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Thema: Schreibhilfen-Sammlung

  1. #1
    There is good in you... Avatar von Chayiana
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    Standard Schreibhilfen-Sammlung

    Hi ihrs,

    Sinaida und ich hatten uns ueberlegt, dass es hoffentlich fuer Autoren hier recht nuetzlich sein koennte, einen Thread zu haben, in dem wir alle zusammen versuchen gaengige Fehler auszumerzen. Damit sind ausschliesslich formale Fehler gemeint, sprich alles, was mit Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zusammenhaengt.

    Gerade nach der Rechtschreibreform gibt es doch wohl fuer jeden von uns immer wieder Momente, wo keiner mehr so recht weiss, wie es nun eigentlich geschrieben oder ob da nun ein Komma hinkommt oder nicht ... *gg*

    Und ich weiss ja nicht, wie es euch geht, aber ich fuer meinen Teil sehe oftmals in verschiedenen FFs dieselben Fehler, also etwas, das sich quasi eingebuergert hat. Oder es gibt diese schoenen und leider auch manchmal peinlichen Momente, wo man endlich selbst einen Fehler erkennt, den man schon immer gemacht hat, aber nie wusste, dass ein Fehler ist ...

    Ausserdem soll dieser Thread hier dazu dienen, auch nach generellen Regeln fragen zu koennen. Es soll einfach eine Sammlung entstehen, die hoffentlich jedem Autor hier zugutekommt.

    Ich fang dann mal mit den Sachen an, die mir immer wieder auffallen und die mir persoenlich wichtig sind. Und gerade der erste Punkt ist etwas, das ich selbst lange falsch gemacht habe ...

    Und ich hoffe, dass ich das erklaeren kann ... ich neige dazu, etwas umstaendlich zu werden, also immer schoen nachfragen, wenn etwas unklar ist, okay? Das gilt natuerlich auch fuer saemtliche Ergaenzungen, die ihr habt.


    1. Die Interpunktion bei der woertlichen Rede

    Gerade in Zusammenhang mit einem erklaerenden Nebensatz ist die Zeichensetzung oftmals sehr verwirrend.
    So wird z.B. nie ein Punkt nach der direkten Rede gesetzt, wenn noch ein Nebensatz folgt.

    "Das ZPM ist leer", sagte Rodney.

    Allerdings ist ein Ausrufungs- oder Fragezeichen dort richtig.

    "Das ZPM ist leer!", rief Rodney.
    "Ist das ZPM leer?", fragte Rodney.


    Zudem wird die direkte Rede immer durch ein Komma bzw. einen Doppelpunkt abgetrennt, wenn eben ein erklaerender Nebensatz dazugehoert - egal ob nachfolgend, voranstehend oder eingeschoben:

    "Das Tor hat sich", sagte Chuck, "gerade geschlossen."
    "Das Tor hat sich gerade geschlossen", sagte Chuck.
    Chuck sagte: "Das Tor hat sich gerade geschlossen", und sah Elizabeth an.


    Es gibt sicher noch viel mehr Beispiele, aber ich denke fuer den Anfang soll das reichen.


    2. Die Auslassungspunkte

    Ich denke, jeder von uns benutzt sie ganz gerne mal, um einen Pause oder ein Zoegern in der woertlichen Rede darzustellen oder einfach nur als Stilmittel im Text.

    Auslassungspunkte werden immer von dem vorangegangenen Wort durch ein Leerzeichen abgetrennt, wenn sie ein ganzes Wort oder einen Teilsatz ersetzen sollen. Wird mitten im Wort abgebrochen, dann werden sie direkt angehaengt.

    "Das ist doch ..."
    "Das ist doch unglaub..."


    Stehen sie am Ende eines Satzes, so wird kein vierter Punkt als Abschluss gesetzt, aber folgt ein Frage- oder Ausrufungszeichen, dann wird dieses noch angefuegt.


    3. Der Apostroph (jaja, ich reite zu gerne darauf rum! )

    Es gibt in der deutschen Sprache kein Mehrzahl- oder Genitiv "s", das durch einen Apostroph vom Wort abgetrennt wird. Ausnahmen sind nur dann vorhanden, wenn es sich um einen Eigennamen handelt, der aufs Englische zurueckzufuehren ist. Ein gutes Beispiel dafuer findet ihr gerade in Valdans MiniBang-FF, wenn es um Valas Bar geht, die sich "Vala's Place" nennt.

    Ansonsten wird nur dann ein Apostroph gesetzt, wenn das Wort selbst auf einen Zischlaut (-x, -s, -sch, -z) endet, aber dann folgt kein weiteres "s" mehr sondern eben nur der Apostroph.

    Sinaidas FF
    Antares' FF

    (ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht uebel, dass ich eure Namen benutzt habe ... sie fielen mir als Erstes ein )

    und als Mehrzahl

    die FFs

    Ach, und noch eins ... ein Apostroph ist ein Apostroph (') und kein Akzent (`)!

    Und da auch das hier nur die Grundregeln sind, es aber noch viel mehr zu diesem armen missbrauchten Apostroph zu sagen gibt, empfehle ich mal wieder diese Seite hier:
    http://einklich.net/etc/apostroph.htm


    4. Rechtschreibung

    Nur ein paar Sachen, die mir immer wieder auffallen:

    Tod/tot = Die Endung auf "d" gibt es nur, wenn das Wort als Nomen verwendet wird, alle anderen Verwendungen als Adjektiv oder in Zusammenhang mit Verben werden mit "t" geschrieben!

    Standard (als Normbegriff benutzt) wird immer mit "d" hinten geschrieben, nie mit "t".

    noch mal/erst mal/etc sind Kurzformen von "noch einmal" und "erst einmal" und werden immer getrennt geschrieben, genauso wie "gar nicht" gar nicht zusammengeschrieben wird *gg* (sorry, Sinaida, jetzt hab ich's doch schon mit eingefuegt, aber es passte so schoen! ).


    So, das sollte von mir fuer den Anfang genuegen. Ich denke, jedem von euch ist schon mal etwas Derartiges aufgefallen, hat selbst Erfahrungen sammeln koennen oder hat einfach eine Frage, wie es denn nun richtig ist.

    Also, denn mal los ...
    Geändert von Chayiana (10.08.2009 um 20:31 Uhr)


  2. #2
    Troublemaker Avatar von iolanda
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    Ein Klassiker, der auch von keinem Rechtschreibrogramm erkannt wird ist die Unterscheidung zwischen seid und seit.

    "Seid ihr schon lange hier?" <-Verb, 2. Person Plural von sein
    "Wir warten seit einer halben Stunde!" <-steht im Zusammenhang mit einer Zeitangabe

    Man kann das ganz gut unterscheiden, wenn man die Sätze in den Singular setzt.
    "Bist du schon lange hier?"
    "Ich warte seit einer halben Stunde!"

    Eselsbrücke: Seit bei Zeit

  3. #3
    Universalherrscher Avatar von -->Blunt<--
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    Hätte da mal zwei Fragen:

    1.) Das Wort "spinnen" gibt es ja mehrmals. Wie sind da die Zeiten und sind sie bei allen Teekesselchen gleich?
    Ist es z.B. "Er spinnt, er spann, er hat gesponnen" beim Weben, aber beim Verrücktsein "Er spinnt, er sponn, er hat gespinnt" oder ist beides so wie der erste Fall bzw. nur Teile davon?

    2.) Wann schreibt man Sprachen groß und wann klein, wenn man sie verwendet? Z.B. "Ich spreche Deutsch." Ist es richtig, hier "Deutsch" groß zu schreiben? Eigentlich schon, weils doch das Substantiv ist, also "Ich spreche das Deutsche", oder? Andererseits könnte man auch sagen, dass es das Adjektiv ist ("wie spreche ich?").
    The very young do not always do as they are told.


  4. #4
    There is good in you... Avatar von Chayiana
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    Zitat Zitat von -->Blunt<-- Beitrag anzeigen
    1.) Das Wort "spinnen" gibt es ja mehrmals. Wie sind da die Zeiten und sind sie bei allen Teekesselchen gleich?
    Ist es z.B. "Er spinnt, er spann, er hat gesponnen" beim Weben, aber beim Verrücktsein "Er spinnt, er sponn, er hat gespinnt" oder ist beides so wie der erste Fall bzw. nur Teile davon?
    Obwohl das Verb "spinnen" 2 Bedeutungen hat, wird es beide Male auf dieselbe Weise konjugiert:
    "Er spinnt, er spann, er hat gesponnen" (die andere Variante gibt es nicht *g*)

    2.) Wann schreibt man Sprachen groß und wann klein, wenn man sie verwendet? Z.B. "Ich spreche Deutsch." Ist es richtig, hier "Deutsch" groß zu schreiben? Eigentlich schon, weils doch das Substantiv ist, also "Ich spreche das Deutsche", oder? Andererseits könnte man auch sagen, dass es das Adjektiv ist ("wie spreche ich?").
    Das hier ist schon etwas kniffliger ... *gg*

    Das Wort deutsch schreibt man gross, wenn gemeint ist, dass jemand die deutsche Sprache beherrscht, es also direkt um die Kenntnis der deutschen Sprache geht:
    Sie kann gut Deutsch.
    Er kann kein Deutsch.


    Klein wird es geschrieben, wenn es in Verbindung mit Verben steht, nach denen man mit "wie?" fragen kann:
    Ich lebe in England, aber zu Hause spreche ich deutsch.

    Dann gibt es natuerlich noch "deutsch" als reines Adjektiv:
    - die deutsche Sprache
    - die deutsche Nationalmannschaft


    Aber bei feststehenden Eigennamen wird es dann auch gross geschrieben;
    - die Deutsche Dogge
    - das Deutsche Reich



    Hoffe, das ist jetzt alles so richtig ...

  5. Danke sagten:


  6. #5
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    Standard

    Adjektive ist auch ein gutes Stichwort. Von vielen werden diese groß geschrieben. Dieser Fehler wird von vielen Autoren mittlerweile übernommen.

    Der kurze Stock.
    Die russische Armee.


    Es herrscht auch eine ziemliche Verwirrung bei der Nutzung von 'ss' und 'ß'. Bei betontem Vokal ist die Regel wie bei der alten Rechtschreibung.

    Wie früher: Straße, Soße, Groß

    Anders aber bei kurzer Betonung.

    Neu: Fass, Stress, Fluss

    Eine weitere Variante kommt noch mit doppeltem Vokal hinzu. Nach dem Zweilaut oder Diphtong folgt immer ein 'ß'.

    Ich weiß ...

    Was auch immer mehr zu sehen ist, dass viele mit Grad und gerade ihre Probleme haben. Kommt wahrscheinlich durch die kaum betonten Vokale in der gesprochenen Sprache. Zur Unterscheidung wird Grad nur bei Temperaturen, Winkeln und geografischen Positionen als Maßeinheit benutzt. Dagegen wird "gerade" als eine Beschreibung der Zeit verwendet. Wenn man mal von 'die Gerade' absieht.

    Falsch: Ich bin grad ..., Du gehst grade usw.
    Richtig: In bin gerade ..., Du bist gerade usw.


    Noch eine Anmerkung zu Standard. Das Wort Standart gibt es wirklich. Die Standart beschreibt aber die Form und das Aussehen eines Standes auf einem Markt oder einer Messe. Daher haben auch die Rechtschreibprogramme damit ein Problem, wenn kein Artikel benutzt wird bzw. nicht gegen den Artikel im Text geprüft wird. Bei OpenOffice z.B. wird daher radikal auf Standard geändert, selbst man die Standart meint.

  7. #6
    Meister der Ungehudeltheit Avatar von Terraner
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    Standard

    Wer nämlich mit H schreibt ist dämlich.

    Noch eine Anmerkung zu Standard. Das Wort Standart gibt es wirklich. Die Standart beschreibt aber die Form und das Aussehen eines Standes auf einem Markt oder einer Messe. Daher haben auch die Rechtschreibprogramme damit ein Problem, wenn kein Artikel benutzt wird bzw. nicht gegen den Artikel im Text geprüft wird. Bei OpenOffice z.B. wird daher radikal auf Standard geändert, selbst man die Standart meint.
    Es gibt übrigens auch noch die Standarte.
    ...jetzt neu: [SGA] Grüne Hölle

  8. #7
    There is good in you... Avatar von Chayiana
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    Zitat Zitat von Terraner Beitrag anzeigen
    Es gibt übrigens auch noch die Standarte.
    Hehe, das wollte ich auch gerade noch anmerken ... *gg*

    Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Begriff "Standart" in der deutschen Sprache eigentlich noch nicht untergekommen ist ... Ist das so ein Kunstbegriff? (also "Kunst" wie in "kuenstlich erschaffen" *gg*)

  9. #8
    Meister der Ungehudeltheit Avatar von Terraner
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    Zitat Zitat von Chayiana Beitrag anzeigen
    Hehe, das wollte ich auch gerade noch anmerken ... *gg*

    Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Begriff "Standart" in der deutschen Sprache eigentlich noch nicht untergekommen ist ... Ist das so ein Kunstbegriff? (also "Kunst" wie in "kuenstlich erschaffen" *gg*)
    Standart, die Art des Standes... einfach eine Wortzusammensetzung. Ich habe aber auch einen Moment dafür gebraucht...
    ...jetzt neu: [SGA] Grüne Hölle

  10. #9
    Be a Panther! Avatar von Waschtl
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    Zitat Zitat von Heiliger Gral Beitrag anzeigen
    Adjektive ist auch ein gutes Stichwort. Von vielen werden diese groß geschrieben. Dieser Fehler wird von vielen Autoren mittlerweile übernommen.

    Der kurze Stock.
    Die russische Armee.
    Prinzipiell richtig, aber auch da gibt es Ausnahmen, dein zweites Beispiel ist so eines. Die Russische Armee kann man tatsächlich auch mit einem großen Adjektiv stellen.

    Weil es sich dabei um das kennzeichnende Land handelt, wird das meistens groß geschrieben.

  11. #10
    Universalherrscher Avatar von -->Blunt<--
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    Adjektive ist auch ein gutes Stichwort. Von vielen werden diese groß geschrieben.
    Eigentlich müsste man hier btw afaik "vielen" groß schreiben, also "Vielen", da kein Wort folgt, auf das es sich bezieht. Nur, wenn das vorher schon vorgekommen ist, wie z.B. in: "Einige Personen haben abgesagt. Aber viele sind gekommen." Da bezieht es sich auf die Personen aus dem Vorgängersatz bzw. liegt eine Ellipse vor, so dass man es klein schreiben kann.


    Ein weiterer häufig vorkommender Fehler passiert übrigens beim Einsetzen von Anglizismen wie dem Plural von "Lady", "Baby" und dergleichen. Viele schreiben dann in deutschen Sätzen "Ladies", "Babies" usw., wie es im Englischen richtig wäre, aber im Deutschen ist das eigentlich verkehrt. Da müssen sie sich nämlich an die deutsche Grammatik halten und werden demzufolge "Ladys", "Babys" etc. geschrieben.
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  12. #11
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    Leider nicht. Ich habe noch mal nachgeschaut. Gemäß §62 der deutschen Rechtschreibregeln wird hier die adjektivische Ableitung des Eigennames auf die Endung -(i)sch klein geschrieben. Einzig wenn man ein Apostroph hinter dem Eigennamen benutzt wird groß geschrieben.

    Die goetheschen Dramen.
    Die Goethe'schen Dramen.


    Wobei ich anmerken muss, nach dem ich noch mal die Regeln zu Eigennamen durch gelesen habe, man kann es auch kompliziert machen. Eine Grundregel mit etlichen Ausnahmen, die man eigentlich nur alle richtig abhandeln kann, wenn man die ganzen Begriffe auswendig lernt.

    Und mit der Reform sollte es einfacher werden? Ich habe da nicht den Eindruck von einem großen Wurf.

  13. #12
    Universalherrscher Avatar von -->Blunt<--
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    Schreibt ihr eigentlich "Albtraum" oder "Alptraum", also mit "b" oder mit "p"?

    Da ich immer wieder beide Varianten in den unterschiedlichsten Quellen sehe, habe ich mir schon lange gedacht, dass beides geht. Vorhin mal spaßeshalber nachgeschaut und es scheint tatsächlich so zu sein: http://www.pons.eu/dict/search/resul...aum&in=&l=dede

    Ich frage mich, wie es dazu kommt und welches von beiden zuerst da war. Oder wurde vielleicht schon immer beides geschrieben und weil man sich nicht entscheiden konnte, hat man einfach beides gelten lassen?

    EDIT: Ok, das hier beantwortet ein paar Fragen: http://de.wikipedia.org/wiki/Albtraum
    Geändert von -->Blunt<-- (12.09.2009 um 01:44 Uhr)
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  14. #13
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    Idee FAQ - Rechtschreibung (Kurz & Bündig)

    Hallo,

    ich habe diesen Thread eröffnet, da ich in den meisten Fan-Fictions immer wieder die gleichen Rechtschreibfehler entdeckte. Damit Autoren schon beim Schreiben die gröbsten Schnitzer entdecken können, habe ich mich entschlossen hier ein paar kleine Tipps zu veröffentlichen.

    Leider ist die deutsche Rechtschreibung nicht gerade die Einfachste, somit gibt es auch für alle folgenden Regeln ausnahmen, aber ich denke, die meisten Fälle dürften abgedeckt sein.

    Sollten sich Fehler in dieser Aufstellung finden, bitte mir eine PM schicken, damit ich diesen Fehler korrigieren kann.

    Gross- und Kleinschreibung
    • Nomen und Substantive oder Namens- und Hauptwörter:
      Kann man vor ein Wort der, die, das, dem, der, dessen, ein, einen oder eines setzen, ist dieses Wort gross zu schreiben.
      Beispiel: „Ich gehe morgen zum Arzt‟ vs. „Der Morgen kündigte sich an.‟

      Ebenso sind alle Wörter die mit -ung(en) oder -keit(en) enden gross zu schreiben.
    • Verben und Adjektive oder Tun- und Wiewörter:
      Beschreibt ein Wort einen Zustand oder einen Vorgang und man kann ich, du, er, sie, es, wir, ihr oder euch (bin, ist, wird, oder werdet) vor dieses Wort setzen muss es klein geschrieben werden.
      Beispiel: „Ich werde grün vor Neid!‟ vs. „Das Grün leuchtet hell.‟
    • Adverbien:
      Vor einem Substantiv werden alle Adverbien klein geschrieben.
      Beispiel: „Er legte schon am Anfang einen fulminanten, grandiosen und fantastischen Start hin.‟ (Hinweis: Wenn man hier nicht weis, ob das Wort „Anfang‟ gross geschrieben wird, dann muss man nur das Wort „am‟ betrachten, denn „am‟ ist nur eine Abkürzung für „an dem‟.)


    Direkte und indirekte Rede
    • Direkte Rede:
      Wird die direkte Rede als Nebensatz eingeflochten wird die Interpunktion nur bei Frage und Befehlssätzen gesetzt:
      Beispiele:
      • „‚Ich möchte heute nicht aufstehen‛, sagte er und drehte sich wieder um, um weiter zu schlafen.‟
      • „‚Ich stehe nicht auf!‛, sagte er bestimmt.‟
      • „‚Warum muss ich jetzt aufstehen?‛, frage er.‟
    • Indirekte Rede:
      Die indirekte Rede wird nicht in Anführungszeichen gesetzt.
      Beispiel: „Er sagte mir heute früh, dass er nicht aufstehen wollen würde.‟


    Interpunktion oder Satzzeichen
    • Nach einem Semikolon wird klein geschrieben, außer es folgt ein Substantiv.
    • Nach einem Doppelpunkt wird gross geschrieben, wenn die Erläuterung ein vollständiger Satz ist, der auch alleine Stehen kann.
    • Nach Kommata wird klein geschrieben.
    • Auslassungspunkte
      Auslassungspunkte werden dann gesetzt, wenn jemand im Satz oder Gedankengang abbricht oder unterbrochen wird. Mit diesem Zeichen wird signalisiert, dass der Sprecher noch nicht abgeschlossen hat.
      Beispiel:
      A: „Ich würde jetzt lieber was anderes machen als...‟
      B: „Nein, du machst jetzt, was ich sage!‟
      A: „Aber...‟
      B: „Ich sagte, nein!‟
    • Apostroph
      Als Faustregel kann man sich merken, dass man einen Apostroph setzt, wenn man etwas in einem Wort auslässt, zum Beispiel: „Ist's nicht schön wie die Sonne scheint?‟ Hier ersetzt das „ist's‟ das „ist es‟.
      Ebenfalls wird der Apostroph gesetzt wenn es um einen Eigennamen (der mit einem Zischlaut endet, siehe Zitat) im Genitiv geht, zum Beispiel Hans versus Müller: „Hans' Haus ist abgebrannt‟ vs. „Müllers Haus ist abgebrannt.‟
      Zitat Zitat von ‟Wikipedia‟
      Das Auslassungszeichen [...] ist ein Satzzeichen, das in der deutschen Sprache Auslassungen in einem Wort kennzeichnet oder zwingend den Genitiv von Eigennamen verdeutlicht, die im Nominativ bereits auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -x, -ce) enden, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.


    Kommata
    Die Kommasetzung im Deutschen vergleiche ich gerne mit Pippi Langstrumpf:
    Zitat Zitat von ‟Pipi Langstrumpf‟
    Hey - Pippi Langstrumpf
    trallari trallahey tralla hoppsasa
    Hey - Pippi Langstrumpf,
    die macht, was ihr gefällt.
    Aber als Faustregel kann man sagen, dass man ein Komma dann setzt, wenn man beim Sprechen eines Satzes kurz absetzt, um eine Pause zu machen, sowie bei Aufzählungen.

    Dass oder das
    In Bayern gibt es einen Merksatz, dass jedes „das‟, das mit „des‟ ersetzt werden kann mit einem „s‟ und jedes „dass‟, das mit dessen oder wessen hinterfragt werden kann mit zwei „s‟ geschrieben wird.
    Sonst gilt einfach die Umkehrung des zweiten Halbsatzes: Alle „das‟ die nicht mit dessen oder wessen hinterfragt werden können werden mit einem „s‟ geschrieben.
    Vereinfacht kann man sich merken, dass bei einem Satz, in dem das „das‟ ein Substantiv ersetzt, es mit einem „s‟ geschrieben wird. Im unten genannten Beispiel ersetzt das „das‟ das Substantiv „Leben‟.

    Beispiel: ‟Dass ich mich nicht schäme mir auch noch die Frage aufzubürden, welches der Leben ich nun wählen solle, das, das alles so schwierig gemacht hat, oder das, das mich weiter bring.‟

    ß oder ss
    „Außerdem‟ muss mit einem „ß‟ geschrieben werden, da es sonst „auserdem‟, und „muss‟ muss mit zwei „s‟ geschrieben wird, weil es sonst „muhs‟ ausgesprochen werden würde.

    Zahlen
    Zahlen von Null bis Zwölf werden in Fiesstexten ausgeschrieben, sowie Hundert, Tausend, Million, Milliarde, Billionen usw.

    Im Deutschen werden Kommata als Tausendertrennzeichen verwendet, z. B. 1,234,567,890.

    Komparation oder Steigerungsformen
    Bitte keine Absolutadjektive steigern! Eine Frau kann weder bisschen schwanger noch schwangerer sein, als sie eh schon ist. Ebenso wenig kann jemand absolut tot sein: Entweder er ist tot oder es ist es nicht.

    Logische Komparationen (bisschen OT):
    „XY ist Angehöriger einer ausgestorbenen Art.‟ Diese Aussage ist falsch, da solange XY noch lebt, die Art eben nicht ausgestorben ist, sonder halt nur noch aus XY besteht. Bis zum Ableben von XY ist diese Art kurz vorm Aussterben.
    Also ist auch folgende Aussage falsch: „Wenn XY gestorben ist, wird seine Art vollständig ausgestorben sein.‟

    Habe, Tue, Werde
    Im Deutschen wird bei den oben genannten Worten das Abschliessende „e‟ meist verschluckt. Aber auch, wenn man es anders ausspricht, muss man das „e‟ schreiben oder ein Apostroph setzen.

    So, ich hoffe, das hilft ein bisschen weiter. Diese Aufstellung ist zwar weit davon entfernt vollständig zu sein, aber das soll sie auch nicht. Sie soll ja nur eine kleine Hilfestellung bieten, wenn man gerade nicht weis, wie etwas geschrieben werden soll.

    Und jetzt wünsche ich allen viel Spass beim Schreiben ihrer FF.

    Cu Alex

    PS: Der Genitiv beisst nicht.

    Edit: Fehler korrigiert (27. Januar 2010).
    Geändert von xeeleeuniversum (27.01.2010 um 01:46 Uhr) Grund: Korrektur

  15. #14
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    Standard

    Eine schoene Sammlung, leider gibt es einige Punkte, die nicht ganz richtig sind:


    Zitat Zitat von xeeleeuniversum Beitrag anzeigen
    Direkte und indirekte Rede
    • Direkte Rede:
      Wird die direkte Rede als Nebensatz eingeflochten wird die Interpunktion nur bei Frage und Befehlssätzen gesetzt:
      Beispiele:
      • ,,,Ich moechte heute nicht aufstehen', sagte er und drehte sich wieder um, um weiter zu schlafen."
      • ,,,Ich stehe nicht auf!', sagte er bestimmt."
      • ,,,Warum muss ich jetzt aufstehen?', frage er."
    • Indirekte Rede:
      Die indirekte Rede wird nicht in Anführungszeichen gesetzt.
      Beispiel: ,,Er sagte mir heute früh, dass er nicht aufstehen wollen würde."
    Es ist in diesem Zusammenhang mehr als verwirrend, wenn du anstatt von Anfuehrungsstrichen Kommata setzt ...

    Ausserdem ist das Thema hier schon mal behandelt worden (siehe meinen ersten Post).

    Interpunktion oder Satzzeichen
    Nach einem Semicolon oder Doppelpunkt wird gross geschrieben.
    Das ist nicht richtig. Nach einem Semikolon wird klein weitergeschrieben (es sei denn natuerlich, es handelt sich bei dem naechsten Wort um ein Substantiv).
    Nach einem Doppelpunkt wird nur dann gross weitergeschrieben, wenn die darauf folgende Erlaeuterung als "Ganzsatz" zu verstehen ist.

    Die Öffnungszeiten sind: montags, mittwochs und freitags 13.00–18.30 Uhr.
    vs.
    Das Sprichwort lautet: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.


    [*]Auslassungspunkte
    [INDENT]Auslassungspunkte werden dann gesetzt, wenn jemand im Satz oder Gedankengang abbricht oder unterbrochen wird. Mit diesem Zeichen wird signalisiert, dass der Sprecher noch nicht abgeschlossen hat.
    Beispiel:
    A: ,,Ich würde jetzt lieber was anderes machen als..."
    B: ,,Nein, du machst jetzt, was ich sage!"
    A: ,,Aber..."
    B: ,,Ich sagte, nein!"
    Ich zitier mich kurz selbst ... ist einfacher ...
    2. Die Auslassungspunkte

    Ich denke, jeder von uns benutzt sie ganz gerne mal, um einen Pause oder ein Zoegern in der woertlichen Rede darzustellen oder einfach nur als Stilmittel im Text.

    Auslassungspunkte werden immer von dem vorangegangenen Wort durch ein Leerzeichen abgetrennt, wenn sie ein ganzes Wort oder einen Teilsatz ersetzen sollen. Wird mitten im Wort abgebrochen, dann werden sie direkt angehaengt.

    "Das ist doch ..."
    "Das ist doch unglaub..."

    Stehen sie am Ende eines Satzes, so wird kein vierter Punkt als Abschluss gesetzt, aber folgt ein Frage- oder Ausrufungszeichen, dann wird dieses noch angefuegt.

    Kommata
    Die Kommasetzung im Deutschen vergleiche ich gerne mit Pippi Langstrumpf:

    Aber als Faustregel kann man sagen, dass man ein Komma dann setzt, wenn man beim Sprechen eines Satzes kurz absetzt um eine Pause zu machen, sowie bei Aufzählungen.
    In dem Satz fehlt ein Komma.

    Dass oder das
    In Bayern gibt es einen Merksatz, dass jedes ,,das'', dass mit ,,des" ersetzt werden kann mit einem ,,s" und jedes ,,dass", dass mit dessen oder wessen hinterfragt werden kann mit zwei ,,s" geschrieben wird.
    Sonst gilt einfach die Umkehrung des zweiten Halbsatzes: Alle ,,das'' die nicht mit dessen oder wessen hinterfragt werden können werden mit einem ,,s" geschrieben.
    Erst mal machst du in dieser Erklaerung gleich 2x den Fehler, den du uns hier erklaeren willst. Ausserdem ist die ganze Erklaerung in sich nicht richtig. Einige gute Beispiele und Erklaerungen, wann man das konjunktionale "dass" verwendet, finden sich hier.

    Ansonsten gilt, soweit ich weiss, dass, wenn man "wer" oder "was" fragen kann, das "das" mit einem "s" geschrieben wird. (das ist uebrigens auch ein geiler Satz, oder? )

    Beispiel: "Dass ich mich nicht schäme mir auch noch die Frage aufzubürden, welches der Leben ich nun wählen solle, das Leben, dass das alles so schwierig gemacht hat, oder dass, das mich weiter bring."
    ... der Beispielsatz stimmt leider vorn und hinten nicht ...

    "Dass ich mich nicht schäme, mir auch noch die Frage aufzubürden, welches der Leben ich nun wählen solle, das Leben, [dass] (macht keinen Sinn) das alles so schwierig gemacht hat, oder das, das mich weiterbringt."

    Im Deutschen werden einfache Anführungszeichen als Tausendertrennzeichen verwendet, z. B. 1'234'567'890.
    Ist mir neu, ich wuerde Punkte setzen ... *gg*

    EDIT:
    Ich habe noch mal nachgeguckt und laut Wiki benutzt man in der Schweiz und in Lichtenstein unter anderem die Schreibweise mit einem geraden Apostroph (oder auch Leerzeichen), aber nicht in Deutschland und Oesterreich. Hier werden entweder Punkte oder Leerzeichen zur Trennung verwendet.
    Geändert von Chayiana (22.01.2010 um 13:35 Uhr) Grund: Das Ganze bedurfte noch einiger Ergaenzungen! *g*

  16. #15
    Airman First Class
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    Hallo,

    danke für deine Hinweise, ich habe jetzt versucht, sie alle auszumärzen.

    Zur Erklaerung mit den ,, statt „: Ich habe einfach vergessen nach dem Schreiben einen Search&Replace über den Text laufen zu lassen.

    cu Alex

  17. #16
    Zitronenfalter Avatar von Sinaida
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    Mir fällt auf, dass es immer wieder Probleme und Irrtümer bezüglich der Groß- oder Kleinschreibung der Anredepronomen du (2. Person Singular) und Sie (3. Person Plural, Höflichkeitsform) gibt.


    Diese Seiten fand ich da sehr hilfreich:


    Groß- oder Kleinschreibung von sie/Sie

    Groß- oder Kleinschreibung von du/Du und ihr/Ihr

    Ein Satz von der Seite, der für uns hier im Forum beim Schreiben von FFs wichtig ist:

    In der wörtlichen Rede (etwa in Erzählungen oder Romanen) werden du und die anderen genannten Wörter (Ergänzung: Also die diversen Formen von "du".) nie großgeschrieben, da ja hier der Autor nicht den Leser anredet.
    Geändert von Sinaida (06.11.2012 um 17:29 Uhr) Grund: Etwas zur Verdeutlichung ergänzt

  18. Danke sagten:


  19. #17
    Captain Avatar von Evaine
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    Leider hast du es hier aus dem Zusammenhang gerissen.

    Das Zitat betrifft nur den 2. Link.

    Für "Sie" gilt (Zitat vom 1. Link):
    Die Formen des Anredepronomens Sie schreibt man immer und überall groß und auch die Formen des entsprechenden Possessivpronomens, d. h. auch in der wörtlichen Rede im Prosatext: „Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?“ „Solche, die ich Ihnen nicht auf die Nase binden will“ (Willi Achten: Die florentinische Krankheit).
    Ich wünsche Dir das, was für dich am Besten ist.

  20. Danke sagten:


  21. #18
    Zitronenfalter Avatar von Sinaida
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    Ja, das Zitat betrifft den zweiten Link, deswegen steht es auch genau drunter.

    Dass "Sie" in der Höflichkeitsform auch in Prosatexten großgeschrieben wird geht aus dem ersten Link hervor. Aber danke, dass du das nochmal hervorgehoben hast.

    Ich habe das Zitat nochmal ergänzt, damit deutlicher ist, was gemeint ist.

  22. #19
    SGP-Schlafmütze Avatar von feles
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    33

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    Eine sehr hilfreiche Seite ist auch canoo.net. Mir hat sie jedenfalls schon so manches Schreiben gerettet!
    Ronon: Your planet's weird.
    Sheppard: You can say that again.

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