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Thema: [SGA] Rückkehr nach Athos Creek (AU) [NC-17]

  1. #1
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    Standard [SGA] Rückkehr nach Athos Creek (AU) [NC-17]

    Titel: Rückkehr nach Athos Creek
    Autor: Nyada
    Fandom: Stargate Atlantis, Stargate SG1
    Genre: Wild West-AU, Drama, Romance, Sequel
    Rating: R, evtl. NC-17
    Charaktere/Pairing(s): John/Teyla, Teyla/OC, Rodney/Jennifer, Vala/Daniel, etc.

    Inhalt: Wyoming, 1886. Sechseinhalb Jahre nachdem er die Stadt in einer Nacht- und Nebelaktion Hals über Kopf verließ, kehrt John Sheppard nach Athos Creek zurück, nur um dort festzustellen, dass in der Stadt, die einst sein Zuhause war, nichts mehr so ist, wie es einmal war, und dass sich nicht alle Bewohner über seine Rückkehr freuen…

    Anmerkungen: Dies ist die Fortsetzung zu „Wer den Wind sät…“ Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen, aber ich bin fleißig am Schreiben und wünsche euch jetzt erst einmal ganz viel Spaß beim Lesen des Prologs.


    ------------


    Rückkehr nach Athos Creek

    by Nyada



    Prolog


    Abydos City
    Wyoming, 1886



    „Nun ja“, meinte David Sheppard und beugte sich etwas vor, um sich ein besseres Bild von der rauen Landschaft Wyomings zu machen, die vor dem Zugfenster vorbeizog. „Nicht gerade das, was ich mir vorgestellt habe“, ließ er schließlich verlauten, lehnte sich in seinen Sitz zurück und verschränkte mürrisch die Arme vor der Brust.

    „Niemand hat Dich gezwungen, mich zu begleiten, Dave“, wurde ihm von seinem Bruder erwidert, der ihm in dem geschlossenen Zugabteil gegenübersaß und die Zeitung las.

    „Wenn Du das sagst“, entgegnete David mit einem missbilligenden Ton in der Stimme und sah wieder aus dem Fenster.

    John Sheppard atmete tief durch und verkniff sich den spitzen Kommentar, der ihm auf der Zunge lag. Er streifte seinen älteren Bruder kurz mit einem strengen Blick, bevor er sich wieder auf die Bostoner Tageszeitung konzentrierte.

    „Wann sind wir denn da?“, erkundigte sich da die junge blonde Frau, die zu seiner Linken saß, und klimperte mit den Wimpern, als John sie ansah. „Es kommt mir vor, als wären wir bereits eine Ewigkeit unterwegs“, klagte sie und seufzte theatralisch.

    „Bald, Liebes“, antwortete John seiner Reisebegleitung und tätschelte liebevoll ihren Handrücken. „Es wird nicht mehr lange dauern, das verspreche ich Dir.“ Seine Worte besänftigten die junge Frau, und sie legte die Hände gefaltet in ihren Schoß.

    „Also ich finde das alles hier furchtbar aufregend“, rief sie aus, und ihre großen blauen Augen begannen zu leuchten, als sie sich wieder an John wandte. „Wie heißt der Ort noch gleich? Ich habe es schon wieder vergessen“, kicherte sie und rutschte aufgeregt auf ihrem Sitz herum.

    „Athos Creek, Darling“, antwortete John und war nicht in der Lage genau zu sagen, was seine Geduld im Moment mehr auf die Probe stellte, das Rascheln ihrer bauschigen Röcke oder ihr kindliches Getue. „Der Ort heißt Athos Creek.“

    „Athos Creek“, wiederholte sie und verstummte für ein paar Augenblicke, ehe sie wieder zu kichern begann und sich schwungvoll erhob. „Na, wie dem auch sei“, sagte sie, raffte ihre Röcke und warf den beiden Männern über die Schulter einen koketten Blick zu. „Wenn mich die Gentlemen kurz entschuldigen würden; ich werde mich noch etwas frisch machen, bevor wir den Bahnhof erreichen.“

    John und David erhoben sich von ihren Sitzen und warteten, bis sie das Abteil verlassen hatte, ehe sie sich wieder setzen.

    „Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass Du nicht allzu sehr begeistert davon bist, dass Mara uns begleitet?“, fragte David, und seine Lippen verzogen sich zu einem amüsierten Lächeln.

    John rieb sich seufzend die Nasenwurzel. „Ist das so offensichtlich, ja?“

    Sein Bruder lachte, das erste Mal, seit sie vor zwei Tagen ihre Reise angetreten hatten.

    „Sie ist… nett“, sagte er. „Und hübsch“, fügte er überflüssigerweise hinzu, denn dieser Tatsache war sich John sehr wohl bewusst. Mara Jane Glendenning, die reiche Erbin eines britischen Wirtschaftsmagnaten, mit dem sein Vater in den letzten Jahren einige Geschäfte abgeschlossen hatte, war in der Tat hübsch anzusehen, aber es war vor allem seine Mutter, die von der jungen Frau begeistert war. Johns Euphorie hielt sich, bescheiden ausgedrückt, in Grenzen, denn in seinen Augen war Mara nur eines…

    „Sie ist anstrengend“, erwiderte er seinem Bruder und legte die Zeitung beiseite. „Sie ist… sie ist irgendwie… kindisch.“

    „Ach komm“, David machte eine wegwerfende Bewegung mit der Hand, „sie scheint Dich wirklich zu mögen. Und Mutter ist begeistert von ihr.“

    „Mutter wäre von jeder Frau begeistert, so lang die Hoffnung besteht, dass ich ihr eines Tages einen Ring an den Finger stecke“, bemerkte John resigniert und schaute aus dem Fenster. Die Bemühungen seiner Mutter, ihn davon zu überzeugen, sich endlich eine geeignete Ehefrau zu suchen, ermüdeten ihn.

    Mein Sohn, Du bist jetzt zweiunddreißig Jahre alt und wirst gewiss nicht jünger, pflegte sie ihm bei jeder erdenklichen Gelegenheit zu predigen und meist fuhr sie damit fort, ihm vorzujammern, wie still es doch im Haus geworden war und wie sehr es sie und seinen Vater freuen würde, endlich wieder ausgelassenes Kinderlachen zu hören.

    John liebte seine Mutter, doch längere Gespräche mit ihr wurden immer mehr zur leidigen Pflichtübung. Es schien für sie kein anderes Thema mehr zu geben, und nur des familiären Friedens wegen hatte John sich schließlich dazu bereit erklärt, Mara auf die Reise nach Wyoming mitzunehmen. In gewisser Hinsicht tat sie ihm sogar leid. Mara war das einzige Kind ihrer Eltern und hatte trotz ihres gesellschaftlichen Standes bisher nicht viel von der Welt gesehen, da ihr Vater mit Argusaugen über seine geliebte Tochter wachte. Eine Reise wie diese war ein nie dagewesenes Abenteuer für die junge Erbin, und auch wenn die Erwartung seiner Mutter, dass sie verlobt von der Reise nach Boston zurückkehrten, wie ein Damoklesschwert über ihm schwebte, sah John den kommenden zwei Wochen gelassen entgegen.

    Gähnend verschränkte er die Arme vor der Brust, sah aus dem Fenster und beobachtete die vorbeifliegende Landschaft. Dichte Kiefernwälder wechselten sich mit offenen Streckenabschnitten ab. Der Zug ratterte auf den Schienen, verlangsamte hin und wieder das Tempo, wenn sie einen Bahnhof passierten, aber alle Schilder waren abmontiert worden, sodass er keine Ahnung hatte, wo sie sich befanden.

    Nach einer Weile kehrte Mara in das Abteil zurück und begann sofort eine angeregte Unterhaltung mit seinem Bruder. John blendete die Stimmen der beiden aus, lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen. Er musste eingenickt sein, denn plötzlich wurde er aus dem Schlaf gerissen und schreckte hoch, als der Zug quietschend und rumpelnd zum Stehen kam.

    „Wie schön, wir sind da“, trällerte Mara aufgeregt und sprang auf, kaum dass die Maschinen zum Stillstand gekommen waren und der schwarze Rauch sich gelegt hatte.

    „Na endlich“, murmelte David, richtete sich auf, streckte den Rücken durch und zog seinen dunklen Gehrock glatt, bevor er Mara zur Hilfe eilte, die Schwierigkeiten hatte, ihren Koffer aus dem Gepäcknetz zu befreien. Als sie wenige Minuten später den Zug verließen und auf den belebten Bahnsteig von Abydos City traten, steuerten die beiden direkt auf das prachtvolle Bahnhofsgebäude zu, während John stehenblieb und einen Moment innehielt.

    Sechseinhalb Jahre waren vergangen, es schien fast unmöglich und doch war es so. Ein wehmütiges Gefühl stieg in John auf, und ein tiefes Seufzen entrang sich seiner Kehle. So viele Jahre, und doch fühlte es sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Nachdenklich sah John sich um. Der Bahnsteig war ausgebaut worden und das imposante, rote Backsteingebäude, das damals nicht mehr als ein unfertiger Rohbau gewesen war, bezeugte eindrucksvoll den Wohlstand der Stadt, die die größte in der Gegend war.
    Es war nicht von der Hand zu weisen, dass sich in der Zeit, die er fortgewesen war, viel verändert hatte, nichtsdestotrotz breitete sich ein warmes, vertrautes Gefühl der Zufriedenheit in Johns Brust aus, und mit einem Mal verspürte er einen Anflug freudiger Erregung.

    So schnell dieses Gefühl gekommen war, verschwand es auch wieder, als er in der Ferne den schneebedeckten Gipfel des Daedalus Mountain erblickte. Der Berg erhob sich majestätisch über die Wälder, umhüllt von Nebel und Wolken, und wirkte noch beeindruckender, weil weit und breit kein anderer Gipfel zu sehen war.

    John atmete tief durch. Allein der Anblick des Berges ließ ihm bewusst werden, wie nah er dem Ziel seiner Reise war, die er über Jahre hinweg aufgrund von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln hinausgezögert hatte. Er schämte sich, dass er so lange gewartet hatte, und wusste nicht, was ihn nach all dieser Zeit erwartete.

    Er war nicht mehr der Mann, der er damals gewesen war. Er hatte sich verändert. John Smith hatte in dem Moment zu existieren aufgehört, als er in jener verhängnisvollen Nacht vor sechseinhalb Jahren beschloss, Athos Creek zu verlassen und in sein altes Leben zurückzukehren. Ein Leben, das, wie sich herausgestellt hatte, nicht einmal ansatzweise mit dem Leben in Athos Creek vergleichbar war.

    Wahrlich, seine Zeit in Athos Creek war nicht immer einfach gewesen, aber im Nachhinein betrachtet wollte John nicht einen einzigen Tag davon missen. Die letzten Jahre hatte ihm deutlich werden lassen, wie oberflächlich die Menschen aus den reicheren Schichten der Bevölkerung waren. Es dauerte nicht lange und ihm war klar, dass er nicht länger bereit war, sich den strengen Konventionen der feinen Bostoner Gesellschaft zu unterwerfen. Bis heute war ihm unbegreiflich, wie er damals nur ein so überhebliches, verschwenderisches Leben hatte führen können, und seit seiner Rückkehr nach Boston, die wochenlang für Schlagzeilen gesorgt hatte- Die Rückkehr des verlorenen Sohnes! Jüngster Sohn des Großindustriellen Patrick Sheppard kehrt über ein Jahr nach seinem Verschwinden in den Schoß der Familie zurück!- fühlte sich John leer, ausgebrannt, freudlos.

    Doch das war nur einer der Gründe, warum er seinem Vater vor ein paar Wochen seinen Vorschlag unterbreitet hatte. Es war tollkühn von ihm gewesen, dessen war sich John bewusst, aber Patrick Sheppard hatte sich zu sehr über den plötzlichen Geschäftssinn seines jüngsten Sohnes gefreut, um dessen Motive zu hinterfragen. John war es nicht gewohnt, dass sein Vater ihm vertraute, also hatte er schnell das Weite gesucht und begonnen, alles für seine Reise vorzubereiten, bevor das strenge Familienoberhaupt es sich noch anders überlegte.

    Für seinen Vater war diese Reise rein geschäftlicher Natur, doch für John war es viel mehr als das. Sechseinhalb Jahre hatte er auf diesen Tag gewartet, und nun war er endlich gekommen. Obwohl er nervös war, wusste John, dass es nun kein Zurück mehr gab. Er hatte es bis hierher geschafft und war sich sicher, dass er die restlichen Hürden auch noch überwinden würde.

    Er war bereit.

    Tief durchatmend griff John nach seinem Koffer, straffte die Schultern und marschierte schnellen Schrittes auf das Bahnhofsgebäude zu. Sein Bruder und Mara erwarteten ihn bereits, und es dauerte nicht lange, und eine Kutsche fuhr vor. Ein junger, gut gekleideter Mann kletterte vom Kutschbock, kaum dass das Vierergespann vor der Treppe gehalten hatte, und sprintete die Stufen hinauf.

    „Mister Sheppard, nehme ich an“, er lächelte und liftete grüßend den Hut, ehe er John die Hand entgegenstreckte, „Charlie O’Neill. Mein Vater schickt mich, um Sie sicher nach Athos Creek zu geleiten.“

    „Sehr erfreut Sie kennen…“ John stoppte mitten im Satz und blinzelte sein Gegenüber verblüfft an. „Charlie? Charlie O’Neill?“, wiederholte er und schüttelte die Hand des jungen Mannes. „Du meine Güte, ich hätte Dich fast nicht erkannt!“

    Charlie O’Neill zog die Stirn kraus.

    „Sind wir uns irgendwann schon einmal begegnet?“, fragte er dann mit einem leicht verwunderten Unterton in der Stimme.

    John nickte und konnte seinen Blick nicht abwenden von dem jungen Burschen, den er immer noch als kleinen Jungen in Erinnerung hatte.

    „Es ist lange her“, sagte er leise, woraufhin Erkenntnis in Charlies Augen aufleuchtete.

    „Ja“, erwiderte er mit gedämpfter Stimme, „es ist lange her.“

    Einen Augenblick lang standen sie sich schweigend gegenüber, und John nutzte die Gelegenheit, um Charlie näher zu betrachten. All seine kindlichen Züge waren verschwunden, sein Gesicht zeigte Charakter und Persönlichkeit. Für seine wohl sechzehn Jahre war der Junge hochgewachsen, und John stellte erstaunt fest, wie ähnlich er seinem Vater sah. Dieselbe Nase, dieselben Gesichtszüge und dieselben braunen Augen, in denen der Schalk saß. Einzig und allein das strohblonde Haar schien Charlie von seiner Mutter geerbt zu haben.

    „Es ist schön, Dich wiederzusehen“, sagte John, und Charlie nickte vorsichtig.

    „John“, ertönte plötzlich die Stimme seines Bruders, „nun beeil Dich!“ David lehnte sich aus dem Fenster der Kutsche, in der Mara und er bereits Platz genommen hatten, und winkte ungeduldig. „Wir sollten jetzt wirklich aufbrechen“, drängte er.

    „Er hat Recht“, sagte Charlie und richtete seinen Blick gen Horizont. „Wenn wir vor Einbruch der Nacht in Athos Creek sein wollen, sollten wir jetzt aufbrechen.“

    „Gewiss doch“, John nickte, doch als er sich umdrehte, um zur Kutsche zu gehen, ergriff Charlie ihn am Ärmel seines Mantels und hielt ihn zurück.

    „Eines noch, Mister Smith“, flüsterte er und bedachte ihn mit einem ernsten Blick. „Sie sollten sich bewusst sein, dass sich in den letzten Jahren viel in Athos Creek verändert hat.“

    Johns Mund verzog sich zu einem Lächeln.

    „Danke, mein Junge, aber das hatte ich mir bereits gedacht. Sechseinhalb Jahre sind eine lange Zeit.“

    Charlie rührte sich nicht, dann setzte er eine eindringliche Miene auf und fuhr mit gesenkter Stimme fort.

    „Ich weiß nicht recht, was Sie hier nach so langer Zeit zu finden hoffen, Mister Sheppard…“ Er zögerte kurz und ließ Johns Ärmel los. „Ich hoffe nur, Sie finden es.“

    John nickte.

    „Das hoffe ich auch“, seufzte er, und in dem Moment der Stille, der danach einsetzte, verspürte er erneut einen kurzen Anflug von Zweifel. Nachdenklich bestieg er die Kutsche, die sich auch sogleich ruckelnd in Bewegung setzte. Mara stellte ihm eine Frage, aber er hörte gar nicht hin, also wandte sie sich an David.

    Schon bald ließen sie die Stadtgrenze von Abydos City hinter sich, und die Kutsche bahnte sich holprig ihren Weg durch die Landschaft. Noch war es hell, aber es begann bereits ein wenig zu dämmern, und während Mara und David sich sorgten, ob sie es wohl noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit nach Athos Creek schaffen würden, sorgte sich John nur um eines.

    Ob er dort, in der Stadt am Fuße des Daedalus Mountain tatsächlich finden würde, wonach er sechseinhalb Jahre gesucht hatte.


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (12.07.2017 um 16:02 Uhr)

  2. Danke sagten:


  3. #2
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Wenn ich es recht verstanden habe, hat John seinen Gedächtnisverlust vor secheinhalb Jahren nur vorgespielt?
    Nun ja, ich bin auch gespannt, was (und wen ) in Athos Creek erwartet. Besonders wird ihn interessieren, wie es Teyla geht (wenn da nur nicht Mara wäre )

  4. Danke sagten:


  5. #3
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Ich freue mich, dass es eine Fortsetzung gibt, und der Anfang macht Lust auf mehr.

    John kehrt in dieser Geschichte also nach sechseinhalb Jahren *schluck* nach Athos Creek zurück, seinen Bruder und eine junge Frau im Schlepptau, die- wenn es nach seiner Mutter geht- die zukünftige Mrs. John Sheppard ist. Ich hoffe nur nicht, dass es die Mara aus der Serie ist, denn sie fand ich, ähnlich wie John, sehr "anstrengend". Oh Mann, der Arme...

    So wie es aussieht hat John seine Erinnerungen wieder zurückgewonnen und ist in sein altes Leben zurückgekehrt, das ihm aber offensichtlich nicht zusagt. Es war so klar, dass er nach Athos Creek (und zu Teyla?) zurückfindet. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Und natürlich, was (und wer) ihn in der Stadt erwartet.

    Bitte schreib schnell weiter, ich lese deine AU-Geschichten immer so gerne.

    Liebe Grüße,
    deine Ally

  6. Danke sagten:


  7. #4
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John´s Chaya
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    Diese Mara ist ja so etwas von anstrengend, sogar das Lesen über sie. Sie passt so überhaupt nicht zu John.
    Nun, John gehört also zu einer angesehen Familie. Hoffentlich heißt die Teyla Willkommen, denn darauf wird es kurz oder lang sicherlich hinauslaufen - nicht wahr du Dramaqueen?
    Schön, dass Charlie mitspielt, der sich sogar noch an John erinnert. Schließlich war er damals erst 10 Jahre alt. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.
    Geändert von John´s Chaya (06.02.2016 um 19:10 Uhr)
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein!

  8. Danke sagten:


  9. #5
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    A/N: Bevor morgen der allwöchentliche Stress von vorne losgeht, dachte ich mir, ich poste einfach das neue Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch genauso gut wie der Prolog, und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.

    Liebe Grüße,
    eure Moni



    -------------



    Kapitel Eins




    „Nein, bitte… das können Sie nicht machen!“ Aufgebracht folgte Teyla dem Mann bis auf die Straße. „Bitte“, flehte sie und bekam ihn am Ärmel zu fassen, als sie ihn in Höhe der Schiede des alten Hammond einholte.

    „Lassen Sie mich gefälligst los“, zischte ihr Gegenüber ungehalten und versuchte ihre Hand abzuschütteln, doch Teyla krallte ihre Finger in den groben Stoff seines Ärmels und hielt ihn fest, als hänge ihr Überleben davon ab.

    „Bitte, Mister Kavanagh, es muss doch etwas geben… Ich muss doch etwas tun können. Bitte geben Sie mir noch mehr Zeit!“

    Sie schluckte den Kloß in ihrer Kehle hinunter und zwang sich dazu, ihn direkt anzusehen, obwohl sie jetzt Tränen in den Augen hatte. Es war ihr egal, dass er sie weinen sah. Vielleicht begriff er so, was er mit seinen harten Worten angerichtet hatte…

    „Bitte“, wiederholte sie mit bebender Stimme, „geben Sie mir noch etwas Zeit. Ich werde Ihnen das Geld beschaffen. Ich brauche nur mehr Zeit.“

    „Es tut mir leid“, erwiderte Peter Kavanagh kühl und befreite sich aus ihrem festen Griff, „aber für Gnadenersuche ist es jetzt zu spät. Die Bank ist nicht bereit, Ihnen einen weiteren Zahlungsaufschub zu gewähren. Entweder Sie zahlen die überfälligen Raten bis Ende des Monats oder wir sehen uns gezwungen, die nötigen Maßnahmen einzuleiten.“

    „Aber das können Sie nicht tun…“, protestierte Teyla, doch Kavanagh fiel ihr ins Wort.

    „Bedanken Sie sich bei Ihrem Mann.“ Seine Stimme triefte vor Sarkasmus, und seine viel zu weit auseinander stehenden blauen Augen funkelten sie feindselig an. Sein hässliches Grinsen tat sein Übrigens, und er tippte sich zum Abschied an den Hut. „Einen schönen Abend noch, Misses Kenmore“, sagte er, drehte sich um und schlenderte lässig davon.

    Unfähig, sich zu rühren, sah Teyla ihm nach. Am Ende der Straße angekommen, wandte sich Peter Kavanagh noch einmal um und hob hämisch grinsend die Hand zum Gruß, ehe er um eine Ecke bog und verschwand.

    Benommen wankte Teyla einige Schritte zurück und lehnte sich mit dem Rücken erschöpft an die nächstgelegene Hauswand. Sie zitterte, und es dauerte eine Zeit, bis sich das lähmende Schwindelgefühl gelegt hatte. Seufzend rieb sie sich durch ihr blasses Gesicht, spürte den fordernden Schmerz der Müdigkeit hinter ihren Lidern. Die unzähligen schlaflosen Nächte der letzten Wochen forderten ihren Tribut, und Teyla wusste selbst, wie schlecht es um sie bestellt war. Von der einstmals starken und lebenslustigen jungen Frau war nicht mehr viel übriggeblieben, und wenn sie morgens in den Spiegel sah, erschrak sie bei ihrem eigenen Anblick. Ihre Haut war blass, dunkle Schatten lagen unter ihren Augen, die ohne Glanz waren…

    Kraftlos lehne Teyla ihren dröhnenden Kopf an die Hauswand hinter ihr und schloss die Augen. Das ist es jetzt also gewesen, dachte sie und verspürte einen schmerzhaften Stich. Ihr Herz zog sich zusammen vor Kummer, und am liebsten wäre sie an Ort und Stelle in Tränen ausgebrochen, doch ihr Sinn für Anstand, der ihr von Kindheit an eingetrichtert worden war, hielt sie davon ab. Stattdessen wischte sie sich die Tränen aus den Augenwinkeln, stieß sich von der Wand ab und machte sich auf den Rückweg.

    Es dämmerte bereits, und nur noch wenige Menschen waren zu Fuß auf der Straße unterwegs. Wie für diese Zeit des Jahres üblich, versprach es wieder eine kalte Nacht zu werden. Der Himmel war klar, und als Teyla vor der kleinen Gastwirtschaft stehenblieb und ihr Angesicht emporhob, kondensierte ihr warmer Atem vor ihren Lippen. Seufzend schlang sie die Arme um ihren Körper, auf dass ihr wärmer würde, und setzte sich wieder in Bewegung.
    Leise Stimmen waren aus dem Inneren des Hauses zu hören, und Teyla zögerte einen Moment, ehe sie die Türklinke langsam nach unten drückte und eintrat. Sofort richteten sich drei Augenpaare auf sie, und das Gespräch verstummte mit einem Schlag. Mit betrübter Miene näherte sich Teyla dem Tisch in der Ecke, an dem ihre Freunde Kriegsrat hielten und auf sie warteten.

    „Und?“ Vala Mal Dorans Röcke raschelten, als sie sich erhob und ihr einige Schritte entgegenkam. „Was hat er gesagt?“, fragte sie und geleitete sie mit der Hand an ihrem Ellenbogen zum Tisch hinüber.

    „Nichts“, antwortete Teyla und ließ sich nieder. „Er ist nicht bereit, mir einen weiteren Zahlungsaufschub zu gewähren. Ich muss das Geld bis Ende dieses Monats haben, sonst…“ Sie verstummte, denn sie fühlte sich noch nicht bereit dazu, das Unvermeidliche laut auszusprechen. Einen Augenblick lang herrschte bestürztes Schweigen, dann begann am anderen Ende des Tisches Jennifer McKay den Kopf zu schütteln.

    „Aber es muss doch irgendetwas geben, was wir tun können“, rief sie und wandte sich Hilfe suchend an ihren Ehemann, der neben ihr saß und nicht minder betrübt dreinblickte. „Rodney, wir müssen doch irgendetwas tun können!“

    Rodney McKays Stirn lag in Falten, sein Mund war verschlossen und verkrampft. Er schwieg einen Moment, was an für sich schon kein gutes Zeichen war, denn es kam äußerst selten vor, dass er seine Meinung nicht öffentlich kundtat.

    „Ich befürchte, dass wir dieser Entscheidung nichts entgegen zu setzen haben“, sagte er schließlich und bedachte Teyla mit einem für ihn untypisch mitfühlenden Blick. „Es tut mir wirklich sehr leid, Teyla. Sie wissen, ich halte nicht viel von diesem Kavanagh, aber in diesem Fall hat er Recht.“

    Teyla senkte den Blick. Sie wusste, was jetzt kam.

    „Die Bank hat Anspruch darauf, dass Sie ihr sämtliche Schulden zurückzahlen, und sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, sehe ich leider keinen anderen Ausweg aus der Misere, als…“ Rodney zögerte kurz, ehe er vorsichtig und mit gedämpfter Stimme die Worte aussprach, die Teyla seit Wochen am meisten fürchtete.

    „Als Ihren Besitz zu pfänden.“

    Teyla nickte. Sie wollte sprechen, aber es kamen keine Worte heraus. Ihre Lippen und ihr Unterkiefer zitterten, Tränen sammelten sich in ihren Augen.

    „Ach, Liebes“, Vala ergriff ihre Hand und drückte sie sanft. „Das kriegen wir schon wieder hin. Bitte weine nicht“, sagte sie, zog ein Tuch aus ihrer Rockschürze und tupfte ihr behutsam die Tränen von den Wangen.

    „Die Taverne ist alles, was ich habe, Vala“, flüsterte Teyla. „Sie ist das Einzige, was mir von meinem Vater geblieben ist. Ich kann sie nicht verlieren.“

    „Und du wirst sie auch nicht verlieren“, entgegnete ihre Freundin und strich ihr übers Haar. „Du hast es schon einmal geschafft und Du wirst es wieder schaffen.“

    Teyla schüttelte den Kopf.

    „Dieses Mal ist es etwas anderes.“

    „Unsinn“, rief Vala daraufhin aus und umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen. „Du wirst es auch dieses Mal schaffen. Wir werden Dir dabei helfen“, versprach sie, und auch Jennifer lehnte sich nun über den Tisch und legte ihre Hand auf Teylas Arm.

    „Gemeinsam schaffen wir das“, verkündete sie voller Zuversicht und hohen Mutes. Ihre Wangen glühten wie die eines Kindes, und für einen Moment schaffte es ihr Frohmut, Teylas Herz zu erwärmen. Aber so schnell dieses Hochgefühl gekommen war, so schnell war es auch wieder verschwunden, und sie sah sich wieder mit der Realität konfrontiert. Während ihre Freunde eifrig einen Plan schmiedeten, wie sie die Taverne vor der Pfändung durch die Bank bewahren wollten, wurde Teyla immer stiller, bis sie der Unterhaltung der anderen schließlich nicht einmal mehr lauschte, sondern ihren eigenen Gedanken nachhing.

    Sie hatte gewusst, dass dieser Tag kommen würde, aber sie hatte gedacht, dass ihr mehr Zeit blieb. Die Geschäfte liefen nach wie vor mehr schlecht als recht, nachdem Jack O’Neills Bergbaufirma vor vier Jahren vorübergehend Konkurs angemeldet hatte, woraufhin viele seiner Arbeiter mit ihren Familien die Stadt verlassen hatten, um sich anderswo Arbeit zu suchen. Ein Großteil der Kupferminen war aufgrund mangelnder Gelder stillgelegt worden, und die Einwohnerzahl der Stadt war innerhalb eines Monats um mehr als Hälfte zurückgegangen. Mit jedem Arbeiter, der Athos Creek verließ, schrumpften auch die Tageseinnahmen der Taverne, doch es hatte trotzdem weiterhin immer irgendwie gereicht.

    Bis zu dem Tag, an dem Michael Kenmore in ihr Leben trat, und im Nachhinein betrachtet war dies der Anfang vom Ende gewesen.

    Teyla erinnerte sich noch sehr genau daran, wie sie Michael zum allerersten Mal am Schanktresen bedient hatte und wie zuvorkommend er gewesen war. Sie waren schnell ins Gespräch gekommen und hatten sich den ganzen Abend angeregt miteinander unterhalten. Als er sich schließlich verabschiedete, versprach er, wiederzukommen, und tatsächlich saß er am nächsten Abend wieder am Tresen. Anders als die meisten Männer, die sie kannte und die vor allem durch rüpelhaftes Verhalten auffielen, behandelte Michael sie respektvoll, und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit begann sich Teyla in der Gegenwart eines Mannes wohl zu fühlen.

    Die Wochen vergingen, und Michael besuchte sie fortan jeden Abend. Es schmeichelte Teyla, dass ein so gebildeter und gut aussehender junger Mann Zeit mit ihr verbringen wollte, und ehe sie sich versah, wurde aus ihrer Freundschaft mehr, und eines schönen Sommertages verließ Michael Kenmore die Taverne nicht wie gewöhnlich mit Einbruch der Nacht, sondern erst in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages.

    Zwei Monate später gaben sie sich in der kleinen Kapelle von Athos Creek das Jawort. Ohne zu ahnen, was sie in den darauffolgenden zweieinhalb Jahren erwarten würde, schwor Teyla ihm an diesem sonnigen Augusttag ewige Treue und glaubte die glücklichste Frau auf der ganzen Erde zu sein, als Michael sie am Ende der Zeremonie in seine Arme nahm und seinen Schwur, begleitet von tosendem Applaus, mit einem hingebungsvollen Kuss besiegelte.

    Wie naiv sie damals gewesen war, dachte sie heute traurig. Schon bald nach der Hochzeit fingen die Probleme an, und Michael begann sich plötzlich von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Von einem Tag auf den anderen hörte der freundliche und zuvorkommende Mann, in den sie sich verliebt hatte, auf zu existieren, und Michael verwandelte sich vor ihren Augen in einen chronisch unzufriedenen Tyrannen, dessen Launen von Tag zu Tag schlimmer wurden und in dessen Augen sie plötzlich nicht mehr wert war als ein Stück Vieh.
    Noch heute erinnerte sich Teyla an jede einzelne Ohrfeige, die er ihr in den darauffolgenden zweieinhalb Jahren gegeben hatte, an jeden Faustschlag, an jeden Tritt, an jede körperliche sowie seelische Demütigung, die ihr durch ihn widerfahren war. Immer wieder kamen die Erinnerungen an diese schwere Zeit zurück, rissen sie nachts mit kalten Klauen aus dem Schlaf und überwältigten sie, sodass sie schluchzend und zitternd, unter der Bettdecke zusammengerollt wie eine Katze, darauf wartete, dass das Licht der aufgehende Sonne die Dämonen ihrer Vergangenheit vertrieb.

    Nur sehr wenige Menschen wussten, welches Leid Teyla während ihrer Ehe mit Michael Kenmore wiederfahren war, und so schockierte es die meisten Einwohner von Athos Creek, als Michaels sterbliche Überreste eine Woche, nachdem er zu einem Jagdtrip in die Wälder aufgebrochen war, am Ufer eines Sees aufgefunden wurden. Nicht ahnend, was in jener verhängnisvollen Nacht vor seinem Tod wirklich geschehen war, trugen sie ihn auf dem kleinen Friedhof der Stadt zu Grabe und kondolierten Teyla, die nun mit ihren gerade einmal zweiunddreißig Jahren Witwe geworden war und vor einem Scherbenhaufen stand, der einst ihr Leben gewesen war.
    Erst im Nachhinein erfuhr sie von den Problemen, die ihr verschiedener Ehemann gehabt hatte. Sie erfuhr von den immens hohen Spielschulden, die Michael bei einem zwielichtigen Ganoven namens Todd hatte und die dieser natürlich nun von ihr einforderte. Sie erfuhr von seiner Sucht nach teurem Opium, die er zweimal wöchentlich in einem Bordell in Abydos City befriedigte. Und sie erfuhr von den Geldern, die er veruntreut hatte, um seine Süchte zu finanzieren.

    Alles in allem war es seine Schuld, dass Teyla nun am Rand ihrer Existenz stand und nicht wusste, ob sie heute in einem Monat noch ein Dach über dem Kopf haben würde. Michael hatte ihr alles genommen, was ihr einst wichtig gewesen war, und sie mit einem Gefühl der Leere und der Angst vor der Zukunft zurückgelassen. Seinetwegen würde man ihr die Taverne wegnehmen, die das einzige war, was ihr von ihrem verstorbenen Vater geblieben war. All das, was ihr Vater mühsam aufgebaut hatte, würde in wenigen Wochen in die Hände des skrupellosen Bankdirektors Marshall Sumner fallen, und es gab nichts, was Teyla dagegen tun konnte.

    Es war vorbei.

    Dieses Mal endgültig.

    Mit einem tiefen Seufzer kehrte Teyla in die Realität zurück. Die anderen diskutierten noch immer, und sie wusste nicht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Ohne ein Wort zu verlieren, erhob sie sich vom Tisch und verließ den großen Schankraum. Sie hörte Vala ihren Namen rufen, ignorierte die Stimme ihrer Freundin jedoch und schritt die Treppe empor. Sie fühlte sich plötzlich so müde, so unendlich müde. Mit allerletzter Kraft schleppte sie sich in ihr Schlafzimmer, das sich am Ende eines kurzen Flurs befand, sank erschöpft auf das Bett und schlief fast augenblicklich ein.

    Sie wusste nicht, wie lange sie bereits geschlafen hatte, als eine leise Stimme sie weckte und eine kleine Hand sie an der Wange berührte.

    „Mama?“

    Teyla schlug die Augen auf und begann, trotz ihrer Erschöpfung, zu lächeln, als sie in das kindliche Antlitz ihres Sohnes blickte, der neben ihrem Bett stand.

    „Mein Torren…“, flüsterte sie, streckte die Hand aus und streichelte die sommersprossige Wange des Jungen.

    „Wieso weinst Du, Mama?“, fragte Torren, kletterte zu ihr ins Bett und legte sich neben sie. Wieder berührten seine zarten Fingerspitzen ihr Gesicht, und seine unschuldigen grünbraunen Augen musterten sie auf eine Art und Weise, die Teyla so sehr an seinen Vater erinnerten.

    Seufzend zog sie ihn an sich und vergrub ihre Nase in seinem dunklen Haar, das nach frischer Luft und Wald duftete.

    „Vergiss bitte nie, wie sehr ich Dich liebe“, wisperte sie und streifte mit den Lippen kurz seine Stirn. „Ganz egal, was passiert.“

    „Ich habe Dich auch lieb“, erwiderte Torren, und trotz der Dunkelheit sah sie, dass er sie anlächelte.

    „Möchtest Du heute Nacht in meinem Bett schlafen?“, fragte sie. Torren nickte und schmiegte sich wortlos noch enger an sie. „Das ist schön“, flüsterte sie, schlang die Arme um seinen zierlichen Körper und drückte seinen Kopf an ihre Brust.

    „Du brauchst keine Angst haben, Mama“, hörte sie Torren plötzlich sagen, und ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als er leise hinzufügte: „Du hast doch mich. Ich passe auf Dich auf.“

    „Ja, das tust Du“, erwiderte sie, den Tränen nahe, und küsste ihn gerührt auf die Stirn.

    „Und Papa passt auch auf uns auf, oben vom Himmel“, flüsterte Torren, krabbelte unter die Bettdecke und machte es sich gemütlich. Teyla wartete, bis Torrens gleichmäßige Atemzüge verrieten, dass er zur Ruhe gekommen war, drehte sich auf die Seite und betrachtete den friedlich schlafenden Jungen, der sie manchmal mehr an seinen Vater erinnerte, als ihr lieb war. Sie wusste, dass es falsch war, Torren zu belügen, aber sie hatte es nur aus Liebe zu ihm getan. Es war das Beste für ihn, wenn er niemals erfuhr, wer sein Vater war, und bewahrte ihn vor der bitteren Enttäuschung, die ihr damals widerfahren war.
    Liebevoll strich Teyla Torren eine widerspenstige Haarsträhne aus der Stirn. So sehr wie sie seinen Vater hasste, so sehr liebte sie ihren Sohn. Er war ihr Ein und Alles… und vermutlich das Einzige, was ihr noch bleiben würde, nachdem Sumner sich genommen hatte, was ihm rein rechtlich gesehen zustand.

    Teyla seufzte und wandte sich von ihrem Sohn ab, drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke.

    Sie war noch wach, als es leise an ihrer Tür klopfte.

    „Teyla?“, flüsterte es auf der anderen Seite. „Teyla, bist Du noch wach?“

    Darauf bedacht, Torren nicht zu wecken, kletterte Teyla aus dem Bett, schlich auf Zehenspitzen durch den Raum, zur Tür und öffnete diese.

    „Vala“, sagte sie, verwundert darüber, dass ihre Freundin noch nicht gegangen war, und trat in den Flur hinaus, „was ist denn noch?“

    „Du solltest vielleicht besser runterkommen“, war alles, was Vala erwiderte, bevor sie sich wieder umdrehte und ging. Irritiert schloss Teyla die Schlafzimmertür, folgte Vala und strich sich auf dem Weg nach unten die Haare glatt, als sie Stimmen vernahm, die allem Anschein nach aus dem Schankraum der Taverne kamen.

    „Misses Kenmore“, rief Charlie O’Neill erfreut aus, als sie hinter Vala den Schankraum betrat, und kam mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf sie zu. „Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich noch Licht bei Ihnen brennen sah“, sagte er und schüttelte sichtlich erleichtert ihre Hand. „Ich hatte schon befürchtet, dass wir die Nacht im Freien verbringen müssen.“

    Wir?“, wiederholte Teyla und erblickte über Charlies strohblonden Schopf hinweg tatsächlich drei Personen, die an dem Tisch Platz genommen hatten, an dem sie zuvor mit Vala und den McKays gesessen hatte. „Wer ist das?“, fragte sie und beäugte die drei Fremden, eine Frau und zwei Männer, wobei sie den einen nicht richtig erkennen konnte, da der pompöse Hut der jungen blonden Frau sein Gesicht verdeckte.

    „Sie sind Gäste meines Vaters“, erklärte Charlie und senkte verlegen den Blick. „Ich bin davon ausgegangen, dass wir es vor Einbruch der Dunkelheit zurück zur Farm schaffen, aber offenbar habe ich mich da geirrt.“

    „Und jetzt möchtest Du, dass ich die drei heute Nacht aufnehme“, schlussfolgerte Teyla aus den dahin gemurmelten Worten des jungen O’Neill.

    Charlies Augen begannen hoffnungsvoll zu leuchten.

    „Das würden Sie tun?“ Teyla nickte lächelnd. „Oh, vielen Dank, Misses Kenmore“, rief Charlie erleichtert aus, und einen Augenblick lang glaubte sie, dass der Junge ihr um den Hals fallen würde, was er jedoch, anständig wie er war, nicht tat. „Kommen Sie“, sagte er und bedeutete ihr mit einer Handbewegung, ihm zu folgen, „ich stellen sie Ihnen vor.“

    Sie gingen gemeinsam zum Tisch hinüber, und als einer der Gentlemen sie erblickte, erhob er sich, kam ihnen einige Schritte entgegen und deutete mit dem Kopf eine leichte Verbeugung an.

    „Ma’am, vielen Dank, dass Sie uns aufnehmen“, sagte er und streckte ihr dann seine Hand entgegen. „David Sheppard.“

    „Teyla Kenmore“, erwiderte sie und schüttelte seine Hand. Er hatte einen kräftigen Händedruck und trat bestimmt, wenn nicht sogar etwas arrogant auf. Verstohlen musterte sie ihn während eines unbeobachteten Moments, als er sich kurz umdrehte und seine Begleiter herüberwinkte. Seiner Kleidung nach zu ordnen, entstammte er einer sehr einflussreichen Familie und war ohne Zweifel sehr begütert. In dem schwachen Lichtschein kamen ihr seine Gesichtszüge irgendwie vertraut vor, und sein markantes Gesicht erinnerte sie an jemanden. Dunkelblondes, kurz geschnittenes Haar, ein vornehmer blasser Teint und erst diese Augen…

    Teyla schüttelte mit dem Kopf. Nein, das ist doch absurd, sagte sie sich und verwarf den Gedanken, den sie gerade gehabt hatte, sogleich wieder. Lächelnd begrüßte sie die junge Frau, die Mister Sheppard ihr als Miss Mara Glendenning vorstellte, und sah sich dann gespannt nach dem Begleiter der beiden um, der sich auffällig im Hintergrund hielt.

    David Sheppard verdrehte die Augen zur Decke.

    „Mein Bruder ist manchmal etwas…“, begann er und suchte nach der richtigen Umschreibung.

    „Schüchtern?“ Teyla schmunzelte, als die Lippen ihres Gegenübers belustigt zuckten. „Falls es ihn beruhigt“, sagte sie etwas lauter, sodass auch Mister Sheppards Bruder es hörte, „ich beiße nicht.“

    „Oh, keine Sorge, ich bin mir sicher, dass Sie das nicht tun werden“, ertönte da auf einmal eine tiefe Männerstimme, die Teyla das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ihre Augen weiteten sich, als sie zu realisieren begann, was gerade geschah, und ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie sah, wie er sich erhob und zu ihnen herüberkam. Seine Bewegungen waren fließend und geschmeidig, wie die einer Raubkatze, die sich an ihr Beutetier anschlich, und seine haselgrünen Augen bohrten sich in sie hinein wie Pfeile.

    Teylas Herz schlug ihr bis zum Hals, während ihr Verstand stumm schreiend nach Worten suchte, die beschrieben, was sie in diesem Moment empfand.

    Nein… nein, das kann nicht sein.

    „Misses Kenmore…“

    Seine raue Stimme sandte ihr einen heißen Schauer über den Rücken und ein Kribbeln durch ihren Körper, hinunter zu den Zehenspitzen und wieder hinauf. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als er sie ansah, und der Anblick, wie sich seine Mundwinkel kräuselten, als er sie fast scheu anlächelte, raubte ihr den Atem.

    Für einen Moment vergaß sie, wie sehr sie diesen Mann, der ihr damals das Herz gebrochen hatte, verabscheute, und lächelte zurück.

    „Mister Sheppard… Willkommen in Athos Creek.“


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (16.05.2016 um 23:01 Uhr)

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  11. #6
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Du hast es wieder einmal mehr geschafft, mich sprachlos zu machen. Wow! Mehr fällt mir dazu nicht ein! Wow.

    Schön, dass es so schnell weitergeht, ich konnte es kaum noch erwarten. Erst einmal möchte ich dir sagen, dass ich es toll finde, wie du Charaktere aus beiden Serien "so nebenbei" in die Story einbindest, Zelenka (im Prolog), Hammond, Sumner... Das gefällt mir echt gut.

    So wie es aussieht, scheint es Teyla in den sechs Jahren nicht wirklich gut ergangen zu sein. Ich bin schockiert, dass sie tatsächlich Michael geheiratet hat, aber das hat sich ja als schlimmer Fehler herausgestellt. Nicht nur, dass sie wegen ihm jetzt vielleicht die Taverne verliert, nein, er hat sie auch noch äußerst schlecht behandelt. Was für ein Ar**** Ich weiß, man soll Leuten nicht den Tod wünschen, aber er hat es verdient.

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang diesen Satz:

    Nicht ahnend, was in jener verhängnisvollen Nacht vor seinem Tod wirklich geschehen war, trugen sie ihn auf dem kleinen Friedhof der Stadt zu Grabe
    Wieso glaube ich, dass Teyla nicht ganz unschuldig an seinem Tod ist? Ich bin gespannt, wie diese Geschichte weitergeht.

    Mein Highlight war natürlich der Auftritt von Torren, der ohne Zweifel Johns Sohn ist. *freu*

    So sehr wie sie seinen Vater hasste, so sehr liebte sie ihren Sohn.
    Oh Mann, das klingt ja gar nicht gut. Offenbar hat Teyla es John übel genommen, dass er damals einfach so gegangen ist. Oh weh!

    Seine raue Stimme sandte ihr einen heißen Schauer über den Rücken und ein Kribbeln durch ihren Körper, hinunter zu den Zehenspitzen und wieder hinauf. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als er sie ansah, und der Anblick, wie sich seine Mundwinkel kräuselten, als er sie fast scheu anlächelte, raubte ihr den Atem.
    Trotzdem schön zu sehen, dass Teyla immer noch auf John reagiert. Ich wünsche den beiden, dass sie wieder zusammenfinden, allein schon wegen dem kleinen Torren, der sich bestimmt freut, seinen "Papa" wiederzuhaben. *seufz*

    Vielen Dank fürs Lesen lassen und hau in die Tasten. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

    LG deine Ally

  12. #7
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John´s Chaya
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    Kavanagh
    Och nö... , der schon wieder.

    Misses Kenmore
    Sie hat nicht wirklich Michael geheiratet - wie konnte sie nur?

    „Als Ihren Besitz zu pfänden.“
    Oh je, jetzt kommt es ganz dicke. Das ist bestimmt Michaels schuld.

    „Gemeinsam schaffen wir das“
    Schön, wenn man so gute Freunde wie Val, Jen u. Rodney hat.

    Bis zu dem Tag, an dem Michael Kenmore in ihr Leben trat, und im Nachhinein betrachtet war dies der Anfang vom Ende gewesen.
    War zu erwarten ...

    Noch heute erinnerte sich Teyla an jede einzelne Ohrfeige, die er ihr in den darauffolgenden zweieinhalb Jahren gegeben hatte, an jeden Faustschlag, an jeden Tritt, an jede körperliche sowie seelische Demütigung, die ihr durch ihn widerfahren war. Immer wieder kamen die Erinnerungen an diese schwere Zeit zurück, rissen sie nachts mit kalten Klauen aus dem Schlaf und überwältigten sie, sodass sie schluchzend und zitternd, unter der Bettdecke zusammengerollt wie eine Katze, darauf wartete, dass das Licht der aufgehende Sonne die Dämonen ihrer Vergangenheit vertrieb.
    Arme Teyla ...

    Michaels sterbliche Überreste
    So sollte es jedem Mann ergehen, der sich an seiner oder andere Frauen vergreift!!!

    Sie erfuhr von den immens hohen Spielschulden
    War ja klar - jetzt auch das noch.

    „Wieso weinst Du, Mama?“, fragte Torren, kletterte zu ihr ins Bett und legte sich neben sie. Wieder berührten seine zarten Fingerspitzen ihr Gesicht, und seine unschuldigen grünbraunen Augen musterten sie auf eine Art und Weise, die Teyla so sehr an seinen Vater erinnerten.
    Ich habe gerade so ein süßes Bild vor Augen - eine Kleinausgabe von John.

    „Du brauchst keine Angst haben, Mama“, hörte sie Torren plötzlich sagen, und ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als er leise hinzufügte: „Du hast doch mich. Ich passe auf Dich auf.“


    „Sie sind Gäste meines Vaters“, erklärte Charlie
    Ich habe so eine Ahnung, wer die Gäste sind ...

    „ich stellen sie Ihnen vor.“
    Na, ich schätze zwei davon heißen Sheppard.

    „David Sheppard.“


    „Mein Bruder ist manchmal etwas…“
    Wie John halt so ist ...

    Seine raue Stimme sandte ihr einen heißen Schauer über den Rücken und ein Kribbeln durch ihren Körper, hinunter zu den Zehenspitzen und wieder hinauf. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als er sie ansah, und der Anblick, wie sich seine Mundwinkel kräuselten, als er sie fast scheu anlächelte, raubte ihr den Atem.
    Ja, er ist wirklich Atemberaubend.

    Ich bin ja sooo... neugierig wie es weitergeht.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein!

  13. #8
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    A/N: Nein, die Fortsetzung ist leider noch nicht fertig, befindet sich aber in Arbeit. Damit ihr dieses Wochenende nicht ganz auf dem Trockenen sitzt, anbei eine Alte Fotografie-Fan Art von John und seiner "reizenden" jungen Begleiterin, Mara.

    Ich hoffe, sie gefällt euch.

    Liebe Grüße,
    eure Moni


  14. Danke sagten:


  15. #9
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Sehr schön geworden, die beiden Fanarts. Obwohl ich kein Fan von Mara bin- weder in der Serie, noch in deiner Story- muss ich sagen, dass sie richtig fesch aussieht. Als ob sie es faustdick hinter den Ohren hat. Natürlich hoffe ich auf ein Happy End für John und Teyla, aber es würde mich freuen, wenn auch Mara am Ende der Geschichte glücklich ist.

    John sieht wie immer klasse aus.

    Vielen Dank fürs Posten und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

  16. Danke sagten:


  17. #10
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    A/N: Es geht weiter! *freu* Ich habe mich wirklich schwer getan mit diesem Kapitel, weswegen ich mich freuen würde, wenn ihr mir sagt, ob es mir gelungen ist oder nicht.

    Ich bin schon sehr gespannt.

    Viel Spaß beim Lesen.

    Liebe Grüße,
    eure Moni



    -------------



    Kapitel Zwei



    Sechseinhalb Jahre lang hatte John sich nach diesem Wiedersehen gesehnt. Wie oft hatte er alles in Gedanken durchgespielt. Seit er den Beschluss gefasst hatte, diese Reise zu unternehmen, hatte er nichts anderes getan, als darüber nachzudenken, was er ihr sagen wollte, und hatte sich alle möglichen Worte und wohlformulierten Sätze zurechtgelegt. Und dennoch verschlug es ihm die Sprache, als er Teyla nun endlich von Angesicht zu Angesicht gegenüber stand. Sein Herz schlug schneller als jemals zuvor in seinem Leben, ein leichtes Kribbeln breitete sich in seiner Magengegend aus, und seine Handflächen begannen zu schwitzen. Nervös, aber unauffällig wischte er sie an den Hosenbeinen ab. Er war verblüfft und auch ein wenig verunsichert, eine derart heftige Reaktion seines Körpers hatte er nicht erwartet.
    Ihr Anblick nach all der Zeit raubte ihm den Atem, und als sie ihn mit ihren großen braunen Augen anblickte, verspürte er plötzlich das schier überwältigende Verlange, die geringe Distanz zwischen ihnen zu überwinden. Es waren nur wenige Schritte, höchstens zwei oder drei, die sie voneinander trennten, und er sehnte sich danach, Teyla in seine Arme zu ziehen, festzuhalten und nie wieder loszulassen. Doch er wusste, dass es dafür noch zu früh war. Überdies war die Taverne nicht der richtige Ort, um die Vergangenheit heraufzubeschwören, und sich das Misstrauen seines Bruders einzuhandeln, was den wahren Grund für diese Reise anging, wollte John nicht riskieren.

    Also drückte er die Schultern durch und beschloss, auf einen günstigeren Zeitpunkt zu warten, was jedoch nicht bedeutete, dass er sich nicht die Zeit nahm, um Teylas Anblick in sich aufzunehmen. Über die Jahre war ihr Bild in seiner Erinnerung immer mehr verblasst. Schweigend standen sie einander im Schankraum der Taverne gegenüber und sahen sich an. Sie hatte sich kaum verändert und war immer noch genauso schön, wie er sie in Erinnerung gehabt hatte, wenn nicht sogar noch schöner. Ihr langes Haar hatte sie im Nacken zu einem strengen Knoten gebunden und sie trug eine hochgeschlossene, weiße Bluse mit langen Ärmeln, einen Rock aus bordeauxfarbenem Stoff, dazu Halbstiefel aus Leder.

    Geradezu andächtig ließ John seinen Blick über Teylas Körper gleiten, den sie unter ihrer züchtigen Kleidung verborgen hielt. Sie war weiblicher geworden, stellte er fest, weicher. Ihre Wangen waren voller, ihr Busen üppiger, und ihre Hüften runder. Nur für den Bruchteil einer Sekunde stellte er sich vor, wie sie jetzt wohl ohne ihre Kleidung aussah. Beschämt verwarf er den Gedanken wieder und rief sich mit einem Blick auf den goldenen Ring, den Teyla an ihrem Finger trug, bedauernd ins Gedächtnis, dass sie verheiratet war.
    Sein Herz zog sich krampfhaft zusammen, und mit einem Mal war ihm entsetzlich übel. Doch schon im nächsten Moment verflog dieses beklemmende Gefühl wieder, und ein verbittertes Lächeln stahl sich auf seine Lippen.

    John schüttelte innerlich über sich selbst den Kopf. Was hatte er denn auch erwartet? Es waren sechs Jahre vergangen. Natürlich hatte sie in dieser Zeit jemanden anderes gefunden und vermutlich sogar eine Familie gegründet. Sie war unbestritten eine attraktive, junge Frau, und der Mann, der es geschafft hatte, ihr Herz zu erobern, konnte sich glücklich schätzen. Ganz bestimmt war sie eine gute Ehefrau und eine hingebungsvolle Mutter; es fiel John zumindest nicht schwer, sie sich als solche vorzustellen. Ein Teil von ihm freute sich natürlich für sie, ein anderer beneidete sie um das Glück, welches ihm bisher nicht vergönnt gewesen war, und dann gab es noch den winzigen Teil, der ihn hinsichtlich der neusten Erkenntnis bittere Enttäuschung verspüren ließ.

    Gekonnt überspielte John diese mit einem weiteren Lächeln, und auch Teyla fand nach anfänglicher Überraschung in ihre Rolle zurück. Ihre Züge verschlossen sich und wurden zu der Maske, hinter die sie niemanden blicken ließ. Höflich geleitete sie ihre Gäste zu einem Tisch am Fenster und brachte ihnen kurz darauf Getränke und etwas Brot und Käse. Sie setzte sich zu ihnen und begann eine oberflächliche Unterhaltung mit Mara, während er und David sich hungrig über die gereichte Mahlzeit hermachten.

    Schließlich wandte sie sich wieder ihnen zu.

    „Und wie lange gedenken Sie in Athos Creek zu bleiben, Mister Sheppard?“, erkundigte sie sich, und ihre sanfte Stimme ließ John aufhorchen. Er wusste, dass sie die Frage nicht an ihn gerichtet hatte, und dennoch zuckten seine Augen zu ihrem Gesicht hinauf. Sein kurzes Aufmerken entging ihr nicht und sie schaute ihn über den Tisch hinweg direkt an, ihre Blicke trafen sich. Sie mustere ihn kühl, und ihre dunklen Augen trafen ihn schutzlos bis auf den tiefsten Grund seiner Seele. John schluckte nervös. Mit nur einem Blick schaffte es diese Frau, seinen Puls auf höchste Beschleunigung zu bringen, und als sie ihn nach ein paar Sekunden von ihm abwandte, fühlte er sich vor ihr bis aufs Mark entblößt.

    „Unser Aufenthalt hier wird bedauerlicherweise nicht allzu lange dauern, Mrs. Kenmore“, antwortete David. „Sobald alles Geschäftliche geklärt ist, werden wir nach Boston zurückkehren. Unsere Eltern veranstalteten nächste Woche zu Ehren des Bürgermeisters einen Ball im Massachusetts State House und unsere Anwesenheit wird gewünscht.“

    Mara, die zu Johns Rechten Platz genommen hatte, horchte auf.

    „Ein Ball?“, echote sie aufgeregt, und ihre blauen Augen begannen zu leuchten. „Aber, John“, rief sie aus und bedachte ihn mit einem gespielt vorwurfsvollen Blick, „wieso hast Du mir denn nichts davon gesagt? Ein Ball, wie aufregend!“

    John erstarrte, als er spürte, wie Mara eine Hand auf seinen Oberschenkel legte, und seine Muskeln spannten sich an, als sie ihre Hand unter dem Tisch ein wenig höher gleiten ließ. Mara lächelte kokett, und John kniff die Lippen aufeinander und versuchte zu ignorieren, was sie tat, doch seine Ohren begannen zu glühen.

    „Oh, das habe ich wohl vergessen“, erwiderte er mit gepresster Stimme, nahm unauffällig ihre Hand von seinem Oberschenkel und drückte sie warnend und auch etwas zu fest, als kleine Erinnerungen daran, dass sie nicht allein waren und er gewiss nicht die Absicht hatte, sich auf ihren plumpen Annäherungsversuch einzulassen.

    Mara zog einen beleidigten Flunsch, und nur mit Mühe gelang es John, nicht die Augen zu verdrehen. Er schämte sich für ihr kindliches Verhalten und konnte einfach nicht glauben, dass seine penible Mutter, deren Ziel es stets war, das gute Ansehen der Familie zu wahren, ehrlich Gefallen an diesem Mädchen gefunden hatte. Genervt wandte er sich von Mara ab und schaute in sein Glas. Er musste nicht erst hinsehen, um zu wissen, dass David ihn beobachtete.

    „Unsere Mutter wäre sicher sehr enttäuscht, wenn Sie nicht zum Ball kämen, verehrte Miss Glendenning“, meinte er und schenkte Mara ein schmeichelndes Lächeln, welches sie aufgewühlte junge Frau augenblicklich besänftigte. „Sie sind in unserem Haus jederzeit herzlich willkommen, nicht wahr, John?“

    John bedachte seinen älteren Bruder mit einem finsteren Blick, behielt es sich aber vor, auf Davids Kommentar einzugehen. Zu seiner Erleichterung öffnete sich genau in diesem Augenblick die Tür und Miss Mal Doran betrat den Schankraum, um zu verkünden, dass sie ihre Zimmer nun beziehen konnten.

    „Na, das wurde aber auch Zeit“, brummte David und erhob sich. Nicht ohne Charlie O’Neill, der die ganze Zeit über still am Tisch gesessen hatte, einen herablassenden Blick von der Seite aus zu zuwerfen, meinte er: „Ich schlage vor, dass wir morgen in der Früh aufbrechen, damit wir dieses Mal auch tatsächlich vor Sonnenuntergang ankommen.“

    Der junge O’Neill, der sich ebenfalls erhoben hatte, zuckte bei seinen Worten leicht zusammen und ließ betrübt den Kopf hängen, nachdem David und Mara den Raum verlassen hatten. Im Vorbeigehen warf John ihm daher einen aufmunternden Blick zu klopfte ihm auf die Schulter.

    „Keine Sorge, Hunde die bellen, beißen nicht. Ignorier‘ einfach, was er sagt und halte Dich an mich, Junge“, flüsterte er und zwinkerte Charlie zu, woraufhin sich dessen Lippen zu einem Lächeln krümmten.

    „Danke, Mr. Sheppard“, entgegnete er schüchtern.

    John schüttelte mit dem Kopf.

    „Mein Name ist John, also kannst Du mich auch so nennen.“ Er wusste, dass es Charlies Anstand ihm verbot, dies zu tun, aber Jack O’Neills Sohn nickte und lächelte. Der Bursche wurde John immer sympathischer, auch wenn er immer noch den blonden Lausbuben mit der Zahnlücke vor Augen hatte, der ihm damals den einen oder anderen Streich gespielt hatte. Doch diese Zeiten waren vorbei und bis jetzt schien der junge O’Neill der Einzige zu sein, der sich über seine Rückkehr nach Athos Creek freute.

    Nicht lange, nachdem Charlie gegangen war, verabschiedete sich auch Miss Mal Doran und machte sich auf dem Heimweg. Ganz allein saß John noch eine Weile an dem Tisch in der Ecke, schwenkte den bernsteinfarbenen Inhalt seines Glases leicht und schaute zu, wie sich der so entstandene Strudel wieder beruhigte. Als er hörte, dass sich jemand dem Tisch näherte, blickte er auf.

    „Kann ich Ihnen noch etwas bringen, Mr. Sheppard?“, fragte Teyla, ohne eine Gesichtsregung zu zeigen, die ihm verriet, was in ihr vorging.

    John seufzte. Er erkannte, dass es heute ganz sicher kein Gespräch mehr zwischen ihnen geben würde, also schüttelte er den Kopf und winkte ab.

    „Nein, danke“, sagte er, leerte sein Glas in einem Zug und erhob sich. Sein Arm streifte den ihren, und er spürte, dass sie leicht zusammenzuckte, als dies geschah.

    „Gute Nacht“, sagte er leise.

    „Gute Nacht“, erwiderte Teyla und sah ihn kurz an.

    John neigte den Kopf zur Seite und presste die Lippen aufeinander. „Schlafen Sie gut.“

    Sein Gegenüber schwieg und wandte den Blick ab.

    Schweren Herzens beschloss John, zu gehen. Er musste ihr Zeit geben, zu verkraften, dass er zurückgekehrt war. Bestimmt war sie verwirrt, wenn nicht sogar wütend und enttäuscht, was ihr gutes Recht war. Sein Handeln damals war nicht richtig gewesen und er bereute es bis zum heutigen Tag. Es stand ihm nicht zu, ihr ein Gespräch aufzudrängen, welches sie zu führen noch nicht bereit war. Er war bereit, zu warten. Er hatte sechseinhalb Jahre gewartet, ein paar weitere Tage des Wartens würden ihn so schnell also nicht umbringen…

    Ein letztes Mal drehte er sich um und sah sich nach ihr um. Teyla hatte ihm den Rücken zugewandt und stützte sich mit den Handflächen auf den Tisch. Einen Moment lang herrschte absolute Stille, dann durchschnitt plötzlich ein leises Schluchzen ebendiese Stille. Ihre Schultern bebten, als sie aufschluchzte, wieder und wieder, und Johns Herz zog sich zusammen, und er wandte sich ab.

    Er hatte gerade die Tür erreicht, als er hörte, wie sie leise seinen Namen rief, und blieb stehen. Zurückgehaltene Tränen glänzten in Teylas Augen, als er sich umdrehte und sie ansah, und als sie ihre Stimme erhob, war diese kaum mehr als ein Flüstern.

    „Ich… ich bin mir nicht einmal sicher, ob das wirklich Dein richtiger Name ist. Ich weiß nicht, ob…“ Sie brach mitten im Satz ab und holte tief Luft. „Ich weiß überhaupt nichts.“

    John schwieg, denn er war sich sicher, dass jedes Wort, das jetzt aus seinem Mund kommen würde, eines zu viel gewesen wäre. Teyla drängte die Tränen zurück, die ihr in die Augen stiegen, und so entlud sich ihre innere Spannung nur in einem weiteren Schluchzer. Johns Herz wurde schwer. Er konnte es nicht ertragen, dass sie seinetwegen traurig war.

    „Lass es mich erklären, Teyla“, sagte er und machte einen Schritt nach vorne, doch sie machte sofort einen Schritt zurück und schüttelte den Kopf.

    „Nicht…“ Sie war aufgebracht, und ihre Lippen zitterten, und John erkannte, dass es nun wirklich an der Zeit war, zu gehen.

    Aber er konnte es nicht.

    Wie angewurzelt blieb er stehen und wagte es kaum einen Atemzug zu nehmen. Es war, als hielte ihn eine unsichtbare Macht fest, und Teyla erschien es nicht anders zu ergehen, denn auch sei rührte sich nicht vom Fleck. Sie sah ihn nicht an, bewegte sich aber auch keinen Zentimeter von der Stelle.

    „Es tut mir leid“, sagte John schließlich, woraufhin Teylas braune Augen ein Stück nach oben zuckten.

    „Es tut Dir leid“, wiederholte sie tonlos, und sofort wurde John bewusst, wie erbärmlich sich diese Entschuldigung angehört hatte, und er wünschte sich, sie zurücknehmen zu können.

    Teylas Miene verhärtete sich, doch tief in ihren Augen spiegelte sich der Schmerz, den er ihr zugefügt hatte.

    „Nein, Dir tut es nicht leid“, zischte sie und presste die Lippen aufeinander, bis das Blut aus ihnen wich. Ein bedrohliches Funkeln trat in ihre Pupillen, und sie kam langsam auf ihn zu. „Wenn es Dir tatsächlich leid täte“, raunte sie und bohrte ihren Zeigefinger in seinen Brustkorb, „hättest Du nicht sechs Jahre lang gewartet. Es tut Dir nicht leid.“

    Sie bannte Johns Blick und stach mit ihrem Finger in die empfindliche Gegend direkt unter seinen Rippen. John stöhnte dumpf auf und wich einen Schritt zurück.

    „Eine Nacht“, sagte Teyla und hob den Zeigefinger, mit dem sie ihn bis eben malträtiert hatte, um ihre Worte zu bekräftigen. „Ich gewähre euch Unterschlupf für diese eine Nacht, aber danach will ich weder Dich, noch Deinen Bruder oder dieses blonde Mädchen je wieder sehen. Hast Du das verstanden? Haltet euch gefälligst von der Taverne fern!“

    John nickte.

    „Ich habe verstanden“, antwortete er, woraufhin Teyla von ihm abließ, sich umdrehte und den Raum verließ. Unfähig sich auch nur einen Zentimeter von der Stelle zu rühren, lauschte er ihren energischen Schritten durch den Flur, die Treppe hinauf, zwei Stufen auf einmal nehmend, und zuckte leicht zusammen, als er hörte, wie sie die Schlafzimmertür geräuschvoll hinter sich zuzog.



    ooOOoo



    Erschöpft lehnte Teyla sich mit dem Rücken an die geschlossene Tür und ließ sich zu Boden sacken, da ihre weichen Knie sie nicht länger zu tragen vermochten. Sie schloss die Augen und legte sich die Hand auf die Brust, als könnte sie dadurch ihr wild klopfendes Herz beruhigen.
    Vom Bett her hörte sie die tiefen Atemzüge ihres Sohnes, der noch immer noch friedlich schlief. Leise ächzend richtete sie sich auf und umrundete das Bett. Darauf bedacht, Torren nicht zu stören, ließ sie sich auf der Bettkante nieder und beobachtete seine jetzt im Schlaf ganz anders wirkenden Gesichtszüge. Ihr Sohn hatte schon immer reif für sein Alter gewirkt und war anderen Kindern in seiner Entwicklung sicher um einiges voraus, aber wenn er schlief, sah er aus wie der kleine sechsjährige Junge, der er eigentlich war.

    Teyla seufzte, stützte sich mit der einen Hand auf die Matratze und fuhr mit dem Zeigefinger der anderen sanft über Torrens weiche, mit Sommersprossen übersäte Wange. Für einen Moment gelang es ihr, alles andere zu vergessen, doch es dauerte nicht lange und sie spürte, dass sich ihre Augen wieder mit Tränen füllten. Sie schluckte krampfhaft, stieß einen tiefen Seufzer aus und wischte sich die Tränen aus den Augen.
    Nach einer Weile, als sie aufgehört hatte zu zittern, legte sie sich neben Torren und begann ihm sanft über das Haar zu streichen.

    Sie hatte gewusst, dass dieser Tag kommen würde. Sie hatte gewusst, dass es nicht für immer sein würde, aber sie hatte gehofft, dass ihr mehr Zeit blieb, um sich darauf vorzubereiten. Sie hatte ihre ganz eigene Vorstellung gehabt, was das Wiedersehen mit John anging, und sie war sich sicher gewesen, ganz genau zu wissen, was sie ihm sagen wollte, wenn es soweit wäre. Sie hatte lange überlegt, was sie ihm sagen wollte, hatte es sich ein Dutzend Mal vorgesagt, doch als er dann tatsächlich leibhaftig vor ihr gestanden hatte, war ihr Kopf wie leer gefegt gewesen und sie vergaß jedes Wort, das sie sich zurechtgelegt hatte.

    Ihn nach all diesen Jahren wiederzusehen fühlte sich an, als wäre sie in einen Strudel aus wirbelnden Erinnerungen geraten. Aus ihrem anfänglichen Erstaunen darüber, dass er tatsächlich nach Athos Creek zurückgekehrt war, wurde Wut. Aus Wut wurde Unsicherheit. Aus Unsicherheit wurde Angst. Es war ihr unbegreiflich, warum er nach all dieser Zeit zurückgekehrt war, und wenn sie ehrlich sein sollte, wollte sie es auch gar nicht wissen. Sie wollte, dass er wieder verschwand. Sie wollte, dass er wieder in jenes Leben zurückkehrte, welches ihn sechs Jahre lang daran gehindert hatte, zu ihr zurückzukommen.

    Er hatte damals eine Entscheidung getroffen und sie wollte, dass er zu dieser Entscheidung stand. Er hatte sich für sein altes Leben und gegen sie entschieden, und jetzt verstand sie auch warum er das getan hatte. Sie wehrte sich gegen den Gedanken, dass er ihr damals die ganze Zeit nur etwas vorgespielt hatte, aber je länger sie darüber nachdachte, desto mehr zweifelte sie und kam schließlich zu dem Schluss, dass sie nicht noch einmal denselben Fehler machen und John Sheppard nicht wieder in ihr Leben lassen durfte. Er hatte es ohnehin schon weitgehend, bis auf wenige Ausnahmen, zerstört, und dass er ihr nun auch noch das letzte Bisschen Seelenfrieden nahm, wollte Teyla unter keinen Umständen zulassen.

    Tief ausatmend vergrub sie ihre Nase in Torrens dunklem Haar und zog den schlafenden Jungen an ihre Brust, umfing seinen warmen Körper mit ihren Armen und drückte ihn fest an sich. Sie beide hatten es sechs Jahre lang ohne John Sheppard geschafft und sie würden auch weiterhin gut ohne ihn auskommen.

    Dessen war sich Teyla sicher.


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (06.06.2016 um 07:48 Uhr)

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  19. #11
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John´s Chaya
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    Oh man, schon wieder lässt du uns mit einem fiesen Cliffhanger zurück. Ich finde aber auch, dass Teyla recht hat, wenn sie sich darüber beschwert, dass er wirklich sehr viel früher hätte zurückkommen können. Es tut mir so leid, was sie alles mit Kenmore durchmachen musste. Das wird sie nie vergessen können. Es hätte verhindert werden können, wenn John gar nicht gegangen wäre oder zumindest viele Jahre eher wieder zurückgekommen wäre. Ich glaube nicht, dass Teyla so schnell nachgibt. Außerdem bist du ja eine Dramaqueen und wirst schon dafür sorgen, dass John noch so richtig dafür leiden muss.
    John wird sehr viel Geduld brauchen, damit Teyla wieder vertrauen zu einem Mann - ihm, fassen kann. Aber wenn er sie wirklich liebt, bringt er diese Geduld auf und ist immer für sie da. Ich bin wirklich sehr gespannt, was er zu Torren sagt. Aber er wird sich bestimmt sehr freuen. Lass uns bitte nicht so lange auf das nächste Kapitel warten.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein!

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  21. #12
    Major Avatar von claudi70
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    Hallo,
    erst einmal muss ich sagen, dass dir das Kapitel sehr gut gelungen ist. Ich finde es nur sehr schade, das sie nicht wirklich ein Gespräch hatten (Teyla und John) aber dazu wird es doch hoffentlich noch kommen.

    Ich finde aber, Teyla reagiert ein wenig zu heftig, schließlich wollten sie es damals beide und Teyla war die denjenige die gesagt hat es war ein Fehler und sie war auch diejenige, die John stehen gelassen hat. aber sie hat recht, so lange hätte er nicht warten müssen bis er wieder zurück kommt.

    Wieso trägt Teyla eigentlich noch ihren Ehering? Es gab ja doch sehr schlechte Erinnerungen an ihre Ehe. Aber naja, ich hoffe auch da gibt es zumindest für John noch Aufklärung.

    Jetzt bin ich aber sehr gespannt wie es weiter gehen wird.

    lg Claudi

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  23. #13
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Okay, zwei Dinge sind nach diesem Kapitel sicher. 1.) John hat immer noch Gefühle für Teyla und 2.) Teyla hat ihm immer noch nicht verziehen, dass er vor 6 Jahren die Stadt verlassen hat. Oh Mann, wie kompliziert! Am liebsten würde ich die beiden in einen Raum einsperren und erst wieder rauslassen, wenn sie sich wieder vertragen.

    Aber ich muss John's Chaya zustimmen. Es wird bestimmt lange dauern, bis Teyla John wieder vertrauen kann. Sie hat Schlimmes in den letzten sechs Jahren erlebt und das Meiste davon hätte wirklich verhindert werden können, wenn John eher zurückgekommen oder gar nicht erst gegagngen wäre. Teyla tut mir echt leid. Ich hoffe, dass sie bald wieder glücklich wird- am besten natürlich mit John.

    Jetzt gerade sieht es aber ganz anders aus und ich bin sehr gespannt, wann und wie John von Torren erfährt. Ich bin mir aber nicht sicher, wie er reagieren wird, wenn er erfährt, dass er Vater ist.

    Und vor allem interessiert mich 1.) was damals wirklich mit Michael geschehen ist (Ich glaube immer noch, dass sein Tod kein Unfall war) und 2.) wie es John ergangen ist, nachdem er Athos Creek verlassen hat, und vor allem, wie er sein Gedächtnis wieder bekommen hat.

    Bitte bitte schreib schnell weiter, ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

    LG deine Ally

    PS: Und ich beantrage hiermit offiziell, dass das Rating auf NC-17 hochgesetzt wird; John scheint wirklich noch sehr "begeistert" von Teyla zu sein. Und es wäre wirklich sehr schön, wenn die beiden in allen Aspekten wieder "zusammenfinden."

  24. Danke sagten:


  25. #14
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    A/N: Manchmal überkommt es mich regelrecht und dann kann es schon mal passieren, dass ein neues Kapitel innerhalb weniger Stunden entsteht. So wie das folgende. Die Ideen waren einfach da und das Schreiben klappte auch- was wünscht sich ein Autor mehr?

    Ich habe mich dafür entschieden, die Geschichte etwas voranzutreiben, weswegen dieses Kapitel viele neue Informationen enthält.

    Viel Spaß beim lesen.

    Liebe Grüße
    eure Moni



    --------------------



    Kapitel Drei





    Jack O’Neills Anwesen befand sich ungefähr fünf Meilen außerhalb und südlich von Athos Creek. Ein schmaler Schotterweg schlingerte sich scheinbar endlos durch grünes Weideland hindurch, doch gerade als John sich fragte, ob sie sich vielleicht verfahren hatten, und aus dem Fenster der Kutsche sah, erspähte er in der Ferne eine dunkelrot gestrichene Scheune, die den Anfang des weitläufigen Farmgeländes markierte, welches sie in diesem Augenblick erreichten.

    „Oh, ich glaube, wir sind bald da“, trällerte Mara und verrenkte sich den Hals, als die Kutsche ihre Fahrt verlangsamte und ein schmiedeeisernes Tor passierte, das das Siegel der O’Neills trug, ein geflügeltes Pferd mit ausgebreiteten Schwingen, den griechischen Pegasus.

    Nachdenklich blickte John aus dem Fenster der Kutsche, die langsam eine lang gezogene Auffahrt hinaufrollte, vorbei an weiteren Scheunengebäuden und grünen, saftigen Wiesen, auf denen Rinder und Pferde grasten. Auch wenn er sich nicht erinnerte, schon einmal hier gewesen zu sein, hatte er doch das Gefühl, diesen Ort wiederzuerkennen. Viele Dinge, die damals, vor sechs Jahren, zu seinem Leben gehört hatten, waren im Laufe der Zeit in seiner Erinnerung verblasst, und John musste sich anstrengen, um sich zu entsinnen. Er hatte während seiner Zeit in Athos Creek nicht häufig mit Jack O’Neill verkehrt, war sich aber sicher, dass sich der Minenbesitzer ähnlich wie sein Sohn ins Gedächtnis rufen konnte, wer er war.

    Und das machte ihn irgendwie… nervös.

    „Ist alles in Ordnung, John?“, drang plötzlich die Stimme seines Bruders zu ihm durch, und er schüttelte den Kopf und kehrte in die Gegenwart zurück.

    „Ich bin nur erschöpft von der langen Reise und habe in der letzten Nacht nicht gut geschlafen, das ist alles“, erwiderte er, und das war noch nicht einmal gelogen. Nach dem mehr oder weniger katastrophalen ersten Zusammentreffen mit Teyla hatte er kaum ein Auge zugetan und war erst kurz vor Tagesanbruch in einen leichten, unruhigen Schlaf gefallen. Seufzend rieb John sich die Schläfen, hinter denen ein dumpfer Druck nistete. Er fühlte sich völlig ausgelaugt und hatte das Gefühl, er könne seine Augen nicht richtig offen halten. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für Gespräche, die das Geschäftliche betrafen, aber das war John egal. Sollte David doch das Reden übernehmen, er war in solchen Dingen eh besser als er selbst. Nicht ohne Grund war er inzwischen zum stellvertretenden Geschäftsführer ihres Vaters aufgestiegen. Und außerdem würde es für das Geschäft sicher nur von Vorteil sein, wenn er sich vorerst im Hintergrund aufhielt, nur für den Fall natürlich, dass O’Neill ihn nicht auf Anhieb erkannte.

    „Du siehst furchtbar aus“, sagte David jetzt und musterte ihn abschätzend vom Scheitel bis zur Sohle. Er rümpfte die Nase, und in diesem Moment stellte John wieder einmal fest, wie ähnlich sein älterer Bruder ihrem Vater war. Selbst der Klang ihrer Stimmen ähnelte sich, und Johns Nackenhaare stellten sich auf, als David ihn vorwurfsvoll fragte: „Hast Du letzte Nacht überhaupt geschlafen?“

    John schwieg, woraufhin sein Gegenüber die Arme vor der Brust verschränkte und sich zurücklehnte.

    „Das habe ich mir gedacht.“

    „Was willst Du damit sagen?“, knurrte John, denn er hatte jetzt wirklich keine Lust auf Davids Spielchen. Sein Bruder zog die rechte Augenbraue ein Stück nach oben, und einer seiner Mundwinkel zuckte belustigt, doch bevor er etwas erwidern konnte, verlangsamte die Kutsche ihr Tempo, bis sie schließlich vor einem wunderschönen Farmhaus ganz zum Stehen kam. Sofort eilte ein Bediensteter herbei und öffnete mit einer angedeuteten Verbeugung die Tür der Kutsche.

    „Mr. Sheppard… Willkommen auf Pegasus' Hill”, sagte er und machte einen Schritt zur Seite. David verließ als Erstes die Kutsche und begann sogleich, Anweisungen zu erteilen, und noch bevor John einen Fuß auf den staubigen Boden von Pegasus' Hill gesetzt hatte, tauchten weitere Angestellte auf, die sich um das Gepäck kümmerten.

    „Immer mit der Ruhe, Dave, wir sind schließlich nicht auf der Flucht“, tadelte er seinen Bruder, stieg aus, drehte sich um und reichte Mara seine Hand, um ihr beim Ausstieg aus der Kutsche behilflich zu sein.

    „Was für ein hübsches Haus“, meinte sie und öffnete den farblich auf ihr gelbes Kleid abgestimmten Sonnenschirm, um ihre vornehm blasse Haut vor dem fröhlich grellen Licht der Sonne zu schützen. Tatsächlich beeindruckte das weiß gestrichene Haus anders als die meisten Bauten in der Gegend durch eine aufwendige und moderne Architektur und einen liebevoll angelegten Garten. Umgeben von hohen, Schatten spendenden Obstbäumen hätte es auch genauso gut in einem noblen Bostoner Vorort stehen können.

    „Kommen Sie“, ertönte da auf einmal Charlie O’Neills Stimme und er bedeutete den Gästen, ihm zu folgen, „mein Vater erwartet uns bereits. Er freut sich sehr, Sie endlich kennenzulernen.“

    John kniff die Lippen aufeinander.

    Nun, das werden wir sehen, dachte er und bot Mara galant seinen Arm, den sie überglücklich ergriff. Zu dritt folgten sie Charlie auf einem mit roten Steinen gepflasterten Weg an sauber gestutzten Büschen und Sträuchern vorbei, der zur Eingangstür des Farmhauses führte.



    ooOOoo


    Zehn Minuten später fühlte John sich schon um einiges besser und nippte selig an seinem Drink, der ihm soeben von Jack O’Neill persönlich in die Hand gedrückt worden war. Wenn der Hausherr ihn tatsächlich erkannt hatte, ließ er es sich jedenfalls nicht anmerken. Mit einem breiten Lächeln hatten er und seine Gattin sie wenige Minuten zuvor in der Eingangshalle des Hauses in Empfang genommen und willkommen geheißen. Während Mrs. O’Neill Mara auf direktem Wege in den Teesalon geführt hatte, um sie einer illustren Damenrunde vorzustellen, die sich einmal wöchentlich zum Bridge spielen im Haus der O’Neills traf, begleiteten John und David Jack O’Neill in dessen geräumiges Arbeitszimmer.

    „Es tut mir wirklich leid, dass man Ihnen solche Umstände bereitet hat“, entschuldigte er sich zum wiederholten Mal, nachdem er seine Gäste mit Getränken versorgt hatte, und setzte sich zu ihnen. „Charlie ist wirklich ein guter Junge, aber manchmal…“ Er brach ab und seufzte. „Nun ja, manchmal fehlt ihm noch die nötige Erfahrung und die Ruhe, um Dinge richtig einschätzen zu können.“

    John schenkte ihm ein beschwichtigendes Lächeln und meinte: „Waren wir nicht alle mal in Charlies Alter, Mr. O’Neill?“

    Sein Gegenüber verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf.

    „Oh nein, bitte“, sagte er, „nennen Sie mich Jack- ich bestehe darauf.“

    „In Ordnung… Jack“, erwiderte John, auch wenn ihm nicht wohl dabei war. „Ihren Sohn trifft wirklich keine Schuld. Er hat seine Sache gut gemacht. Er ist ein guter Junge.“

    „Ja, das ist er“, echote Jack, was ihm kurz ein stolzes Lächeln entlockte, doch dann wurde er sofort wieder ernst und lehnte sich in seinem Sessel zurück. „Wie ich gehört habe, haben Sie die Nacht in Mrs. Kenmores Taverne verbracht.“

    „Es war eine Notlösung, ja“, erwiderte David. „Aber ich muss sagen, dass Mrs. Kenmore uns trotz der späten Stunde freundlich aufgenommen hat.“

    Jack seufzte, und für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein Ausdruck über sein Gesicht, der John verwunderte, da er ihn nicht zu deuten wusste.

    „Sie ist die gute Seele der Stadt“, meinte Jack, runzelte jedoch die Stirn. „Sie hat es im letzten Jahr nicht leicht gehabt, müssen Sie wissen. Nach dem Tod ihres Mannes sah es wirklich eine Zeit lang so aus, als würde sie die Stadt verlassen.“

    John horchte auf.

    „Was ist passiert?“, fragte er und war überrascht, wie schnell sein Herz auf einmal schlug. „Mit Mrs. Kenmores Ehemann, meine ich.“

    „Ah, das war eine unschöne Geschichte“, antwortete Jack und verzog bei der Erinnerung daran das Gesicht. „Es war ein Unfall, ein schrecklicher Unfall, der sich im Frühjahr des letzten Jahres ereignet hat und…“ Er hielt inne, als suche er nach den richtigen Worten, und schüttelte dann den Kopf. „Eigentlich steht es mir nicht zu, darüber zu reden…“

    „Nein, bitte“, drängte John ihn, „erzählen Sie, was passiert ist.“

    Jack O’Neill stutzte kurz und musterte ihn abschätzend, fuhr schließlich aber fort.

    „Wie gesagt, es war ein schrecklicher Unfall. Michael und einige andere Männer aus der Stadt befanden sich wie üblich um diese Jahreszeit auf einem Jagdtrip durch die Wälder. Man erzählt sich, dass sie bereits am zweiten Tag von einem plötzlichen, späten Wintereinbruch überrascht wurden und daher ihr Lager am Ufer eines Sees aufschlugen.“

    „Man erzählt sich?“, unterbrach David nun Jacks Bericht.

    „Nun, Mr. Sheppard, man erzählt sich in dieser Stadt viel über diesen Tag“, erklärte ihr Gastgeber mit gesenkter Stimme, fast schon flüsternd. „Es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben, was damals wirklich geschah…“

    „Was wirklich geschah?“ Dieses Mal war es John, der ihm ins Wort fiel, und Jack O’Neills braune Augen zuckten über sein Gesicht.

    „Es dauerte über eine Woche, bis man Michael… oder das, was die Tiere von ihm übriggelassen hatten, auf der anderen Seite des Sees fand“, berichtete er. „Man geht davon aus, dass er während des nächtlichen Austretens den Rand eines Abhangs übersehen hat und in den See gestürzt und ertrunken ist.“

    „Und es gibt Personen, die diese Geschichte tatsächlich hinterfragen?“, hakte John nach.

    Jack überlegte einen Augenblick lang, doch dann schüttelte er den Kopf. „Es tut mir leid, aber ich bin sicher nicht befugt, mit Ihnen darüber zu sprechen. Michael Kenmores Tod war und ist eine Tragödie, ganz gleich, was man sich in Athos Creek erzählt, und ich hätte es verstanden, wenn Mrs. Kenmore mit ihrem Jungen die Stadt verlassen hätte.“

    John schluckte.

    „Sie… sie haben ein Kind?“, wiederholte er und kämpfte gegen den Kloß, der sich kaum, dass er es ausgesprochen hatte, dort festsetzte.

    Jack nickte.

    „Einen Jungen, Torren“, entgegnete er und senkte dann wieder seine Stimme und warf ihm einen wissenden Blick zu. „Aber er ist ganz gewiss nicht Michael Kenmores Sohn.“

    „Ach nein?“ John schluckte erneut. Mit einem Mal lag etwas in der Luft. Er spürte es wie die Vorahnung eines Albtraums; Entsetzliches drohte und war doch namenlos. „Was bringt Sie auf diese Vermutung?“

    „Nun“, meinte Jack, „zum einen besteht nicht die geringste Ähnlichkeit zwischen den beiden…“ Er legte eine bedeutungsschwangere Pause ein und bedachte John mit einem abwägenden Blick aus seinen braunen Augen, ehe er weitersprach. „Und zum anderen war der Junge bereits drei Jahre alt, als Mr. Kenmore seine Mutter heiratete.“

    John hielt den Atem an.

    Um Gottes Willen…

    „Du liebe Zeit“, rief David bestürzt aus, „ein Bastard! Was für eine Schande. Wissen Sie wer…“

    Jack schüttelte den Kopf und legte die Hände ineinander.

    „Nein, das weiß niemand“, erwiderte er. Sein Blick streifte David, bevor er wieder auf John fiel.

    „Entschuldigt mich bitte einen Moment“, bat dieser mit gepresster Stimme und hievte sich aus dem Sessel. „Ich… ich werde nur kurz nach Miss Glendenning sehen.“ Seine Knie zitterten, als er durch das Arbeitszimmer und hinaus in den Flur ging. Als sich die Tür hinter ihm schloss, holte er so tief Luft, dass er glaubte, seine Lungen müssten explodieren.

    In Ordnung, ganz ruhig… ganz ruhig.

    Einen Moment später befand John sich inmitten etwas, das wohl als eine leichte Panikattacke zu bezeichnen war. Sein Herz raste gegen die Rippenwände, ihm wurde schwindelig, und er spürte, wie es ihm den Schweiß aus allen Poren trieb.

    „In Ordnung… ganz ruhig“, sagte er nun laut und setzte sich in Bewegung, wankte unbeholfen den Flur entlang.

    „Sir?“, fragte da plötzlich eine tiefe, dunkle Stimme hinter ihm, und als John sich umdrehte, sah er den Hausbutler, Mr. Teal’c, auf sich zukommen, ein großer, dunkelhäutiger Mann mit breiten Schultern und Muskeln, die seinen schwarzen Anzug beinahe sprengten. „Kann ich Ihnen helfen, Sir?“

    John überlegte kurz und fasste dann einen Entschluss.

    „Sie wissen nicht rein zufällig, ob die Kutsche, die uns hierher gebracht hat, wieder fortgeschickt wurde?“, fragte er Mr. Teal’c, der daraufhin die Hände hinter dem Rücken verschränkte.

    „Ich bedaure, Sir“, erwiderte er, „aber die Kutsche wurde in der Tat bereits wieder fortgeschickt.“

    „Verdammt“, raunte John und kniff verärgert die Lippen zusammen.

    „Aber wenn es Ihnen wirklich wichtig ist, in die Stadt zurückzukehren, könnte ich Ihnen von dem Stallburschen eines unserer Pferde bringen lassen“, schlug Mr. Teal’c vor, und John fiel ein Stein vom Herzen.

    „Das wäre zu freundlich… Vielen Dank“, sagte er und atmete erleichtert auf.

    Auf dem Weg nach draußen, sprachen er und Mr. Teal’c kein Wort miteinander, und obwohl ihm viele Gedanken durch den Kopf gingen, glaubte sich John daran erinnern zu können, dem wortkargen Angestellten der O‘Neills schon einmal begegnet zu sein.

    Es dauerte gerade einmal fünf Minuten und der Stallbursche, ein junger Mann mit braunen Augen, der sich ihm als Eli Wallace vorstellte, überreichte John die Zügel eines kräftigen Braunen. Behände schwang John sich in den Sattel, umfasste die Zügel fest mit beiden Händen und drückte dem Pferd die Absätze in die Flanken. Das Tier schnaubte, trabte an und fiel in einen gemäßigten Galopp, als John den Druck seiner Waden verstärkte und mehr Zügel gab. Der Körper des Pferdes zog sich zusammen und streckte sich wieder in unglaublich eleganten, fließenden Bewegungen, die langen, kräftigen Beine flogen mit geradezu müheloser Leichtigkeit, und die Hufe trommelten in gleichmäßigen Dreiklang, und die schwarze Mähne wehte John ins Gesicht, als er sich tief über den Hals des Wallachs beugte.
    Als sie das Tor passierten, gab er dem Pferd erneut die Sporen, sodass es den gestreckten Galopp überging. Staub wirbelte unter den donnernden Hufen des Tieres auf, und alles um ihn herum verschwamm zu einer konturlosen Masse. In nunmehr halsbrecherischem Tempo jagte der Wallach durch die Landschaft, und John genoss den Rausch der Geschwindigkeit, die vibrierende Kraft, die er unter sich spürte, das Donnern der Hufe und den kalten Wind, der ihm ins Gesicht peitschte. Wenn er Glück hatte und das Tier dieses Tempo noch eine Weile durchhielt, würde er in etwas weniger als einer Stunde in der Stadt sein.

    Und endlich erfahren, was damals, nach seinem Weggang aus Athos Creek, wirklich geschah.


    ooOOoo



    Es war kurz vor zwölf, und Teyla bediente gerade zwei am Schanktresen sitzende Minenarbeiter, als sie das Läuten der Türglocke vernahm und über die Köpfe der Männer hinweg in Richtung Eingang blickte. Sie erkannte den Mann, der soeben die Taverne betreten hatte, sofort und erstarrte. Das markante Gesicht unter dem sandfarbenen Stetson wirkte hart und entschlossen, und als seine kalten sturmgrauen Augen sie erspähten, krümmten sich seine dünnen Lippen zu einem Grinsen. Langsam setzte er sich in Bewegung und steuerte auf direktem Wege den Tresen an.

    „Was will der denn hier?“, murmelte Vala, bevor er in Hörweite kam. Eine gute Frage, dachte Teyla, wischte sich die Hände an der Rockschürze ab und umrundete den Tresen.

    „Mr. Sumner“, sagte sie und empfing den unliebsamen Gast mit einem kühlen Lächeln, welches ihre Augen gar nicht erst erreichte.

    „Mrs. Kenmore“, Marshall Sumner tippte mit dem Zeigefinger an die Krempe seines Stetsons, und präsentierte ihr, als er sie anlächelte, eine Reihe gelblich verfärbter Zähne, die im blassen Zahnfleisch hockten. Sein Atem stank nach Kautabak und billigem Whiskey, und das Weiße seiner Augen war leicht gerötet.
    Teyla gelang es, keine Miene zu verziehen, doch als Sumner ihr seinen übelriechenden Atem ins Gesicht blies, zuckte sie kurz weg, nicht fähig, ihren Abscheu länger zu unterdrücken.

    „Was kann ich für Sie tun, Mr. Sumner?“, fragte sie und verschränkte die Arme vor der Brust.

    Sumner grinste und leckte sich über die Lippen.

    „Sie können sicher so einiges für mich tun, meine Teuerste“, erwiderte er und nahm auf einem Hocker am Tresen Platz. „Aber lassen Sie uns doch erst einmal damit anfangen, dass Sie mir etwas zu trinken bringen.“

    Teyla neigte den Kopf zur Seite und deutete ein Nicken an.

    „Aber natürlich, Mr. Sumner“, sagte sie und wandte sich ab.

    „Soll ich ihn übernehmen?“, fragte Vala und reichte ihr ein Glas, das sie aus der Wandvitrine geholt hatte.

    „Nein“, war alles, was Teyla erwiderte. Sie nahm das Glas, stellte es vor Sumner auf den Tresen und schenkte ihm Whiskey ein. „Und jetzt“, sagte sie, als er zum ersten Schluck ansetzte, „verraten Sie mir, was zum Teufel Sie hier wollen.“

    Sumner sah sie über den Rand seines Glases hinweg an, trank einen Schluck und schnalzte die bernsteinfarbene Flüssigkeit zwischen seinen Zähnen hindurch.

    „Darf ein schwer arbeitender Mann sich etwa nicht einen Drink genehmigen?“, erwiderte er und holte sogleich zum Gegenschlag aus. „Wenn Sie mit jedem Gast so zynisch umgehen, wundert mich Ihre finanzielle Situation kein bisschen.“ Seine grauen Augen funkelten sie an. Der herausfordernde Ausdruck darin war verschwunden, und etwas ebenso Mächtiges, aber viel Dunkleres war an seine Stelle getreten.

    Teyla presste die Lippen zusammen und zwang sich, ruhig zu bleiben. Ruhig zu bleiben und ihrem Gegenüber keine Angriffsfläche zu liefern, darauf kam es jetzt an.

    „Was wollen Sie, Sumner?“, verlangte sie von ihm zu wissen, nun da es offensichtlich war, dass er sie nicht nur des Drinks wegen aufgesucht hatte.

    „Ich will Ihnen einen Vorschlag unterbreiten“, antwortete er dieses Mal geradeheraus.

    „Sie wollen mir einen Vorschlag unterbreiten“, wiederholte Teyla.

    „Wie wir die ganze unschöne Sache hier aus der Welt schaffen können“, ergänzte Sumner und fuhr mit dem Rand über seines Glases, welches er inzwischen bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken hatte. „Wir wissen doch alle, dass Sie das Geld für die überfälligen Raten nicht haben und es bis Ende des Monats auch nicht zusammenkriegen werden.“

    „Lassen Sie das mal meine Sorge sein“, stellte Teyla klar, doch ihr Gegenüber schüttelte nur belustigt den Kopf.

    „Nun lassen Sie mich doch erst einmal ausreden“, tadelte er sie. „Wie gesagt, ich bin hier, um Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten, wie Ihnen ein Teil der Schulden erlassen werden könnte.“

    Teyla zeigte sich unbeeindruckt. Die Vergangenheit hatte sie gelehrt, dass man Marshall Sumner nicht vertrauen konnte. Schon zu Lebzeiten ihres Vaters hatte er sich durch Unehrlichkeit und Bestechlichkeit ausgezeichnet und war korrupte Geschäfte mit dem landesweit gesuchten Straftäter Acastus Kolya eingegangen. Ohne jeden Skrupel hatte er unwissenden Familienvätern, die nach der Krise der O’Neill-Minen auf das Geld der Bank angewiesen waren, Kredite mit überirdisch hoher Verzinsung aufgeschwatzt, darunter auch Michael, der schon damals stadtweit bekannt dafür gewesen war, Probleme damit zu haben, geliehenes Geld zurückzuzahlen.
    Marshall Sumner war ein Mann, dem es immer nur um das eigene Wohlergehen gegangen war und der sich nicht für das Leid anderer interessierte, und Teyla bezweifelte, dass er über Nacht zum Heiligen geworden war.
    Nichtsdestotrotz war sie neugierig, was seinen Vorschlag betraf, denn in einem musste sie Sumner Recht geben; sie würde das Geld bis zum Ende des Monats nicht zusammen haben, ganz egal, wie sehr sie sich anstrengte. Es war aussichtslos. Zwar war die Taverne heute überdurchschnittlich gut besucht, aber selbst wenn es bis zum Monatsende so weiterging, würde das eingenommene Geld nicht ausreichen, um die fälligen Raten zu zahlen. Sie hatte keine andere Wahl. Sie musste sich anhören, was Sumner zu sagen hatte, ganz gleich, ob sie es wollte oder nicht. Es war ihre letzte Chance, die Taverne zu retten.

    „Gut“, sagte sie und sah Sumner an, „ich höre.“

    Ihr Gegenüber grinste.

    „Ich wusste doch, dass Sie eigentlich ganz vernünftig sind.“ Er erhob sich, sodass er sie jetzt um zwei Köpfe überragte, und umrundete den Tresen. „Ich bin mir sicher, dass wir eine… Übereinkunft finden werden, die diesem Drama ein Ende setzt“, meinte er und griff dann plötzlich unvermittelt nach ihrer Hand.

    „Was…“ Erschrocken wich Teyla einen Schritt zurück, doch Sumner reagierte blitzschnell und bekam sie am Ärmel ihrer Bluse zu fassen. „Lassen Sie mich gefälligst los“, zischte sie und hielt Ausschau nach Vala, konnte sie jedoch nirgends entdecken.

    Sumners kalte Finger legten sich wie ein Schraubstock um ihr Handgelenk, und als sie versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien, langte er noch fester zu und riss sie an sich. Teyla keuchte auf, als sie spürte, dass er einen Arm um ihre Taille legte, und versuchte sich zu wehren, doch es gelang ihr nicht, denn er war wesentlich stärker als sie.

    „Es ist inzwischen fast ein Jahr vergangen seit dem Tod Ihres Mannes“, raunte Sumner und ließ seinen anzüglichen Blick über sie gleiten. „Das ist eine sehr lange Zeit. Ihnen muss die Gesellschaft eines Mannes doch bestimmt fehlen.“ Seine Augen verdunkelten sich, und sein Blick wurde intensiver, fordernder, als er sich zu ihr beugte.

    „Lassen Sie mich los, Sumner“, zischte Teyla und versuchte abermals, sich zu befreien, doch er drückte sie nur noch fester an sich. Er grinste, und sein alkoholgeschwängerter Atem wehte ihr scharf zwischen den gelben Zähnen hindurch ins Gesicht. „Bitte…“, flehte sie und schloss die Augen, riss sie jedoch sofort wieder auf, als plötzlich eine tiefe Stimme hinter Sumner ertönte.

    „Sie haben die Dame gehört, Sumner. Lassen Sie gefälligst Ihre Drecksfinger von ihr. Sofort.“ Johns Stimme klang bedrohlich und hatte den gewünschten Effekt, denn Sumner ließ sie los, und Teyla flüchtete sich an das andere Ende des Tresens, von wo aus sie die beiden Männer beobachten konnte.

    „Und Sie sind?“, verlangte Sumner zu wissen und ging auf John zu. Er unterzog ihn einer kurzen Betrachtung, dann hellte sich seine Miene auf, und ein verächtliches Lächeln stahl sich auf seine Lippen. „Na sieh mal einer an, was für eine unerwartete Wendung. Willkommen zurück, Mr. Smith…“

    „Verschwinden Sie, Sumner“, knurrte John und funkelte sein Gegenüber grimmig an.

    Sumner bleckte die Zähne, sagte aber nichts.

    „Raus. Hier“, wiederholte John und betonte jedes Wort überdeutlich und mit der nötigen Schärfe in der Stimme.

    „Schon gut, schon gut“, entgegnete Sumner, rückte seinen Stetson auf seinem Kopf zurecht und machte sich daran, zu gehen. Auf halbem Weg blieb er jedoch stehen, drehte sich um und meinte an ein Teyla gewandt: „Denken Sie über mein Angebot nach. Ich gebe Ihnen ein paar Tage Zeit, sich zu entscheiden.“

    „Verdammt, ich sagte raus hier!“, platzte es da aus John heraus, und es wurde still im Schankraum, und alle Augen richteten sich schlagartig auf ihn, dann auf Sumner.

    Der Bankdirektor grinste, tippte sich an die Krempe seines Huts, drehte sich um und verließ wortlos die Taverne. Erst als sich die Tür hinter ihm schloss, ließ Teyla den Atem entweichen, den sie die ganze Zeit über angehalten hatte. Es dauerte noch einige Augenblicke, bis die anderen Gäste ihre Gespräche wieder aufnahmen, aber die meisten von ihnen musterten John abschätzend, als er an ihnen vorbeiging.

    „Danke“, sagte Teyla leise, als er den Tresen erreichte, „aber ich wäre auch allein mit ihm-“

    „Wir müssen reden“, fiel John ihr ins Wort, und erst jetzt bemerkte Teyla, wie mitgenommen er aussah. Sein dunkles Haar war zerzaust, und seine Wangen und seine Augen waren stark gerötet, doch auf seinem Gesicht lag ein entschlossener Ausdruck. „Können wir uns irgendwo unter vier Augen unterhalten? Bitte?“, fragte er, und Teyla nickte geistesgegenwärtig, als sie erkannte, wie ernst es ihm schien.

    „Natürlich“, antwortete sie und hielt erneut Ausschau nach Vala. Sie erspähte sie an einem der hinteren Tische, und ihre Blicke trafen sich. Valas blaue Augen weiteten sich, als sie John entdeckte, und sie war bereits drauf und dran zu ihnen zu kommen, als Teyla ihr mit einem kaum bemerkbaren Nicken zu verstehen gab, dass alles in Ordnung war. Vala runzelte die Stirn, nickte jedoch.

    „Gut… dann komm“, sagte Teyla und führte John aus dem Schankraum hinaus in den Flur, in dem sich die Gästezimmer befanden. Ihr war bewusst, dass sie eigentlich wütend auf ihn sein sollte, und sie hatte nicht vor, von dem Entschluss abzuweichen, den sie letzte Nacht gefasst hatte, aber jetzt im Moment war sie einfach nur erleichtert, dass er da war. Sumner war noch immer dort draußen und es war nur eine Frage der Zeit, bis er wiederkommen würde.
    Teyla erschauderte bei der Erinnerung daran und ihr Magen drohte immer noch zu rebellieren, wenn sie daran dachte, wie und wo er sie angefasst hatte.

    „Ist alles in Ordnung?“, erkundigte John sich, als sie die Tür zur Schenke geschlossen hatte.

    Teyla nickte.

    „Es wird schon gehen“, meinte sie, schlang die Arme um ihren Leib und sah ihn an. „Du wolltest mit mir reden.“

    Ganz plötzlich schien John zu zögern. Er öffnete den Mund, schloss ihn aber sogleich wieder und runzelte die Stirn. Teyla seufzte innerlich und lehnte sich an den Türrahmen, zum Glück, denn das, was John als Nächstes sagte, hätte ihr andernfalls wohl den Boden unter den Füßen weggerissen.

    „Wann genau hattest Du vor, mir zu sagen, dass ich einen Sohn habe?“


    Fortsetzung folgt…
    Geändert von Nyada (04.10.2016 um 11:37 Uhr)


  26. #15
    Denkende Leseratte mit Kampfkatze Avatar von Tamara
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    Ich habe zwar jetzt Kapitel drei zuerst gelesen, aber das gefällt mir schon mal richtig gut. Die ersten beiden Kapitel lese ich dann gleich im Bett noch.
    Nicht, was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns,
    in unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
    (Arthur Schopenhauer)

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  28. #16
    Chief Master Sergeant Avatar von Jolinar
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    Nun ja, für Teylas Problem gibt es eine einfache Lösung.... aber sie wird zu stolz sein, diese anzunehmen, wenn John von ihren Geldnöten erfährt. Und John wird ihr garantiert helfen wollen, egal, in welcher Weise.
    Ich fürchte, die beiden werden noch etwas hin- und herplänkeln, bevor es hoffentlich auf das verdiente Happy End zusteuert.
    Ach ja, David und Mara werden sich sicherlich auch noch einmischen...
    Jedenfalls verspricht es interessant zu bleiben.

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  30. #17
    Die nach den Sternen greift Avatar von Ailya
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    Wow, das ging jetzt aber mal richtig fix und dann auch noch so ein schönes, langes Kapitel! Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass das neue Kapitel online ist.

    Man merkt, dass du Spaß beim schreiben hattest. Das neue Kapitel ist großartig geworden! Es war mir eine echte Freude, es zu lesen.

    Am besten hat mir O'Neill gefallen. Ich glaube, dass er John sehr wohl erkannt hat und weiß, dass Torren sein Sohn ist. Wer weiß, wann John auf den Trichter gekommen wäre, wenn O'Neills Hinweise nicht gewesen wären.

    Jetzt weiß er also, dass er einen Sohn hat (oder vermutet es zumindest), und natürlich hat er sich sofort aufgemacht. Ich bin schon sehr gespannt auf die erste Begegnung der beiden, aber ich fürchte, dass Teyla dem einen Riegel vorschieben wird.
    Aber ich finde, sie sollte ruhig zulassen, dass Torren und John sich kennenlernen. Gerade weil John sie vor Sumner, diesem widerlichen Kerl, gerettet hat. Irgendwie glaube ich nicht, dass diese Sache schon ausgesessen ist. Er wird es wieder versuchen.

    Und natürlich endet das Kapitel wieder mit einem Cliffhanger. Oh Mann, du machst es aber auch spannend! Ich bin total gespannt, wie sich das Gespräch zwischen Teyla und John weiterentwickelt und vor allem, wann Vater und Sohn sich endlich kennenlernen!

    Ich rechne dann also spätestens morgen mit dem neuen Kapitel, okay? Nein, Scherz!

    LG deine Ally

  31. Danke sagten:


  32. #18
    Major Avatar von claudi70
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    Hi, schön das es hier so flott weiter geht
    Ein wirklich tolles Kapitel ;pro: und du hast so viel Licht ins Dunkle gebracht. Eine gute Idee von dir, durch Jack die ganzen Unklarheiten zu Tage zu bringen. Wer weiß, ob John sonst so schnell von Teylas verstorbenen Mann und natürlich auch von ihrem Sohn (der nicht von Michael ist )erfahren hätte, eine wirklich gute Lösung von dir.
    Jetzt bin ich nur gespannt, was Teyla auf Johns Fragen antworten wird.

    „Sie haben die Dame gehört, Sumner. Lassen Sie gefälligst Ihre Drecksfinger von ihr. Sofort.“ Johns Stimme klang bedrohlich und hatte den gewünschten Effekt
    da kam er ja keine Minute zu spät.

    „Danke“, sagte Teyla leise, als er den Tresen erreichte, „aber ich wäre auch allein mit ihm-“

    „Wir müssen reden“, fiel John ihr ins Wort, und erst jetzt bemerkte Teyla, wie mitgenommen er aussah.
    wow, diesmal kommt er gleich auf den Punkt und Gott sei dank stimmt Teyla zu.

    Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel noch einen schönen Sonntag
    lg Claudi

  33. Danke sagten:


  34. #19
    zigtausend Jahre alt ... ;-) Avatar von John´s Chaya
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    „ein Bastard! Was für eine Schande. Wissen Sie wer…
    Man, Dave ist mir so etwas von unsympatisch.

    Hausbutler, Mr. Teal’c


    „Ich bin mir sicher, dass wir eine… Übereinkunft finden werden, die diesem Drama ein Ende setzt“, meinte er und griff dann plötzlich unvermittelt nach ihrer Hand. „Das ist eine sehr lange Zeit. Ihnen muss die Gesellschaft eines Mannes doch bestimmt fehlen.“ Seine Augen verdunkelten sich, und sein Blick wurde intensiver, fordernder, als er sich zu ihr beugte.
    Was für ein widerlicher Kerl!

    „Verdammt, ich sagte raus hier!“, platzte es da aus John heraus
    Gut, dass er rechtzeitig gekommen ist.
    „Wir müssen reden“, fiel John ihr ins Wort
    Oh ja, sie haben jede Menge zu bereden.

    „Wann genau hattest Du vor, mir zu sagen, dass ich einen Sohn habe?“
    Das würde ich auch gerne wissen. Wollte sie es ihm überhaupt sagen?
    Aber sie wusste ja vorher nicht einmal seinen richtigen Namen.

    Bin gespannt wie es weitergeht.
    Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein!

  35. Danke sagten:


  36. #20
    Mama, im Dienste Ihrer Majestäten Avatar von Nyada
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    A/N: So, meine lieben Leser, heute gibt es eine kleine Osterüberraschung für euch. Ich hatte am Wochenende etwas Zeit zum Schreiben übrig und- Gott sei Dank- auch endlich mal wieder Musenbesuch. Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis meiner Arbeit; ich, meinerseits, bin sehr mit mir zufrieden. Es folgt ein typisches "Moni-Dramaqueen-Kapitel"...

    Es wird zum ersten Mal, wie angekündigt, Flashbacks geben, die zeigen, was passiert ist, nachdem John Athos Creek verlassen hat...

    Seid gespannt.

    Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich wie immer, zu hören, wie es euch gefallen hat.

    LG, eure Moni



    ---------------------------



    Kapitel Vier



    Athos Creek, 1880



    „Und Du bist Dir wirklich ganz sicher?“, fragte Vala, reichte Teyla eine dampfende Tasse Tee und setzte sich neben sie an den Küchentisch. „Das bisschen Übelkeit muss noch lange nicht bedeuten, dass Du schwanger bist, Liebes. Vielleicht hast Du einfach nur etwas Falsches gegessen oder Dir irgendeinen harmlosen Virus eingefangen“, versuchte sie ihr Gegenüber aufzuheitern.

    Ein erschöpftes Seufzen entrang sich Teylas Kehle, und sie schüttelte wortlos den Kopf. Wenn es doch nur so wäre, dachte sie, führte mit zitternden Händen die Tasse zu ihrem Mund und trank einen zögerlichen Schluck. Der Tee schmeckte gut, da es aber das erste war, was sie an diesem Tag zu sich nahm, wagte sie es nicht sofort, einen weiteren Schluck zu trinken. Erst als sie sich sicher war, dass der Tee dort blieb, wo er war, nippte Teyla wieder an dem heißen Getränk. Nach und nach breitete sich eine wohltuende Wärme in ihrem Inneren aus, und sie spürte, dass sie langsam wieder zu Kräften kam.

    „Ach, Liebes“, Vala seufzte, ergriff ihre Hand und drückte sie aufmunternd, „es wird alles gut werden“, versicherte sie ihr und schloss sie in eine feste, freundschaftliche Umarmung. Tief einatmend lehnte Teyla sich an sie und erwiderte die Umarmung.

    „Ich freue mich für Dich, Teyla“, hörte sie Vala sagen und spürte, wie ihre Freundin ihr beruhigend über den Rücken strich. „Ein Kind ist etwas ganz Wundervolles, ganz egal wie die Umstände sein mögen.“

    „Ich wünschte nur, sie wären weniger… kompliziert“, entgegnete Teyla seufzend und löste sich von Vala, woraufhin diese sie mit einem mitfühlenden, aber auch vorsichtigen Lächeln bedachte.

    „Und es besteht kein Zweifel daran, dass er der Vater ist?“, fragte sie, während sie ihnen Tee nachschenkte.

    „Nein“, Teyla schüttelte bestürzt den Kopf und kniff die Lippen zusammen. Mit einem Mal waren ihre Finger eiskalt, als flösse kein Blut mehr durch sie hindurch, also legte sie die Hände um die Tasse, um sie daran zu wärmen.

    „Ich war mit keinem anderen Mann außer ihm zusammen“, fuhr sie schließlich fort. „Das Kind, das ich erwarte, ist von ihm.“

    Ihr Gegenüber musterte sie abwägend.

    „Was wirst Du jetzt tun?“

    Teyla zuckte mit den Achseln. Es war eine Frage, die sie sich, seit sie herausgefunden hatte, dass sie schwanger war, oft selbst gestellt hatte, doch bis jetzt hatte sie keine Antwort gefunden.

    „Ich weiß es nicht“, erwiderte sie Vala daher und strich mit dem Finger über den Rand ihrer Tasse. „Er ist fort. Ich weiß ehrlich nicht, was ich jetzt tun soll.“

    „Und er hat Dir nicht gesagt, wohin er geht?“ Unverständnis gepaart mit dem Anflug von Entrüstung schwang in Valas Stimme mit.

    „Nein, das hat er nicht“, antwortete Teyla, und ganz plötzlich krümmten sich ihre Lippen zu einem bitteren Lächeln. „Und auch wenn er es mir gesagt hätte, weiß ich nicht, ob das etwas ändern würde.“

    Vala zog die Augenbrauen zusammen und runzelte die Stirn.

    „Du willst dieses Kind doch… oder?“, fragte sie.

    Teyla öffnete den Mund, um ihr zu antworten, überlegte es sich dann aber anders und schloss ihn wieder und blieb Vala eine Antwort schuldig. Stattdessen legte sie eine Hand auf ihren noch ganz flachen Bauch, an die Stelle, wo sie ihr ungeborenes Kind vermutete. Es fiel ihr immer noch schwer, sich vorzustellen, dass in ihr tatsächlich ein richtiger kleiner Mensch heranwuchs, aber die Anzeichen- die Übelkeit am Morgen, das Ausbleiben ihrer Monatsblutung, das Ziehen in ihren Brüsten, die ständige Abgeschlagenheit- ließen sich nicht länger ignorieren.

    Sie war schwanger. Sie würde tatsächlich ein Kind bekommen. Ihr Kind. Johns Kind.

    Sie wusste sehr wohl, worauf Valas Frage abgezielt hatte, und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie sich eingestehen, dass sie die Möglichkeit in Betracht gezogen hatte. Es war schrecklich für sie gewesen, herauszufinden, dass John die Stadt verlassen hatte, und jetzt kam auch noch die Gewissheit hinzu, dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trug. Allein bei dem Gedanken daran, was die Leute von ihr denken würden, wurde Teyla angst und bange. Sie war nicht verheiratet und erwartete von einer flüchtigen Männerbekanntschaft, die noch in derselben Nacht die Stadt verlassen hatte, ein Kind; ihr guter Ruf stand auf dem Spiel. Natürlich hatte sie darüber nachgedacht, dem Ganzen… wie sagte man…
    ein Ende zu bereiten, und sie wusste, dass es in Abydos City jemanden gab, der ihr für wenig Geld dabei ‚behilflich‘ sein konnte, das Problem für immer aus der Welt zu schaffen…

    „Teyla?“ Vala, die ahnte, welchen schweren inneren Konflikt sie gerade zu bewältigen versuchte, legte eine Hand auf ihren Arm. Als Teyla daraufhin ihren Kopf ein Stück anhob und ihre Freundin ansah, fragte diese sie ohne jeden Vorwurf in der Stimme. „Willst Du dieses Kind?“

    Teyla streichelte ihren Bauch, und für den Bruchteil einer Sekunde stahl sich ein Lächeln auf ihre Lippen, als sie sich nämlich vorzustellen versuchte, wie ein Kind von John und ihr wohl aussehen würde. Dann verschwand das Lächeln so schnell, wie es aufgetaucht war.

    Valas Frage hing immer noch in der Luft, und Teyla schaute auf ihre Hände hinunter, als fände sie dort eine Antwort.

    Eine Antwort, die sie, wenn sie ganz ehrlich war, schon längst wusste, sich bisher aber nicht auszusprechen getraut hatte.

    „Ja“, sagte sie schließlich, und noch während sie dieses eine, womöglich alles entscheidende und alles verändernde Wort aussprach, wusste sie, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. „Ich will dieses Kind.“




    ooOOoo



    Athos Creek, Gegenwart



    „Wann genau hattest Du vor, mir zu sagen, dass ich einen Sohn habe?“ Die Worte ertönten wie ein Donnerhall, und Teyla spürte, wie ihr Herz einige Schläge aussetzte, bevor es im stolpernden Takt wieder seine Arbeit aufnahm. Johns Miene war absolut undurchdringlich, nur seine Augen verrieten die brodelnden Emotionen, die er in diesem Moment nur unterdrückte, weil der Anstand es verlangte. Er hätte sie anschreien können, tat es aber nicht. Dennoch beschleunigte Teylas Atem sich, und ihr Herz pochte so laut, dass sie befürchtete, ihr Gegenüber könnte es hören. Dies war der Moment, vor dem sie sich all die Jahre gefürchtet hatte, und es gab kein Entkommen. Johns breite Schultern versperrten die Tür und somit ihre einzige Möglichkeit, dieser unangenehmen Situation zu entfliehen, und selbst wenn sie es darauf angelegt hätte, wäre sie keinesfalls einfach so an ihm vorbeigekommen; er überragte sie um mindestens einen Kopf und war um einiges stärker als sie.

    Aber allem voran schien er entschlossen zu sein, die Wahrheit zu erfahren.

    „Schau mich an“, befahl er ihr, und nach kurzem Zögern tat Teyla, wie ihr geheißen, und sah ihn an. Seine Stimme war ruhig und obschon er bemüht war, es nach außen hin nicht zu zeigen, wusste sie, dass er wütend war. In der Ader an seiner Schläfer pochte das Blut, und seine Schultern waren verspannt. Er fixierte sie mit versteinerter Miene, und seine Augen glühten tief in ihren Höhlen. So, wie er sie jetzt ansah, erinnerte er sie verrückterweise an Torren; ihr Sohn pflegte ihr einen ähnlichen Blick zu zuwerfen, wenn er nicht bekam, was er wollte.

    Teyla schluckte und blinzelte, woraufhin Johns Miene sich erneut verschloss. Sein Blick umwölkte, und das Feuer in seinen Augen erlosch.

    „Es ist also wahr“, sagte er tonlos, stieß sich mit den Ellenbogen vom Türrahmen ab und kam langsam auf sie zu. Er schien ihr dieses Mal bewusst keine Frage gestellt zu haben, und da Teyla wusste, dass es keinen Zweck mehr hatte, die Wahrheit länger zu verleugnen, nickte sie. Das Spiel war aus, die Würfel waren endgültig gefallen…

    „Ja, es ist wahr“, entgegnete sie und reckte ihr Kinn etwas höher, als er dicht vor sie trat und über ihr aufragte. Ihre Augen brannten sich tief in die seinen, als sie sagte: „Du hast einen Sohn.“

    John stieß hörbar den Atem aus.

    „Ich habe einen Sohn“, wiederholte er, und das Leben kehrte in sein Gesicht zurück. Er blinzelte hektisch, machte dann plötzlich einen Schritt zurück und fuhr sich mit der Hand durch Haar, murmelte etwas, das nach einem Fluch klang. Kopfschüttelnd drehte er sich um und ging ein paar Schritte, um das Gesagte zu verdauen. Plötzlich blieb er stehen, und Teyla konnte hören, wie er tief durchatmete, und sah die fahrige Geste, mit der er sich über den Nacken rieb. Dann drehte er sich um und sah sie durch zusammengekniffene Augen an.

    „Hattest Du vor, es mir überhaupt zu erzählen?“, fragte er, seine Stimme klang jedoch nicht wütend, sondern traurig und enttäuscht. Er zog seine dunklen Augenbrauen zusammen und legte die Stirn in Falten. „Denkst Du nicht ich wäre irgendwann von selbst darauf gekommen?“

    Sein Schatten fiel auf sie, und Teyla blickte zu ihm empor. Zum ersten Mal betrachtete sie ihn jetzt genauer. Er hatte sich verändert, war älter geworden. Sein dichtes, dunkles Haar begann an den Schläfen bereits leicht an Farbkraft zu verlieren und zu ergrauen, und kleine Fältchen hatten sich rund um seine haselgrünen Augen eingegraben, aber seine ausgeprägten, attraktiven Gesichtszüge waren noch dieselben. Auch seinen schlanken, sehnigen Körperbau hatte er über die Jahre nicht einbüßen müssen, obschon seine Schultern und Arme nicht mehr ganz so muskulös wie früher waren. Dessen ungeachtet war er im Vergleich zu den Männern, denen sie sonst begegnete, geradezu unverschämt gut aussehend. Seine Kleidung war auffallend elegant und wirkte teuer. Er trug einen dunkelbraunen Frackmantel aus Schurwolle, der vermutlich ein kleines Vermögen gekostet hatte, dazu ein gebügeltes, gestärktes schneeweißes Hemd, darüber eine farblich zum Mantel passende, doppelreihig geknöpfte Samtweste, eine dunkle Hose und Lederstiefel.

    Teylas Blick huschte wieder hinauf zu seinem Gesicht. Als sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, hatte er einen Bart getragen; jetzt war sein Gesicht, bis auf einige wenige dunkle Bartstoppeln seitlich an den Wangen, am Kinn und über seinen Lippen, glatt rasiert, was ihn gleichzeitig jünger und attraktiver machte.

    „Wieso hast Du nichts gesagt?“, fragte John noch einmal und musterte sie auf dieselbe eindringliche Art und Weise wie es auch Torren immer zu tun pflegte. Es war geradezu unheimlich, wie sehr sich die beiden ähnelten, und auf einmal überkam Teyla ein beengendes Angstgefühl und sie fragte sich, was wohl geschehen würde, wenn Vater und Sohn das erste Mal aufeinander treffen würden. Sie hatte Torren nie gesagt, wer sein Vater war; schlimmer noch, sie hatte ihren Sohn in dem Glauben gelassen, dass sein Vater tot sei. Sie hatte ihn belogen, da sie nicht damit gerechnet hatte, dass John jemals nach Athos Creek zurückkehren und die Wahrheit erfahren würde.

    Die Gedanken begannen in ihrem Kopf umherzuwirbeln, und mit einem Mal fühlte sie sich schwach und schwindelig, und die Welt begann sich um sie herum zu drehen. Sie sah, wie sich Johns Lippen erneut bewegten, doch das laute Summen in ihren Ohren übertönte seine besorgte Stimme. Sie kniff die Augen zusammen und bewegte den Kopf, versuchte die Benommenheit, die sie befallen hatte, abzuschütteln. Plötzlich spürte sie eine stützende Hand unter ihrem Ellenbogen.

    Vorsichtig legte John seinen Arm um ihre Taille, doch sein Griff verfestigte sich rasch, als ihre Knie unter ihr nachgaben.

    „Komm“, sagte er und wollte sie zur Treppe hinüber führen, damit sie sich einen Augenblick setzen konnte, doch Teyla schüttelte den Kopf.

    „Es geht schon wieder“, meinte sie und versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, doch John hielt sie fest und starrte sie durchdringend an. Sein Blick glitt langsam über ihr Gesicht, und schließlich öffnete er den Mund, so, als wolle er etwas sagen, und doch kam kein Wort über seine fein geschwungenen Lippen. Plötzlich berührte etwas Warmes sanft ihr Gesicht, und Teyla erschauderte, als John mit seinem Daumen über ihre Wange strich.

    „Bitte… nicht“, flüsterte sie und schüttelte wieder den Kopf, doch ihr Gegenüber ignorierte ihren Einwand, legte einen Finger unter ihr Kinn und hob es sachte an.

    „All die Jahre…“, seufzte er, und Teyla spürte seinen warmen Atem auf ihren Lippen. Johns Augen flackerten unruhig, während er nach den richtigen Worten zu suchen schien.

    „Bitte, John“, flehte Teyla, „lass mich los.“ Ihr Herz begann schneller zu schlagen und sie spürte, wie ihr Körper sich versteifte. Obwohl sie sich sträubte, ließ John nicht von ihr ab, und Teyla erschauderte, als er begann, sie an sich zu ziehen.

    „Nein“, zischte sie, stemmte beide Hände gegen seine Brust und schob ihn von sich weg. Sie hatte keine Ahnung, was er beabsichtigte, sie wusste lediglich, dass sie seine Berührung nach wie vor nicht ertragen konnte. Selbst seine Nähe war ihr plötzlich unangenehm, und der feinherbe Duft seines Rasierwassers schnürte ihr die Kehle zu.

    „Teyla…“ John langte nach ihr, doch seine Hände griffen ins Leere.

    „Wag es ja nicht, dieses Spiel noch einmal mit mir zu spielen!“, knurrte sie und funkelte ihn finster an.

    „Bitte... Teyla, es… es tut mir leid“, beteuerte er und sah sie mit flehendem Blick an. „Bitte… bitte, lass es mich Dir doch erklären. Ich wollte nicht-“

    Was wolltest Du nicht, John?“, fiel Teyla ihm aufgebracht ins Wort. Sie war im Flur einige Schritte auf und ab marschiert, um sich zu beruhigen, wirbelte jetzt jedoch herum und ging mit anklagend erhobenem Zeigefinger auf ihn los. „Du hast mir damals etwas vorgemacht. Du hast mich angelogen“, schimpfte sie.

    „Ich habe Dich zu keiner Zeit angelogen, Teyla“, verteidigte sich John.

    Teyla zog die Augenbrauen hoch.

    „Ach nein, wirklich nicht?“, erwiderte sie. „Und das soll ich Dir jetzt glauben, John Sheppard?“

    „Ja, Herrgott, das sollst Du“, rief ihr Gegenüber aufgebracht. Er hatte Mühe, seine Stimme gesenkt zu halten, und fuhr sich verzweifelt durchs Haar. „Wenn Du mich doch nur anhören würdest- ich kann Dir alles erklären, Teyla. Bitte... hör mir zu“, wiederholte er, doch Teyla schüttelte den Kopf.

    „Dafür ist es jetzt zu spät, John“, sagte sie gepresst und wandte ihren Blick zur Seite. „Du hattest sechs Jahre Zeit, es mir zu erklären… Jetzt ist es zu spät.“ Sie drehte sich um und wollte gehen, doch auf einmal spürte sie, wie John sie am Arm festhielt.

    „Was ist mit dem Jungen?“, rief er. „Wirst Du mir wenigstens erlauben, ihn zu sehen?“, fragte er, und in seiner Stimme schwang eine gewisse Verzweiflung mit. Teyla seufzte innerlich, denn ihr war bewusst, dass sie John diese Bitte anders als jene, ihr zu erklären, warum er Athos Creek damals verlassen hatte, nicht abschlagen konnte. Die Vorstellung, jedoch, wie ihr Sohn reagieren würde, wenn er herausfand, dass sie ihn sein ganzes Leben lang belogen hatte, beunruhigte sie zutiefst. Torren war ein sehr feinfühliges Kind und er hatte in seinem Leben bereits weitaus mehr durchmachen müssen als gut für ihn war. Sie war nicht in der Lage, sich ausmalen, wie ihn diese neue Veränderung beeinflussen würde. Nur der Herrgott im Himmel allein vermochte zu sagen, was geschehen würde, wenn ihr kleiner Junge nach all dieser Zeit die Wahrheit erfuhr…

    Andererseits konnte sie John das Recht, seinen Sohn zu sehen, nicht so einfach verwehren. Er war der Vater des Jungen und nur, weil sie nichts mit ihm zu tun haben wollte, konnte sie ihm nicht den Umgang mit Torren verbieten. Sie hatte am eigenen Leib erfahren müssen, was es bedeutete, mit nur einem Elternteil aufzuwachsen. Ihre Mutter war wenige Tage nach ihrer Geburt dem Kindbettfieber zum Opfer gefallen und ihr Vater hatte sie allein großziehen müssen. Das Leben hatte es nicht immer gut mit ihrer Familie gemeint, und ihr Vater und sie hatten schwere Zeiten durchleben müssen. Wie oft hatte sie sich nach der tröstenden Umarmung ihrer Mutter gesehnt; ihr Vater hatte sein Bestes getan, aber es war einfach nicht dasselbe gewesen. Obwohl sie ihre Mutter nie kennengelernt hatte, fehlte sie ihr.

    Und Torren fehlte sein Vater. Teyla seufzte. Es war nicht das erste Mal, dass sie, wenn sie über Torren nachdachte, im gleichen Gedankengang an ihre eigene Kindheit erinnert wurde. Doch anders als sie würde Torren vielleicht die Gelegenheit bekommen, seinen Vater kennenzulernen. Es lag ganz bei ihr. Sie musste Johns Bitte nur zustimmen…

    „Teyla?“ Johns nervöse Stimme riss sie aus den Gedanken. Sie schluckte. Es lag an ihr. Sie musste nur zustimmen.

    Sie zögerte noch einen Moment lang, doch dann begann sie langsam, ganz langsam zu nicken.

    „Ich werde Dir erlauben, ihn zu sehen“, sagte sie schließlich, woraufhin Johns rechter Mundwinkel leicht nach oben zuckte. Er machte einen Schritt auf sie zu, blieb jedoch sofort stehen, als sie die Hand hob und ausstreckte, um ihn auf Abstand zu halten, da sie seine Nähe immer noch nicht ertragen konnte.

    „Unter einer Bedingung“, ließ sie verlauten, bevor er sich falsche Hoffnungen zu machen begann. Sie wartete, bis ihr Gegenüber ihr signalisierte, dass er verstanden hatte. Erst dann fuhr sie fort. „Ich erlaube Dir, ihn zu sehen, allerdings werde ich festlegen, wann und wo dieses Treffen stattfinden wird.“

    John nickte.

    „Und natürlich werde ich auch bei dem Treffen anwesend sein“, fügte sie hinzu.

    „Selbstverständlich“, erwiderte John, wirkte erleichtert und lächelte. „Danke“, sagte er, „das bedeutet mir wirklich sehr viel.“

    „Es ist nicht so, dass Du es verdient hättest“, machte Teyla ihm unmissverständlich deutlich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du hast Dich sechs Jahre lang nicht um uns geschert und es wäre mein gutes Recht, Dich dafür zum Teufel zu jagen- aber es geht hier um Torren, nicht um mich. Er sollte wissen, wer sein Vater ist.“

    „Torren?“ Johns rechte Augenbraue bewegte sich langsam nach oben, bis sie beinahe unter seinem Haaransatz verschwand. „Ist das… sein Name?“, fragte er. „Torren?“

    „Ja“, antwortete Teyla, „das ist sein Name.“

    „Du hast ihn nach Deinem Vater benannt“, sagte John plötzlich, und Teyla zuckte überrascht zusammen. Sie erinnerte sich nicht daran, ihm je von ihrem Vater erzählt zu haben.

    „Ja, wie mein Vater“, erwiderte sie leise und sah ihn an. Für einen Moment standen sie sich schweigend gegenüber, bis John sich unvermittelt räusperte.

    „Ich sollte jetzt besser gehen, bevor mein Bruder noch die Kavallerie los schickt, um nach mir zu suchen“, meinte er und grinste schwach. Teyla begleitete ihn bis zur Hintertür am Ende des Flurs. „Ich wollte nicht, dass es so zwischen uns endet“, sagte John, bevor sie sich voneinander verabschiedeten. „Es tut mir so unendlich leid, Teyla. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Du Dich damals gefühlt haben musst.“

    „Du hast Recht“, erwiderte Teyla, entriegelte die Tür und trat einen Schritt zurück, „das kannst du nicht.“

    „Werden wir je darüber reden können?“, fragte John. „Bitte, ich möchte Dir so gern alles erklären.“

    Ein gequältes Lächeln schob sich auf Teylas Lippen.

    „Ach, John“, seufzte sie, „was gibt es da noch zu bereden? Du hast Dich schon vor langer Zeit gegen mich und für Dein altes Leben entschieden.“

    „Das ist nicht wahr“, setzte ihr Gegenüber zum Protest an, doch Teyla schüttelte den Kopf und brachte John mit einer Handbewegung zum Verstummen.

    „Du solltest jetzt besser gehen“, sagte sie und hielt ihm die Tür auf. John zögerte, also wiederholte sie ihre Bitte mit etwas mehr Nachdruck. „Geh jetzt.“

    John seufzte und als ihm dämmerte, dass er an dieser Stelle nichts mehr bewirken konnte, verzog sich sein attraktives Gesicht vor Schmerz und Bedauern. Wortlos ging er zur Tür hinaus, und Teyla sah ihm nach, doch er drehte sich nicht noch einmal um. Er verschwand um die Ecke. Kurz darauf ertönte Hufgeklapper, und Teyla beobachtete vom Türabsatz aus, wie John sein Pferd auf den staubigen Hauptgeschäftsweg von Athos Creek lenkte. Er schien es nicht eilig zu haben, hielt den Wallach mit dem schwarz-glänzenden Fell im Schritt und ritt mit nachdenklicher Miene die Straße entlang. Teyla schaute ihm nach, bis sie nur eine schmale Silhouette am Horizont sah. Sie wusste, dass sie ihn schon sehr bald wiedersehen würde. John Sheppard hatte einen Weg zurück in ihr Leben gefunden, und Teylas Herz begann hinsichtlich dieser Tatsache aufgeregt in ihrer Brust zu flattern.

    Tief Luft holend drehte sie sich um und ging ins Haus zurück. Vala erwartete sie bereits ungeduldig und kam sofort zu ihr geeilt, als sie den Schankraum betrat.

    „Und?“, fragte sie und hing erwartungsvoll an Teylas Lippen, bereit, jedes noch so kleine Detail begierig in sich aufzusaugen.

    Doch Teyla schüttelte nur den Kopf und drehte sich zum Tresen, sodass ihre Freundin das kleine Lächeln, das im nächsten Augenblick über ihre Lippen geisterte, nicht bemerkte.




    ooOOoo


    Athos Creek, 1881



    „Sie müssen pressen, Teyla, viel stärker pressen! Ich sehe Ihr Baby! Nur noch ein paarmal kräftig pressen, dann können Sie es in den Armen hielten“, rief Jennifer McKay ermutigend, doch Teyla schwang wimmernd den Kopf von rechts nach links. Tränen trübten ihre Sicht und brannten in ihren Augen und auf ihren Wangen.

    „Ich kann nicht“, schluchzte sie und schloss die Augen, das Nachthemd, welches sie trug, von Schweiß und ihren Tränen getränkt. „Ich kann nicht mehr“, stöhnte sie, legte ihre Hände an das Fußende des Bettes und klammerte sich erschöpft an das Holz. Ein verängstigtes Wimmern drang über ihre Lippen, als sie spürte, wie das Gewicht ihres Kindes sich erneut verlagerte und unaufhörlich weiter nach unten drückte.

    „Vala…“

    „Ich bin hier, Liebes“, ertönte es rechts von ihr, und ihre Freundin, die seit Stunden unermüdlich an ihrer Seite weilte, rieb ihr den Rücken, der so sehr schmerzte, dass Teyla glaubte, er sei gebrochen.

    „Mach, dass es aufhört“, jammerte sie und drückte ihre heiße Stirn gegen die Matratze. „Bitte, es soll aufhören. Ich.. ich kann nicht... nicht…“ Wieder durchfuhr sie eine heftige Wehe, und sie verzog das Gesicht zu einer schmerzverzerrten Miene und stöhnte in die Laken.

    „Helfen Sie mir, sie aufzurichten“, hörte sie Jennifer rufen. „Es wird leichter für sie, wenn sie sich hinhockt.“

    Widerstandslos tat Teyla, wie ihr geheißen und unterstützte Jennifer und Vala so gut, wie sie konnte. Mit gespreizten Beinen hockte sie sich auf das Bett und verkrallte sich in den Stoff von Valas Bluse, als diese einen Arm um ihren Leib schlang und sie im Rücken stützte.

    „Du schaffst das“, sagte sie zuversichtlich und wischte ihr mit einem feuchten Tuch den Schweiß von der Stirn. „Ich weiß, dass Du das kannst. Du wirst sehen, es wird herrlich sein, wenn Du Dein Kleines in den Armen halten wirst.“

    Teyla versuchte zu lächeln, doch genau in diesem Augenblick kündigte sich eine weitere schmerzhafte Kontraktion an.

    „Das…. Baby kommt… jetzt“, japste sie, ehe sie laut aufschrie, vor Schmerz, aber auch aus Angst. Um ein Haar wäre sie wieder nach vorne gekippt, doch Vala hielt sie fest, als der Wehenschmerz die durchfloss wie ein heißer Strom. Aus ihrem tiefsten Inneren heraus, begann sie auf einmal den extremen Drang, zu pressen, zu verspüren.

    Also tat sie es.

    „Ja, sehr gut, Teyla“, rief Jennifer und setzte sich neben sie auf das Bett. „So ist es gut. Nur weiter so. Bleiben Sie noch etwas dabei… genau dort, wo Sie den Druck spüren…“

    Teyla nickte und holte noch einmal tief Luft, klammerte sich an Vala, drückte das Kinn auf den Brustkorb und presste mit aller Macht, als die Wehe auf ihrem Höhepunkt war.

    „Sehr gut! Das Köpfchen des Babys ist draußen“, verkündete Jennifer freudestrahlend. „Jetzt nicht mehr pressen, nur noch leicht hecheln. Ich glaube beim nächsten Mal schaffen wir es.“

    „Gleich hast Du es geschafft“, flüsterte Vala in ihr Ohr, und Teyla nahm alle Kraft, die ihr noch geblieben war, zusammen, nicht zu pressen, obwohl sie den beinahe übermächtigen Drang verspürte. Sie sah, wie Jennifer dem Baby einen Finger an den Hals legte, wohl um sich zu vergewissern, dass sich die Nabelschnur nicht darum geschlungen hatte, dann befreite sie Mund und Nase des Babys von Schleim, damit es atmen konnte.

    „Na schön, Teyla, jetzt dürfen Sie pressen, aber nur einmal ganz kurz“, wies sie sie an, und Teyla setzte sich auf und presste ein allerletztes Mal mit all ihrer Kraft. „Und da kommt es“, rief Jennifer aufgeregt, nahm den Kopf des Babys und drehte ihn sacht. Die eine Schulter zeigte sich, dann die andere. Teyla riss die Augen weit auf und sah hin, denn sie wollte miterleben, wie ihr Kind auf die Welt kam. Langsam glitt der winzige Körper des Babys in Jennifers wartende Hände, und im selben Moment endeten die Schmerzen abrupt, und Teyla sank erschöpft in Valas Arme zurück und schloss die Augen.

    „Es ist ein Junge“, ließ Jennifer überglücklich verlauten. „Sie haben einen Sohn, Teyla“, verkündete sie, band mit einem Stück Schnur, welches sie sich bereitgelegt hatte, die Nabelschnur ab und durchtrennte sie mit einer Schere. Die Zeit schien stehenzubleiben, und Teyla wusste nicht, wie lange sie heftig nach Atem ringend da lag, ehe endlich ein lauter, zorniger Schrei die Stille zerriss und die Ankunft ihres Sohnes kundtat.

    „Ich will ihn sehen“, flüsterte sie.

    „Das sollen Sie“, erwiderte Jennifer, nahm ein Handtuch zur Hand und wischte dem Baby das Gesicht sauber, bevor sie es darin einwinkelte. „Dem Schreien nach zu urteilen, scheint er gesund und munter zu sein“, lachte sie und reichte ihr schließlich das Baby. „Hier haben Sie den kleinen Mann.“

    Überwältigt schloss Teyla das zappelnde und lautstark plärrende Bündel in ihre Arme und in der Sekunde, als sie zum allerersten Mal in das zerknautschte Gesicht ihres Sohnes blickte, war all das Leid der letzten Stunden vergessen und die Schmerzen waren nur noch eine verblassende Erinnerung.

    „Hallo, mein Kleiner“, begrüßte sie ihren Sohn ergriffen und betrachtete ihn voller Stolz. Eine süße Stupsnase, an den Händen zehn Finger, an den Füßen zehn Zehen. Er schien unversehrt und alles war dort, wo es sein sollte.

    Er war perfekt!

    Sein kleines, rundes Gesicht war rot und schrumpelig, die Augen dunkel und halb zusammengekniffen, und er protestierte lautstark gegen die kalte, ungemütliche Welt, in die er hineingeboren worden war.
    Tränen der Erleichterung liefen über ihre Wangen, und Teyla drückte ihren Sohn liebevoll an sich, küsste seine feuchte, runzlige Stirn und atmete tief seinen honigsüßen, warmen Duft ein.

    „Willkommen auf der Welt, mein Engel“, säuselte sie, woraufhin die empörten Schreie des Babys leiser wurden und es seinen Kopf in die Richtung drehte, aus der ihre Stimme kam. Langsam öffnete ihr Sohn seine Augen, die noch dunkel waren, aber später einmal- und da war Teyla sich sicher- dieselbe Farbe wie die Augen seines Vaters haben würden. Traurig streichelte sie über das dunkle, flaumige Haar des Babys.

    „Ich wünschte, er wäre hier“, flüsterte sie, mehr zu sich selbst, aber Vala, die noch immer hinter ihr saß und sie stützte, hatte sie trotzdem gehört.

    „Wo auch immer er ist, er wird an Dich denken“, sagte sie zuversichtlich und küsste Teyla auf den Haaransatz. „Er wäre bestimmt unendlich stolz auf euch zwei.“

    Teyla kämpfte tapfer gegen die Tränen an und nickte.

    „Vermutlich ja“, wisperte sie und blickte auf ihren Sohn hinab, der seinem Vater so sehr ähnelte, dass es beinahe wehtat.

    „Haben Sie sich denn schon für einen Namen entschieden?“, fragte Jennifer, die jetzt am Fußende des Bettes saß.

    „Ja, das habe ich“, antwortete Teyla und wiegte ihren Sohn, dessen Augen in der Zwischenzeit wieder zugefallen waren, liebevoll in ihren Armen. „Torren“, sagte sie und drückte seufzend ihr schlafendes Baby an ihre Brust.

    Vala lächelte sanft.

    „Wie Dein Vater.“

    „Und wie sein Vater“, ergänzte Teyla und küsste das zur Faust geballte Händchen ihres Sohnes. „Sein Name ist Torren John Emmagan…“



    Fortsetzung folgt…


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