten, weil damit schwere Nuklearwaffen gemeint waren und der General mit einem Fernglas auf der Brücke stand.
    Das war eine recht alte Tradition, die Marineoffiziere im 20. Jahrhundert verwendeten und bei den Raumflottenoffizieren beliebter wurde.
    „Waffenkontrolle, räumen sie alle Darts weg.“
    Dem Befehl des Generals wurde gleich Folge geleistet, die Railguns erledigten ein paar Jäger in schneller Abfolge.
    Da kam eine Meldung rein.
    „General, wir bekommen einen Notruf von der Sofia, sie ist schwer angeschlagen und kann da auch nicht mehr allein weg.“
    Degenhardt sah zum spanischen Schiff.
    „Sofia, kommen.“
    Die Antwort kam schnell und hektisch.
    „General, ist spricht Major Sarosa, wir brauchen sofort Hilfe.“
    Degenhardt blieb ganz ruhig.
    „Major, sagen sie mir, wie es bei ihnen aussieht.“
    Der Spanier holte einmal tief Luft, ehe er antwortet.
    „Wir wurden hier von Jägern sehr schlimm erwischt, der Oberst liegt stark verletzt in den provisorischen Krankenlagern.
    Die Schilde sind fast ausgefallen, die Munition zur Neige gegangen und falls sie fragen, unsere 302er wurden alle abgeschossen.“
    Degenhardt lachte höhnisch auf.
    „Bescheidener Tag also.“
    Der Major pflichtete ihm bei, als sich eines der Basisschiffe auf den Weg machte und direkt in die Richtung der Sofia flog.
    Zuerst wurde es nicht gesehen, als es Tempo aufnahm, doch den Schubanstieg nicht zu bemerken war ausgeschlossen.
    „General, ein Basisschiff nimmt Kollisionskurs auf die Sofia!“
    Degenhardt wirbelte sofort rum.
    „Warum erfahre ich das erst jetzt, verdammt noch mal?“
    Der Offizier blickte ihn betreten an.
    „Die Sensoren haben es nicht früher erfasst.“
    Der General griff mürrisch zum Funkgerät.
    „Sofia, ein Basisschiff hält auf euch zu, ihr müsst da sofort weg.“
    Major Sarosa wurde kreidebleich.
    „Wir schaffen es nicht mehr, die Triebwerke haben was abgekriegt und den Waffen reicht die Munition nicht, um das Schiff zu zerstören.“
    Degenhardt sah betroffen zu Boden.
    „Verstehe, dann müssen wir uns was einfallen lassen.“
    Er wirbelte rum und schritt auf McKay zu, der eben gerade auf die Brücke gekommen war und es mit angehört hatte.
    „Sagen sie mir, dass ihnen was einfällt, sie haben vielleicht eine Minute…“
    McKay ließ das Sandwich fallen und sah mit einem Blick den General an, der zwischen Genie und Wahnsinn siedelte.
    „Warum immer ich… eine Minute, gerade jetzt, wo ich was essen wollte.“
    Aber er ging zu Waffenstation und schubste den Leutnant einfach weg, bevor Rodney die Konsole bearbeitete.
    Er hatte eine Idee, wie der Schild des Schiffes in eine Offensivwaffe abzuwandeln war und er das Basisschiff so vernichten würde.
    „McKay, nur noch 40 Sekunden.“
    Der Kanadier sah gereizt auf.
    „Dadurch, dass sie dauernd die Zeit vorquasseln, werde ich sicher nicht schneller fertig werden, wenn sie also die Güte hätten… Danke.“
    Danach gab er mehrere Befehle in den Schild ein und so langsam nahm das, was er sich dabei gedacht hatte, Form an.
    Der Schild der Seydlitz änderte die Farbe und ging vom blauen in einen dunklen Ton über, bei genauer Betrachtung sogar fast komplett ins Schwarze.
    Degenhardt fand das jetzt etwas beunruhigend.
    „McKay, noch 20 Sekunden… und was wird das eigentlich?“
    Der antwortete ganz routiniert.
    „Wenn geniale Wissenschaftler arbeiten, halten Stoppelköpfe den Mund.“
    Degenhardt und andere Offiziere wären ihm freudig an die Gurgel gegangen, unterdrückten es aber noch mal.
    Da ballte Rodney seine Faust.
    „Geschafft, wenn sie wollen…“
    Degenhardt wartete es gar nicht ab.
    „Wo muss ich drücken?“
    Rodney, der angefressen war, dass er das nicht selbst machen konnte, zeigte auf den Knopf, sah dann dem Spektakel zu.
    Der Schild der Seydlitz dehnte sich schnell aus und schoss dem Basisschiff entgegen, hüllte es regelrecht ein.
    Die Panzerungen versagten und nachdem der Schild sich zusammengezogen hatte, blieben nur Trümmer des Hives zurück.
    Sebastian Degenhardt klopfte McKay auf die Schulter.
    „Super gemacht, ich habe nie an ihnen gezweifelt.“
    Der lächelte gequält, als eine Meldung von der Sofia rein kam.
    „Danke, aber die Bruchstücke von dem Schiff halten auf uns zu.“
    Geschockt sahen sie alle mit an, wie von der Fliehkraft beeinflusst, die Trümmer auf der Sofia niedergingen.
    Ein Brocken nach dem anderen schlug auf dem Schild ein und schwächte ihn immer mehr, bis er schließlich versagte.
    Danach ging es schnell, einige Darts stürzten sich auf die Sofia und gaben dem Schiff den Rest, bevor sie selbst zerstört wurden.
    Die Sofia verbrannte mit ihrer Besatzung in vielen kleinen Explosionen, die noch weithin zu sehen waren…
    McKay aber zog sich in sein Quartier zurück, da er das verarbeiten musste und sich auf Grund der Idee mit dem Schild Vorwürfe machte.
    Degenhardt ging später zu ihm aber er konnte die Stimmung des Kanadiers nicht bessern, weil der sich schon viel zu tief reingesteigert hatte.


    Zwei Tage später, auf der Erde:

    Der Verlust der Sofia wurde mit Fassung aufgenommen, weil Kriegsschiffe eben öfter zerstört wurden, als es die Machthaber zugeben wollten.
    Aber trotzdem waren die Menschen erleichtert über den Erfolg der Schlacht, da der Bedrohung getrotzt werden konnte.
    Allert ging gerad zu Todd, der in einem Gefängnis des STK eingesperrt war und überlegte, auf welche Art er wohl hingerichtet würde.
    Dieser war etwas überrascht wegen des Besuchs.
    „Allert, ich hätte gedacht, dass man mich tötet…?“
    Der Oberstleutnant sah ihn empört an.
    „Für wen hältst du uns…“
    Todd grinste, als Allert fort fuhr.
    „Spaß beiseite, ich wollte sagen, dass beschlossen wurde, dich in die Pegasusgalaxie zu bringen…“
    Todd rollte mit den Augen.
    „Soll ich für den Rest meines Lebens in Atlantis eingekerkert werden… da könnt ihr es jetzt gleich beenden.“
    Allert sah noch mal entnervt an.
    „Fall mir nicht dauernd ins Wort… und als Info, wir lassen dich frei, um uns mit neuem Klatsch aus der Wraithgemeinde zu versorgen.“
    Todd lachte höhnisch auf.
    „Ich soll für euch als Spion arbeiten?“
    Ein einfaches Nicken von Allert bestätigte es ihm und er folgte ihm dann auch aus der Zelle in die Freiheit.
    Zwar war er recht dankbar freigelassen zu sein, aber er dachte nicht daran der Erde für einfache Spionage zu dienen.
    Er würde nur etwas liefern wenn es ihm zum Vorteil gereichen würde und sicher nicht aus reiner Freundlichkeit…
    Geändert von Colonel Maybourne (01.02.2010 um 11:40 Uhr)
    Das Leben ist ein Schwanz und wir die Eier, die mitgeschleift werden.


    Meine aktuellen Fanfiction:


    TGE Combined Season 1 Fire of War:

    http://www.stargate-project.de/starg...ad.php?t=11836





  3. #3
    Master Sergeant Avatar von Jack-ONeil
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    Standard

    Echt ein guter Start für die neue Staffel. Schade das die Königin es überlebt hat mit ihren Schiff. Hoffendlich treffen sie aus versehen auf die Jaffa-Nation. Mal sehen was dann mit ihnen passieren würde. Um die Sofia ist es auch schade. Jetzt hat die Erde noch weniger Schiffe und es fehlen noch mehr gut ausgebildete Besatzungsmitglieder für die Flotte. Todd als Spion ist echt eine nette Idee. Mal schaun, welche Informationen er liefern kann.

    bis zum nächsten Mal

  4. #4
    Staff Sergeant
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    Standard

    Endlich geht es weiter. Ich habe schon länger als eurer Gast diese Fanfiction verfolgt und halte sie für eine wunderbare Erweiterung des Stargate Universums. Eurer Schreibstil ist wirklich hervorragend, ihr sollt euch mal als Drehbuchautoren bewerben, egal welcher Sender ,die nehmen euch bestimmt.
    Die Geschichte wird interessant, wie wird es mit den Milchstraßen-Wraith weitergehen, kommen die Asuraner mit ihren Käfer-Brüdern Replikatoren zusammen und und und.
    So jetzt zu der Episode, wunderbar die Schlacht beschrieben, ansehnlich und spannend. Schade die Erde hat wieder ein Schiff verloren, aber was ich nicht verstehe, warum haben sie die Wraith nicht direkt zu den Ori oder zu den feindlichen Jaffa gelenkt. Wäre doch einfacher gewesen. Warum die eigene Flotte in Gefahr aussetzen, wenn man sie doch direkt zum Feind lenken kann. Todd als Spion, da wäre ich vorsichtig, was der so erzählt, nicht das er über die Methoden der Erde plaudert.
    So jetzt noch eine letzte Frage, wird es ein Universe TGE Spinn-Off geben.

    Na dann ich fiebere die den Donnerstag entgegnen.

  5. #5
    On destinys way Avatar von Ferreti
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    HUUUUURRRRRRRAAAAA!!!! Endlich geht es weiter. Ich weis gar nicht wo ich anfangen soll.
    1. Super Kapitel. Auch wenn es etwas neu ist beides in einem Thread zu finden.
    2. Wow. Na da habt ihr euch ja was nettes ausgedacht um die Wraith blatt zu machen. Mal schauen auf wen sie treffen. Vieleicht nimmt sich baal ja einen Wraith als neuen Wirt.
    3. Werden nun auch endlich wieder epische schlachten stattfinden wie zu beginn des großen goauld-krieges wo die Typen regelrecht in den gräben verreckt sind?
    4. Wird man auch noch was von den geflohenen Antikern hören? Und war da nicht auch mal was mit so einem geheimen Projekt in irgend so einem Nebel?
    5.Wie reagiert die Erdbevölkerung auf die bedrohung durch die Ori? Wie ändert sich die Irdische Politik im allgemeinen? Wird es langsam zu einer Planetaren Regierung? Vieleicht sogar zu einer Dikatur oder einem "Empire" ala Warhammer 40k. ?

    Und zum schluss sag ichs nochmal: SUPER KAPITEL!!!!

    Mfg Ferreti
    Spoiler 

  6. #6

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    Es freut mich das ihr jetzt weiter macht.
    Die Geschichte fand ich sehr interresant und informativ was die hintergründe der einzelnen Personen angeht.
    Macht weiter so.

  7. #7
    Chief Master Sergeant Avatar von Khonsu
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    Yeah es geht weiter. Und gleich wieder mit einem SUPER Kapitel.
    Freu mich schon auf weitere
    "Die Mächtigen sind nur deshalb so mächtig, weil die Geknechteten zu uneinig sind."

    Atlan im Gespräch mit Prospektoren aus Rekeul auf Komouir über die GRUC.

    Quelle: Atlan 151



    Die Schiffe der Asgard
    Die F-302
    Die Prometheus
    Die Daedalus

  8. #8
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    Interessante Folge. Mal sehen ob das überlebende Hive auf die Reste der Oriflotte trifft.
    Wollte schon immer mal sehen wer stärker ist.

  9. #9
    Eure Dudeheit Avatar von General der RW
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    Es geht weiter!

    Super Kapitel.
    Todd wird sich sicher noch mal melden, wenn er mal wieder in der Patsche hockt.
    Das sie ihn Freigelassen haben hat mich verblüfft.
    Auch das entkommene Wraithschiff wird noch mal Probleme machen.
    Eigentlich hatte ich erwartet das ihr die Wraith mitten in eine Ori Hochburg reinsteuerrn last und der EDI den Überlebenden zu schweizer Käse verarbeitet.

    Freu mich auf das nächste Kapitel

  10. #10
    dumm geboren und nix dazugelernt:P Avatar von Santanico Pandemonium
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    Schöne Fortsetzung, das einzige, was mich irritiert (und ich schonmal erwähnt hatte) ist die Tatsache, dass das Hive ohne Hülle und dann sogar bis in die Labors rein zerschossen noch im Hyperraum fliegen kann, auch wenn es nur tausend Lj oder so sein mögen.
    Glaube kaum, dass die Wraith das überleben würden, wenn sie selbst mit intaktiker Hülle alle paar Tausend Lj die Hülle regenerieren müssen....

    naja, egal, um der Story Willen... wollte ich nur noch mal erwähnt haben

    Die Queen hat sich da wohl etwas arg verkalkuliert, wäre doch viel schlauer gewesen, sich erstmal einen Menschenplaneten am Rande der Galaxie zu suchen und die Galaxie zu erkunden und die Macht der Menschen auszuloten, als direkt und auch noch ohne vorherige Aufklärung in die Höhle des Löwen zu fliegen.
    WEIR: ... putting your life and other people's lives at risk. You destroyed three quarters of a solar system!
    McKAY: Well, five sixths. It's not an exact science.
    WEIR: Rodney, can you give your ego a rest for one second?

    Ein Jahr später:
    Spoiler 
    CARTER: About a year ago, your brother came across an abandoned alien experiment called Project Arcturus.
    CARTER: It was an attempt to generate zero point energy.
    JEANIE: That would be virtually limitless power. What happened?
    McKAY: A slight problem. It was the creation of exotic particles in the containment field.
    CARTER: He destroyed a solar system.
    JEANIE: Meredith! (She smacks his arm.)
    McKAY: It was uninhabited!

  11. #11
    Gehasst, Verdammt, Vergöttert Avatar von Colonel Maybourne
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    Ehe Atlan morgen weitermacht, gebe ich schon die Antworten:


    @ Jack O´Neill:
    Bei so einem großen Wraithverband wäre es einfach nur unglaubwürdig, wenn die Erde bei der Schlacht nichts verlieren würde.
    Und die Wraith werden schon auf den einen oder anderen treffen, aber wer das ist, bleibt natürlich noch geheim.
    Todd wird natürlich sein eigenes Spiel spielen...

    @ ARC:
    Erstmal herzlich willkommen und viele Dank, dass du jetzt auch einen Kommentar abgegeben hast.
    Nun, die Wraith wurden absichtlich nicht zu Feindlichen Einheiten geschickt, sie hätten sich ja verbünden können.
    Der Feind meines Feindes...
    Und ein Universe Spin Off ist nicht eingeplant, dass würde auch zuviel werden.

    @ Ferreti:
    Das wird nicht die einzige Neuigkeit sein... und Schlachten wird es auch geben, aber die ersten dauern noch etwas... kommen aber.
    Die geflohenen Antiker sind bisher nicht mehr eingeplant, während man von dem geheimen Projekt sicher wieder was hören wird...
    Und die Erde wird sich anpassen müssen, aber was wir uns da alles ausgedacht haben, würde den Rahmen dieser Antwort sprengen.

    @ Mjöllnir:
    Danke für deine Anwort.

    @ Khonsu:
    Es freut uns, dass es dir gefallen hat.

    @ Underfighter:
    Danke für deinen Kommentar und auf wen sie treffen, wird noch nicht verraten.

    @ General der RW:
    Du triffst es ziemlich genau, Todd hat vor sich nur zu melden wenn es ihm gerade passen sollte.
    Und man kann eigentlich nicht zwei unbekannte Komponenten aufeinander loslassen, da kommt wer weiß was raus.

    @ Santanico:
    Wie ich dir schon vorher gesagt habe, fliegen die nicht weit, sondern nur ein paar wenige LJ, um aus der Gefechtzone rauszukommen.
    Und Anführer wie diese Königin sind eben arrogant, die denken nicht viel nach, wenn es um Macht geht.


    Danke an alle, die außerdem den Button gedrückt haben.

    Bis dann.
    Das Leben ist ein Schwanz und wir die Eier, die mitgeschleift werden.


    Meine aktuellen Fanfiction:


    TGE Combined Season 1 Fire of War:

    http://www.stargate-project.de/starg...ad.php?t=11836




  12. #12
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    Länge: 6321 Worte

    1.02 Neubeginn





    Seit der Bekanntgabe der Gründung einer neuen irdischen Verteidigungsallianz waren sieben Monate vergangen und fünf seit der Zerschlagung der Wraithstreitmacht, die die Milchstraße invasieren wollte. Seitdem hatte sich ein Schleier der Ruhe um die Erde und um die Atlantisexpedition gelegt, es gab keine nennenswerte Feindkontakte. Doch die Menschheit hatte seitdem nicht geschlafen und auf der Erde hatten Diplomaten, Politiker und Militärs genau 184 Tage, länger als der ganze Goa‘Uld Krieg, an einer Charta gearbeitet, die an diesem Tag unterzeichnet werden sollte. Es war Montag, der 1. Juli 2011 des gregorianischen Kalenders, ein Tag, der auf der Erde vieles verändern würde.


    „Hier ist wieder GBN, Galactic Broadcasting Network, mit den Nachrichten, die die Galaxie bewegen“, ertönte die Stimme, die jede GBN Nachrichtensiedung einleitete. Es handelte sich nicht um eine normale Nachrichtensendung, sondern um eine Live-Sendung zur Unterzeichnung der Charta, die das seit sieben Monaten vorbereitete ganz Irdische Verteidigungsbündnis aus der Taufe heben wollte. Auf dem Bildschirm erschien nun Julia Donnovan, eine der Gründerinnen von GBN, die auch schon seit Jahren über alles berichtete, was mit dem Stargate oder der irdischen Galaktopolitik zusammenhing, wie sie vor dem UN Hauptsitz in New York City stand, hinter ihr dutzende weitere Reporter. „Hier ist Julia Donnovan mit einem Live-Bericht, zur Unterzeichnung der Charta der Erdverteidigungsinitiative. Es war ein langer Weg bis hierher, doch nach monatelangen Verhandlungen ist nun der Tag gekommen, an dem die Charta von allen Nationen unterschrieben und die Initiative offiziell ins Leben gerufen wird. Es dauert nur noch eine knappe halbe Stunde, bis die Abgeordneten der einzelnen Nationalstaaten zusammen mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, im UN Gebäude das Dokument unterzeichnen. Ich werde mich jetzt ebenfalls auf den Weg machen, um gleich live aus dem Gebäude heraus zu berichten. Solange gebe ich zurück ins Studio.“

    Das Bild wechselte ins Hauptstudio von GBN auf dem Mond, wo ein Moderator bereits an seinem Tisch saß, neben ihm Dr. Elisabeth Weir, die die Charta ausgehandelt hatte. „Danke, Julia Donnovan“, sagte er in die Kamera. „Bevor die Charta unterschrieben wird, ist es mir ein Vergnügen die Möglichkeit zu haben mit der Person zu sprechen, die die Charta ausgehandelt hat. Ich begrüße Dr. Elisabeth Weir hier in unserem Sendestudio.“ Er blickte zu Dr. Weir und nickte ihr freundlich zu. „Danke, Simon. Ich freue mich hier zu sein“, bedankte sich die im Rollstuhl sitzende Politologin. „Dr. Weir“, begann der Moderator. „Die Charta wird nun in wenigen Minuten offiziell ratifiziert, wie fühlen sie sich dabei?“ Weir dachte einen Moment nach. „Ziemlich gut sogar. Es gibt nur wenige Menschen, die jemals ein Dokument dieser Art ausgehandelt haben und ich bin froh, dass ich eine davon sein darf.“ Der Moderator nickte verstehend. „Dr. Weir, wo wir schon mal dabei sind, wäre es sehr schön, wenn sie unserem Publikum, daheim auf der Erde und den Planeten außerhalb des Sonnensystems, erzählen würden, was sich auf der Erde nun genau ändert und das Bündnis aufgebaut ist und inwiefern sich die Rolle der UN verändert.“ Weir nickte zustimmend und begann dann zu berichten. „Nun, zuallererst wird die Erdverteidigungsinitiative, oder kurz EDI für Earth Defense Initiative, aus sämtlichen Nationalstaaten der Erde einen gewissen Prozentsatz an Soldaten überstellt bekommen, die dann die Erdstreitkräfte bilden werden. Dieser gewissen Prozentsatz kann freiwillig aufgestockt werden und Angehörige einer Armee können auch einen Antrag stellen in die Erdstreitkräfte aufgenommen zu werden. Die Erdstreitkräfte ersetzen die UN-Friedenstruppen, sollen jedoch in diesem Geist ihre Pflicht erfüllen. EDI wird wiederum die Behörde sein, die sich mit der Verteidigung beschäftigt, im Prinzip ein Verteidigungsministerium, das von einer Art Aufsichtsrat mit Abgeordneten aus sämtlichen Staaten, die Truppen stellen, geführt wird.“ „Aber sie führen nur die Politik der Mitgliedsstaaten aus? Sie sind keine eine autonome Kraft, oder?“, kam die Zwischenfrage des Moderators.
    Weir konnte das nur bestätigen. „Ja, die zivile Kontrolle und die Gleichheit aller Staaten steht im Mittelpunkt des Paktes. Die irdische Außenpolitik und der Einsatz der Streitkräfte wird ab sofort von der Vollversammlung der Vereinten Nationen bestimmt. Wie üblich wird laut dem Mehrheitsbeschluss dann, die eine oder die andere Richtung eingeschlagen.“ „Die UN ist also von einem Zusammenschluss zur Friedenswahrung und zur Verständigungsförderung zwischen den einzelnen Staaten zu einer mächtigen Institution geworden, die das Militär der Erde kontrolliert und die irdische Galakto-Politik macht. Das hört sich sehr nach einer Weltregierung an.“ „Nein, eine Weltregierung ist es auf keinen Fall“, dementierte Dr. Weir. „Die UN ist im Prinzip der Ersatz für die Außenministerien der einzelnen Staaten, während die EDI das Verteidigungsministerium ist, wenn sie diesen Vergleich als gleichwertig sehen wollen. Jeder einzelne Nationalstaat bringt seine Ideen, Wünsche und Forderungen ein, doch am Ende entscheidet eine Mehrheit für das, was sie für das Wohl des Planeten im Ganzen für richtig halten. Gleichzeitig führt die UN ihre ursprünglichen Aufgaben, wie die Sicherung des Friedens oder die Einhaltung des Völkerrechts, weiter fort. Die Vereinten Nationen sind jedoch kein Parlament, das Gesetze beschließt, sondern erweitern nur ihre Aufgaben. Darunter die Vertretung der Erde nach außerhalb und die Kontrolle über die EDI.“ „Danke für ihre ausführliche Erklärung, Dr. Weir“, sagte der Moderator und griff zu einem anderen Karteikärtchen. „Wie sieht es nun genau mit dem Erdverteidigungsstreitkräften aus?“ „Nun, die EDF sind eine multinationale Streitmacht, in die alle anderen Armeen aufgehen und besteht aus den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Raumflotte. Sie unterstehen der internationalen Gerichtsbarkeit und werden ihr Hauptquartier im sogenannten Oktagon, dem modernsten Hauptquartier irgendeiner Armee auf diesem Planeten, der nun ehemaligen Bundeswehr haben, welches die Bundesregierung freundlicherweise zur Verfügung stellte. Finanziert wird beides, ebenso wie die UN, durch prozentuale Beiträge jeder Nation aus den anfallenden Steuern.“ „Gut, ich glaube, das sollte reichen“, meinte der Moderator und wand sich zur Kamera. „Für ausführlichere Informationen können sie wie üblich unsere Seite im Internet aufrufen, sowie Datendownloads an ihr Subraumempfangsgerät anfordern. Ich gebe nun zurück zu Julia Donnovan live zur Unterzeichnung der Charta.“


    „Hmm“, stieß Feldmarschall A.D. Alexander Reineke, ehemaliger Kommandeur der Bundeswehr, nachdenklich aus, als er vorm Fernseher die Unterzeichnung der Charta verfolgte. Der pensionierte Generalissimus war absolut für die Veränderungen, die die EDI und die teilweise Umgestaltung der UN mit sich brachte. Seiner Meinung nach war es die einzige Möglichkeit, wie sich die Erde auf Dauer im galaktischen Geschehen halten konnte. Er hatte immer noch Kontakte zum Militär und Oberst König, die jetzt Chefin des TRAV (terrestrische Raumaufklärungsverbände), des Nachrichtendienstes der EDF wurde, hatte bei ihrem letzten Gespräch durchsickern lassen, dass man die Ori auf ihrem Kreuzzug durch die Galaxie zwar zeitweise bremsen und hier und da einen Planeten aus ihren Klauen reißen, im Endeffekt aber nicht viel tun konnte. Auch ohne offizielle Berichte und nur mit GBN und den Medien als seine Informationsquelle, konnte Reineke sich ausmalen, dass König es für ihn sogar noch geschönt hatte. Die Erde konnte, wenn überhaupt, nur ein gutes Dutzend Schiffe aufweisen, während große Teile der Erdschiffe noch im Reparaturdock lagen und umgebaut wurden. Es hatte sich herausgestellt, dass die Flottenverbände, die so viele Staaten angeblich hatten, fast alle nur auf dem Papier existiert hatten. Doch um ihnen auch etwas gutes vorzuhalten, waren die existierenden Schiffe auf einem sehr hohen technischen Stand und Mannschaften sehr gut ausgebildet und eingearbeitet, wenn sie auch zum Großteil keine Raumerfahrung hatten. Doch auch mit allen Schiffen, die nach und nach aus dem Reparaturdock kamen, konnte er sich nur vorstellen, dass man die Ori höchstens zum Stillstand bringen konnte. Und wenn man nicht aufpasste, dann würde sich schließlich ein interstellarer Grabenkrieg entwickeln, der jahrelang gehen konnte, oder sogar schlimmeres.

    Er wurde schließlich von seiner Frau aus den Gedanken gerissen, die sich neben ihn auf die Couch setzte. Lara Reineke hatte es begrüßt, dass ihr Mann sich endlich aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, da er nun mehr Zeit für sie und die Familie hatte. Die letzen sieben Monate hatte er sich mehr um seine Enkel kümmern können, als in genauso vielen Jahren zuvor. „Wie lange noch bis zur Unterzeichnung?“, fragte sie. Der Feldmarschall A.D. sah auf die Uhr. „Jetzt sollte es losgehen.“
    Er drehte die Lautstärke wieder hoch und gemeinsam sahen sie wie Julia Donnovan auf GBN berichtete: „Sie können nun sehen, wie Ban Ki-moon zum Podium tritt, um seine Rede zu halten. Ich schalte jetzt um, damit sie mithören können.“ Kurz darauf war der Generalsekretär zu hören. „Mitbürger und Mitbürgerinnen der Erde. An diesem freudigen und bedeutenden Tag, werden wir etwas tun, was vor uns noch niemand getan hat. Wir gründen hier und heute eine Allianz, die der Erde sowohl militärisch, als auch zivil zu gute kommen möge und die auf Jahrzehnte und Jahrhunderte hinaus Bestand haben möge. Und auch, wenn es aus militärischen Gründen entstand, so sollten wir die Chance nutzen und gemeinsam auf eine bessere Zukunft hinzuarbeiten. Ich bin dankbar für die Chance und für das Vertrauen, dass man in mich setzt, um der Erste zu sein, der die Erde auf stellarer Ebene vertritt. Ich werde mich hoffentlich dieses Vertrauens für würdig erachten. Menschen der Erde und ihrer Kolonien, lassen sie uns nun in ein neues und besseres Zeitalter eintreten, eines indem die Erde, wie eins, zusammenhält. Danke.“ Applaus brandete auf, während die Kamera schwenkte und einen runden Tisch einfing, an den nacheinander die Abgeordneten der irdischen Staaten traten und die Charta zu unterzeichnen, die offiziell alle Änderungen aktivieren würde. Die Kamera folgte nun langsam dem Stift, der von Hand zu Hand gereicht wurde und schließlich vom Abgesandten Dänemarks zuletzt in die Hand genommen wurde und die letzte Unterschrift auf die Charta setzte.

    Reineke schaltete den Fernseher aus. „Soviel dazu.“ „Was meinst du zu der ganzen Sache?“, fragte seine Frau. „Bisher hast du mit deiner Meinung immer hinterm Berg gehalten.“ „Ich glaube, dass sie einige Startschwierigkeiten haben werden, so wie es bei allem der Fall ist. Aber in ein paar Monaten wird sich der Staub gelegt haben.“ In diesem Moment klingelte das Telefon. Frau Reineke ging heran. „Wer ist es?“, fragte Reineke, der aufgestanden war, um in den Garten hinauszugehen.
    Seine Frau antwortete erst nicht, sondern nickte nur und gab einige „Ahas“ von sich. Schließlich sah sie auf und blickte ihren Mann an. „Es ist die Bundeskanzlerin.“ Reineke legte die Stirn in Falten. Es hatte in allen Ländern der Welt Neuwahlen gegeben, eine Klausel der Bündnischarta, damit die Karten für die UN und die EDI Abgeordneten neu gemischt wurden und die Menschen eine Chance hatten auf die neuen Ereignisse eingreifen zu können. Es war deutlich knapper ausgegangen als jemals zuvor und das bei einer Wahlbeteiligung von 84,2%. Schließlich hatten sich SPD und CDU/CSU auf eine Große Koalition einlassen müssen, wobei Dr. Gabrielle Lehnsmann von der CDU Bundeskanzlerin wurde. Reineke nahm verwirrt den Hörer in die Hand. „Hier Reineke, was gibt es, Frau Bundeskanzlerin?“ „Herr Feldmarschall, schön sie zu sprechen“, meldete sich die Kanzlerin. „Herr Reineke reicht inzwischen, Frau Bundeskanzlerin, ich habe mich zur Ruhe gesetzt“, korrigierte Reineke. „Selbstverständlich, Gewohnheitssache, sie verstehen?“, meinte die Kanzlerin und kam dann zum Thema. „Hören sie, wie sie wissen, besitzt die EDI als Verteidigungsbehörde des Planeten einen Rat, dem je zwei Angehörige aus jeder Nation angehören, ein beratender Militär und ein stimmberechtigter Zivilist.“ „Ja, das weiß ich“, bestätigte Reineke.
    „Die Bundesregierung hat sich auf seine zwei Vertreter geeinigt“, sagte Kanzlerin Lehnsmann „Unser militärischer Abgeordneter wird der pensionierte Generalleutnant Wilbur Zuse.“ „Eine gute Wahl“, sagte Reineke sofort. Zuse war in der Tat ein ausgezeichneter Panzergeneral gewesen, der im Goa‘Uld Krieg zu DEM Schlachtengewinner schlechthin avanciert war. In Fachkreisen sprach man von ihm bereits als Reinkarnation von Guderian und Rommel in einer Person. Doch dann hatte den „besten Panzergeneral der Bundeswehr“ das Glück verlassen. Im 548. Sternsystem, in der Schlacht um die entscheidende Festung, hatte die 12. Panzerdivision zwar den Sieg davongetragen, doch einer der Verwundeten war Generalmajor Zuse gewesen. Sein Führungspanzer war getroffen worden und Zuse hatte als einziger überlebt, wobei er jedoch sein rechtes Bein und zwei Finger an der linken Hand verloren hatte. Nach dem Krieg hatte man ihn in den Rang eines Generalleutnants erhoben, ihn mit Ehrungen überhäuft und auf eigenen Wunsch in den Ruhestand geschickt.„Und wen haben sie noch gewählt?“ Die Kanzlerin antwortete erst nicht, doch schließlich antwortete sie: „Sie. Die Regierung ist sich einig, dass sie der richtige für den Posten sind.“ „Oh nein“, antwortete Reineke sofort und schüttelte energisch den Kopf. „Das können sie vergessen. Ich habe meinen Abschied eingereicht und gedenke im Ruhestand zu bleiben.“ „Sie würden nicht wieder in die Armee zurückkehren, sondern Deutschlands Abgeordneter im Verteidigungsrat sein“, entgegnete die Kanzlerin. Reineke kratzte sich am Hinterkopf „Ich werde es mir überlegen, Frau Bundeskanzlerin. Bleiben sie bitte kurz dran.“ „Natürlich, ich warte“, bestätigte die Kanzlerin ruhig. Reineke schaltete auf Stumm, sodass die Kanzlerin nichts hören konnte. Dann sah er zu seiner Frau, die mitgehört hatte und ihn nun angestrengt an. Sie hatte eine ernste Miene aufgesetzt und sagte nach einer Weile: „Sag mir nicht, dass du das ablehnen wirst.“ „Wieso sollte ich es annehmen?“, fragte er und verschränkte die Arme vor der Brust. „Weil du die Armee nur aus Protest verlassen hast“, entgegnete sie. „Ich kenne dich ja wohl aus dreißig Jahren Ehre. Du bist ein Problemlöser, jemand der Entscheidungen trifft und Lösungen findest. Das hast du in den letzten 12 Jahren bewiesen, nicht zuletzt indem du die Streitkräfte von Sieg zu Sieg geführt hast. Und auch wenn es mir nicht gefällt, dass du dann wieder weniger Zeit für unsere Enkel hast, bin ich der Meinung, dass die noch nicht ohne dich auskommen. Wie du schon sagtest, am Anfang werden sie ins straucheln geraten und Probleme beheben müssen. Genau deshalb wirst du gebraucht. Jeder respektiert dich, sogar deine Gegner. Also geh da raus und tu das, worin du gut bist!“ Reineke winkte lächelnd ab. „Ich sollte wirklich nicht mit dir argumentieren.“ Er ging zu ihr herüber und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Was würde ich nur ohne dich tun?“ „Du wärst aufgeschmissen, mein Lieber“, antwortete sie lächelnd. „Denk daran, was Douglas MacArthur einmal sagte: 'Die Frau des Generals, ist des Generals General'. Also?“ Dann ging Reineke wieder ans Telefon und holte die Kanzlerin wieder in die Leitung. „Ich habe mich entschieden. Ich nehme den Posten an.“


    Am nächsten Morgen wurden die Veränderungen auch im STK merklich. Im STK und in den Generalstäben waren in den letzten Monaten die Fusionierungsbestrebungen vorangetrieben worden, weshalb schon seit drei Monaten Soldaten und Wissenschaftler aus Nationen, die bisher nicht zu den Alliierten Nationen gehört hatten, im STK aktiv gewesen. Doch ab diesem Tag gehörten sie alle der Erdarmee an, den Erdverteidigungskräften. Franzi Rust und Ralf Sikermann standen nebeneinander im Hauptlift und fuhren herunter auf die 23. Subetage. Franzi sah murmelnd an sich herunter.
    Die neue Uniform war bei allen drei Teilstreitkräften gleich und unterschied sich nur durch Kleinigkeiten und die Farbe des Stoffes (Anmerkung des Autors, Heer: Grau, Luftwaffe: Dunkelblau, Raumflotte: Weltraumschwarz). Beim Heer, zu dem die STK Truppen gehörten, war dieser Feldgrau. Die Dienstuniform bestand aus schwarzen Stiefeln, schwarzer Anzugshose und dem grauen Jackett, das mit einer, bei Offizieren mit zwei, Knopfreihen geschlossen wurde. Auf der Gürtelschnalle prankte das Symbol der UN. Die Kopfbedeckung war ein einfaches blaues Barett mit Abzeichen für die Truppengattung. „Wieso unbedingt ein Stehkragen?“, fragte sie Ralf und öffnete den ersten Knopf, um sich etwas wohler zu fühlen, denn einen Stehkragen mit Kragenspiegel war sie nicht gewohnt. „Was stört sie daran?“, fragte Ralf seinerseits. „Ist doch mal was anderes, als die üblichen Anzüge. Das passt mehr zum Militär, vor allem zu uns Deutschen. Wir hatten doch bisher immer Stehkragen an unseren Heeresuniformen.“ „Mag sein. Ich weiß jetzt aber, warum die damals abgeschafft wurden. Nicht von wegen der ganzen ‚Staatsbürger in Uniform‘-Sache, sondern weil normale Anzüge bequemer zu tragen sind. Man, bin ich froh, dass wir gleich in unser Grünzeug schlüpfen können und ich mir von diesem Halsdings nicht mehr die Luftröhre einschneiden lassen muss.“ Ralf grinste nur. „Na, wenn sie meinen... Ich empfehle ihnen auf jeden Fall einen besseren Schneider, wenn sie unzufrieden sind.“ „Scherzkeks“, meinte Franzi bissig, als sich die Aufzugtüren öffneten und die beiden heraustraten.

    General Degenhardt war indes im Besprechungsraum und hatte ein Meeting mit vier neuen Offizieren. Dabei handelte es sich um Lieutenant Sean Brown, ehemals Royal Army, Captain Suzanne Stern, israelische Armee, Major Ras Ghan, südafrikanischen Heer und Captain Achmed Manyas, ehemals türkische Armee. „Erst einmal, willkommen im STK“, sagte Degenhardt. „Sie alle haben ihre Ausbildung zum Stargatesoldaten bestanden und übernehmen nun jeder ein Team.
    Lieutenant Brown, sie werden der XO von ST 7, Hauptmann Koslow wird ihr Vorgesetzter.“ Der Brite nickte bestätigend. „Hervorragend, Sir, ich möchte fast schon sagen, fantastisch“ Degenhardt genehmigte sich ein leichtes Nicken und fuhr dann fort. „Captain Stern, sie übernehmen Fernspäheinheit ST 29, ihre Qualifikationen sprechen da ganz für sich.“ „Jawohl, Herr General“, bestätigte Captain Stern. „Captain Manyas...“, sagte Degenhardt nachdenklich. „Sie hatten sich mehrmals um einen Posten bei ST 2 beworben.“ „Jawohl, Sir“, sagte der Türke steif. „Ich habe schon seit langem den Wunsch dieser Einheit anzugehören.“ „Kann ich mir vorstellen. Oberst Vaselov hingegeben ist der Meinung, dass ein ‚Frischling‘ wie sie, nichts in seiner Einheit verloren hat, schon gar kein Pionier.“ Man sah dem Offizier an, dass er enttäuscht war, doch dann meinte Degenhardt leicht lächelnd: „Ich bin da anderer Meinung, was ihre Qualifikation betrifft, doch zu ST 2 werden sie nicht kommen. Stattdessen werden sie das Kommando über ST 50 erhalten, eine neu aufgestellte Pioniereinheit. Ich bin sicher, Sie werden Ihr bestes geben.“ Das machte den Captain natürlich gleich um einiges glücklicher.Schlussendlich wand sich Degenhardt an den südafrikanischen Major. „Was sie angeht, Major... Mein Stab hat für sie momentan in keinem ST Team eine freie Stelle zu besetzen.“ „Was ist der Grund?“, fragte der Major ruppig. „Der Grund ist, dass in einem ST Team die Mitglieder spezielle Fähigkeiten haben müssen, zusätzlich zu einer Stargatesoldatenausbildung. Sie hingegen sind zwar ein guter, sogar ein sehr guter, Infanterist, haben jedoch keine Spezialfähigkeit. Deswegen werden sie auf die Echobasis versetzt und melden sich nach einer, von ihnen gewählten, Spezialausbildung wieder im STK. Dann werden Sie einem ST Team zugewiesen.“ „Jawohl, Sir“, bestätigte der Südafrikaner zähneknirschend. Degenhardt fügte nichts mehr hinzu, da er verstehen konnte, dass der Major enttäuscht darüber war, erst auf die Reservebank geschickt zu werden und erst später eingewechselt werden sollte. Seitdem bekannt geworden war, dass die EDI gegründet werden sollte, hatten sich von 14 Millionen Soldaten, die von ihren nationalen Armeen in die Dienste der Erdestreitkräfte überstellt werden sollten, mehr als Zehntausend beim STK beworben. Eintausend hatte man zum Training zugelassen, 100 hatten es bestanden, den Rest hatte man zum Marine Corps oder den Fallschirmjägern geschickt, ein paar weitere waren zu den Kommandoeinheiten gekommen.

    „Gut, dann wegtreten“, befahl Degenhardt schließlich. Die vier Offiziere verließen den Konferenzraum, als gleichzeitig eine französischstämmige Majorin eintrat. Dabei handelte es sich um Major Marie Villeneuve, Degenhardts neue Rechte Hand und Leiterin des Kontrollraums. Man hatte Degenhardt, nachdem Major Müller sich hatte versetzen lassen, nahegelegt eine neue Rechte Hand aus einem der isolationistischen Länder zu wählen. Was schließlich zu Major Villeneuves Ernennung zum Stabschef geführt hatte, wobei Degenhardt sie nie gewählt hätte, wäre er nicht von ihrer Akte und ihren Leistungen beeindruckt gewesen. „Major, was ist als nächstes dran?“, fragte Degenhardt. Major Villneuve sah auf ihrem PDA nach. „Das Treffen mit dem Waffenmeister wegen der Lieferung der neuen G36A3 und M8 Sturmgewehre, danach ein Meeting mit McKay und Zelenka, dann...“ Degenhardt schaltete schon innerlich ab. Sie hatten jetzt bereits schon drei Monate gearbeitet, um den Übergang so reibungslos, wie möglich zu machen und immer noch war kein Ende der Arbeit zu sehen. „Na schön, dann weiter...“


    Doch nicht nur Degenhardt hatte an diesem Tag seine Treffen, sondern auch der Verteidigungsrat der EDI, der sein erstes Treffen abhielt. Der Ratssaal befand sich im 25. Untergeschoss des noch improvisierten Hauptquartiers aufLuna und war groß genug, um einen runden Tisch mit etwas mehr als 400 Sitzen aufzunehmen. An dem großen Ratstisch saßen alle zivilen Abgeordneten, eine Etage darüber hatten die militärischen Berater der Abgeordneten ihren Platz, sowie die Dolmetscher. Von diesem Beobachtungsraum konnte der Abgeordnete jederzeit mit ihnen Kontakt aufnehmen. Zwei große Bildschirme hingen sich an den Wänden und ein Hologrammprojektor stand in der Mitte des Tisches.
    Der Abgeordnete Alexander Reineke rückte noch einmal die Krawatte seines Zivilanzugs zurecht und betrat dann den Raum, um so gleich von einem alten Bekannten begrüßt zu werden. General George Hammond, ebenfalls im Ruhestand, aber aus Gesundheits-und Altersgründen, kam auf seinen alten Bekannten zu und reichte ihm die Hand, Reineke ergriff sie. „Schön, sie zu sehen, Alex.“ „Gleichfalls, George. Hat man sie auch aus dem Ruhestand geholt?“, fragte Reineke, während er sich zu seinem Platz begab, um seine Aktentasche abzulegen. „So halb-halb“, erklärte Hammond. „Nachdem sie mich in den Ruhestand schicken mussten, habe ich andere Wege gesucht mich nützlich zu machen. Verdammt noch mal, ich bin zu jung, um nichts zu tun ‚Sachlingen Aeronautics‘ wollte mich ins Konstruktionsbüro holen, aber das war nichts für mich. Ich will was vernünftiges tun und keine Werbefigur sein.“
    „Ja, von Sachlingen wollte auch mich für seine Firma“, meinte Reineke. „Kann man ihm auch nicht verdenken. Mit unseren Kontakten zum Militär bei einer Rüstungsfirma angestellt? Eine Goldgrube.“ Hammond nickte. „Schließlich hat mich die Präsidentin gebeten in den Verteidigungsrat zu gehen. Im Prinzip kann ich also mit dem weitermachen, mit was ich mich jetzt schon seit Jahren beschäftige.“ „Was für ein Glück...“, sagte Reineke gedehnt. In diesem Moment wurde dann auch die Sitzung eröffnet, indem sich die Türen schlossen und der zivile Abgeordnete Großbritanniens, der in Ermangelung eines noch zu wählenden Vorsitzenden provisorisch den Vorsitz führte, sagte: „Wir wollen dann jetzt beginnen, Ladies und Gentlemen.“

    Nachdem sich alle gesetzt und Ruhe im Saal eingekehrt war, räusperte sich der Brite. „Wie sie wissen, müssen wir mit der Wahl eines Vorsitzenden beginnen. Ich bitte daher um Vorschläge aus ihren Reihen.“ Sofort erhob sich der russische Abgesandte und sagte: „Meiner Meinung nach gibt es in diesem Raum eine Person, die für diesen Posten geeignet ist, gerade zu prädestiniert. Und das ist eben Feldmarschall Reineke, der mehr als qualifiziert dafür ist diesen Posten auszuführen. Die Gründe muss man sicher nicht mehr erklären.“ Daraufhin gab es gerade zu einen Ansturm, der am Ende darauf hinauslief, dass Reineke im Prinzip schon gewählt war, denn mehr als Zwei Drittel der Anwesenden wollten ihr. Doch da reichte es dem pensionierten General und er erhob sich und bat um das Wort. „Ich... fühle mich geehrt, dass die meisten von ihnen mich als Vorsitzenden wollen, aber das kann ich nur ablehnen. Sehen sie, ich habe diesen Posten nicht akzeptiert, um wieder mal eine Führungsrolle einzunehmen. Ich bin hier, um meinen Rat und meine Erfahrung mit ihnen zu teilen, zum Wohle des Planeten. Doch ich bin nicht bereit erneut die Zügel in die Hand zu nehmen und Vorsitzender zu werden. Nein, ich habe dies Jahrelang getan und bin der Meinung, dass nun jemand anderes an der Spitze stehen sollte, damit frischer Wind in die Sache kommt. Deswegen...“ Er machte eine Pause und blickte durch den Raum und blieb bei einer bestimmten Person hängen. „Deswegen schlage ich George Hammond als Vorsitzenden vor.“ Hammond traute seinen Ohren nicht und sah Reineke verwirrt an. Doch der Deutsche fuhr fort: „In all den Jahren, in denen ich George Hammond nun kenne, war er immer jemand, auf den man zählen konnte, dessen Wort immer eingehalten wurde. Er hat sich meinen Respekt erworben und meine Freundschaft. Und ich sage ihnen, er ist der Richtige für diesen Posten. Er weiß ebenso für seine Überzeugungen einzutreten, wie auch offen zu sein für die Vorschläge anderer. Ich weiß nicht, wie sie darüber denken, aber ich werde ihm meine Stimme geben.“ Dann setzte sich Reineke wieder auf seinen Stuhl und wartete ab.

    Der provisorische Vorsitzende räusperte sich und fragte, nachdem er Zustimmungen für die Nominierung eingeholt hatte, dann: „Abgeordneter Hammond, akzeptieren sie die Nominierung?“
    Hammond, der immer noch verwirrt über den plötzlichen Vorschlag war, zögerte und sagte dann schließlich, nachdem Reineke und einige andere ihm zu nickten: „Ich akzeptiere.“ „Sehr gut, weitere Vorschläge?“, fragte der Brite und sah in die Runde. Es gab tatsächlich zwei weitere Nominierungen, doch bei der anschließenden Wahl gewann Hammond mit 105 von 197 Stimmen.
    „Nachdem wir jetzt unseren Generalsekretär gewählt haben, werden wir uns in zwei Stunden erneut hier versammeln und zur Tagesordnung kommen. Ich danke ihnen.“ sagte der britische Abgeordnete und beendete dann die Sitzung.

    Die Ratsangehörigen verließen nacheinander den Sitzungssaal und General Zuse schloss, sich auf seinen Krückstock stützend, zu Reineke auf. „Das war ja eine nette Rede von ihnen“, meinte der Endvierziger. „Hatte wohl einen guten Moment“, entgegnete Reineke. „Aber Hammond ist schon der richtige Mann für den Posten.“ „Zweifellos, der Mann hat Ahnung vom Geschäft“, stimmte General A.D. Zuse zu. „Doch es ist nicht nur wichtig einen vernünftigen Generalsekretär zu haben. Sobald die ersten wirklichen Entscheidungen anstehen, in einem Monat oder so, dann werden wir ja sehen, ob diese Behörde effektiv arbeiten kann.“ Mit diesen Worten, denen Reineke nichts beimaß, ließ General Zuse Reineke allein.


    Derweil hatte ST 1 eine Schlussbesprechung mit General Degenhardt, wobei auch Major Villeneuve anwesend war. Der General überflog kurz den Schlussbericht und fragte dann: „Kann es sein, dass wir nach über einem Jahr immer noch nicht wissen, wo Ba‘al die Hak‘Tyl hin verschleppt hat?“
    „Jap“, antwortete Franzi niedergeschlagen. „Eines kann man dieser Schlange lassen, er weiß, wie man sich bedeckt hält.“ „Das letzte Mal haben wir ihn vor 7 Monaten gesehen, als er sich hier auf der Erde aufhielt“, meinte Ralf. „Und von den Hak‘Tyl befindet sich nur meine zukünftige Schwiegertochter in Freiheit“, kam es von Teal‘C. Es war damals das Glück von Karyn gewesen, dass sie zu dem Moment, als Ba‘al die Hak‘Tyl entführt hatte, gerade mit Ryac unterwegs gewesen war. „Villeneuve?“, fragte Degenhardt seine Rechte Hand. Der weibliche Major zuckte nur mit den Schultern. „Ansonsten nichts, Sir. TRAV konnte nichts herausfinden. Allerdings hatte Colonel Maybourne, Vizedirektor des TRAV, eine Hypothese aufgestellt im Bezug auf Ba‘al.“
    „Was hat sich der gute Harry denn ausgedacht?“, fragte Daniel. Villeneuve sah auf ihrem PDA nach. „Nun, offensichtlich kann sich Ba‘al nicht in einem Sonnensystem aufhalten. Wir haben auf allen Planeten mit Stargates Satelliten im Orbit stationiert, von Ba‘al keine Spur. Und da alle Planeten die keine Stargates haben, zu 99% wertlos sind, geht der Colonel davon aus, dass Ba‘al auf einer Raumstation sein Hauptquartier aufgeschlagen hat.“ „Würde Sinn machen“, meinte Vala nachdenklich. „Die Goa‘Uld haben dutzende Raumstationen errichtet. Die meisten werden jetzt sicher von den Lucianern betrieben, und der Rest von unseren Verbündeten. Aber Ba‘al hat sicher irgendwo ein Versteck eingerichtet.“ Jules konnte dem nur zustimmen. „Eben. Neben Anubis war er der einzige Goa, der uns je ernstgenommen hat. Er hat sicher irgendwo einen Rückzugsort aufgebaut und dort Rohstoffe, Waffen und sonstiges eingelagert, um möglichst lange autark zu sein.“ „Also müssen wir nur die ganze Galaxie nach einer... Was? Zwei mal ein Kilometer großen Raumstation suchen? In einer Milchstraße mit einem Durchmesser von 100.000 Lichtjahren und Milliarden von Planeten und Monden? Na viel Glück“, meinte Degenhardt und winkte ab. „TRAV ist schon dran, Sir“, sagte Major Villeneuve. „Colonel Maybourne hat dafür die halbe Spähflotte eingesetzt und Oberst König ist momentan dabei weitere Einheiten zu... Requirieren.“ „Der Raumflotte zu klauen“, übersetzte Ralf, der darüber aber ziemlich froh war, schließlich hatte er noch eine Kugel über, die er Ba‘al zwischen die Augen jagen wollte. Das reichte Degenhardt jedenfalls und er erhob sich. „Sehr gut. Das wärs mit der Abschlussbesprechung. Morgen um 0900 haben sie eine Lagebesprechung für eine neue Mission. Sie morgen starten sie nach P9W-498. Wegtreten.“


    Im Hauptquartier der Erdverteidigungsinitiative war es nun soweit, dass die eigentliche Sitzung beginnen konnte. Da es sich um die allererste Sitzung handelte, gab es keine wirklichen Entscheidungen zu fällen, sondern nur darum alle Abgeordneten auf den selben Stand zu bringen und sich auszutauschen. Hammond saß nun am Platz des Generalsekretärs und räusperte sich. Er musste sich an die neue Rolle, mit der man ihn gerade überfahren hatten, erst noch gewöhnen. „Da wir alle versammelt sind, sehe ich keinen Grund nicht anzufangen. Wie wir alle wissen, verfügen die Wraith inzwischen über intergalaktische Hyperantriebe und kennen die Lage der Milchstraße. Ebenso sind die Ori dabei ihre bisher in ihrem Kreuzzug eroberten Welten auszubauen. Sie legen momentan eine Pause in ihrer Expansion ein, doch wenn wir sie nicht aufhalten, werden sie bald weitermachen. Die Stabschefs haben mir jedoch einen langwierigen Plan vorgelegt die Ori in die Schranken zu weisen.“ Hammond öffnete besagte Akte. „Die Stabschefs haben analysiert, was zur Niederlage in der Schlacht um das Supertor geführt hat. Man ist sich einig, dass wir vor allem zu wenig Raumschiffe zur Verfügung haben und zu wenig Jagdstaffeln. Die Stabschefs schlagen deshalb den sogenannten ‚Plan X‘ vor, eine Anlehnung an den Z-Plan der deutschen Kriegsmarine vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.“ „Und worum handelt es sich dabei?“, fragte der Abgesandte der Philippinen. General Zuse gab dem Abgeordneten Auskunft von seinem Beobachtungskämmerchen aus. „Der Z-Plan war ein hochgestecktes Rüstungsprogramm der Marine, um eine beeindruckende Flotte in kürzester Zeit aufzubauen. Doch wegen finanzieller Engpässe wurde er nie in die Tat umgesetzt und nur ein Bruchteil der angeforderten Schiffe gebaut. Ich nehme an, beim ‚Plan X‘ handelt es sich um ähnliches.“ Generalsekretär Hammond bestätigte das. „Ganz recht, General. Die analytischen Abteilungen der Streitkräfte und der Geheimdienst sind sich einig, dass wir den Ori nur im Punkt Raumschiffe unterlegen sind, beim Heer und der Luftwaffe sind wir überlegen. Doch die Orischiffe sind weit fortschrittlicher, ihre Schilde stärker und sie haben eine ganze Galaxie zum Bau der Schiffe. Wir hingegen haben die Asgard und die Antiker unter Admiral Armelia an unserer Seite. Wir brauchen jedoch eine größere Flotte, um die Ori auf Dauer aufzuhalten.“ „Interessant und dieser ‚Plan X‘ soll eine Art Gleichgewicht zwischen uns und den Ori herstellen?“, fragte der Abgeordnete aus Frankreich interessiert. Hammond nickte und ließ auf den Computerterminals, die vor jedem Abgeordneten im Tisch eingelassen waren, eine Kopie des Plans aufrufen. „Plan X soll uns dabei helfen einen soliden Kern für unsere Navy aufzubauen und dies besonders schnell. Natürlich werden wir noch wesentlich mehr Schiffe bauen. Wie sie ja wissen, wurde der Bau von Raumschiffen und der Produktion der Bauteile und Computer inzwischen von sechs Firmen aufgenommen, weitere sind dabei einzusteigen. Der Generalstab hat zusammen mit Gideon von Sachlingen, dem Direktor von Sachlingen Aeronautics, auf dieser Grundlage den ‚Plan X‘ entworfen. Der Plan besteht im Prinzip aus der Anzahl benötigter Schiffe und einem Finanzierungs- und Zeitplan. Die EDI hat schon alles durchrechnen lassen, es klappt alles.“ „Und die Zahlen?“, verlangte der Abgeordnete der Schweiz. „Die haben wir hier“, antwortete Hammond und rief eine andere Darstellung auf. „Die Raumflotte will folgende Schiffe in Auftrag geben: 4 Flugzeugträger, 12 Schlachtschiffe, 24 Schlachtkreuzer, 40 Schwere Kreuzer, 60 Leichte Kreuzer, 100 oder mehr Fregatten und 20 Hilfsschiffe bzw. Flottentender. Geschätzte Fertigstellung der letzen Einheit bei sofortiger Auf-Kiellegung und Auftagstellung bei Firmen wie Sachlingen Aeronautics bis zum Jahr 2013. Kostenpunkt: 1,13 Billionen Euro mit Spielraum.“
    Bei dieser stolzen Summe gingen einigen Leuten die Augen über.
    „Ich darf sie darauf hinweisen, dass diese Summe aufgebracht werden kann und die UN es bereits bewilligt hat“, sagte Hammond. „Schließlich werden wir von allen Staaten finanziert und können in dieser Größenordnung arbeiten.“ Es gab noch einige Fragen, doch schließlich stimmten alle (da sie ja im Prinzip keine Wahl hatten und erst ab Morgen etwas zu entscheiden hatten) dem ehrgeizigen Plan zu, woraufhin noch am selben Tag bei ‚Sachlingen Aeronautics‘, ‚Global Dynamics‘, ‚Colson Aviations‘, ‚Blohm&Voss Abteilung Weltall‘ , ‚Newport News Shipyards‘ und einigen weiteren Firmen die Startschüsse fielen die ersten Schiffe auf Kiel zu legen. Der Auftrag der Streitkräfte würde den Rüstungsfirmen und Werften der Erde auf Jahre hinaus Schwarze Zahlen bescheren und den Ländern, in denen sie ansässig waren, schöne Steuereinnahmen und wenig Arbeitslose, denn zum Bau wurden tausende von Werftarbeitern benötigt. Dazu kamen noch die ganzen Zuliefererfirmen und anderen Leute, die im Zuge dieser gewaltigen Aufrüstung Arbeit finden würden. Auch nachdem Plan X ausgelaufen war, würden weiterhin Schiffe für die Navy der Erdstreitkräfte gebaut werden, um die Flotte noch weiter zu vergrößern.

    „Gut, zum nächsten Punkt. Es betrifft wieder die Raumflotte“, erklärte Hammond und blickte den Abgeordneten Russlands an. „Abgeordneter Oslow, was können sie über die Fortschritte der Instandsetzung und Modernisierung der existierenden Schiffe sagen.“ „Nun“, begann der Abgeordnete. „80% aller Schiffe befinden sich noch in der Werft. Vor allem die Schlachtkreuzer werden nun beinahe komplett umgebaut zur Rommel-Refit-Klasse. Auch die anderen Schiffe mussten komplett aufgemacht werden, um die neuen Neutrino-Ionen-Reaktoren der Asgard einzubauen. Die neuen Waffensysteme, darunter die Antimaterietorpedos und die Puls-Laser, funktionieren und warten nur noch darauf eingebaut zu werden. Die Raumflotte rechnet mit mindestens noch einen Monat, bis genug Schiffe wieder einsatzbereit sind, um eine Angriffsflotte zu bilden. Das Antikerschlachtschiff Leonidas wird noch etwa sechs weitere Monate in der Werft liegen, bis der Umbau zum Flugzeugträger beendet ist und dann in Enterprise umbenannt wird.“ „Danke“, sagte Hammond, als der Russe fertig war. „Dann kommen wir jetzt zu...“ So ging es noch über anderthalb Stunden, bis die Sitzung schließlich beendet wurde.

    Hammond blieb als letzter im Raum und wartete, bis alle gegangen waren. Dann sah er sich um. Der erste Tag und das war noch der leichteste, dachte er im Stillen. Noch war es zu keinen Debatten über Entscheidungen und ähnliches, wie in jedem guten Verteidigungsrat/Ausschuss, gekommen, doch das würde sich schnell ändern. Heute hatte man nur alle auf den selben Stand bringen wollen, doch ab morgen würde nicht nur einer von ihnen schon Anträge einbringen, oder man musste für Probleme, für die die UN keine anderen Lösungen sah, militärische Vorgehensweisen entscheiden, und so weiter und so fort. Und dann würde es ein harter Tag für den Generalsekretär werden. Er sah sich noch einmal in dem Saal um, in dem er demnächst viel Zeit verbringen würde, dann stand er auf und verließ den Ratssaal.


    Am Abend des selben Tages, Zentrum der Milchstraße, 34.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, Geheimes Hauptquartier von Ba‘al:

    Ba‘al schaltete das Subraumkommunikationsgerät aus. Er hatte sich gerade eben die Berichte von GBN über das neue Erdbündnis angesehen, erneut musste er GBN für die billigen Informationen danken. Die Erde war nun, für seinen Geschmack, ein wenig zu einig und bei den Tau‘Ri hieß das, dass sie jetzt eine noch größere Bedrohung für ihn werden würden. Doch das hieß einfach nur, dass er noch gerissener sein musste, als er es sonst war. Er erhob sich aus seinem Thron und begab sich zum großen Panoramafenster des Thronsaals. Der Thronsaal befand sich in einer der oberen Ebenen seiner Raumstation und vor der Station erstreckten sich zwei große Orbitalwerften, in denen zwei neuartige Mutterschiffe gebaut wurden. „Die Tau‘Ri werden noch lang brauchen bis sie soweit sind wieder richtig durchzugreifen“, murmelte er vor sich hin. „Zeit genug, um mich vorzubereiten.“
    Er setzte ein zufriedenes Lächeln auf.

    In diesem Moment öffnete sich das Schott und seine neue Königin Taweret, die sich glücklicherweise unter den Larven seiner verstorbenen Königin Astate befunden hatte, trat herein. Dank auf der Erde, von seiner Firma weiterentwickelter Goa‘Uld Reifungstechnologie, hatten die Larven das Stadium überspringen könne, in einem Jaffa zu reifen. Als Ausgleich gab Ba‘al seinen getreuen Jaffa, es waren immerhin noch 8500 die ihm folgten, Tretonin. Er war zwar stolz, aber er sprang über seinen Schatten, wenn er etwas vom Feind übernehmen konnte, was funktionierte.
    Die Königin verneigte sich. „Mein Gebieter, die ersten 12 Symbionten sind bereit zur Implantation in die Kullkrieger.“ „Ich bin gleich da, meine Geliebte“, sagte Ba‘al und wies Taweret an zu gehen. Er hatte in den letzten 10 Monaten, seit der letzten Konfrontation mit der Erde, nicht auf der faulen Haut gelegen, sondern fleißig gearbeitet. Unter anderem hatte er eine Kullrüstung, die er vor über einem Jahr gefunden hatte, endlich nachbauen können. Einen richtigen Kullkrieger hatte er nicht erschaffen können, aber er hatte sich einige Menschen beschafft und sie mit Nanotechnologie etwas verbessert, damit sie die Rüstungen bedienen konnten, sobald sie einen Symbionten in sich trugen. Sie würden nicht so gut sein, wie die richtigen Kullkrieger und ihnen in Geschwindigkeit, Ausdauer und Körperkraft unterlegen sein, aber dafür lebten sie auch nicht nur ein paar Wochen, so wie Anubis‘ Krieger.

    Bevor er sich zum Labor aufmachen wollte, wollte Ba‘al noch eben einen Blick auf seine kleine Farm werfen, wie er es so schön nannte. Er aktivierte einen Überwachungsschirm und besah sich seine ‚Legebatterie‘. Die Farm befand sich in einer der unteren Ebenen der Raumstation. Eng an eng lagen hier, in Krankenbetten, die Hak‘Tylfrauen fixiert und unter Drogen gesetzt, Schläuche und Apparaturen hingen aus ihren Körpern. Jede einzelne von ihnen war schwanger und gab nun alle fünf Monate, da Ba‘al die Schwangerschaft beschleunigte, Leben an einen Hybriden, deren Alterungsprozess nach der Geburt ebenfalls beschleunigt wurde. Und wenn eine Hak'Tyl unter den Überbelastungen starb, konnte er sie einfach mit dem Sarkophag wiederbeleben. Wie er es vorausgesehen hatte, waren Mensch-Jaffa-Hybriden beiden Spezies überlegen. Sie vereinten die Vorteile beider Spezies in sich und würden, richtig indoktriniert, eine sehr gute und treu ergebene Armee ergeben. Ba‘al hatte jetzt schon 350 Kinder im Alter um die 4 Jahre zur Verfügung, die er so formen konnte, wie er wollte. Zufrieden schaltete er den Monitor ab und verließ den Thronsaal. Alles entwickelte sich so, wie er es wollte und eines Tages würde er in die Galaxie zurückkehren und dann Gnade all denen, die sich ihm in den Weg stellten...






    Ende der Folge

    Anmerkung: Erweiterung des Glossars.
    Geändert von Atlan (04.02.2010 um 07:27 Uhr)


  13. #13

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    Eine sehr gute Folge.
    Ich finde gute das auch mal gezeigt wird wie sich die politische Lage auf der Erde verändert.
    Es wird sehr interessant sein zu sehen wie die neuen Organisationen mit den Problemen umgehen die auf sie zukommen.
    Was die Hak‘Tyl angeht so hoffe ich doch das sie bald aus den "Legebatterien" (anders kann man es wohl nicht nennen) befreit werden und Ba‘al in seiner Raumstation gestellt wird.
    Mit Hammond als Vorsitzenden der EDI kann ja nichts schief gehn.

  14. #14
    First Lieutenant Avatar von Lt. Com. Ambrose
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    Eine sehr intressante Folge, die beschreibung der Politik der EDI ist ziemlich intressant hoffe davon gibt es nochmehr.

    Die Legebatterie der Haktyl von Baal erinnert mich etwas an die Framen aus BSG
    ich bin ja aml gespannt was Baal noch so anstellt, lästig wird er wohl auch weiterhin sein.
    "Wir kommen aus dem Nichts,
    wir werden zu Nichts,
    was haben wir zu verlieren?"

    "Nichts!"
    Monty Pyhton


    Stargate Modelle

  15. #15
    Eure Dudeheit Avatar von General der RW
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    Sehr sehr gelungenes Kapitel.

    Die Struktur des EDI ist sehr interresant, ebenso der "Plan X". Das Hammond zum Vorsitzendn gewählt wurde ist eine angenehme Überaschung.

    Wieso ihr die Leonidas umbaut ist mir schleierhaft. Ich finde, dass die Auroraklasse kein geeignetes Designe für einen Träger hat und ein solch starke Umbau, dass sie es wird würden zu lange dauern. Ich hätte sie als Shclachtschiff behalten.

    Haktyl als legebaterien... irgendwie erschreckende Vorstellung (Muss da irgend wie mit dem BSG Ambrose recht geben)
    Ba'al ist nicht so schwach wie es nach seiner Flucht schien. Was der wohl als nächstes aushäckt?

  16. #16
    Master Sergeant Avatar von Jack-ONeil
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    Echt tolles Kapitel. Das mit den Hak'Tyl-Frauen ist einerseits erschreckend, aber auch Genial. So kann er sich in wenigen Monaten eine ganze Armee aufbauen und braucht dafür nicht viel tun.

    Der politische Hintergrund der EDI hört sich echt interessant. Bei den Plan mit der Leonidas muss ich aber General der RW recht geben. Ich hätte sie auch gelassen, wie sie war und nur ein wenig mit anderer Technologie verbessert.

    Das die Ori ihren Vormarsch gestoppt haben, lässt nichts gutes erahnen. Die werden wohl irgendeinen bösen Plan haben, den sie noch durchführen werden. Von den Antikern die auf der Erde geblieben sind, würde ich auch gerne wieder etwas hören. Mal sehen, mit welchen Tricks die noch aufwarten werden.

    bis zum nächsten Mal

  17. #17
    Second Lieutenant Avatar von alter-fighter
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    Nachdem ich schon am Montag nichts geschrieben habe werde ich jetzt auch mal meinem Kommentar abgeben.

    Erstmal ist euer kleine Lexikon sehr schön geworden. Ich hatte mich am Montag gewundert wieso noch keine Raumschiffe dabei waren, aber diese wurden glücklicherweise nachgeliefert. Anscheinend werden jetzt auch alle Schlachtkreuzer zu überarbeiteten Rommelklasse aufgerüstet. Nicht schlecht. Obwohl ich es mit dem ganzen neuen Energiewaffen eigentlich schade finde das nicht mehr die guten Alten Irdischen Nuk-Granaten und Raketen zum Einsatz kommen. Der Umbau des Antikerschiffes zum Kommandokreuzerträger finde ich auch ganz interessant. Erinnert mich an dem Umbau Japanischer Schlachtschiffe zu Träger/Schlachtschiff Hybriden, zum Ende des Pazifikkrieges. Nach dem Verrat der Antikerbevölkerung und dem Verlust eines Großteils ihrer Werftkapazitäten wäre es aber nur eine Frage der Zeit gewesen bis die Ersatzteile ausgegangen wären. Schließlich ist das Ding ein Großkampfschiff, es braucht entsprechende Werften und Einrichtungen um gewartet und repariert zu werden.

    Die erste Folge ging schon mal gut los, gleich eine Schlacht mit den Wraith. Na ja nach der letzten Folge von TGE-A war das ja auch klar gewesen. Die Wraith hatten auch noch Glück das die Menschen zur Zeit geschwächt sind. Sonnst hätte man mit ihnen dem Boden aufgewischt. Ein Basisschiff wird sich auch eher als Ärgernis denn ernsthafte Bedrohung erweisen. Der Verlust des Spanischen Kreuzers ist bedauerlich, immerhin war es eines der bekanntesten Neben-Schiffe. Todd wird jetzt auch als Spion eingesetzt, mal sehen ob er es den Erdlingen verzeiht das er nach den Prol-Metzger aus Scrubs benannt wurde. Er hatte ja genug Zeit ein paar Folgen anzusehen.


    Die Zweite Folge war sehr Politisch, ja so mag ich das. Zur Zeit ist es noch Harmonische im neuen Kriegsrat, der Angriff der Ori und Wraith steckt ja noch in den Knochen der Menschen. Mal sehen wie lange das noch andauert. Es war auch ein geschickter Schachzug jetzt das teure X-Programm durchzudrücken. Ich sehe aber schon die Pfennigfuchser, die wenn die Ori etwas weniger bedrohlich wirken, bestimmt Raum für Streichungen sehen werden.
    Nun zur Hauptbedrohung, Baal ist ja richtig fleißig. Sein Plan die Hak'til als Babymaschinen zu nutzen ist sehr weitsichtig, genau wie sein Programm zu Wachstumsbeschleunigung. Erinnert an eine Mischung als Cylonenfarmen und Star Wars Klonprogramm. Trotz neuer loyaler Truppen wird er aber mehr auf Qualität als auf Quantität setzten müssen. Denn den Menschen und Ori ist er mit der Zahl seiner Truppen Hoffungslos unterlegen. Aber wie ich ihm kenne wird ihm was einfallen. Hoffentlich schafft er es wieder sein eigens Reich aufzubauen.
    Meine erste Fanfiktion:
    Stargte - Eine neue Hoffnung -

    Krieg der Sterne, diesmal mit Stargate Charakteren, ich hoffe es gefällt.

  18. #18
    Colonel
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    Dann gebe ich mal die Antworten auf die Feedbacks, bevor ich am Montag dann mit einer neuen Folge weitermache.

    Erstmal Danke an alle, die den Button gedrückt haben.

    @Mjollnir:
    Nun, hin und wieder ist etwas Politik von Nöten, wenn wir auch weiterhin unser Hauptaugenmerk auf ST 1 und AR 1 behalten. Es wird jedoch noch einige weitere Folgen dieser Art geben. Ob die Hak'Tyl aus ihrer Lage befreit werden, bleibt abzuwarten.

    @Ambrose:
    Freut mich, dass es dir gefallen hat. Stimmt, bei den Farmen hab ich mich von Galactica inspirieren lassen. Und glaub mir, wenn ich sage, dass Baal noch einige Male Ärger machen wird.

    @GenRW:
    Nun, wie ich ja bereits per Profilnachricht kurz erklärte, wird die Leonidas zum Kommandokreuzer Enterprise umgebaut. Dies ist aus zwei Gründen nötig: 1.) Ist die Leonidas in der Schlacht um das Supertor äußerst stark beschädigt worden, ganze Decks waren ausgebrannt, das Schiff prinzipiell ein Wrack. Darauf aufbauend 2.): Ohne die Antiker und ohne ihre Ressourcen, um Drohnen etc. zu bauen (die geflohenen Antiker haben entweder alles mitgenommen oder vernichtet) wäre die Leonidas nur schwer zu reparieren zu wesen und irgendwann wären keine Drohnen mehr da gewesen. Spätestens dann wäre ein großer Umbau von nöten gewesen. Und mit den Umbauten wurde vor bereits einem halben Jahr begonnen (Zeitunterschied zwischen 6x20 und 1x02 ja 7 Monate). Alter-fighter hat das schon sehr gut erfasst gehabt.
    Wie ich bereits Ambrose gesagt habe, habe ich mich von den Farmen in BSG inspirieren lassen.

    @Jack-ONeil:
    Nun, innerhalb weniger Monate hätte er eine Armee von Kleinkindern. Es wird schon etwas länger dauern, bis er ausgewachsene und wirklich brauchbare Krieger besitzt. Zur Leonidas hab ich ja schon was bei General der RW geschrieben und die Ausstattung des Kommandokreuzers kannst du im Glossar unter Raumschiffe einsehen. Der gestoppte Vormarsch der Ori ist äußerst simpel: in der Schlacht um das Supertor wurden sie doch ebenso dezimiert, wie die Erdschiffe. Auch sie müssen sich jetzt erst einmal wieder sammeln und neue Einheiten samt Werften in der Milchstraße bauen, denn das Supertor kontrollieren die Erde und ihre Verbündeten.

    @alter-fighter:
    Freut mich, dass dir der Glossar gefällt, er wird im Laufe der Staffel noch mehrmals erweitert werden und ich bemühe mich gerade um noch ausführlichere Beschreibungen.
    Nun, Energiewaffen mussten früher oder später kommen. Sie sind ein Geschenk der Asgard. Und nur die Nukeguns wurden ersetzt. Diese waren zwar mächtig, aber ihre kleinen Magazine waren auch ihre größte Schwäche. Mit den neuen Pulslasern und Laserstrahlern kann das nicht passieren. Die Railguns sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Armierung, wie du in den Beschreibungen sehen kannst und diesmal sogar mit extrem gesteigertem Kaliber. Und die normalen Raketen wurden einfach nur in Torpedos umbenannt (und Atomsprengköpfe mit Antimateriesprengköpfen ersetzt), da die Raumwaffe sich nun an den maritimen Flotten und deren Jargon orientiert. Die Gründe für den Umbau der Leonidas zum Kommandokreuzer Enterprise hast du sehr richtig erfasst.
    Freut mich, dass dir der Staffelanfang gut gefiel. Tja, momentan sind wir halt auf dem Trip alle liebgewonnenen Schiffe zu vernichten . Und Todd bleibt mehr oder weniger ein unregelmäßiger Alliierter, der die Menschen immer dann einweiht, wenn es ihm in seine Pläne passt. Stimmt, momentan ist noch alles harmonisch, aber du kannst dir sicher sein, dass es nicht immer so bleiben wird. Der X-Plan wäre so oder so notwendig gewesen, um sich auf kurz oder lang gegen die Ori durchzusetzen. Du hast Recht, Baal ist halt Baal. Aber mal sehen, ob er es schafft sein Reich wieder aufzubauen...



    Weiter gehts dann Montag mit der Folge 1x03 "Der Gegenangriff". Bis dann.


  19. #19
    Colonel
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    1.03 Der Gegenangriff




    Oberst Nina König schritt durch die Gänge des Hauptquartiers der Earth Defense Forces und befand sich auf dem Weg zum Büro des Chefs der Raumflotte. Mit ihrer verbliebenden Hand trug sie ihre Aktentasche, in der sich höchstexplosive Neuigkeiten befanden. Schnellen Schrittes erreichte sie das Vorzimmer des Stabschefs der Raumflotte und klemmte sich die Aktentasche unter ihren Armstumpf, um mit der anderen Hand ihre ID-Karte rauszuholen. Sie übergab die Karte einem Mitarbeiter des Stabschefs, der die weltallschwarze Uniform der Raumflotte trug.
    „Oberst König für Admiral Landry“, sagte König gehetzt. „und ein bisschen plötzlich, Lieutenant Commander, es eilt.“ Die neuen Titulierungen waren für sie und die anderen Soldaten noch immer gewöhnungsbedürftig. Trotz der Meinung der Opposition, die sich aus den meisten Raumwaffen des Westens zusammensetzte, hatte man beim Aufstellen der EDF, der Raumflotte ein maritimes Rangsystem gegeben, den anderen Teilstreitkräften Herr und Luftwaffe die des Heeres. Nur die Terrestrischen Raumaufklärungsverbände (TRAV), wie Oberst Königs Geheimdienst im Dienste der Erdstreitkräfte nun hieß, war davon ausgenommen gewesen, denn TRAV spionierte sowohl am Boden, als auch im All und war der einzig verbliebende Militärgeheimdienst, der alle anderen in sich vereinigte. Die Ordonanz ließ den weiblichen Oberst nun durch und geleitete sie in das Büro des Stabschefs, Flottenadmiral Hank Landry, ehemals bei den US Space Forces.

    Flottenadmiral Hank Landry saß gerade hinter seinem Schreibtisch und bearbeitete eine große Menge an Formularen. Die Gründung der Earth Forces hatten nicht nur die größte militärische Macht geschaffen, die die Menschheit bisher gekannt hatte, sondern auch etwas anderes hervorgebracht: den größten Papierkrieg aller Zeiten.Vieles davon musste von den militärischen und zivilen Oberbefehlshabern, dem EDI-Rat und den drei Stabschefs persönlich bewältigt werden. Dem deutschen Feldmarschall Gustav Adler vom Herr, dem britischen Luftmarschall Sir Hamish Alexander von der Luftwaffe und der amerikanische Flottenadmiral Hank Landry von der Raumflotte. Landry ärgerte sich, dass er angenommen hatte, als man mit dem Job an ihn herangetreten war. Aber er war der Kompromisskandidat, für den sich alle Länder entschieden hatte, nachdem der neuernannte Vizeadmiral Heimeshoff lieber weiterhin einen Raumverband kommandieren wollte, sobald genug Schiffe repariert waren. 'Wär ich nur Heimeshoffs Beispiel gefolgt...', dachte Landry, als er wieder einige Unterlagen abzeichnete. 'aber nein, ich musste ja diesen Job annehmen...' Nun streckte ein Mitglied seines Stabes den Kopf ins Büro und er erhob sich, als Oberst König kurz darauf eintrat.
    „Oberst König“, sagte Landry fröhlich und stand auf, um seinen Besucher zu begrüßen. Locker, wie man ihn kannte, hatte er die Uniformjacke abgelegt und nur das weiße Uniformhemd mit aufgerollten Ärmeln an. „Herr Admiral“, sagte König mit einem knappen Lächeln zur Begrüßung, salutierte knapp und hob danach die Aktentasche wieder auf. „Wir müssen reden.“ Landry nickte und setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch. „Worum geht es, Oberst?“ Oberst König ordnete kurz ihre Gedanken, als sie sich Admiral Landry gegenüber setzte und öffnete ihre Aktentasche, um eine Akte herauszuholen, die sie Landry zuschob. „Meine Leute haben jetzt einen der Standorte der Ori-Rüstungsanstrengungen herausfinden können“, begann sie. „Es handelt sich um den Planeten Ikarus, 4991. Sternsystem, 49.380 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Ori haben sich alle Mühe gemacht ihre Standorte geheim zu halten und wir sind auch nur draufgekommen, weil von vielen von den Ori besetzten Planeten hunderte Menschen dorthin geschickt werden, um in den Werften zu arbeiten.“ „Was ist mit dem anderen Standort, den die Ori haben sollen?“, fragte Landry.
    „Vom zweiten Standort kennen wir die Koordinaten bisher nicht“, antwortete Oberst König mit einigem Bedauern. „Es war schon ein großes Glück, dass wir vor einigen Wochen herausbekommen haben, dass die Ori an zwei Standorten eine neue Flotte bauen.“ „Na schön“, sagte Landry langsam und blätterte im Bericht. „Was ist mit der Produktivität auf Ikarus?“ „Bisher wurden zwei Kreuzer und zwei bis drei kleinere Einheiten, etwa Fregattengröße, fertiggestellt. Aber es sollen mindestens drei Mutterschiffe in Produktion sein.“, sagte König.

    Landry legte die Stirn in Falten. „Drei Mutterschiffe? Verdammt, vier davon haben uns bei der Schlacht am Supertor den Arsch aufgerissen und jetzt haben die Ori schon drei neue in Bau, nur auf Ikarus?“ „So siehts jedenfalls aus, Admiral“, meinte König und zuckte mit den Schultern. „und das sind auch nur die Produktionszahlen von Ikarus, wie es auf der ominösen Zweitbasis aussieht, hab ich keine Ahnung.“ „Wie haben die das überhaupt so schnell angestellt?“, fragte Landry interessiert. „Die hatten doch nur knapp sechs Monate, um Werften zu bauen und auch noch mehrere Schiffe auf Kiel zu legen, ganz zu schweigen davon, dass diese schon sehr weit fortgeschritten sind im Bau.“
    Oberst König zuckte ungewollt mit den Schultern. „Wir vermuten, dass sie ihre Truppentransporter demontiert haben. Von denen haben wir am Supertor ja kaum welche erwischt.“ Jetzt beugte sie sich leicht vor. „Aber um zum Thema zurückzukommen: Die Ori bauen munter drauf los und wir können nur drauf hoffen, sie zu besiegen, indem wir ihre Werften vernichten. Meine Leute haben keine Chance an die Werften heranzukommen, da sie jetzt schon fast erwischt werden, wenn sie sich nur irgendwo auf dem Planeten befinden.“ „Wenn sie darauf anspielen einen Flottenverband zu schicken, Oberst, dann dürfte das unmöglich sein“, meinte Landry. „Wollen wir uns mal die Zahlen ansehen? Wir haben grade mal zehn Schiffe zur Verfügung, Einheiten die wir von den Franzosen, Italienern und so weiter übernommen haben, sowie ein paar bereits reparierte Schiffe. Und damit müssen wir die Erde, Atlantis, das Supertor und diverse wichtige Kolonien schützen. Unterm Strich bleibt da nichts übrig. In etwa drei Monaten kommen unsere anderen Schiffe aus dem Reparaturdock, dann könnten wir so einen Angriff starten, aber jetzt nicht.“ Landry beruhigte sich wieder langsam und lächelte dann schief. „Aber ich schätze, so viel Zeit haben wir nicht. Wenn sie also nicht einen brillianten und überraschenden Plan B aus ihren Ärmeln ziehen können, dann müssen wir wohl einfach zu sehen.“ Oberst König schüttelte langsam und bedacht den Kopf und gönnte sich ein leichtes Lächeln. „Nun, zufälligerweise gibt es besagten Plan B, Herr Admiral. Sie haben nicht zufällig schon das Memo zum Wega-Projekt erhalten, oder?“


    Das ST 1 Team saß, zusammen mit einem Dutzend anderer ST Teams, deprimiert im großen Besprechungsraum des STK, wo ein Leutnant des TRAV, der Nachrichtenoffizier des STK, die wöchentliche Grabesrede, wie sie inzwischen genannt wurde, hielt. Dabei handelte es sich um den Bericht, über die Anzahl der Welten der Milchstraße, die entweder auf der Seite der Erdallianz oder der Seite der Ori standen. „Auf unserer Seite sieht es ganz schön jämmerlich aus“, meinte der Offizier und rieb sich die Stirn. „Für uns sind nach der letzten Meldung, außer unseren Kolonien, die inzwischen souveräne Welt Abydos. Der Planet Remus, auf dem wie sie sicher alle wissen die ehemalige Neue-UdSSR, die sich mit den Remanern vereinigt haben, und die Remaner selbst leben, außerdem Neu Britania, dazu Neu Schottland, Langara, die Oanes-Heimatwelt, Hebridan, Galana und zwölf kleinere Welten, die allerdings relativ fortschrittlich sind und die wir seit Jahren kennen. Bei der Bevölkerung liegen wir jedoch weit zurück.“ „Und auf Seiten der Ori stehen jetzt 120 Welten, ja, ja, wir wissens“, sagte Franzi genervt. Der Nachrichtendienstler seufzte. „127 Welten um genau zu sein. Zum Glück sind das alles Völker, die übers Mittelalter nicht hinauskamen und mit der Annexion dieser Welten endet ihre Offensive, da sie anscheinend glauben, dass sie nun vorerst genug Menschen auf ihrer Seite haben, oder zu wenig Truppen, um die annektierten Gebiete zu halten, je nachdem. Den Zahlen nach schätzen wir, dass auf unserer Seite etwa 25 Milliarden Lebewesen stehen, auf der Seite des Feindes mindestens 58 Milliarden. Die Menschen, die die Ori aus ihrer Heimatgalaxie jederzeit zuführen können, nicht einbezogen.“
    Nach einigen weiteren Kleinigkeiten beendete der TRAV-Leutnant die Sitzung und ST 1 verließ den Saal. „Einhundertsiebenundzwanzig feindlich gesinnte Welten gegen zwanzig verbündete und siebzehn eigene Welten“, murmelte Ralf und legte die Hände vors Gesicht. „Wird noch irgendwem schlecht bei dem Gedanken?“ „In der Tat“, sagte Teal‘C. „Auch wenn unsere Verbündeten und wir mit unserer Technologie die hohe Anzahl an Feinden ausgleichen, so ist es doch einfach falsch, dass so viele Menschen und Jaffa gezwungen werden, die Ori anzubeten.“ „Du sagst es, Großer“, meinte Vala, als kurz darauf eine Durchsage durch die Lautsprecheranlage tönte. „ST 1 findet sich bitte umgehend im Büro von General Degenhardt ein.“, dröhnte die Stimme von Degenhardts Adjutanten durch die Gänge. Normalerweise wäre dies Major Müller, aber der war vor einer Woche an einen geheimen Ort abkommandiert worden. „Auch das noch“, meinte Jules, trottete aber mit dem Rest des Teams ins Büro des Chefs.

    Dort angekommen wurden sie schon von Degenhardt und Oberst König empfangen. „Oberst König, wusste gar nicht, dass sies mal wieder in unsere Lande verschlagen hat“, sagte Franzi und schüttelte der Vorgesetzten die Hand. Oberst König ergriff die Hand. „Oberstleutnant“ Sie sah sich kurz um. „Gut, sie sind ja alle da, also wird ich ihnen jetzt erzählen, weshalb sie hier sind und welchen Auftrag ich für sie habe.“ Mit knappen Worten erzählte die Geheimdienstlerin, was sie auch schon Admiral Landry erzählt hatte. „und deshalb schicken wir ein Schiff mit einem Einsatzkontingent los, um die Werften des Planeten zu vernichten. Der Planet hat kein Stargate, weshalb der Transport per Schiff unsausweichlich ist. Der Verteidigungsrat und der Generalstab haben meinen Plan genehmigt, bestanden aber darauf, dass ST 1 das Kontingent anführt.“ „Na, wenns so ist“, meinte Franzi. „Wenns sein muss, sind wir in fünf Minuten startklar.“ „Das ist gut, denn wir müssen sofort starten“, meinte Oberst König und stand von ihrem Stuhl auf. „Draußen wartet ein TRAV Frachtschiff auf uns, dass uns zum Schiff bringt.“ „Ist das nicht auf der Erde?“, fragte Daniel verwirrt. „Nein, in einem anderen System“, antwortete König. „Aber jetzt machen sie bitte, es eilt.“


    Zehn Minuten später startete das Frachtschiff vom Landeplatz des STK und flog schnell die Umlaufbahn an, das es auch nach wenigen Sekunden erreichte. Das Frachtschiff passierte unbehelligt das orbitale Verteidigungsgitter der Erde und trat kurz darauf in den Hyperraum ein. „Wie lange dauert die Reise?“, fragte Vala Oberst König. „Nicht lange“, antwortete die Geheimdienstchefin. „In wenigen Minuten sind wir schon da. Die 28 Lichtjahre überwindet das Schiff schnell. In wenigen Minuten sind wir da.“ „28 Lichtjahre?“, fragte Ralf stutzig. „Fliegen wir etwa das Wega System an?“ König grinste und rückte ihre Augenklappe zurecht. „Da hat aber einer gut aufgepasst. Sie haben recht, Stabsfeldwebel, wir fliegen das Wega System an, das bis zu diesem Augenblick der strengsten Geheimhaltung unterlag. Jetzt dürfen sie auch endlich erfahren, was wir seit über einem Jahr vor ihnen geheim halten wollten.“ „Wollen sie mir verklickern, dass der ganze Mist letztes Jahr, die Entführung und der ganze Scheiß, doch irgendwie sinnvoll waren?“, fragte Franzi, was Oberst König nickend bestätigte. Besagtes Kapitel wollte sie lieber auf sich beruhen lassen.


    Wenige Minuten später öffnete sich im 28 Lichtjahre von der Erde entfernten Wega System, um das sich mehr als zwei Jahre lang ein großes Fragezeichen rankte, ein Hyperraumfenster und entließ das Frachtschiff. Das Schiff flog direkt den achten Planeten des Systems, Wega VIII, an. „Wow“, sagte Franzi als erste, als sie aus dem Bugfenster sah. Dem Rest ihres Teams ging es ziemlich ähnlich.
    Die Umlaufbahn von Wega VIII war noch gefüllter als die der Erde. Eine große Werft, die mit großen Orbitalfahrstühlen mit dem Boden verbunden war, war aus dem Fenster sichtbar und ebenso diverse Verteidigungssatelliten, auf denen Raketenwerfer und große automatische Railguns montiert waren, befanden sich um den Planeten und seine beiden Nachbargestirne Wega VII und Wega IX. Außerdem gab es noch zwei kleinere Werften, die um Wega VIII kreisten, in denen zwei zu 80% fertige Schiffe lagen. „Was sind das für Schiffe?“, fragte Daniel interessiert und begutachtete die Schiffe, die in der Größe zwischen Leichten Kreuzern der Walhalla- und Schlachtkreuzern der Rommel-Refit-Klasse lagen. König sah kurz zu den beiden Schiffen. „Das sind die Schwere Kreuzer, Richthofen-Klasse. Sie sind das fehlende Stück zwischen der Walhalla-Klasse und den Schlachtkreuzern der Rommel-Klasse. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Raketenarmierung. Ebenfalls während dieses strenggeheimen Programms entstanden. Aber das ist nicht, was ich ihnen zeigen wollte. Blicken sie nun bitte nach vorne.“

    Das kleine Frachtschiff näherte sich nun gemächlich dem achten Planeten des Systems, einer erdgrößen Welt, vielleicht 5% größer als der blaue Planet im Solsystem.
    „Ich darf ihnen den Planeten Wega VIII – getauft auf den Namen Sanctuary - vorstellen, das größte militärische Geheimnis der Alliierten Nationen“, sagte Oberst König beinahe andächtig. „und ebenso Standort des neuen militärischen Zentrums der EDI. Auf der Welt sind sich Produktionsstätten für Waffen, Ausrüstung, Ausbildungsstätten für unser Militär in allen Klimazonen, in die man die Infanterie einmal schicken könnte.“ Franzi drehte sich zu der anderen Frau um. „Wie konnten sie all das geheim halten?“ „Eine vernünftige Mischung aus Kontrolle des Nachrichtenflusses und Falschinformation, eine große Prise Glück gehört wohl auch dazu. Sie wären uns letztes Jahr fast auf die Spur gekommen“, sagte König, während das Schiff langsamer wurde und Wega VIII gegen den Urzeigersinn zu umkreisen begann. „Wir fingen mit der Planung an, als wir die Walhalla in Dienst stellten. Die damalige Bundesregierung und einige andere Länder hatten Wega VIII als Plan B in der Hinterhand halten wollen, falls es mit der Erdallianz nicht so gut läuft. Wir haben gezielt ganze Familien hierher umgesiedelt, die diese Kolonie vor fast fünf Jahren gründeten und die Militärzentren aufbauten. Alle neue Technologien, die wir in den letzten Jahren machten, haben wir hier gemacht. Von dem Planeten wussten nur die wenigsten Personen, durch was zu erklären ist, warum wir das Projekt Wega so lange geheim halten könnten."
    „Nett, nett, muss ich schon sagen“, sagte Jules und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber wie hilft uns das? Die beiden Schiffe, die da in den Werften liegen, sind nicht fertig.“ Oberst König lächelte. „Leutnant von Sachlingen, vielleicht ist ihnen ja aufgefallen, dass die große Werft leer ist. Dort lag bis vor kurzem einer der Eckpfeiler von Projekt Wega.“ „Und was soll das sein?“, fragte Jules und wand sich wieder zum Fenster. „Warten sie noch einige Momente“, meinte Oberst König, während das Schiff weiter Wega VIII umkreiste und schließlich das Schiff erreicht, das auf der anderen Seite des Planeten in einem Parkorbit lag. „Du meine Fresse“, stieß Jules nur aus.
    Oberst König gestattete sich ein Lächeln. „Ich darf vorstellen, die EDS* Friedrich der Große, Typschiff der BB-503 Schlachtschiff-Klasse.“
    *(Anmerkung: EDS = Earth Defense Ship)

    Die Friedrich der Große war ein Monster von Schiff, 627 Meter lang, 108 Meter hoch und 165 Meter breit. Die Form erinnerte leicht an ein Antikerschiff der Aurastor-Klasse, wenn auch das typische Erddesign überwog. Der Bug ähnelte einem Alligatorkopf, die Antriebssektion hob sich leicht vom Rest des Hecks ab und war mit diversen Antriebsaggregaten, die zu sechst übereinander angeordnet waren, gespickt. Großkalibrige Railgungeschütztürme und neuartige Lasergeschütze befanden sich in Ruhestellung, als das Frachtschiff unter der Friedrich herflog. Auf der Oberseite befand sich ein großangelegtes Raketendeck mit über 50 Revolver-Silos. Teal’C deutete auf die Luken, die sich etwa Mittschiffs an der Unterseite befanden. „Was haben diese Luken für eine Bedeutung?“ „Ausstiegsluken für die Einsatztruppen, falls sie mal frische Luft schnappen müssen“, meinte Oberst König nur kryptisch, was aber keiner verstand. Sie wollte das Team einfach nur auf die Folter spannen. Das Frachtschiff flog nun etwas vom Schiff weg und näherte sich dem hinteren Drittel des Schiffes, wo sich auf jeder Seite zwei große Hangarschotts übereinander befanden. Die untere Luke öffnete sich und das Frachtschiff passierte das Kraftfeld, das die Atmosphäre hielt. Das Schiff ging mitten unter einer großen Ansammlung von Kampfflugzeugen des Typs F-302, ehemals J-302, nieder. „Auf beiden Hangardecks haben wir insgesamt 40 F-302 Kampfflieger, 16 F-302 in Jagdbomber-Version, 18 Walküren und 16 Refit-Jumper, die mit Raketen anstatt Drohnen ausgerüstet sind. Das macht insgesamt 90 Flugzeuge plus einige Einheiten für Bodenopperationen“, sagte Oberst König und ging dann zur Luke, um mit dem Team das Frachtschiff zu verlassen.

    Der Hangar, durch den Oberst König sie führte und zum nächsten Aufzug führte, war groß und geschäftig arbeiteten Techniker an ihren Maschinen. Mit dem Turbolift, der ein wenig an den Turbolift aus Star Trek erinnerte ging es mehrere Decks nach oben und dreihundert Meter seitwärts. Bis sie in der Mitte des Schiffes anhielten, auf der Kommandobrücke, die nun tief im Schiff versenkt war, weil dies die Sicherheit der Brückenmannschaft erhöhte, nachdem die Brücke bei bisherigen Schiffen immer im obersten Deck war. Die Aufzugtüren öffneten sich auf der rechten Seite der Brücke, die insgesamt kaum vom Standarddesign abwich, nur die Anordnung der Stationen erinnerte er an die Brücke der Aurastor-Klasse. Der Stuhl des Captains befand sich in der Mitte der Brücke, einige Meter davor die Stationen von Waffenoffizier und Steuermann, vor dem großen Panoramabildschirm. Alle anderen Stationen waren über die Brücke verteilt. Überraschung bot jedoch eher, wer sich auf der Brücke aufhielt, denn darunter waren vier Bekannte, die nun auf ST 1 und Oberst König zukamen. Es waren Vizeadmiral Johannes Heimeshoff, ehemals Brigadegeneral und Kommandeur der Rommel. Dann war da noch Svetlana McKay, die im grauen Flecktarnanzug und mit Barett auf dem Kopf dastand, die Abzeichen eines Hauptmanns auf dem Kragen. Die letzten beiden Anwesenden waren Doktor Radek Zelenka und Peter Müller, der die Raumflotten-Borduniform trug.

    „Na das nenn ich mal ne Überraschung“, sagte Franzi und nach allgemeinem Händeschütteln fragte sie: „Was machen sie alle hier? Sagen sie mir nicht, dass sie von Anfang an von der Sache hier wussten?“ „Nun, wie manns nimmt“, sagte Radek grinsend und kratzte sich am Hinterkopf. „Anders als Rodney hatte ich die Chance am Wega-Projekt mitzuarbeiten.“ „Keine falsche Bescheidenheit. Doktor Zelenka ist einer unserer Chefwissenschaftler und hat diese Schiffsklasse mitentwickelt, ebenso wie andere Spielereien hier an Bord. Ohne ihn wären wir noch lange nicht soweit“, erklärte Vizeadmiral Heimeshoff. „und ich habe letzte Woche das Kommando über dieses Schiff übernommen.“
    „Und du, Svetlana?“, fragte Vala neugierig. „Nun“, sagte Svetlana und nahm das blaue Barett vom Kopf, auf dem sich der Schriftzug „95th“ und ein Todesengel vor Sternengrund befand, und drehte es ein paar mal in den Händen. „Ich kommandiere das Einsatzkommando hier an Bord.“
    Verstehend nickten die Mitglieder von ST 1, als Müller lächelnd an die Reihe kam.
    „Ich meinerseits“, begann Müller. „bin der Eins-O des Schiffes. Fregattenkapitän Müller zu Diensten.“ „Hat man dich also doch endlich befördert“, meinte Jules anerkennend, da der Fregattenkapitän einem Oberstleutnant entsprach und Müller zuletzt Major gewesen war. Er zuckte mit den Schultern. „Wenn ich dazu auch die Teilstreitkraft wechseln musste, aber man gab mir zu verstehen, dass im STK für mich keine große Zukunft mehr warten würde. Ist zwar schade, aber na ja. Hier kann ich mich wenigstens nützlich machen.“

    Oberst König räusperte sich. „Vielleicht sollten wir jetzt auslaufen. Wir haben schließlich einen gedrängten Terminplan.“ „Sie haben Recht, Nina“, meinte Heimeshoff und wand sich an den Steuermann. „Steuermann, schmeißen sie den Hyperantrieb an und setzen sie Kurs auf Ikarus, Maximalgeschwindigkeit. Schaffen sie die Fritz raus.“ „Aye, aye, Admiral“, antwortete der italienstämmige Steuermann. Die EDS Friedrich der Große verließ ihren Parkorbit um Wega VIII und trat kurz darauf in den Hyperraum ein.


    Die Führung durch das Schiff dauerte über eine Stunde, bis ST 1, Oberst König, Radek und Svetlana schließlich zum letzten Mal in den Turbo-Aufzug stiegen. „Soweit so gut“, meinte Ralf beim Einstieg. „Schönes Schiff, aber wie siehts jetzt mit dem Angriff aus? Das haben sie uns noch nicht erklärt, Frau Oberst.“ „Dazu wollte ich jetzt kommen, Stabsfeldwebel“, sagte Oberst König. Sie räusperte sich kurz, als der Fahrstuhl losfuhr. „Die Werften der Ori befinden sich am Boden, da sie es irgendwie schaffen große Schiffe am Boden zu bauen. Wir können das zum Beispiel nicht und mussten die Friedrich deshalb im Orbit bauen, was sogar auch billiger ist, nebenbei. Jedenfalls haben wir vor ein kleines Einsatzkontingent, bestehend aus zwei Kompanien und ST 1, zu landen. Die Friedrich kümmert sich gleichzeitig um mögliche Schiffe im Orbit.“ „Und wie sollen wir das anstellen?“, fragte Vala. „Das werdet ihr jetzt erfahren“, meinte Svetlana grinsend, als sich die Lifttüren öffneten und ST 1 und die Anderen in einem großen Raum, der die Größe eines kleinen Lagerraums hatte, entließ. Es war dunkel, weswegen man kaum etwas sehen konnte. „Das hier“, meinte Radek. „ist mein Anteil am Wega Projekt. Computer, Licht“ Der Computer reagierte auf den Befehl und in der Halle wurde es Schlag auf Schlag hell. Der Lagerraum war voller Ausrüstung für Infanteristen, darunter diverse High-Tech Kampfrüstungen. „Das Orbitalspringer- und das Exoprogramm“, sagte Radek voller Stolz.

    Jules pfiff kurz, als sie die fünf schweren Rüstungen sah, die ganz vorne standen. „Was zum Teufel...? Radek, haben sie zu viel Halo gespielt?“ Der Tscheche grinste nur, weil Jules sogar Recht hatte. „Stimmt, Jules, hab mich beim Design an den Mjolnir-Rüstungen orientiert. Sehen sie es so: Sie können sich freuen, dass ich kein Warhammer 40k Fan bin.“
    Die sechs schweren High-Tech Rüstungen, vor denen Jules stand, erinnerten tatsächlich leicht an die Mjolnir Mark 6 Rüstung, wenn auch nur in Form des Helmes, der Rest des Anzugs war metallern und für humanoide Formen ausgelegt, hatte also auch ein entsprechendes Design und war an mehreren Stellen recht bullig bullig. Die Rüstungsfarbe war die des BW-Flecktarns. „Die sind für sie“, meinte Radek an ST 1 gewand. „Die Prototypen des Exoskelett Mark 1. Die Rüstung verstärkt die Kraft des Trägers um den Faktor 3, kann bis zu vier Nahtreffern aus Stabwaffen aushalten und hat diverse andere Spielerein. Darunter ein HUD, ein ABC-Schutzsystem, ein eingebautes Funkgerät und ein Nachtsichtgerät. Erst hatten wir vor sie für die komplette Infanterie zu bauen, aber das hätte jedes Budget gesprengt. Deswegen ist das auch kein Anzug für jeden 08/15 Einsatz, sondern nur für heiße Kampfeinsätze. Diese sechs Anzüge werden auf Jahre das einzige sein, was es an Exoskeletten in unserem Arsenal geben wird.“ „Und damit gehen wir dann auf diesen Planeten und treten den Ori in den Arsch?“, fragte Vala. Radek nickte bestätigend. "Ja, das werdet ihr. Und leider werdet ihr auch die einzigen sein, die das je tun werden." "Wieso denn das?", fragte Daniel. Radek zuckte mit den Schultern. "Ganz einfach: aus Finanzgründen. Es hat Jahre gedauert diese Anzüge zu entwerfen und diese Prototypen zu bauen. Aber sie sind einfach zu teuer in der Herstellung. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es noch ein paar Exemplare geben wird für Spezialeinheiten, aber ST 1 wird bis auf weiteres alleine dem exklusiven Club angehören, der Exoskelette benutzen darf." Daniel nickte verstehend.

    „Was ist dieses Orbitalspringerprogramm von dem du gesprochen hast, Radek Zelenka?“, fragte Teal‘C, während er die Rüstungen musterte. „Svetlana?“, gab Radek die Frage an Svetlana McKay weiter. „Die Orbitaljäger, oder auch Orbitalspringer, wie wir uns nennen, ist die Weltallvariante der Fallschirmjäger“, erklärte Svetlana und ging einige Schritte an ST 1 vorbei und zeigte auf einen anderen Kampfanzug, der ebenso futuristisch anmutete, wie das Exoskelett Mark 1, aber dennoch ein normaler Kampfanzug war, wenn auch ein Helm mit Visier dazugehörte. „Das ist der Kampfanzug, den wir Orbitalspringer tragen, hat Radek vor dem Exoskelett entwickelt und meiner Meinung nach der Konservendose vorzuziehen.“ Während der Wissenschaftler nur rot anlief, meinte Franzi: „Hey, du bist doch nur neidisch, weil du kein son Spielzeug kriegst.“ Svetlana zuckte mit den Schultern. „Der Kampfanzug hat fast die gleichen Funktionen, wie das Exoskelett, hält einige Messerstiche und ähnliches aus, verstärkt aber nicht die Kräfte des Trägers. Dafür ist er wesentlich billiger und für die Orbitaljäger am besten geeignet, die wie gesagt eine Erneuerung der Fallschirmjäger sind. Ebenso wird er für die restliche Infanterie eingeführt.“ „Und die Orbitaljäger sind also Fallschirmjäger, die vom Orbit aus springen, wenn ich das mit dem Namen richtig kombiniere“, meinte Daniel nachdenklich. „Genau“, sagte Oberst König. „und darauf bauen wir auch unseren Plan auf. Sie werden mit den Ein-Personen-Landekapseln, kurz EPLK, vom Schiff abgeschossen, vor die Werften geschossen und werden da ihren Auftrag ausführen. Anschließend holen die Walküren sie da raus.“ „Warum bombardieren sie nicht gleich das ganze Gebiet?“, fragte Ralf. „Das ist doch effektiver und wir verlieren niemanden.“

    „Schon“, pflichtete der weibliche Oberst ihm zu. „aber ich darf sie an die Neuen Genfer-Konventionen erinnern.“ „Ach ja, ganz vergessen", stimmte Ralf der Offizierin zu.
    Die neuen Genfer Konventionen waren, wie der Name schon sagte, eine Erneuerung der ursprünglichen Genfer Konventionen. Die neuen Konventionen legten auch neue Regeln im Bezug auf den Raumkampf fest, um Übergriffe, wie es sie in der Vergangenheit immer wieder gegeben hatte, aufzuhalten.
    Dazu gehörte auch das Verbot eines Orbitalbombardements auf bewohnte Planeten und den Einsatz von Nuklear- oder Antimateriewaffen gegen solche Planeten, wenn sich dort Zivilisten aufhielten und auch nur im absoluten Notfall gegen Militäreinrichtungen. Die Erdkräfte würden die Werften also erst bombardieren dürfen, wenn alle Zivilisten evakuiert wären. Oberst König rückte ihre Augenklappe zurecht und sah alle eindringlich an. „Sie haben vier Tage, um sich mit allem bekannt zu machen, dann werden sie zusammen mit der Alpha- und der Beta-Kompanie abspringen, die Oritruppen auf dem Boden in Schach halten, bis wir alle Zivilisten evakuiert haben. Danach dürfen wir das Ziel bombardieren.“
    Franzi nickte zuversichtlich. „Gut, dann packen wirs mal an.“


    95 Stunden später war es dann soweit. Die EDS Friedrich der Große verließ den Hyperraum zwei Millionen Kilometer vom Planeten Ikarus entfernt und schaltete sofort seine Stealth-Eigenschaften ein, die noch um einiges besser funktionierten, als die von bekannten älteren Modellen. „Gut“, meinte Vizeadmiral Heimeshoff, als er auf einem kleineren Bildschirm zusammen mit Oberst König Sensordaten über den Planeten Ikarus einsah. „Eine Fregatte befinden sich im unmittelbarer Nähe... die sollten wir schnell ausschalten können. Schade nur, dass der Rest ausgeflogen ist, aber auf dem Planeten dürften... wie viele Truppen sein?“, fragte er Oberst König. „Laut meinen Leuten etwa 10.000“, antwortete die Geheimdienstchefin. „Um die Werft etwa 800, aber der Rest kann innerhalb von Stunden zugeführt werden, wir müssen also zügig arbeiten.“ Heimeshoff nickte und ging dann zu seinen Kommandostuhl. „Roter Alarm, alle Mann auf die Kampfstationen. Klar Schiff zum Gefecht.“

    Die Friedrich flog nun näher an die kleine Ori-Fregatte heran, die nichts auf ihren Sensoren hatte und deshalb auch nicht die Schilde hochfuhr - ein verhängnisvoller Fehler. „Alle Railguns Feuer frei, alle Laser Feuer frei!“, befahl Admiral Heimeshoff und überschallschnelle Projektile vom Kaliber 45cm und 15,5cm wurden abgefeuert und ebenso alle Lasergeschütze, nur Sekundenbruchteile, nachdem das Schiff sein Stealth deaktiviert hatte. Die Besatzung der kleinen Ori-Fregatte, die kaum 180 Meter lang war, bekam gar nicht mit, was mit ihrem Schiff geschah, als es auseinandergerissen wurde und in mehreren Explosionen verging. Auf der Brücke brach kurz Jubel aus, denn jedes zerstörte Orischiff war ein Stück Rache für die Niederlage am Supertor. Gleichzeitig wurde die Landezone gescannt und der Kurs für die Landekapseln programmiert. Peter Müller bekam eine Mitteilung über sein Headset. „Herr Admiral, Landezone ist jetzt sicher. Bereit zum Ausschleusen.“ „Sehr gut, dann starten wir jetzt die Truppen, ebenso die unterstützenden Einheiten .“ Fregattenkapitän Müller gab den Befehl augenblicklich weiter.


    Im Abschussraum der Orbitaljäger, von wo die Landekapseln durch Druckluftrohre aus den Abschussrohren an der Unterseite des Schiffes auf den Boden geschossen wurden, waren ST 1, die allesamt ihr Exoskelett trugen und Svetlana McKay in ihrem Orbitaljägerkampfanzug, sowie Hauptmann Tom Flenzen, der Kommandant der Beta-Kompanie anwesend. Hinter ihnen reihten sich die jeweils ersten Züge der Orbitaljäger-Kompanien, deren Mitglieder ausnahmslos Freiwillige und ehemalige Fallschirmjäger der Bundeswehr waren, in ihren flecktarnfarbenen Kampfmonturen. „Also dann, Tom“, sagte Svetlana und holte eine Münze heraus. „Kopf oder Zahl?“ „Zahl“, antwortete Tom Flenzen, als Svetlana die Münze warf und diese nach einigem Drehen auf Kopf liegen blieb. „Wir gehen zuerst“, meinte Svetlana und überprüfte ihr G36A3, ein überarbeites G36A2 im Kaliber 6,8x43mm Remington. Sie wand sich an den ersten Zug und die dahinteranstehenden Alphas. „Jungs und Mädels, Glück...“ „... ab!“, antworteten 175 Soldaten und Soldatinnen der Alpha-Kompanie lauthals, die in den Gängen hinter des Abschussraums standen.

    „Dann los“, meinte Franzi grinsend und setzte den Helm ihres Exoskeletts auf, überprüfte noch einmal ihre Bewaffnung, die extrem vielseitig war. Sie konnte auf ihrem Rücken zwei Gewehre, oder eine Waffe und einen großen 30 Liter Rucksack, tragen, eine 45er USP lins und eine Zat rechts in einem Oberschenkelhalfter. Nun ging sie, noch kurz leicht irritiert vom Heads-Up-Display des Helms, in eine der Landekapseln, ebenso wie der Rest ihr Teams seine eigene Kapsel aufsuchte und mit ihnen 28 weitere Soldaten der Alpha-Kompanie, darunter Svetlana, da es Tradition bei den Fallschirmjägern war, dass der CO immer zuerst absprang. Nun schlossen sich die Kapseln und als die Friedrich die Position überflog, wurden sie auch schon runtergeschossen. Schnell rutschten neue Kapseln von oben nach und 32 weitere Soldaten der Alpha-Kompanie folgten der ersten Welle und so ging es weiter.
    Erst die 175 Alphas, dann die 175 Soldaten der Beta-Kompanie, 350 Soldaten würden also an diesem Tag vom Himmel steigen. Die erste Welle passierte nun die obere Atmosphäre in einer Geschwindigkeit, die irrsinnig gewesen wäre, wenn die Kapseln nicht nach dem Vorbild der Goa‘Uld Rettungskapseln designt worden wäre. Moderne Hitzeschilde beschützten die Insassen, bis sie dem Boden immer näher kamen und schließlich aufschlugen. Das ganze Prinzip hatte man entwickelt, nachdem ST 1 im Goa‘Uld Krieg auf ähnliche Weise einen Goa‘Uld gefangen nehmen konnte, wenn auch die Grundidee der Orbitalspringer schon wesentlich früher entstanden war.

    Kaum aufgeschlagen, wurden die Kapseln aufgesprengt und die Orbitaljäger sprangen hinaus, bereit für den Kampf, doch auch verteilt über einen 500 Meter Radius. Auch ST 1 gruppierte sich schnell, da jeder über eine Taktische Karte am linken Arm verfügte, die die Position jedes einzelnen Teammitglieds zeigte. „Wo sind wir gelandet?“, fragte Franzi über Funk. „Zwanzig Kilometer nördlich der Stadt“, antwortete Svetlana. „Genau in unserer Landezone." Sie ging auf die allgemeine Sprechfrequenz: „Kompaniechef an alle, Ausrüstung aufsammeln und Zugweise antreten.“ „Dahinten kommen unsere Fahrzeuge, aus 14 Uhr“, meldete eine weibliche Stimme über Funk.

    Franzi wand sich in besagte Richtung und blickte in den Himmel. Die Sensoren ihres Helms erfassten sofort die anfliegenden Walküren, die achtzehn gepanzerte Jeeps brachten, die wie eine Mischung aus Humvee und Wolf-Jeep waren. Der Jaguar-Jeep nahm 10 Personen im Innenraum auf und war mit einem schweren Kaliber 12,7mm MG bewaffnet, sowie von einer dünnen Compositpanzerung geschützt. „Gut, Alphas, Betas, ihr wisst, was zu tun ist. Steigt in die Jaguar, nehmt die Schneise Nummer 2 und sichert die Stadt, damit die Evakuierung der Bevölkerung stattfinden kann“, befahl Franzi. „Geht klar, Oberstleutnant“, antwortete Hauptmann Flenzen. „Wird postwendend erledigt“, kam es von Svetlana.

    Die Motoren der Jeeps heulten auf und die ganze Beta-Kompanie sattelte auf, um mit 90 km/h in Richtung der Stadt zu donnern, die Alpha-Kompanie kletterte auf die Jeeps, um außen drauf mitzufahren. Jedoch fuhren sie über die rechte Flanke zur Stadt, da sich kaum einen Kilometer von der Stadt entfernt, ein kleines Basislager der Ori-Truppen befand. Daran wollte man sich heranschleichen, um die Truppen auszuschalten. Für einen Angriff aus der Luft war das zu nahe an der Stadt, weshalb die Bodentruppen das allein erledigen mussten. ST 1 konnte hingegen zu den beiden anderen Lagern, die 5 bzw. 8 Kilometer von ihrer Position entfernt waren, aufbrechen und deren Störsender auszuschalten, die die Ori verwendeten, um ihre Position zu verschleiern. Nur die ungefähre Position hatte man herausfinden können und ein Luftschlag mit Flugzeugen ging auch nicht, da das Ziel mit Luftabwehr verteidigt wurde, wie der Geheimdienst berichtete.
    „Gut, dann brechen wir jetzt auch auf“, meinte Franzi und sah ihre Teamkameraden an. „Ralf, Daniel, ihr kommt mit mir, Jules, Vala und Teal‘C, ihr nehmt euch Lager Zwei vor.“ Alle nickten sich kurz aufmunternd zu, dann brachen sie zu ihrem jeweiligen Lager auf.


    Im Orilager, das sich kurz vor der Stadt befand, war es zu diesem Zeitpunkt sehr friedlich. Die Soldaten kamen gerade alle von der nachmittäglichen Andacht und waren allesamt recht zufrieden, denn sie hatten ein sehr gutes Schicksal abgekriegt. Der Planet hatte ein gutes Klima und seine Position war geheim, weshalb die Erdlinge sicher nicht auftauchen würden, um sie im Kampf zu stellen. Das Camp ähnelte jedem normalen Armeelager, war von einem Zaun umgeben und hatte in jeder Ecke einen großen Wachturm. Auf dem Turm, von wo man aus nach Südosten blicken konnte, standen zwei Orikrieger, die gelangweilt Ausschau hielten. Der Eine setzte sein Fernrohr ab. „Weißt du, warum wir das hier überhaupt machen?“ „Was meinst du?“, fragte der Andere, der ein paar Jahre älter war. „Na das alles hier“, meinte der Erste. „Wir können doch sowieso nicht angegriffen werden. Keiner kennt diese Welt und selbst wenn, würde unser Schiff im Orbit uns doch rechtzeitig alarmieren.“ „Ja, kann sein“, meinte der Ältere und setzte jetzt auch sein Fernrohr ab, um sich zu seinem Kameraden zu drehen. Er bekam gerade noch mit, wie es in der Ferne einmal laut knallte und sein Kamerad von einer Hochgeschwindigkeitskugel zerfetzt wurde. Schnell hechtete er zum Alarmknopf und konnte ihn gerade noch in die Fassung drücken, als eine weitere Salve eintraf und ihn ebenfalls niederstreckte.


    Svetlana McKay löste ihren Blick von der digitalen Visierung ihres 12,7mm MGs und steckte ihren Kopf in den Wagen. „Bereithalten zum Ausstieg. Verteilt euch dann sofort.“ Die Wagenkolonne scherte nun auseinander. Die eine Hälfte fuhr in Richtung Stadt weiter, während der Rest auf das Tor des Camps zu hielt. Unter lautem Krachen schoss Svetlanas Jaguar als erstes ins Camp, wo die Ori sich immer bereitmachten, um sich zu verteidigen. Die Jeeps hielten mit quietschenden Reifen und sofort sprangen die Alphas von den Wagen, die Betas verließen das Innere beinahe genauso schnell. Die MG-Schützen legten ein Sperrfeuer auf die Gebäude, wo sich etwa die Hälfte der Ori aufhielt. Knapp 80 Mann starben, ohne die Chance gehabt zu haben sich zu verteidigen. Der Rest der Krieger hatte sich jedoch inzwischen bewaffnet und verschanzte sich für einen Gegenangriff. Doch die Orbitaljäger, die beste konventionelle Spezialeinheit der Erdstreitkräfte, gönnten ihnen keine faire Chance. Sie waren in der Überzahl und konnten so viele die meisten von ihnen einkesseln, um sie fertigzumachen, oder gefangen zu nehmen. Für viele war letzteres das eintreffende Schicksal, denn vor lauter Angst war ihre Kampfmoral schnell zusammengebrochen. Innerhalb von Sekunden war schon alles vorbei.

    „Hauptmann McKay, Auftrag ausgeführt“, meldete Svetlanas Kompaniefeldwebel ihr nach einer knappen Minute, die der Zugriff gedauert hatte. „Status?“, verlangte sie über Funk. „Keine Toten“, antwortete der Kompaniefeldwebel. „aber Schmidt und Ganz wurden schwer, und acht weitere leicht verwundet, die Sannis kümmern sich schon um sie, sieht ganz gut aus.“
    „Die Ori?“, fragte Svetlana zufrieden über die minimale Anzahl von Verwundeten. „Wir haben knapp vierzig, die sich ergeben haben, wenn ich das hier so richtig sehe, dann eine Menge Verwundete, aber die Mehrzahl ist tot.“ „In Ordnung, die Gefangenen fesseln, sie sind ab jetzt Kriegsgefangene, ebenso die Verwundeten. Die Sannis sollen sich um sie kümmern, sobald Schmidt und Ganz stabilisiert wurden. Danach fahren wir in die Stadt“, meinte Svetlana, was der Kompaniefeldwebel knapp bestätigte.


    Der Rest der Kolonne fuhr nun in langsamem Tempo in die Stadt ein, die in einem mittelalterlichen Stil erbaut war, und ungefähr acht Kilometer im Durchmesser breit war. Unter den staunenden und auch angsterfüllten Augen der Menschen fuhren die Jaguars ins Zentrum der Stadt, wo sich auch das Rathaus befand. Hauptmann Flenzens Jeep hielt direkt auf dem Rathausplatz, während die übrigen Jeeps und die knapp 180 Orbitalspringer ausschwärmten, um nach Ori in der Stadt zu suchen.
    Flenzen sah sich kurz um und sah dann einen kleinen Mann, der um die 60 Jahre alt sein musste, gefolgt von mehreren Männern und Frauen, vom Rathaus aus auf sie zulaufen. Flenzen nickte einem der Soldaten seines Jeeps zu, die um das Fahrzeug herum Stellung bezogen. „Feldwebel, kommen sie mit. Ich brauch jemanden der ein wenig Eindruck hinterlässt.“ Der angesprochene Unteroffizier, ein Hühne von annähernd 1,92 Metern, nickte grinsend und folgte seinem Befehlshaber, der den Leuten entgegen ging. Als sie voreinander standen, nahm Flenzen seinen Helm ab und klemmte ihn sich unter die Schulter. „Ich bin Hal, wer sind sie?“, sagte der alte Mann und verbeugte sich. „Hauptmann Thomas Flenzen, Erdstreitkräfte“, stellte sich Flenzen vor. „Sie sind der Bürgermeister dieser Stadt?“ „Jawohl, das bin ich“, antwortete Hal. „Jedenfalls seitdem die Ori hier eintrafen und den alten Bürgermeister hinrichten ließen. Sie stammen von der Erde?“
    „Das tun wir.“ Flenzen nickte. „Wir sind hier, um die Ori in die Schranken zu weisen, aber dafür müssen wir ihre Stadt evakuieren, damit niemand aus ihrer Stadt in die Kämpfe gerät.“ „Natürlich“, sagte Hal mit einem bösen Lächeln. Man konnte weder ihn, noch seine Mitmenschen, als Orianhänger aus freien Stücken qualifizieren. Sie taten alle nur, was man ihnen auftrug, um am Leben zu bleiben. „Aber wohin wollen sie uns evakuieren und wie?“ „Wir bringen sie auf einen anderen Planeten, durch ein Sternentor“, antwortete Flenzen. „Aber wir haben hier kein Sternentor mehr“, warf einer von Hals Begleitern ein. „Die Ori stahlen es, als sie uns in ihre Dienste zwangen.“ „Keine Sorge, wir haben schon an alles gedacht“, antwortete der hochgewachsene Feldwebel. Flenzen nickte zustimmend und setzte seinen Helm auf, um sich wieder ins Funksystem einzuklingen. „Flenzen an alle. Statusmeldungen, sind Ori hier?“ „Negativ“, war die allgemeine Antwort. „Gut, dann können wir. Oberleutnant Remke, markieren sie den Landepunkt.“
    „Erledigt“, antwortete die weibliche Stimme von Oberleutnant Remke wenige Sekunden später.„Jumper sind zwanzig Sekunden weg.“ „Gut“, meinte Flenzen und wand sich an den hochgewachsenen Feldwebel und über Funk an alle anderen Orbitaljäger in der Stadt. „Bereiten sie die Leute auf die Evakuierung vor, sie sollen nur das nötigste mitnehmen. An ihrem Bestimmungsort werden sie alles haben, was sie brauchen.“


    Etwa zur selben Zeit schlichen sich Franzi, Daniel und Ralf an das Orilager heran, das wesentlich besser gesichert war, als das in der Nähe der Stadt und auch größer war. Dort hatte man jetzt auch anscheinend Ahnung, dass Erdtruppen gelandet waren, denn überall war die Alarmbereitschaft hoch. „Sieht einer den Störsender?“, fragte Franzi, während sie im Gras lag. „Nein“, antwortete Daniel und besah sich das ganze Camp mit seinem Helmintegrierten Fernglas. „Da ist es glaub ich“, meinte Ralf. „Auf vier Uhr 20. Das ovale Ding mit dem Schnörkel.“ „Tolle militärische Ausdrucksweise, du Mustersoldat", meinte sie spöttisch. Franzi blickte nun ebenfalls in besagte Richtung und nickte, als sie besagtes Objekt erblickte. „Ich sehs. Raketenwerfer bereitmachen.“
    Daniel nickte. Er nahm den Raketenwerfer, das neuste Modell, von seinem Rücken und lud es mit einer Rakete, die genug Schaden beim Aufschlag anrichten würde. Er ging in die Hocke, damit die Zielerfassung des Fire and Forget Systems das Ziel erfassen konnte. Plötzlich fegten Plasmasalven über ihre Köpfe. „Sie haben uns entdeckt“, sagte Franzi. „Daniel, mach hinne.“ „Ja, ja, glaubst du ich ruh mich hier absichtlich aus?“, fragte Daniel laut. Dann drückte er auf den Auslöser und unter lautem Zischen löste sich die Rakete aus ihrem Rohr, stieg dann steil in den Himmel und nahm Ziel auf den Störsender. „Weg hier“, befahl Franzi, klopfte beiden kurz auf die Schulter und gemeinsam flohen sie aus dem Gebiet. Dank ihrer Anzüge konnten sie dies mit beinahe 32 km/h, was für einen Sprinter vielleicht auf solche kurze Distanzen normal, für einen voll ausgerüsteten Soldaten aber unerreichbar schnell war.

    Die Rakete schlug wenige Sekunden später in einem ballistischen Anflug ein und vernichtete den Störsender und die nahestehenden Gebäude. Doch die 500 Mann in dem Lager, die sich bereitmachten die Feinde zu verfolgen, waren alle noch am Leben - aber nicht mehr lange. „Macht schon“, befahl Franzi der Friedrich über Funk.
    Im hohen Orbit richtete die Friedrich der Große ihre leichteren Railguns, die immerhin ein Kaliber von 15,5cm hatten und Mach 6 schnell waren, auf das Basis und eröffneten ein Sperrfeuer, das jedes Lebewesen im Camp und in knapp einem Kilometer Entfernung ausradierte. „Alles in Ordnung da unten?“, fragte Müller über Funk. „Ja, alles in Ordnung“, bestätigte Franzi etwas benommen. „Waren doch etwas näher an der Explosionswelle, als wir dachten, aber wir sind okay. Schon was von Jules und Co?“ „Negativ“, antwortete Müller, unterbrach sich dann aber selbst, als auf der anderen ST 1 Frequenz Jules Stimme meldete: „Ziel hochgejagt, erfasst endlich die Basis und jagt die Hundesöhne zur Hölle!“ Müller nickte dem Waffenoffizier zu, der seine Finger über seine Schalttafel mit den vielen Waffensystemen fahren ließ und das neue Ziel erfasste und auch hier sein Werk tat. „Auftrag ausgefüllt, ST 1, gute Arbeit“, sagte Müller zufrieden. „Wir schicken euch einen Jumper, der euch an Bord holt.“


    Auf dem Planeten war indes die Evakuierung im vollen Gange und die Evakuierung neigte sich bereits ihrem Ende zu. Vor einigen Minuten hatten zwei Jumper ein Stargate, das man für die Evakuierung von einem anderen Planeten ausgeborgt hatte, gebracht und dieses auch gleich angewählt. Die Bewohner der Stadt wurden nun von den Erdtruppen freundlich, aber auch bestimmt, in Richtung des Tores getrieben. Hal stand bei Hauptmann Flenzen, während Svetlana die Evakuierung leitete. „Hauptmann, was ist mit den anderen Bewohnern des Planeten?“, fragte Hal besorgt. „Auf den anderen Kontinenten gibt es noch viele Städte.“ „Denen wird schon nichts passieren“, sagte Flenzen beruhigend. „Sobald wir die Anlagen der Ori zerstört haben und die Ori wissen, dass wir den Planeten kennen, werden sie das Interesse an dem Planeten verlieren.“
    Flenzen wusste zwar, dass die Ori den Planeten und die potenziellen Gläubigen dieses Planeten nie aufgeben würden, aber er musste Hal für den Moment beruhigen. Man hatte weder die Zeit noch die Ressourcen, um alle Menschen zu evakuieren, denn die Sensoren der Friedrich hatten vor wenigen Minuten zwei Ori-Mutterschiffe auf ihren Sensoren aufgefangen, die hierher auf dem Weg waren.
    In einigen Monaten könnte man alle Menschen hier von den Ori vielleicht befreien, aber nicht jetzt, es sei denn es geland irgendwie die Mutterschiffe zu vernichten, ohne dabei selbst geröstet zu werden.Die Erde würde damit leben müssen, diese Menschen in der Gewalt der Ori zu belassen, aber man hatte momentan keine Wahl, es sei denn, es gelang der Friedrich die Orischiffe abzuwehren. Die letzte Gruppe von Stadtbewohnern machte sich nun startklar und auch die Orbitaljäger machten sich bereit abzurücken, denn die Walküren und Jumper der Friedrich steuerten die Stadt an, um sie, die Jeeps und das Stargate mitzunehmen.


    Auf der Friedrich standen Admiral Heimeshoff, Fregattenkapitän Müller und Oberst König auf der Brücke, als jemand aus der Brückencrew meldete: „Admiral, Alpha- und Beta-Kompanie kommen nun rein, die Jumper und Walküren steuern die Hangars an.“ „Keine Minute zu früh“, murmelte Oberst König und sah auf einen Sensorschirm, der indizierte, dass die Ori nur noch sechzig Sekunden entfernt waren. „Das wars, alle sind an Bord“, kam die Klarmeldung Augenblicke darauf.
    Heimeshoff nickte. „Sehr gut, Waffenoffizier, starten sie zwei Antimaterietorpedos bei Einstellung 4 und machen sie diese Werften dem Erdboden gleich. Danach sofort wieder auf Stealth gehen.“
    „Aye, aye, Admiral.“

    Die auf Stufe 4, einer relativen niedrigen Stufe, eingestellten Antimaterietorpedos verließen ihre Silos und steuerten auf den Boden zu. Innerhalb weniger Sekunden erreichten sie die Werftanlagen und detonierten. Zwei 200 Megatonnen starke Explosionen pulverisierten die Werftanlagen, die dort auf Kiel gelegten Schiffe, die Werftarbeiter und das evakuierte Dorf. Staubwolken hüllten das Gebiet ein, während die Friedrich schnell den Orbit des Planeten verließ. Momente später tauchten auch schon zwei Orischiffe auf, orteten die Friedrich aber nicht dank der Stealtheigenschaften des Schlachtschiffs. Dafür hatten sie die Schilde jedoch bereits aktiviert und die Waffen auf Stand-Bye.
    „Vorschläge, wie wir die Mutterschiffe zerstören können?“, fragte Heimeshoff jetzt in die Runde. „Ich habe nicht vor die Schiffe unbeschadet davon kommen zu lassen, aber ich will auch nicht dieses brandneue Schiff in Gefahr bringen, ein Schiff, das die Erde dringend nötig hat.“
    Heimeshoff schnaufte. Es war schon Ironie, dass das stärkste Kriegsschiff, das je eine irdische Werft verließ, nicht im stande war mit diesen Schiffen Schlitten zu fahren. Nun, im Prinzip schon, besaß die Friedrich doch insgesamt, Laser, Railguns unterschiedlicher Kaliber und 60 Revolver-Silos für Antimateriewaffen. Damit konnte man die Orimutterschiffe sicherlich stark beschädigen, aber Heimeshoff durfte kein Schiff riskieren, dessen Bau fast fünf Jahre gedauert hatte und über fünfzig Milliarden Euro verschlugen hatte, das hatte man ihm deutlich klar gemacht. Zudem konnte es sich die Erde nicht leisten ein weiteres Schiff zu verlieren, vor allem keines, das so einen psychologischen Wert für die Erdtruppen besaß.

    Müller überlegte kurz. „Ich hab da vielleicht eine Idee.“ „Dann spucken sie sie mal aus, Eins-O“, meinte Heimeshoff. „Einige unserer F-302 verfügen doch über einen Hyperantrieb, der zweifache Lichtgeschwindigkeit macht, oder?“ „Sicher“, sagte Heimeshoff nachdenklich, sah dann verstehend auf und grinste. „Sie wollen mit den F-302 die Schilde der Mutterschiffe durchdringen?“
    „Ganz recht“, antwortete Müller nickend. "Wir haben es schon einmal gemacht gegen Anubis Mutterschiff, damals in der zweiten Schlacht um die Erde. Wir nehmen zwei 302er und geben ihnen einen Antimateriesprengkopf mit. Das sollte ausreichen, um die Schiffe zu zerstören.“ „Klingt gut“, meinte Oberst König nachdenklich. „Dann können wir auch noch die restlichen Menschen dieses Planeten evakuieren, wenn uns keine Ori mehr im Nacken sitzen.“ Müller nickte und machte sich daran die Vorbereitungen zu treffen. Die Rechner der Friedrich mussten exakte Berechnungen anstellen, damit die F-302 auch ja an ihrem Bestimmungsort ankamen.


    Zehn Minuten später verließen zwei F-302 den Hangar der Friedrich und steuerten auf die Mutterschiffe zu. „Blau 1 und Blau 2, hier Friedrich“, funkte Müller die beiden Raumjäger an.
    „Aktivieren sie nun den Hyperantrieb. Sie werden ihn automatisch verlassen, wenn sie innerhalb der Schildblase sind. Und denken sie daran, dass sie sofort wieder in den Hyperraum gehen, wenn sie die Waffe ausgeklinkt haben.“
    „Blau 1 hat verstanden.“
    „Blau 2 verstanden.“
    Bruchteile einer Sekunde später gingen die Raumjäger auch schon in den Hyperraum. Die Reise über wenige zehntausend Kilometer dauerte nicht lange und schon acht Sekunden später öffneten sich zwei Hyperraumfenster innerhalb der Schildblasen der Mutterschiffe. Die 302er schossen daraus hervor, feuerten ihre Torpedos ab und verschwanden sofort wieder im sicheren Schutz des Hyperraums. Die Antimaterietorpedos explodierten kurz darauf und beide Mutterschiffe brachen unter der Kraft der Explosionen zusammen und wurden zu kleinen Fetzen zerrissen.

    Auf der Brücke der Friedrich der Große brach Jubel aus und Heimeshoff reichte Müller beglückwünschend die Hand. Dann gab er neue Befehle aus. „Bereitmachen, um jetzt auch noch den Rest des Planeten zu evakuieren. Zwei Jumper ausschicken, um die Überreste der Ori-Schiffe zu untersuchen. Vielleicht finden wir ja was, was wir gebrauchen können.“

    Die restliche Evakuierung des Planeten Ikarus nahm mehrere Stunden in Kauf, dafür konnten die Erdstreitkräfte aber auch insgesamt über 50.000 Menschen von diesem Ori-Planeten wegschaffen. Danach nahm die EDS Friedrich der Große Kurs auf die Erde, wo der erfolgreiche Einsatz schon per Subraum-Funk bekannt war. Für die Earth Defense Inititiave war dies der erste große Sieg, ein Schritt in die richtige Richtung. Auf der Erde waren die Verantwortlichen ziemlich zufrieden mit dem Geleisteten, gleichzeitig aber immer noch besorgt, weil der zweite Rüstungsplanet der Ori noch nicht gefunden war. Doch auch an diesem Problem arbeitete TRAV bereits und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis es erste Resultate gab. Doch wo ein Rüstungsplanet war, da gabes auch noch mehr...


    In der Origalaxie, in der heiligen Stadt Celestis, waren die Ori selbst über das Geschehene aufgeregt. „Hinterlistige Heiden“, schimpfte ein Ori den anderen Feuerwesen zu. „Ihr Glück wird sie schon bald wieder verlassen“, meinte ein anderer Ori zuversichtlich. „Und dann sind wir wieder an der Reihe. Dieser Krieg hat nämlich gerade erst angefangen und wir haben noch den ein oder anderen Trick auf Lager...“





    Ende der Folge


    Und hier dann auch noch die EDS Friedrich der Große:

    Die genaue Beschreibung gibt es im Glossar, ebenso die Beschreibung der erwähnten Richthofen-Klasse.


  20. #20
    First Lieutenant Avatar von Lt. Com. Ambrose
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    Standard

    Oh bin Heute der Erste....

    Wie immer eine Klasse Episode in der endlich das geheimnis des Wega Sektors gelöst wird!
    Darauf habe ich schon lange gewartet.

    Intressant das Svetlana sich hat versetzen lassen, was macht der Arme Rodney jetzt blos mit seinem Töchterchen wenn es ihn wieder ärgert.
    Jedenfalls war es intressant zu sehen das die Oris endlich ein Tritt in den Hinter kriegen.

    Warte dan mal gespannt auf die nächste Folge am Donnerstag!

    So und für alle die es intressiert habe wieder Bilder der FDG in mein Profil gestellt, weitere folgen natürlich noch, wer mag dem kann ich auch das 3D Modell der FDG zukommen lassen.

    So und jetzt für alle noch ein Bild der BB 503 - Friedrich der Große mit einem Geschwader F 302:



    Am Ende noch einen Dank an Gen RW für Die Railguns der FDG!

    Gruß Ambrose
    Geändert von Lt. Com. Ambrose (08.02.2010 um 15:53 Uhr)
    "Wir kommen aus dem Nichts,
    wir werden zu Nichts,
    was haben wir zu verlieren?"

    "Nichts!"
    Monty Pyhton


    Stargate Modelle

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