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Thema: Im Grau der Schatten (Doppelter Ärger- Prolog)

  1. #1
    Major General Avatar von Kris
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    Standard Im Grau der Schatten (Doppelter Ärger- Prolog)

    Stargate Atlantis
    Double Trouble - Doppelter Ärger


    Im Grau der Schatten



    Rating: PG 13
    Genre: Drama
    Spoiler: 3. Staffel SGA, 10. Staffel SG-1
    Inhalt: Was vor Double Trouble geschah: Wie kam der Trust überhaupt auf die Idee, John Sheppard entführen zu wollen, und welche unangenehmen Dinge erlebte Kolya auf der Erde?

    Das ist der Prolog zum Stargate Atlantis und Profiler-Crossover „Double Trouble“ (Teil 1) und Double Trouble: In den Händen des Schicksals (Teil 2).

    Ursprünglich sollte die Geschichte noch ein bißchen länger werden, aber ich habe mich aus verschiedenen Gründen und einer traurigen Entwicklung dazu entschlossen, nur einige der Dinge anzusprechen, die ich eigentlich vor hatte. Andererseits gibt mir das auch wieder freie Bahn, die anderen Geschichten endlich fort zu schreiben, gerade „Im Schatten der Wraith, von dem auch schon einige Seiten existieren harrt seiner Fertigstellung.

    Es wäre allerdings zu schade gewesen, die Geschichte unter den Tisch zu kehren, weil etwa zwei Dritte der Geschichte bereits seit Dezember 2007 fertig waren. Ich hoffe jedenfalls, dass ihr trotzdem euren Spaß an den Ereignissen habt.

    Wer die „Double Trouble“ Geschichten noch nicht kennt, sollte diese erst lesen, wenn er den Prolog zur Gänze gelesen hat am besten in der oben genannten Reihenfolge.

    Über Feedback würde ich mich natürlich wie immer sehr freuen, weil mir das einfach beim Weiterschreiben hilft.

    Disclaimer:
    Stargate Atlantis und SG-1 und alle Stargate Charaktere sind Eigentum von MGM/UA, Double Secret Productions, Gekko Productions und dem SciFi Channel.. Diese Fanfiction wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.

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    Teil 1/6
    Eine Kette unvorhergesehener Umstände


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    In einem alten und verlassenen Stützpunkt
    Waldplanet Daneer, Pegasus Galaxie
    ------------------------------------------------------


    Acastus Kolya folgte seinen Männern in den Bunker, nachdem er noch einmal einen letzten Blick über die bewaldeten Hügel und das schmale, von einem Fluss durchzogene Tal geworfen hatte. Dann nickte er den beiden Wachen zu. Die Männer würden ihn und die anderen warnen, wenn sich etwas tat, denn von hier aus konnten sie das mehrere hundert Schritt entfernte Sternentor beobachten ohne selbst gesehen zu werden.

    Er presste die Lippen aufeinander.
    Vorsichtig war in diesen Tagen das wichtigste Gebot für seine kleine Schar, denn Verfolger gab es in diesen Tagen reichlich.
    Jetzt, wo er ihn offen herausgefordert hatte, konnte auch ein Ladon Radim nicht mehr zurück, um sein Gesicht vor den anderen Genii nicht zu verlieren. Ganz offensichtlich hatte er allein aus diesem Grund in der letzten Zeit sein gesamtes Agentennetz aktiviert, denn auf keinem Planeten hatten Kolya und seine Gefolgsleute bisher für mehr als einen Tag Ruhe finden könnten, bis die ersten Truppen seines Gegenspielers aufgetaucht waren, oder man von den Dorfältesten und Häuptlingen ihre Herausgabe gefordert hatte. Einmal war es sogar zu einem Kampf gekommen.
    Und das alles nur...

    Das Gesicht des Genii verfinsterte sich.
    Stumm verfluchte er seinen Fehler: ‚Ich hätte diesen verfluchten Wraith dazu zwingen sollen, diesen Bastard auszusaugen, damit ein für alle Mal Ruhe ist, aber damals war es mir wichtiger ihn noch länger als Druckmittel einsetzen zu können.‘
    Müde schüttelte er den Kopf. „Es ist alles viel einfacher: Ich hätte das falsche Spiel sehen und die beiden nur getrennt holen lassen müssen, dann wäre das alles nicht passiert“, murmelte er leise, während ein Gesicht vor seinem inneren Auge erschien, das er nie vergessen würde, denn es verband sich mit all seinen Misserfolgen in den letzten drei Jahren.

    John Sheppard, seines Zeichens militärischer Anführer der neuen Lantianer, hatte einmal mehr seine Pläne durchkreuzt.
    Wie auch immer es ihm gelungen war, sich mit dem Wraith zu verbünden, der in diesem Bunker schon seit einigen Jahren gefangen gehalten wurde, es war der Tropfen gewesen, der das Fass nun auch für ihn zum Überlaufen gebracht hatte. Er ballte die rechte Faust und atmete zischend aus, um seine unbändige Wut zu kanalisieren.
    Nicht nur eine ganze Brigade seiner besten Leute hatte ihr Leben durch diesen Bastard lassen müssen, als sie das erste Mal aufeinander getroffen waren, auch für ihn hatte das den Anfang vom Ende bedeutet. Der Versuch, die Stadt der Vorfahren zu erobern, hatte sich in ein Desaster sondergleichen verwandelt.

    Unwillkürlich zuckte er zusammen, denn die Narbe an seiner rechten Schulter begann heftig zu pochen. Die Verletzung hatte Cowen damals ermöglicht ihn auf ein Abstellgleis abzuschieben und einige seiner Funktionen an andere Günstlinge zu übertragen. Wie zum Beispiel Ladon Radim....
    Kolya presste die Lippen aufeinander. Ein zweites Mal war ihm Sheppard in die Quere gekommen, als sie versucht hatten, eine Energiequelle der Ahnen an sich zu bringen. Das erneute Versagen hatte ihn endgültig ins Abseits gedrängt. Dadurch hatte er die die Gunst vieler Unterkommandanten verloren und schließlich fliehen müssen. Nicht einmal als Ausbilder hatten sie ihn nach den ganzen Misserfolgen noch akzeptieren wollen.
    Ohne John Sheppards erneutes List, hätte er seine Stellung ausbauen und den Staatsstreich gegen Chief Cowan durchgeführt - nicht Ladon Radim.
    Das war noch ein weiterer Grund, diesen Bastard zu verfluchen. Er war die Nemesis seines Lebens.

    Und doch:
    Wäre der Lieutenant Colonel ein Genii gewesen, hätte er stolz auf dessen Kaltblütigkeit und Ideenreichtum sein können und ihn vielleicht sogar als starken Anführer akzeptiert - so aber war der Neu-Lantianer ein gefährlicher Feind, den er bei ihrem nächsten Aufeinandertreffen ohne Wenn und Aber umgehend töten würde.
    Und warum nicht: Sheppard selbst hatte es ihm nach seiner Flucht angedroht... und das auch noch mit einer Stimme, die keineswegs alt und brüchig geklungen hatte.
    Kolya nickte bedächtig.
    Ja, einer von ihnen würde, nein musste, bei ihrem nächsten Aufeinandertreffen sterben. Und er schwor sich im Stillen, dass er es nicht sein würde.

    Im nächsten Moment zuckte er zusammen, denn jemand sprach ihn direkt an.
    Erst jetzt bemerkte er, dass er sein Ziel erreicht hatte - einen großen weitläufigen Raum im Herzen der Anlage, von dem weitere Gänge abzweigten, die noch tiefer in das Innere des Berges gingen.
    „Kommandant, sehen Sie sich das an. Das muss ein Vorposten der Lantianer sein, der den Wraith nicht zum Opfer gefallen ist.“
    Heredis, einer seiner treusten Gefolgsleute deutete auf eine mit Glaswänden von dem Raum, in dem sie nun standen, abgetrennte Kammer und hob die Lampe um sie besser auszuleuchten. Er schien von dem begeistert zu sein, was er sah, während Kolya es nüchterner betrachtete.

    Seit Jahrtausenden von Staub und Zerfall unberührt ruhte dort eine Maschine, deren Nutzen genauso rätselhaft war, wie das restliche Erbe der Vorfahren. Doch das Design des Geräts war ebenso wie das der Decken, Wände und Konsolen unverkennbar und allen bekannt, die ihn damals nach Atlantis begleitet hatten.
    „Dann hat unser Freund von Tesoria also nicht gelogen. Bringt ihn in den Raum.“ Er gab ein Zeichen. Die Wachen zerrten einen Mann mit zerschlagenem Gesicht durch die Tür und zu einer der Konsolen im Raum. Dann zwangen sie ihn mit groben Stößen dazu, seine Hand auf eine ganz bestimmte Stelle auf der zentralen Konsole zu liegen, auf die Heredis mit der Lampe deutete.
    Licht flammte auf und blendete sie einen Augenblick. Doch nicht nur die Steuerkonsole, auch die matte Scheibe darüber und nicht zuletzt die Maschine in der Kammer erwachten summend zum Leben.

    Sofort war Heredis auf der anderen Seite der Kontrollen, wischte und blies den jahrhundertealten Staub beiseite. Er studierte aufmerksam die auf der Scheibe erscheinenden Zeichen. Als ehemaliger Archivar der Genii beherrschte er zumindest größere Teile der Schrift und Sprache der Vorfahren, wenn auch längst nicht alle Feinheiten. Um auch diese zu verstehen brauchte man ein Menschenleben. Und das war oft kürzer als man dachte.
    „Was könnte das sein? Eine Waffe?“ Kolya trat vor das Pult, seinem Gefolgsmann gegenüber und sah ihn fragend an.
    „Ich bin mir da nicht ganz sicher. Es könnte auch etwas anderes sein.“

    Heredis steckte einige Kristallplättchen um, nachdem er sie vom Staub befreit hatte und runzelte die Stirn. Auf dem über der Konsole hängenden Schirm erschienen andere Zeichen, die der mittelgroße hagere Mann angestrengt studierte.
    „Merkwürdig, das hier verstehe ich nicht ganz.“
    „Was meinst du damit?“ Acastus Kolya musterte Heredis ernst, der konzentriert die Scheibe anstarrte und sich dann auf die Lippen biss. „Das klingt nicht gut. Dimentio novilens hic asen... nein accerens ...hoc astria ... portae ... dimens.“ Er schluckte und seine Augen weiteten sich. „Kann das wirklich... - nein, das kann doch nicht möglich sein.“
    „Was soll das heißen?“ fragte Kolya ruppiger als er wollte und beugte sich vor. „Was kann und soll nicht möglich sein, Heredis?“
    Der sah ihn verstört an. „Wenn ich das richtig deute - leider bin ich nur ein Archivar und kein Naturwissenschaftler, dann spricht der Text spricht von einem künstlichen Tor, das es ermöglicht...“

    Doch er kam nicht mehr dazu, den Satz zu beenden.
    Keiner der Männer hatte bis zu diesem Moment wirklich auf den Gefangenen geachtet, der sich bisher ruhig, ja fast apathisch verhalten hatte, seit sie ihn in einer Taverne aufgesammelt hatten, in der er mit seinen besonderen Fähigkeiten geprahlt hatte. Nun aber erwachte das untersetzte glatzköpfige Männchen mit einem Male plötzlich zum Leben und bewies, das mehr in ihm steckte als nur ein verweichlichter und vollkommen verschrecker Ladenbesitzer.

    Ehe sich einer der Genii versah, befreite er sich aus dem nachlässig gewordenen Griff der Wachen und legte seine Hände auf die Kontrollen. Rote und grüne Lichter flammten in schneller Folge auf dem Panel auf, ein durchdringendes Sirren setzte ein, ehe die Umstehenden überhaupt begriffen, was los war.

    Was auch immer der Mann da in Gang gesetzt hatte, es konnte nichts gutes sein. Acastus Kolya wich zurück. „Heredis!“ brüllte er und riss den Archivar aus seiner Erstarrung. „Tu etwas.“

    Heredis stieß den Mann von den Kontrollen weg und in die Arme der Soldaten. Er versuchte dem Vorgang Einhalt zu gebieten, doch ganz offensichtlich machte er es noch schlimmer, als er zwei Kristallstifte umsteckte.
    Dann zuckten heftige Blitze durch den Raum, die aus dem Nichts zu kommen schienen. Die Männer, die den sich heftig wehrenden Gefangenen festhalten wollten, wurden von ihnen getroffen und durchbohrt. Der Gestank von verbranntem Fleisch stieg auf, als sie zuckend zusammenbrachen sich dann brüllend am Boden wanden.

    Und nun wurde auch Heredis von einer wabernden Lichtspirale eingehüllt. Er sank schreiend zu Boden, sein Oberkörper und die Hälfte seines Gesichts waren nur noch eine verkohlte, schwärende Masse.
    Kolya wich weiter zurück und suchte nach einem Fluchtweg aus dem Inferno. Immer mehr von seinen Männern starben, und es erwischte schließlich auch den Gefangenen, dessen irres Lachen durch einen glühenden Feuerstoß verschluckt wurde, der ihn gänzlich erfasste. Zu Boden fiel nichts als Asche.

    Dem Genii blieb keine Zeit, sich das weiter anzusehen. Er wirbelte halb herum, als sich die Glaswände hinter ihm knirschend öffneten, spürte die unsichtbare Welle, die ihn erreichte und als Vibration, seinen Körper durch drang und lähmte.

    Dann verwandelte die Druckwelle die Blitzen zu einem Netz aus Licht. Das Glas barst in tausend Scherben, doch obwohl ein wahrer Hagel aus scharfen Splittern auf ihn nieder ging, so spürte er ihn nicht mehr. Statt dessen nahm er einen starken Sog wahr, der seinen Körper Molekül für Molekül auflöste und in den schwarzen Abgrund zog, der sich im Zentrum des Raums bildete...
    Acastus Kolya musste dies alles bei vollen Bewusstsein, aber ohne eine Möglichkeit sich zu bewegen über sich ergehen lassen. Er verfluchte seine Nachlässigkeit, denn früher wäre ihm so etwas nicht passiert.
    Und auch das hatte er dem verfluchten Neu-Lantianer zu verdanken.

    Verflucht sei John Sheppard!

    Mit den letzten klaren Gedanken flehte er die alten Götter seines Volkes an – wenn es sie denn in einem versteckten Winkel des Universums wirklich noch gab - ihm einen letzten Wunsch zu gewähren: Rache an dem Bastard zu nehmen, der schon so vielen guten Genii das Leben genommen hatte, oder ihm einen schnellen Tod zu schenken
    Doch würden sie ihm das gewähren, ihn überhaupt anhören?
    Zweifel überfielen ihn, denn sein Bewusstsein sah sich eher dem Tode nahe.

    Im nächsten Moment traf ihn eine andere Erkenntnis: Denn das, was nun mit ihm geschah war fremd, zugleich aber auch vertraut. Es glich einer ganz normalen Reise durch die Tore der Ahnen. Nur das er das Gefühl hatte, viel länger als sonst unterwegs zu sein. Der Augenblick zog sich in die Länge, sein Zeitgefühl begann zu schwinden, und dann...
    ...war es plötzlich vorbei.

    Acastus Kolya fand sich in einem tosenden Wirbel aus Wind wieder. Erde und Wasser prasselten wie kleine Geschosse auf ihn nieder und schienen unzählige kleine Wunden in seine Haut zu schlagen. Der Genii ruderte mit den Armen und schrie vor Schmerz auf, als die Naturgewalten an seinem nun wieder stofflichen Körper zerrten und ihn wie in einer Zentrifuge herumwirbelten. Er glaubte zu zerreißen, zu stürzen, dann wieder zu fliegen.

    Und dann sah er für einen Augenblick, als sich die wogenden Massen teilten und ihn ausspien, eine weite, wogende Fläche von Getreidefeldern, die von Straßen in riesige Parzellen geteilt wurde, Im nächsten Moment kam der von den Winden zerfurchte und Wasser aufgeweichte Erdboden abrupt näher.
    Mit einem Schlag wurde es dunkel um ihn.
    Geändert von Kris (28.03.2008 um 11:50 Uhr)
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  2. #2
    Gehasst, Verdammt, Vergöttert Avatar von Colonel Maybourne
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    Hey, der Anfang hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Gedanken von Kolya waren äußerst genau eingefangen worden.
    Aber auch wie er durch Sheppards zutun immer mehr absackte und nachsichtiger wurde, hat mir sehr gefallen.
    Nur das John, als Kolya in Atlantis eindrang, keine Genii Brigade, sondern nur eine Kompanie in den Tod schickte.
    Aber gefallen hat es sehr.
    Bis dann.
    Das Leben ist ein Schwanz und wir die Eier, die mitgeschleift werden.


    Meine aktuellen Fanfiction:


    TGE Combined Season 1 Fire of War:

    http://www.stargate-project.de/starg...ad.php?t=11836




  3. #3
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    *wink* Ich bin da

    Wow, obwohl das erst der Anfang war, bin ich jetzt schon ganz fasziniert von der Geschichte. Die Gedanken von Kolya hast du super getroffen!

    Acastus Kolya fand sich in einem tosenden Wirbel aus Wind wieder. Erde und Wasser prasselten wie kleine Geschosse auf ihn nieder und schienen unzählige kleine Wunden in seine Haut zu schlagen. Der Genii ruderte mit den Armen und schrie vor Schmerz auf, als die Naturgewalten an seinem nun wieder stofflichen Körper zerrten und ihn wie in einer Zentrifuge herumwirbelten. Er glaubte zu zerreißen, zu stürzen, dann wieder zu fliegen.

    Und dann sah er für einen Augenblick, als sich die wogenden Massen teilten und ihn ausspien, eine weite, wogende Fläche von Getreidefeldern, die von Straßen in riesige Parzellen geteilt wurde, Im nächsten Moment kam der von den Winden zerfurchte und Wasser aufgeweichte Erdboden abrupt näher.
    Den Abschnitt finde ich persönlich super geschrieben!!!

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

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  4. #4
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Endlich erfahren wir, wie es Kolya auf die Erde verschlagen hat. Eine sehr interessante Maschine, die da aktiviert wurde.

  5. #5
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Hallo!

    Ich bin auch dabei! Der Anfang war super, fand ich auch gut, dass man endlich erfahren hat, wie Koyla auf der Erde gelandet ist. Schön fand ich auch zu erfahren, wie er so über John und seine Erlebnisse mit ihm denkt.

    War/Ist wunderbar geschrieben und ich freue mich darauf, die Geschichte zu lesen.

    Bis dann!
    Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und den Himmel in einer wilden Blume,
    halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit.
    -William Blake-

    Meine neue FF:
    Willkommen in Atlantis

    Kleine Geschichten aus dem Stargate Universum:
    Atlantis Songbook

    Ich bin nicht verrückt, nur nicht normal. Normalsein ist langweilig!

  6. #6
    Immer auf der Jagd nach Mäusen Avatar von Selana
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    Eigentlich haben meine Vorposter schon alles geschrieben.

    Du hast Kolyas Gedanken mal wieder wunderbar wiedergegeben. Der Mann ist schon irgenwie irre. Er erkennt nicht, dass er sich alles im Grunde selbst zuzuschreiben hat. Wäre er nicht so fanatisch hinter Sheppard her gewesen, dann wäre auch alles anders verlaufen.

    Tja, und nun wissen wir auch, wie er auf die Erde gelangte. Die Maschine scheint ja wieder mal ne Erfindung der Antiker zu sein, die irgendwie nicht richtig funktioniert.

    Freue mich auf die Fortsetzung.
    Atlantis forever

  7. #7
    Major General Avatar von Kris
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    Vielen Dank für eure Kommentare, die ich jetzt auch gleich beantworten möchte, damit ich die Fortsetzung morgen nicht all zu spät einstellen muss, falls nicht noch jemand vorbei schaut.

    @ Colonel Maybourne: Danke für den Hinweis. Ich habe es jetzt nicht mehr geändert, werde es aber bei kommenden Geschichten berücksichtigen. Ich freue mich, dass du auch wieder mit dabei bist.

    @ Kathi 90: Danke dass du mit von der Partie bist, und ich freue mich auch, dass dir der Anfang so gefällt. Irgendwie hatte es in mir gewühlt, so dass ich hier noch einmal ausgeholt habe, um Kolyas späteres Verhalten in der Geschichte begründbarer zu machen. Ebenso wie John verbeißt er sich in Hass und Wut.

    @ Jolinar: Einen lieben Gruß auch an dich. Na ja, was die Maschine angeht - die Antiker spielen halt immer sehr gerne.

    @ Teleia: Ein herzliches Willkommen an dich. Wie gesagt, schon im Dezember hatte ich das Gefühl, dass es nicht schlecht wäre, einfach noch die Vorgeschichte zu schreiben. Die Profiler-Bezüge sind diesmal allerdings rausgenommen, weil das nicht nötig war. Aber es hat Spaß gemacht, sich noch mal mit den ganzen Nebenfiguren zu beschäftigen.

    @ Selana: Einen lieben Gruß auch an dich. Für irre habe ich Kolya eigentlich nur in "Irresponsible" gehalten. Aber ja, er ist auf dem besten Wege dahin. Denn das was hier aus ihm spricht ist vor allem Verbitterung und Wut. Er weiß, dass er auf dem Absteigenden Ast ist und hat keinen Plan, wie er das ändern soll und sucht ein Ventil. Das ist John.
    Und ja, die Maschine ist wieder mal von den Antikern vermurkst. Ich liebe es, denen so etwas unter zu schieben.

    So weit so gut.

    Ich bin dann mal gespannt, ob noch jemand vorbei schaut und werde dann mal den nächsten Teil vorbereiten. Na ja, wie zu erwarten ist spinnen gewissen Herren und Damen Intrigen in den Schatten.
    Ich habe eben ein Herz für smarte Bösewichte.
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

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  8. #8
    Captain Avatar von Ina
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    Halloooo, ich schaue auch mal vorbei

    Klasse Idee, die Vorgeschichte noch zu schreiben. Kolya ist schon eine interessante (kaputte) Persönlichkeit. In "The Brotherhood" hatte ich schon gedacht, er kriegt sich noch irgendwie ein, aber dann... Es sind ja immer die anderen schuld - In seinem Fall eben John Sheppard
    Und warum nicht: Sheppard selbst hatte es ihm nach seiner Flucht angedroht... und das auch noch mit einer Stimme, die keineswegs alt und brüchig geklungen hatte.
    Er hat ja keiiiine Ahnung
    Wäre der Lieutenant Colonel ein Genii gewesen, hätte er stolz auf dessen Kaltblütigkeit und Ideenreichtum sein können und ihn vielleicht sogar als starken Anführer akzeptiert...
    Wenn er doch nur alles einfach akzeptieren würde, aber neiiin... Okay, dann hätten wir nicht so spannende Geschichten zu lesen

    Du hast wieder alles sehr plastisch und vorstellbar beschrieben. Der Tod von Kolyas Leuten war nicht ohne *brrr*
    Seine Ankunft auf der Erde... klasse geschrieben

    Wann geht es weiter?? *Freu* *Hüpf* Okay, bin ja schon still und setzt mich.... Bis demnächst.

  9. #9
    Major General Avatar von Kris
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    So, dann will ich gleich mit der Geschichte weiter machen. Aber zuvor noch eine Antwort an

    @ Ina: Ich freue mich, dass du auch wieder dabei bist. Du hast ja sogar auch schon eine Geschichte verpasst in der ganzen langen Abwesenheit über Weihnachten.
    Na ja, Kolya ist auch ein kluger Taktiker, aber nach den ganzen Misserfolgen und gerade nach "Common Ground" habe ich mir gedacht, dass das seine Spuren hinterlassen hat.
    Es bot sich einfach an, die Vorgeschichte zu schreiben. So stehen nun auch einige andere Dinge nicht mehr im Raum, wie du gerade in diesem Teil lesen werden wirst.



    Teil 2/6
    Intrigenspiele in den Schatten und im Licht


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    Im Thronraum eines Goa’Uld-Mutterschiffs
    in der Nähe des Sonnensystems der Tauri, Milchstraße
    --------------------------------------------------------------------


    „Für mich sind sie schon lange kein Rätsel mehr, Ashtoreth“, sagte der dunkelhaarige Mann und strich sich über den Bart, ehe er sich lässig zurück lehnte.
    „Eher im Gegenteil. Die vergangenen Jahre haben mir geholfen, sie nur all zu gut zu durchschauen. Die Tauri schämen sich genau so wenig wie wir, sich wie Geier auf die überlegene Technologie der alten Rassen zu stürzen und diese für ihre Zwecke auszunutzen. Die wenigsten besitzen solche edlen Tugenden wie Ritterlichkeit und Ehre. Köderst du sie mit Macht und Geld, dann vergessen sie ganz schnell auch ihre Moral.“ Er lächelte süffisant. „Einige von ihnen sind mir dadurch sogar richtiggehend sympathisch ... soweit man so etwas gegenüber Sklaven oder Haustieren empfinden kann.“ Seine Augen leuchteten kurz auf.

    Die Frau vor ihm schien ebenfalls amüsiert zu sein. „Ja mein Lord Ba’al, da habt Ihr recht. Solche Erfahrungen habe ich auch schon mit meinen Kontaktleuten gemacht. Sie lassen sich sehr leicht manipulieren, wenn man ihnen die richtigen Anreize bietet.“
    „Dann hast du sie also fest genug unter deiner Kontrolle, so dass sie auch einen etwas heikleren Auftrag durchführen können?“
    „Ja, mein Lord, da bin ich mir ganz sicher. Diese Sklaven fressen mir aus der Hand wie wohl erzogene Hunde und einige sind sogar bereit, sich für uns zu opfern, ganz ohne Beeinflussung..“
    „Dann wollen wir hoffen, dass du recht behältst. Denn Versagen dulde ich nicht, wie du weißt.“ Die letzten Worte hatte Ba’al, einer der letzten überlebenen Systemlords sehr ruhig und bedächtig ausgesprochen.

    Ashtoreth schien zu verstehen.
    Sie wählte ihre folgenden Worte sehr genau: „Ich werde nicht den gleichen Fehler begehen wie Nerus und die Gerissenheit gewisser Tauri unterschätzen. Deshalb werde ich die Operation auch die ganze Zeit mit einem getarnten Schiff beobachten und eingreifen, wenn ich eine günstige Gelegenheit kommen sehe.“

    „Gut, dann sind wir uns ja einig.“
    Er beugte sich ein Stück vor und winkte die Frau näher an sich heran. „Ich sage es nur einmal, deshalb höre mir genau zu, Ashtoreth: Ich benötige einen möglichst starken Träger dieses besonderen - wie nennen die Tauri es doch gleich - ATA -Genoms. Und zwar so schnell wie möglich.“

    „Herr?“ Die Frau sah ihn überrascht an, antwortete aber genauso leise wie er, denn ihr war der wachsame Blick des Systemlords aufgefallen. „Sprecht Ihr von General O’Neill? Ich befürchte, dass dies schwierig sein wird, denn seit er nicht mehr beim Stargate Kommando arbeitet, sondern im irdischen Machtzentren Washington, ist es noch schwieriger ihn aus dem Überwachungsnetz zu locken.“

    „Das weiß ich sehr wohl und deshalb habe ich an diesen Mann am Allerwenigsten gedacht, auch wenn es reizvoll gewesen wäre, ihn zu versklaven.“ Lord Ba‘al richtete sich wieder auf. „Außerdem hat er seine besonderen Fähigkeiten meines Wissens nur sehr selten benutzt. Nein, ich brauche jemanden, der einerseits noch nicht so vertraut mit unsereins ist und auf der anderen Seite tagtägliche Übung in der Benutzung der Antiker-Technologie hat. Du weißt wen ich meine.“

    „Ja, Herr, ich denke schon.“ Die Goa’uld nickte. „Ich selbst habe euch damals die detaillierten Informationen über die Atlantis-Expedition verschafft und dafür gesorgt, dass wir einen Fuß in die Tür bekommen...“
    „... die bedauerlicherweise wieder zugeschlagen ist, weil wir Verräter in unserer Mitte haben“, beendete Ba’al den Satz. „Das ist jetzt nicht mehr zu ändern, und wir können nur noch das Beste daraus machen.“
    „Nur kann es länger dauern, bis einer von denen, die wir brauchen könnten, wieder auf die Erde kommt, da wir zur Zeit nicht mehr so einfach an Informationen aus dem Stargate Kommando gelangen.“

    „Ja, auch dass weiß ich.“ Ba’al kostete die Verwirrung in den Augen der Goa’uld genüsslich aus, ehe er weiter sprach. „Nun, diesmal bist du schlechter informiert als ich.“
    Er lehnte sich entspannt zurück. „Erst kürzlich, bei meinem kleinen Abstecher in den Cheyenne Mountain, den ich durch meine Klone bewerkstelligt habe, konnte ich glücklicherweise ein paar Daten mitgehen lassen, die zwar zunächst unwichtig erschienen, sich am Ende aber doch als nützlich erweisen.“

    Er schmunzelte, als er an die kleine Eskapade dachte, die den Tauri hoffentlich bewiesen hatten, dass auch er nicht zu unterschätzen war, wurde dann aber wieder ernst.

    „Lieutenant Colonel John Sheppard wird sich in einigen Tagen für einen längeren Erholungsurlaub auf die Erde zurück begeben und damit auch den Dunstbereich der Basis verlassen.“ Er machte eine bedeutsame Pause. „Manchmal kann man auch aus unbedeutend scheinenden Informationen wie Urlaubsplänen seinen Profit schlagen, findest du nicht? Das ist etwas, was ich zugegebermaßen von den Tauri gelernt habe.“

    Ashtoreth holte tief Luft. „Ihr müsst aber auch bedenken, dass sie diese Pläne umstellen könn...“ Eine barsche Geste Ba’als brachte sie zum Verstummen.
    „Du hast deine Befehle“, sagte der dunkelhaarige Mann nun etwas sanfter. „Und du solltest langsam damit beginnen, sie auszuführen, denn die Aktivitäten am Cheyenne Mountain sollten überwacht werden, damit der Fisch nicht unbemerkt aus der Reuse schlüpft und unauffindbar wird, nicht wahr?“
    Ashtoreth verbeugte sich und trat ein paar Schritte zurück. „Ich höre und gehorche, Herr“, erklärte sie mit einer demütigen Verbeugung. Sehr gut. Sie hatte ihn verstanden.

    Ba’al sah ihr nach, bis sie durch dein Ausgang verschwunden war. Dann stützte er das Kinn auf die Hand und schien über etwas nachzudenken.
    Doch er war alles andere als abgelenkt.
    Seine wachsamen Augen nahmen die kleine Bewegung wahr, mit der eine der Jaffa-Wachen verstohlen eine Verzierung ihres breiten Armreifs berührte. Ganz sicher versteckte der Mann dort ein kleines Aufnahmegerät.
    Nun. Er würde dass, was er hier aufgezeichnet hatte wohl nicht mehr auswerten und schon gar nicht weiter geben können, dafür würde er schon sorgen.

    Mit diesem kleinen Schachzug schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe, denn der Vorfall bestätigte ihn einen anderen Verdacht. Auch wenn die Jaffa-Nation nach der Zerstörung Dakaras wieder in einzelne Stämme zerfallen war - einige standen immer noch treu zu den Shol‘var Teal’c und Bra’tac und übermittelten ihnen Informationen aus seinem Mutterschiff. Immerhin hatte er jetzt einen dieser lästigen Spione entdeckt. Aber er würde ihn nicht sofort töten lassen, sondern noch eine Weile beobachten. Vielleicht gingen ihm in Folge noch mehr Shol’var ins Netz.

    Er lächelte versonnen. Aber das würde nur ein wenig Ablenkung sein. Er freute sich schon darauf, wenn Ashtoreth ihren Auftrag recht bald erfüllte und ihm den Mann brachte, mit dem er - wenn der erst einmal der Wirt eines seiner geklonten Symbionten war - wesentlich schneller an die Geheimnisse der Antikertechnologie in seinem Besitz kommen konnte als jetzt, wo er sich vieles noch mühsam erarbeiten musste.

    Er wollte nicht an ihr zweifeln, auch wenn er durch das Versagen von Nerus nachdenklich geworden war. Noch nicht. Denn bisher hatte sie noch nie versagt, wenn er ihr etwas aufgetragen hatte, und wenn doch dann hatte sie zumindest etwas Äquivalentes heran geschafft.


    --------------------------------------------------------------------
    In Dr. Weirs Büro
    Atlantis, Planet Lantea, Pegasus-Galaxie
    --------------------------------------------------------------------


    „Können wir nicht noch einmal darüber reden?“ John Sheppard klopfte unruhig mit den Fingern auf den Tisch und sah Dr. Weir auffordernd an. „Dr. Beckett hat mir bestätigt, dass ich körperlich wieder voll einsatzfähig bin. Das ...“, er stockte und holte tief Luft.

    „Dass was der Wraith mir angetan hat, hinterließ in meinem Körper keine bleibenden Spuren. Da hat er wohl sehr gründlich gearbeitet. Selbst die Narben von ein paar alten Verletzungen sind verschwunden. Und auch so fühle ich mich wieder ganz in Ordnung.“

    Die Leiterin der Atlantis-Expedition musterte ihn nachdenklich und zog dann eine Augenbraue hoch. Jetzt, wo sie ihn sah, stimmte sie Kate Heightmeyer, der Psychologin der Expedition zu. „Vielleicht mag das stimmen, aber das ist nicht, worauf es ankommt. Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Seele aus?“

    „Wie meinen Sie das? Ich bin völlig in Ordnung. Ich habe keine Alpträume oder Wahnvorstellungen - wirklich nicht“, wiegelte er mit der für ihn gewohnten Flapsigkeit ab, die sie ihm aber so nicht abnahm. „Was sollte also mit mir los sein?“

    Elizabeth Weir seufzte leise. Also musste sie wohl etwas konkreter werden: „Sie können mir nicht einreden, dass es Sie unbeeindruckt gelassen hat, viermal einem Wraith als Nahrung gedient zu haben, und dann doch wieder ins Leben zurück geholt worden zu sein. Wie sieht es mit Ihrer psychischen Stabilität aus?“

    John Sheppard bewegte sich nicht. Nur seinen Wangenmuskeln zuckten, als er mit dem Kiefer mahlte.
    Volltreffer!
    Ja, der Lieutenant Colonel beherrschte sich gut, aber sie hatte in den Jahren ihrer Zusammenarbeit sehr wohl in seinen Gesichtszügen lesen gelernt. Und diese Regung - mochte sie noch so klein sein - bewies ihr, dass das, was geschehen war, immer noch heftig in ihm arbeitete.
    So wie sie sich oft genug fragte, ob sie menschlich richtig gehandelt hatte. Erst vor etwas mehr als einer Woche war das Team in eine Falle gelockt worden, die einzig zu dem Zweck gedient hatte, John Sheppard gefangen zu nehmen.

    Acastus Kolya von den Genii, mit dem er schon mehrfach aneinander geraten war, hatte versucht, mit ihm Atlantis zu erpressen. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen hatte er einem Wraith erlaubt, sich an John zu nähren. Dreimal vor ihren Augen, und dem Bericht des Colonels zufolge war das noch ein viertes Mal während der Flucht geschehen.

    Sie wollte nicht weiter daran denken, welchen Qualen ihr Stellvertreter dabei ausgesetzt gewesen sein mochte. Tatsache war, dass keiner von den Männern und Frauen, die das Nähren überlebt hatten überlebt hatte, ohne psychische Störungen davon gekommen war. Nicht einmal ein John Sheppard konnte so stark und abgebrüht sein, dass diese Situation einfach an ihm abprallte und keine Spuren hinterließ.

    „Ich bin wirklich in Ordnung“, verteidigte er sich. Seine Gesichtszüge erstarrten wieder und er versteckte die Hände unter dem Tisch. Hier hatte sie erneut eine Bestätigung für seinen Seelenzustand. Er wollte offensichtlich alleine damit fertig werden, denn er ließ nicht einmal Kate Heigthmeyer an sich heran.

    „John, selbst wenn Sie in Ordnung sind, so hätten sie in zwei Wochen ohnehin ihren Jahresurlaub antreten müssen. Wir verlegen ihn nur ein wenig nach vorne, da vorher noch jemand vom Stargate-Kommando und Vertreter des I.O.A. persönlich mit ihnen sprechen will.“
    Er presste die Lippen aufeinander. Ja, das war nur einer der unangenehmen Teile ihrer Anweisung, denn sie wußten, beide, was das hieß: Eine psychologische Befragung erwartete ihn, um sicher zu sein, dass er von dem Wraith nicht korrumpiert oder zu einem Schläfer oder Doppelagenten gemacht worden war. Aber der zweite Grund würde ihm noch mehr missfallen.

    Trotzdem hielt sie damit nicht hinter dem Berg.
    „Und ich will ihnen auch nicht verschweigen, dass Sie auf Wunsch von Dr. Heightmeyer vor ihrer Rückkehr nach Atlantis noch ein Gespräch mit Dr. Mackenzie führen müssen, der auf solche Fälle spezialisiert ist“, fügte Elizabeth hinzu und lächelte besänftigend, denn in seinen Augen stand alles andere als Begeisterung. Deshalb versuchte sie jetzt a seine Vernunft zu appellieren: „Sie sind ein erfahrener Soldat und wissen, wie doch wie sich ein Trauma auf den Dienst auswirken kann, oder?“

    Er nickte, aber sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Deshalb machte sie die Probe aufs Exempel um ihm einen Spiegel vor Augen zu halten. „Wenn ich sie jetzt wieder mit dem Team hinaus schicke, was würde passieren, wenn sie nur einen kleinen Hinweis erhalten würden, der unter Umständen zum neuen Versteck von Acastus Kolya führt?“

    „Ich würde...“ Er verstummte. Für einen Moment nahmen seinen Augen einen kalten Glanz an, so wie sie ihn nur einmal gesehen hatte - als er vor ihren Augen kaltblütig auf Kolya geschossen hatte, um sie zu retten.
    Dann jedoch senkte er den Kopf, schloss die Augen für einem Moment und nickte. „Sie haben recht, Elizabeth“, sagte er leise. „Ich würde unvorsichtig handeln und mein Team in Gefahr bringen.“

    Schweigen senkte sich über den Raum. Sie wartete geduldig, bis er wieder aufsah. Ein dünnes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Okay, vielleicht ein vorgezogener Urlaub doch nicht so schlecht, wie ich dachte. Vielleicht bekomme ich noch Karten für ein Konzert von Johnny Cash. und ich wollte schon immer mal ausprobieren, wie es sich vor Malibu Beach surft. Das habe ich immer schon mal machen wollen“, überspielte er seine wahren Gefühle
    „Sehen Sie, so kann man dem Urlaub auch seine guten Seiten abgewinnen“, bekräftigte Elizabeth ihn. Das war der John Sheppard, den sie kannte und schätzte. Und sie wollte die Gunst des Augeblicks aunutzen, deshalb sprach sie gleich weiter „Gut, dann sollten Sie sich schon Gedanken darüber machen, was noch alles erledigen müssen. Ich denke, Sie schaffen, bis morgen alles, was wichtig ist, mit Major Lorne zu klären, oder?“

    „Ich soll schon morgen aufbrechen?“, entgegnete er eher weniger begeistert.
    „Es bietet sich doch an, dass wenn wir ohnehin mit der Erde Kontakt aufnehmen für unseren wöchentlichen Datenaustausch, dass Sie die Gelegenheit nutzen“, erklärte Elizabeth mit einem Unterton, der keinen Widerspruch duldete.
    Er schien zu überlegen, ob er dennoch versuchen sollte, seinen Weggang hinaus zu zögern, dann nickte er mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er puren Zitronensaft getrunken. „Ja, das wird kein Problem sein, denn so viel steht zur Zeit nicht an.“ Er seufzte gequält und stützte die Hände auf den Tisch. „Nun sollte ich wohl zusehen, dass ich erledigt bekomme, damit ich auch noch packen kann. Entschuldigen Sie mich, Elizabeth?“
    „Ja natürlich. Gehen sie nur...“

    Dr. Weir beobachtete, wie er sich erhob und das Büro verließ. Er wirkte angespannt und verkrampft, seine Schritte waren nicht mehr so leicht und beschwingt wie früher. Ja, man sah ihm an, dass er eigentlich nicht gehen wollte - und vor allem nicht so überhastet.
    Aber es war besser so.

    Dr. Heightmeyers Bitte, John Sheppard vor vollendete Tatsachen zu stellen und ihm keine Zeit mehr zu lassen, weiter über alles nachzudenken und neue Ausreden zu finden, um doch auf Atlantis bleiben zu können, ergab nun auch für Elizabeth einen tieferen Sinn.
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  10. #10
    Gehasst, Verdammt, Vergöttert Avatar von Colonel Maybourne
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    Hey, war wieder sehr gut gewesen, allem voran natürlich Baal in seiner unnacharmlichen Art, seine Probleme anzugehen.
    Denn ich glaube, dass er wohl der einzige Goa´Uld ist, der sich überhaupt dazu herablassen würde, derartige Urlaubspläne zu lesen.
    Und auch die Tatsache, dass es auf seinem Schiff Spione gibt, fnad ich gelungen.

    Nun und dann ist da noch Johnny, der sich, wie selbstverständlich, vor jeglicher Form von Konversation drücken will.
    Das muss er irgendwie mit mir gemein haben.

    Bis dann.
    Das Leben ist ein Schwanz und wir die Eier, die mitgeschleift werden.


    Meine aktuellen Fanfiction:


    TGE Combined Season 1 Fire of War:

    http://www.stargate-project.de/starg...ad.php?t=11836




  11. #11
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    So, Schuldgefühle fertig geschrieben. Jetzt kann ich dir auch FB geben

    Eigentlich ist es ja nicht zum lachen, aber es ist irgendwie lustig und interessant, wie Baal an seine Informationen kommt. Vielleicht sollten die im SGC demnächst ihre Pläne besser verstecken!


    Er wirkte angespannt und verkrampft, seine Schritte waren nicht mehr so leicht und beschwingt wie früher. Ja, man sah ihm an, dass er eigentlich nicht gehen wollte - und vor allem nicht so überhastet.
    Und das ist wieder so etwas, was ich an deinen Geschichten so liebe. Du beschreibst diese Details, auch schon in den Zeilen vorher, wie er sich verhält und seine Gesten, als würdest du ihn kennen!

    Wegen dem Johnny Cash Konzert, wo er erwähnt. Hat der Gute Mann da damals noch gelebt?

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

    Meine Lily-Reihe

  12. #12
    Major General Avatar von Kris
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    So, dann will ich gleich antworten um eine Unstimmigkeit zu erklären, die so eigentlich keine ist .

    @ Colonel Maybourne: Ja, Baal ist auch einer meiner SG-!-Lieblinge. Ich mag seine nette Art und es hat auch viel Spaß gemacht, sie zu beschreiben. Ich habe in seinem Part einfach ein paar Dinge aus der 10.Staffel verarbeitet - ich denke so etwas hätte ihm auch ganz gut gefallen. Na ja, und die anderen Dinge - mal sehen, was ich daraus noch mache
    Ja und John ist John. Gerade in diesem Moment ist er so stur,.

    @ Kathi 90: Johnny Cash hat auf unserere Welt schon nicht mehr gelebt im Jahre 2006/07, ich glaube er ist 2003 gestorben, aber ich habe mir einfach die Freiheit genommen, ihn hier noch weiter leben zu lassen. Schließlich ist die Welt von SGA je eine Paralellwelt, denn allein schon der Präsident heißt nicht George Bush sondern Henry Hayes. Das hatte ich damals auch dem geantwortet, dem es aufgefallen war.
    Jedenfalls hat es mich gefreut, dass du wieder mit Spannung mitgelesen hast!
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  13. #13
    First Lieutenant Avatar von Jadzia
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    Hi!
    Wieder eine ganz wundervolle Geschichte, die du uns hier präsentierst! Sie nimmt die Fäden deiner Forsetzungen gekonnt auf und führt sie mit einer überraschenden Bandbreite fort! Klasse! Und dein Schreibstil ist wie immer genial!
    Es ist schön die kleinen Andeutungen die du in Doppelter Ärger 1 u. 2 gemacht hast hier ausgeführt zu sehen. So z.B. Kolyas Weg zur Erde oder Ba'al, wie er seine Pläne schmiedet. Oder auch wie John zu seinem Urlaub "verdonnert" wird! Auch der deutliche Bezug zu 'Common Ground' ist sehr schön herausgearbeitet!

    Schön, das du uns das nicht vorenthälst!
    McKay: You have no idea which way to go, do you?
    Sheppard: Just trying to get my bearings.
    McKay: Translation: "I'm lost."


    SGA FFs: Verloren, Sheppard verliert den Bezug zu dem was real ist und was nicht während sein Team versucht ihn zu finden...
    Im Abgrund, John ist nur ein Schatten seiner selbst und wehrt sich heraus zu finden warum...
    Von Haustieren und ihren Haltern, Lornes Team wird vermisst und bald schon geraten Sheppard und Co auf der Suche in eine gefährliche Situation...
    Monsterjagd, eine Aufklärungsmission wandelt sich schnell in ein Problem als Sheppard spurlos verschwindet...

    Avatar made by Lorien

  14. #14
    Captain Avatar von Ina
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    Hallo Kris,

    gutes Kapitel. Wenn Ba'al nur nicht so ein typischer Goa'uld wäre, könnte man ab und an sogar anfangen ihn zu mögen
    Ba’al kostete die Verwirrung in den Augen der Goa’uld genüsslich aus, ehe er weiter sprach. „Nun, diesmal bist du schlechter informiert als ich.“
    Konnte ich mir bildlich super vorstellen. (Der arrogante Fatzke.)

    Er hat sich ja richtig gut auf Sheppard eingeschossen und vorbereitet. Nur nichts dem Zufall überlassen, oder??

    Die Szene in Weirs Büro hat mir klasse gefallen
    John Sheppard bewegte sich nicht. Nur seinen Wangenmuskeln zuckten, als er mit dem Kiefer mahlte.
    Volltreffer!
    Wow, die kleinen Details (wie schon von Kathi90 angesprochen) gefallen mir auch ausgesprochen gut.

    Okay, kleiner Wehmutstropfen Ich fand, dass Du (für Deine Verhältnisse) recht viele (für andere sind es eher wenige ) Rechtschreibfehler usw drin hattest.


    Freue mich sehr auf das nächste Kapitel. Bin gespannt, ob Du nochmal auf den Verräter unter Ba'al eingehst. Wie ergeht es Kolya weiter?? *hibbel*
    Geändert von Ina (30.03.2008 um 17:38 Uhr)

  15. #15
    Major General Avatar von Kris
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    So, dann will ich schon mal wieder auf euch antworten, weil ich gerade Zeit habe. Morgen sieht es da etwas knapper aus, und dann stelle ich ja auch wieder den neuen Teil ein.

    @ Jadzia: Schön, dass du auch wieder mit dabei bist - ich freue mich unheimlich. Ja, mir war danach, einfach noch etwas zur Vorgeschichte zu schreiben und einzelne Sachen auszuarbeiten. Ursprünglich wollte ich noch weiter ausholen, aber das habe ich dann doch irgendwo gelassen, weil ich merkte, dass ich das so nicht mehr zusammen kriegte. Aber ich hoffe, dass dir das, was dazu gekommen ist, auch weiterhin gefallen wird.

    @ Ina: Also ich mag Baal, auch wenn er ein typischer Goa'Uld ist. Aber in all seiner Arroganz ist der doch anders, sonst hätte er nicht so lange überlebt. Und genau diese Anpassungsfähigkeit versuche ich einzufangen.
    Was die Tippfehler angeht. Die Story ist jetzt nicht mehr betagelesen so wie die letzten, weil diejenige die das früher machte ja meinte, urplötzlich und aus mir heute eher vorgeschobenen lächerlichen Gründen die Freundschaft mit mir brechen zu müssen.
    Ich selbst versuche so viel wie möglich heraus zu fischen, aber gerade die Kommafehler und Wortwiederholungen übersehe ich leicht, dann auch wieder Flüchtigkeits-Tippfehler. Ich bin gegenüber meinem eigenen Texten leider regelrecht betriebsblind.
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

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  16. #16
    Brigadier General Avatar von Teleia
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    Hallo du!

    Ein wirklich spannender Teil!

    Du hast Ba´al unheimlich gut getroffen. Hab ihn richtig vor mir gesehen, wie er mit seiner Untergebenen spricht und später dann den Jaffa ausspäht. Interessant, was der Gute so über die Menschheit denkt. Die Goa´uld sind ja nicht wirklich besser...

    Schön fand ich auch, wie du die SG-1 Folge wieder aufgegriffen hast, auch wenn ich die Episode beim Ansehen richtig langweilig fand. So hat sie aber doch noch Sinn gemacht!

    Hihi, so kam John also zu seinem Urlaub, ganz nach dem Motto: Nehmen sie es hin, sie können es sowieso nicht ändern. Würde mir aber auch stinken, wenn mich mein Vorgesetzter so vor vollendete Tatsachen stellen würde.

    Bin schon gespannt, wie es weiter geht, auch wenn ich manchmal ein bisschen hinterher hinke.
    Bis dann!
    Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und den Himmel in einer wilden Blume,
    halte die Unendlichkeit auf deiner flachen Hand und die Stunde rückt in die Ewigkeit.
    -William Blake-

    Meine neue FF:
    Willkommen in Atlantis

    Kleine Geschichten aus dem Stargate Universum:
    Atlantis Songbook

    Ich bin nicht verrückt, nur nicht normal. Normalsein ist langweilig!

  17. #17
    Brigadier General Avatar von Cindy
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    Hi du!

    Ich bin auch wieder mit dabei.

    Die zwei Teile haben mir super gefallen und vor allem, wie Kolya so über John denkt. Ne, ne, ne, der muss ja wirklich einen brass auf ihn haben …
    (Ich persönlich finde es schade, dass Kolya nicht mehr mitspielt. Man spürte irgendwie so ein gewisses Knistern, wenn die beiden aufeinander geraten sind. )

    Ba’al kostete die Verwirrung in den Augen der Goa’uld genüsslich aus, ehe er weiter sprach.
    Ist das ein Ekelpaket! Den mochte ich noch nie leiden. Da ist mir Kolya tausendmal lieber.

    Er freute sich schon darauf, wenn Ashtoreth ihren Auftrag recht bald erfüllte und ihm den Mann brachte, mit dem er - wenn der erst einmal der Wirt eines seiner geklonten Symbionten war
    Habe ich das jetzt richtig verstanden? Er hat das mit John vor?
    Oh man, kann er nicht lieber in Atlantis bleiben und seinen "Urlaub" auf nächstes Jahr verschieben?

    Wie John versucht hatte sich vor dem Urlaub zu drücken und wie du seine Gesten beschrieben hast, fand ich so klasse.

    Da muss ich mich Teleia anschließen. Mich würde es auch stinken, wenn mein Chef zu mir sagen würde: Du nimmst jetzt Urlaub und damit basta!

  18. #18
    Major General Avatar von Kris
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    So, dann will ich euch nicht länger warten lassen, aber zuvor noch antworten auf eure Feeddbacks:

    @ Teleia: Baal zu schreiben hat auch sehr großen spaß gemacht. Ich muss mal sehen, ob ich nicht irgendwo doch mal wieder auf ihn zurück komme, denn spaß macht es ja irgendwie. Und man kann auch aus der langweilgisten Folge manchmal seinen Nutzen ziehen. Na, dann bin ich mal gespannt, wie dir die Fortsetzung gefallen wird. Und was John angeht, auch hier habe ich mir überlegt, dass es sinnvoller ist ihn hier zu verdonnern als ihm die freie Wahl zu lassen.

    @ Cindy: Ich freue mich, dass du auch wieder dabei bist! Weiter geht es ja nun mit Kolya, der durch den Schlag auf den Kopf etwas ... ist.
    Na ja, welchen Nutzen hätte John jetzt für ihn? Ja ich denke, Baal ist an jemandem mit dem Gen interessiert, denn wenn du an die Zeit denkst in der das spielt. Gerade da ist die Antiker-Technoliogie doch sehr gefragt, und was ein richtiger Systemlord ist, der will natürlich das Beste vom Besten und nicht nur zweitklassige Dutzendware. Jedenfalls nicht am Anfang. Wenn es nicht klappt, backt man halt kleinere Brötchen.

    Nun aber zur Story:



    Teil 3/6
    Nach dem Wirbelsturm


    ----------------------------------------------------
    Die Farm der Palmers bei Little Linton
    Planet Erde, USA, Bundesstaat Kansas
    ----------------------------------------------------

    „Hey, schlaft mir ja nich‘ ein! Los, hopp, auf die Beine, ihr Faulpelze, es gibt eine Menge aufzuräumen!“ Mary Sue Palmer, ihres Zeichens Oberhaupt der Familie, klatschte in die Hände. Obwohl die hagere und wettergegerbte Frau schon über sechzig Jahre alt war, stand sie noch aufrecht und energiegeladen da, ganz im Gegensatz zu ihren Söhnen, die nun die Hüte zurecht schoben und sich langsam aufsetzen.

    Während des Wirbelsturmes hatten sie nur faul herumgesessen und Gott einen guten Mann sein lassen. Nun gähnten sie alle vier herzhaft. Die alte Frau rang mit den Händen. Mit einem Stoßseufzer fragte sie sich, welche Sünden sie wohl begangen hatte, um solche Kinder heran gezogen zu haben.
    „Nu mach‘ mal nich‘ so hastig Ma!“ murmelte Butch Palmer, ihr Ältester. „Pa hat immer gesacht: Eile mit Weile.“

    „Ja, das weiß ich. Und wohin hatt‘ss ihn gebracht? Unter den Mähdrescher! Nur weil er nich‘ mehr schnell genug auffe Beine gekommen is‘“, entgegnete die Witwe gereizt und stampfte mit einem Fuß auf die Erde. „Du nimmst dir Billy und fährst raus, um zu sehen, was die Felder mach‘n. Braddie und Bobbie, ihr kommt mit mir. Wir müssen seh‘n, was für Schäden der Tornado am Haus angerichtet hat! Und nu‘ hopp ihr Faulpelze.“

    Butch seufzte, sagte aber nichts. Mit seiner Mutter legte man sich besser nicht an, auch wenn sie ihm gerade mal bis zur Brust reichte und sich zweimal hinter ihm verstecken konnte. Denn Ma Palmer pflegte nicht nur eine ihrer wütenden Tiraden auf den Betreffenden los zu lassen sondern konnte ihn auch schon mal für ein paar Tage mit ziemlicher Nichtachtung strafen - und dann konnte man sehen, woher man sein Essen und saubere Wäsche bekam. Sie machte es einem sehr ungemütlich, wenn man nicht parieren wollte.
    Ach, wenn alle Frauen im Alter so wurden - nein, dann suchte er sich besser kein Mädchen. Nicht mal so eine wie die schüchterne Mary-Ellen Olson von der Tankstelle, die ihn immer mit ihren kornblumenblauen Augen anhimmelte.
    Er wollte nicht den gleichen Fehler wie sein Pa begehen. Denn der hatte auch immer gesagt, dass Ma vor der Heirat ganz lieb gewesen sei und erst später den Drachen herausgekehrt hätte. Und er kannte sie ehrlich gesagt nicht anders.

    Und deshalb sah er jetzt zu, dass er auf die Beine kam und machte einfach ein bisschen schneller. Es war besser hier zu verschwinden, ehe sie noch auf andere Gedanken kam und die anderen statt ihm und Billy hinaus schickte.
    Er blickte zu seinem jüngsten Bruder. „Komm‘ste?“
    Der grinste schräg. „Was denk‘ste denn. Na klar binnich dabei!“ Er spuckte den Strohhalm aus, auf dem er herum gekaut hatte und steckte das neumodische Mobiltelefon in die Tasche, dass er sich bei einem Ausflug in Kansas City gekauft hatte. Butch zuckte mit dem Mundwinkel. Der Kleine mochte den neumodischen elektronischen Schnickschnack, seit er das technische College besucht hatte und war auch nicht mehr davon abzubringen.

    Ein scharfer Blick von Ma ermahnte ihn sich nun endlich zu beeilen. Butch nickte ihr besänftigend zu und kletterte dann die Stiegen hinauf, um die die beiden waagerechten Luken zu öffnen, denn wie in jedem guten Farmhaus aus dem vorletzten Jahrhundert lag der Zugang nicht im, sondern am Haus.
    „So’ne Scheiße!“ knurrte er, als er auf Widerstand traf. Er brauchte etwas mehr Kraft als sonst, um die Klappen zu öffnen und hörte es schließlich über sich knacken und krachen. Einer der Flügel bewegte sich merkwürdig leicht. Schnell erkannte er auch, warum, denn das Scharnier war aus dem Holz gebrochen.

    Auch egal. Konnte schon mal passieren. Das würde er irgendwann morgen wieder richten.
    Jetzt schob er erst einmal die ganze Klappe mitsamt dem Teil eines Busches, der sich in den Griffen verhakt hatte, beiseite und blickte prüfend nach draußen. „Na immerhin, das Haus steht noch. Hat nur den Anbau und ‘nen Teil von‘m Dach erwischt!“ brüllte er dann nach unten.
    „Würdeste‘ dein‘n Hintern nach oben beweg‘n, damit ich mir das selbst anseh‘n kann?“, kaum eine ebenso laute Antwort zurück.
    „Ist ja schon gut, Ma!“

    Butch kletterte ganz aus dem Keller und trat ein paar Schritte beiseite, damit auch der Rest der Familie nach oben kommen konnte.
    Er stützte die Hände in die Hüften. Es wehte immer noch ein scharfer Wind, aber der vertrieb eher die dicken Wolken. Das Unwetter hatte sich weitestgehend verzogen, auch wenn am Horizont immer noch Blitze zuckten. Es würde nicht mehr zurück kommen.

    Dann sah er sich gelassen um und pfiff durch die Zähne.
    Nun, das nannte man Glück im Unglück. Da war der Krug noch einmal an ihnen vorbei gegangen.

    Holztrümmer von den Aufbauten und Schindeln lagen in den Pfützen rund ums Haus, aber die Schäden hielten sich ansonsten in Grenzen. Der den Schuppen auf der anderen Seite des Hauses und einen Teil des ohnehin noch nicht fertig gestellten Anbaus erwischt. Und wenn er das richtig sah, hatte der Sturmwind nur das Dach über den Zimmern abgedeckt, in denen normalerweise Gäste schliefen. Der Rest des Hauses und der Stall sahen weitestgehend unbeschädigt aus. Und auch das Vieh schien alles überstanden zu haben, aus dem Stall hörte er schon wieder nervöses Gegacker und das ängstliche Muhen ihrer Kühe.

    Na, für die Viecher hatte Bob ein besseres Händchen als er, da würde er sich jetzt nicht einmischen. Und außerdem hatte Ma ja noch etwas anderes von ihm und Billy gewollt.
    Sein nächster Blick galt den Autos.
    Vor allem weil er Bob fluchen hörte. Dessen Wagen war ein Stück über den Hof geschoben worden, ehe ihn der Anhänger gebremst hatte. Brad zuckte mit den Schultern. Was regte sich sein Bruder so auf. Die Karre sah doch nur noch ein bißchen zerschrammter und verbeulter aus als vorher, machte das viel aus?
    „Nu rech dich nich so auf, Bruderherz.“

    „Du hast gut reden!“ fauchte Bob zurück und drehte sich um, als er Billys schallendes Lachen hörte. „Warte nur mal ab, nächstes Mal ist dein Wagen dran!“
    „Werden wir ja seh’n!“, entgegnete der schlagfertig und betrachteten dann zufrieden auf das Auto, das etwas abseits gestanden hatte und außer Schlammspritzern und einem Kratzer auf der Motorhaube nichts abbekommen zu haben schien.
    „Na, sieh’ste. Ich habe es doch gewußt.“ Billy klopfte ihm hart auf die Schulter und schreckte so Butch aus seinen Gedanken. Der sah ihn stirnrunzelnd an. „Mann ich bin immer erstaunt, was für’s fest’n Griff du hast, du schmales Hemd.“

    Der jüngere lachte. „Das macht alles das Krafttraining für das Baseballteam im College, glaub mir. Aber nun beweg‘ dich Großer, ehe die Alte wieder losnölt!“
    Gemeinsam stapften sie zum Wagen und stiegen ein. Erst als Billy den Wagen startete und rollen ließ, sah Butch wieder zu der Mutter und ihren Brüdern hin. Ja, sie gab schon wieder Anweisungen wie ein Sergeant bei der Army. Die beiden anderen Jungs würden ordentlich schwitzen müssen, während sie sich Zeit lassen konnten und würden.
    r rutschte ein wenig auf dem Sitz herum und suchte sich eine bequemere Stellung, während Billy das Radio einschaltete und nach einem Sender suchte...


    + o o o + o o o +


    Warum war das Erwachen immer so unangenehm? Zumindest hatte er diesmal keine Schmerzen. Aber die würden sicher kommen, wenn die Taubheit aus seinen Gliedern schwand
    Acastus Kolya hustete und drehte seinen Kopf, als ihm Schlamm in Mund und Nase drang. Es gelang ihm, sich mit großer Kraftanstrengung auf den Rücken zu rollen. Keuchend versuchte er die von Schmutz verklebten Augen zu öffnen und blinzelte, als ihm Dreck in die Augen kam.
    Wo war er? Was war geschehen?
    Er versuchte sich zu erinnern, aber da war nur eine große Leere, ein schwarzer Abgrund, in den er jedes Mal zu stürzen drohte, wenn er sich darum bemühte. Es blieb ihm also erst einmal nichts anderes mehr übrig, als das sein zu lassen.
    Etwas hartes geriet in seine Luftröhre. Er hustete verkrampft und spürte durch die Bewegung, dass er jetzt zumindest schon einmal die Finger bewegen konnte - und die Beine, auch wenn sie nicht ganz Teil seines Körpers zu sein schienen. Da waren zwar Schmerzen, aber es schien nichts gebrochen zu sein.
    Das war etwas, an dem er sich festhalten konnte.
    Entschlossen versuchte er, seine Hände zu heben, seinen Körper zu bewegen - und mußte doch wieder aufgeben, als im nächsten Moment eine Flut von Bildern wie ein Sturm über ihn hinweg brauste und seine Konzentration in tausend Scherben zerbrach.


    Der Schatten richtete eine Handfeuerwaffe auf ihn. Seine Stimme klang kalt und unerbittlich. „Hören Sie Kolya. Eines verspreche ich ihnen. Bei unserem nächsten Aufeinandertreffen werde ich sie ohne Warnung erschießen, das schwöre ich ihnen!“ Aus dem Dunkel schälte sich die Gestalt eines Mannes mit hass erfüllt funkelnden Augen von ungewöhnlicher Farbe. Kolya verkrampfte sich.
    Doch das war es nicht, was ihm einen kalten Schrecken einjagte und instinktiv zurückweichen ließ - so weit er es konnte: Es schien, als habe man sein Gegenüber aus zwei verschiedenen Männern zusammen gesetzt, denn die eine Hälfte seines Körpers war jung und athletisch, die andere alt und verwittert wie die eines Greises von mehr als hundert Jahren. Lumpen hingen von der dürren Mumie herab, die der Wraith übrig gelassen hatte.


    Acastus Kolya schob sich gegen ein Grasbüschel und starrte zum Himmel, aber die Bilder wollten nicht weichen. So hätte er aussehen sollen ... tot und ausgezehrt, keine Gefahr mehr für seine Pläne. Statt dessen war er erneut entkommen - als Verbündeter der widerwärtigen Kreatur, die sie all die Jahre benutzt hatten, um ihren Forderungen und Fragen Nachdruck zu verleihen.
    Wieder veränderte sich das Bild. Nun stand der Mann über ihm. Jung und von dem Wraith ungezeichnet ... erneut vom Glück begünstigt.
    Sollte dieser Bastard wirklich wieder über ihn triumphieren?

    „Nein, Sheppard, so einfach werde ich es dir nicht machen!“ keuchte Acastus Kolya. Hass und Wut gaben ihm die nötige Kraft, sich aufzusetzen und mit zitternden Armen abzustützen, nachdem er sich eher notdürftig den Dreck aus dem Gesicht gewischt hatte.
    Er sah sich nach Luft ringend um.

    Um ihn herum waren niedergedrückte Halme. Ein Sturm hatte übel in dem Getreidefeld gewütet, aber mit ein wenig Glück würden sich die Ähren an den meisten stellen wieder aufrichten. Vielleicht zehn Schritte zu seiner Linken wurde das Feld von einem künstlichen Damm begrenzt, der nicht einmal eine Mannslänge hoch reichte. In den Hügel waren auch Pfähle eingesetzt, an denen Kabel hingen - oder besser hängen sollten. Einige davon waren aus ihren Halterungen gerissen und pendelten frei in der Luft. An einem der Masten hörte er sogar ein leises Knistern. Die blanken Drähte lagen dort bei einem der Kabel frei.

    Der Genii kniff die Augen zusammen. Er wusste sehr genau, was das war. Die Bewohner dieser Welt kannten die Elektrizität. Sie mussten einen Entwicklungsstand erreicht haben, der dem der Genii nicht unähnlich war.
    Er hob den Kopf, als in der Luft ein Brummen erklang und starrte auf den kleinen Punkt, der über den Himmel flog und dann am Horizont verschwand.
    Oder aber sie waren sogar schon ein Stück weiter in der Erschaffung von Technik...
    Wo, bei allen Schatten der Finsternis war er hier?

    Denn eines war sicher: Diese Welt konnte von den Wraith noch nicht berührt worden sein. Aus Erfahrung wusste er, dass diese es nicht duldeten, wenn ein Volk den Luftraum zu erobern begann. Sie löschten normalerweise so weit entwickelte Zivilisationen sehr schnell aus, denn der Schritt in den Weltraum war dann nur noch klein.

    Und deshalb war es besser, diesen Wagemut gleich im Keim zu ersticken.
    Deshalb musste er heraus finden, wo er gelandet war, und dann schnellstmöglich einen Weg auf bekannte Planeten finden.
    „Ahhhhhhgn!“ Kolya versuchte sich hochzustemmen und auf die Beine zukommen, doch die wollten ihn noch nicht tragen. Dann drehte sich die Welt um ihn und er musste die Augen schließen. Wieder überfiel ihn eine Bilderflut.

    „Wenn sie glauben, dass ich Ihnen helfe, dann haben sie sich getäuscht! Ich...“, kreischte der untersetzte Mann. Seine Worte gingen in ein Stöhnen und Wimmern über, als der Soldat seine Faust noch einmal in den Magen rammte.
    „Wir werden den Ort aufsuchen, von dem Sie dieses hübsche kleine Spielzeug haben und dann weitersehen! Sie werden uns helfen müssen, wenn Sie das überleben wollen, guter Mann“ entgegnete er kalt und warf einen Blick zu Heredis, der fasziniert an den Knöpfen des handtellergroßen Gerätes herum schaltete.

    Die Neu-Lantianer mussten nicht glauben, dass sie die einzigen sein würden, die weiterhin die Technik der Vorfahren nutzen konnten. Auch ihnen würde es gelingen, die Forschungen fort zu setzen, denen sich schon Ladon Radim unter Cowen gewidmet hatte. Und dann...

    „Wehe dir John Sheppard“, murmelte der Führer der Genii zu sich selbst. Dann würde es das letzte Mal sein, dass dieser Mann sie übertölpeln konnte.
    Er gab seinen Leuten ein Zeichen. Es war nicht gut, sich länger hier aufzuhalten, denn so wurden die Dorfbewohner nur unnötig auf sie aufmerksam. Und soweit er wusste hatten sie noch einen langen Fußmarsch vor sich - hier zum Tor und dann auf der anderen Seite und einer anderen Welt durch ein nur schwer zugängliches Waldgebiet. Dort sollte sich nach den Worten des Mannes ein verlassener Stützpunkt der Ahnen befunden.
    Und Kolya wollte die dortige Technik an sich bringen, um endlich wieder einen Vorteil gegen seine Feinde zu haben...


    Immer wieder kehrten seine Gedanken zu dem Mann zurück, dem er auch die letzte Niederlage zu verdanken hatte. Er konnte nicht anders, aber Wut und Hass wurden übermächtig, wenn er nur an ihn dachte.

    Ein solches Geräusch hatte er noch nie gehört. Es kam vom Damm, aber er konnte es nicht wirklich einordnen. Es klang wie das Klappern einer isolierten Metalltür, und...

    „Hey, Sie da unten. Was machen’se da? Rausch ausgeschlaf‘n?“
    Acastus hob den Kopf und öffnete die Augen, als er eine dunkle Stimme hörte. Oben an der Böschung, am Rand des Dammweges stand ein vierschrötiger Mann. Nun trat auch noch ein jüngerer heran, der mit seinen dunklen Haaren und der schlanken Statur wirkte wie..

    Kolya blinzelte die Benommenheit aus seinen Augen und spannte sich an. Er versuchte noch einmal aufzustehen, was ihm nun auch endlich gelang.
    „Es geht ... schon wieder“, sagte er langsam und schwankte leicht, während er versuchte auf dem durch den Regen durchnässten Boden einen sicheren Stand zu finden. „Ich bin ...“ Er holte tief Luft und starrte auf die beiden Männer.
    Er wusste noch nicht, wie er sie einschätzen sollte. Trugen die beiden Waffen bei sich? Offenbar nicht, denn er konnte nicht einmal nicht einmal ein Messer an ihrem Gürtel erkennen. Aber das hatte nichts zu sagen.
    Die Männer trugen Jacken und weite Hemden. Der Schlankere fingerte immer wieder an etwas herum, was in seiner rechten Hosentasche steckte und diese verdächtig ausbeulte. Er wirkte auch wesentlich misstrauischer.

    „Butch“, warnte er nun seinen Begleiter, der Anstalten machte, die Böschung hinunter zu steigen. „Sei vorsichtig. Irgend etwas stimmt mit dem Kerl nicht.“
    „Ach hör‘ ma‘ Billy. Der Herr hier ist verletzt und kann sich kaum auf den Beinen halten. Sieht schwer mitgenommen aus. Sind’se aus dem Wagen gefallen?“

    „Nein ... wie ... ich verstehe nicht“, Kolya musste sich gar nicht sonderlich anstrengen um verwirrt zu wirken, denn der Mann sprach sehr unsauber und undeutlich. Zudem wurde ihm für einen Moment wurde ihm schwindelig und die Wirklichkeit schien um ihn zu verschwimmen.
    Er fasste sich an den Kopf. „Der Sturm“, sagte er und kämpfte gegen die stechenden Kopfschmerzen an, die durch seinen Kopf tobten. Wieder glaubte er in einen tiefen Abgrund zu fallen.

    Doch diesmal hielten ihn starke Hände fest und stützten ihn. Instinktiv wehrte sich Kolya gegen den Griff, ließ es dann aber sein, weil er nur so auf den Beinen bleiben konnte. Außerdem war der Mann ihm nicht feindlich gesinnt - jedenfalls noch nicht. Wenn er schnell genug war, dann konnte er vielleicht ...
    Sein Helfer stutze und löste eine Hand, um sie zu betrachten. Auch Kolya sah die roten Flecken.

    „Schau‘n ihn dir doch mal an Billy, der ist schwerer verletzt als es aussieht. Der Arme blutet unter seinen Lumpen sogar. Ich glaube, den hat’s übel erwischt. Wir sollten ihn gleich zum nächst’n Doc bringen.“
    „Das können wir gerne tun, aber ehe er uns alles voll blutet, hole ich lieber erst mal die Decke und den Ersten-Hilfe-Koffer aus dem Kofferraum.“

    Der dunkelhaarige Mann auf der Böschung war immer noch nicht ganz glücklich über die Hilfsbereitschaft seines Kameraden. Gerade als er im Begriff war, sich umzuwenden und seine Worte in Taten umzusetzen, zuckte er jedoch zusammen.
    „Butch“, zischte er und seine Augen wurden schmal. „Nimm dem Mann auf jeden Fall die Waffe ab. Jetzt! Sofort!“
    Kolya, der Trust und ein irrer Serienkiller in:Im Grau der Schatten, Double Trouble & In den Händen des Schicksals. Ungekannte Abenteuerer von John Sheppard & Co in "Stargate Atlantis - Die verborgenen Szenen": Aufbruch in eine neue Welt und Das erste Jahr und Die Specials.

    John Sheppards Schicksal im Vegasverse :"Solitary Man" no more

    *Neu:* Kapitel 22 seit Okt 2016: Wenn der schlafende Tiger erwacht (Star Trek Into Darkness Prequel)
    * NEU* Doktor Who: Die Saat des Zorns * Der Schatten des Doktors * Drabbles

  19. #19
    Auf der Suche Avatar von Kathi90
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    Hallo! So bevor der Schnipp Schnapp Friseur kommt.


    Das war ein schönes Kapitel. Was hab ich bei dem Absatz lachen müssen.
    Ach, wenn alle Frauen im Alter so wurden - nein, dann suchte er sich besser kein Mädchen. Nicht mal so eine wie die schüchterne Mary-Ellen Olson von der Tankstelle, die ihn immer mit ihren kornblumenblauen Augen anhimmelte.
    Er wollte nicht den gleichen Fehler wie sein Pa begehen. Denn der hatte auch immer gesagt, dass Ma vor der Heirat ganz lieb gewesen sei und erst später den Drachen herausgekehrt hätte. Und er kannte sie ehrlich gesagt nicht anders.
    Steckt zwar etwas Wahrheit darin, da manche Menschen sich wirklich so verändern, aber das ist doch irgendwie die Denkweise von Jungs/Männern.


    Die Gedanken und die Hassgefühle von Kolya hat man richtig gespürt und ich kann nur Oh Oh sagen. Die beiden wollen ihm helfen?!

    „Nimm dem Mann auf jeden Fall die Waffe ab. Jetzt! Sofort!“
    Hoffentlich passiert den beiden nichts!

    ~. .~. .~. .~. .~. .~

    Meine Lily-Reihe

  20. #20
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    Den von Kathi erwähnten Teil, mit dem Umwandeln eines lieben Mädels in einen schrecklichen Drachen kenne ich nur zu gut.
    Zu meinem Bedauern gibt es davon zwei ziemliche schreckliche Exemplare in meiner Familie...

    Nun und Kolya wird sich sicher noch umsehen, auf welcher Welt er da wirklich gelandet ist...
    solange er nicht die Bauernfamilie erschiesst.
    Bis dann.
    Das Leben ist ein Schwanz und wir die Eier, die mitgeschleift werden.


    Meine aktuellen Fanfiction:


    TGE Combined Season 1 Fire of War:

    http://www.stargate-project.de/starg...ad.php?t=11836




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