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Interviews

Sally Malcolm im SG-P -ExklusivInterview
11 / 2015

Im Fandemonium-Verlag erscheinen die englischsprachigen Romane zu "Stargate". Egal ob SG-1, Atlantis, oder Universe, zu allen Inkarnationen von "Stargate" gibt es auch etwas zu lesen. Was nicht viele wissen, ist, dass wir diese Romane Sally Malcolm verdanken, die den Fandemonium Verlag gegründet hat. Und auch heute noch erscheinen immer neue Geschichten im Stargate-Universum.

Sally Malcolm nahm sich die Zeit, um einige unserer Fragen zu beantworten und gibt uns einen Eindruck, wie es hinter den Kulissen von Fandemonium zugeht.

Interview geführt von: Nicole Sälzle (shadow-of-atlantis) & Yvonne Sälzle (RodneysGirl)
Übersetzung von: Nicole Sälzle (shadow-of-atlantis)

Cover: Copyright Fandemonium

Deutsch


Stargate-Project.de: Gleich zu Beginn: Könntest Du Dich in eigenen Worten kurz vorstellen und uns etwas über Dein Leben und Deine Karriere erzählen?

Sally Malcolm: Hallo! Mein Name ist Sally Malcolm. Ich bin die leitende Redakteurin von Fandemonium Books – dem Herausgeber der Romane, die auf „Stargate SG-1“ und „Stargate: Atlantis“ basieren.
Ich bin als „Star Wars“-Fan aufgewachsen und habe mit meiner Sammlung von „Star Wars“-Actionfiguren Geschichten kreiert. Ich liebe Geschichte und habe sowohl einen Abschluss in Amerikanischer Geschichte & Politik und in moderner Geschichte. Meinen Mann lernte ich während meines Studiums an der University of Texas kennen. Wir leben mit unseren beiden Kindern derzeit in London.

SG-P: Wie kamst Du dazu, fiktive Geschichten zu schreiben und wann hast Du damit begonnen, Geschichten aus dem „Stargate“-Universum zu schreiben?

Sally: Mit dem Schreiben von fiktiven Geschichten habe ich als Teenager begonnen. Zum Glück war das noch in der Zeit vor dem Internet und keine davon hat jemals das Licht der Welt erblickt! Bevor ich auf „Stargate“ stieß, habe ich mich eine Weile mit Fan Fictions zu anderen Serien ausgetobt, „Emergency Room“ und „Star Trek: Voyager“. Aber es war „Stargate: SG-1“, das mich letztlich der Schreiberei verfallen ließ.
Auf die Serie stieß ich zum ersten Mal, nachdem meine Tochter im Jahr 1999 zur Welt kam und ich im Mutterschaftsurlaub zuhause war. Ich war schon bald süchtig nach der Serie und schaute online nach einer Dosis Fan Fiction. Ich war begeistert, dass es zu der Serie ein so aktives Fandom gab und habe mich sogleich hineingestürzt. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele „Stargate“-Fan-Fictions ich damals schrieb, aber es waren viele!


SG-P: Könntest Du uns bitte ein wenig davon erzählen, wie es war mit „Fandemonium“ zu beginnen?

Sally: Fandemonium Books zu gründen, war eine der seltenen Chancen, die sich ausbezahlt haben. Wir haben MGM im Jahr 2003 kontaktiert, ob die Möglichkeit bestünde, Bücher basierend auf „Stargate SG-1“ zu veröffentlichen. Zu dieser Zeit waren ein paar Bücher erschienen, aber es war bereits offensichtlich, dass (von dieser Seite aus) keine neuen Romane erscheinen würden.
Wir hatten damals nicht wirklich damit gerechnet, dass wir von MGM auf unsere Anfrage hin eine Antwort erhalten würden. Ihr könnt euch also vorstellen, wie überrascht wir waren, als uns MGM plötzlich anrief und uns in deren Büro im Vereinigten Königreich einlud. Es war unglaublich aufregend und nervenaufreibend, aber wir wussten, dass diese Chance zu groß war, als dass wir sie verpassen wollten. Daher entschieden wir, dass wir uns darauf einlassen und abwarten wollten, was geschehen würde.
Einige hektische Monate später besaßen wir dann die Lizenz, im Vereinigten Königreich Romane zu „Stargate: SG-1“ zu veröffentlichen und Fandemonium Books legte los. Es war die reinste Achterbahnfahrt, aber nun sind es schon 11 Jahre und wir sind noch immer fleißig dabei!

SG-P: Was sind Deine Hauptaufgaben in Deiner Position als Redaktionsleiterin und Mitinhaberin von Fandemonium?

Sally: Meine Hauptaufgabe ist es, die Aufgaben an die Autoren zu verteilen, Rahmenhandlungen abzusegnen, Manuskripte zu redigieren und dann mit den Autoren während des Freigabeprozesses zusammenzuarbeiten.
Ich arbeite auch eng mit unserer Cover-Designerin Lindsay und mit MGM zusammen. Alle unsere Manuskripte werden von MGM abgesegnet. MGM sendet die Manuskripte mit Kommentaren und Anliegen zurück, die wir berücksichtigen müssen, ehe ein Buch veröffentlicht werden kann. Zusätzlich, wenn ich Zeit habe, schreibe ich selbst einige Bücher.


SG-P: Soweit wir wissen, müssen die Geschichten in den „Stargate“-Romanen von MGM genehmigt werden. Wie streng sind die Auflagen, die ihr von ihnen erhaltet?

Sally: Abgesehen vom Umfang der Bücher gibt es von MGM eigentlich nur zwei Auflagen:
Zum einen müssen die Bücher das Gefühl und die Integrität der Serie wiedergeben – und das in Sachen Sprache, dem Maß der Gewalt, dem Storykonzept und der Charakterzeichnung. Sie müssen sich wie „Stargate“ anfühlen. Es ist wichtig, dass ein Leser beim Griff zu einem unserer Bücher das Gefühl bekommt, etwas zu lesen, das genauso gut auf dem TV-Bildschirm passieren könnte.
Zum anderen können die Bücher nichts permanent ändern, dass in der Serie geschehen ist – auch wenn wir einigen Spielraum haben, was Bücher betrifft, deren Handlung nach dem Ende der Serie einsetzt.

SG-P: Da viele deutsche Leser die englische Sprache nicht gut genug beherrschen, als dass sie die Romane lesen könnten, erhalten wir immer wieder eine Frage, die wir gerne an Dich weiterreichen möchten: Gibt es Pläne, die „Stargate“-Romane ebenso in Deutsch (und anderen Sprachen) zu veröffentlichen? Und wenn dies der Fall ist: Wann können Fans damit rechnen?

Sally: Wir wissen, wie beliebt „Stargate“ in Deutschland ist. Und wir brennen darauf, einen deutschen Verlag zu finden. Aktuell liegt uns kein Datum vor, aber wir werden euch mit Sicherheit wissen lassen, sobald wir Neuigkeiten für euch haben. Wir hören euch!

SG-P: Wie viel recherchierst Du für deine Bücher? Wie wichtig ist es für Dich, das Gleichgewicht zu halten, sodass zwar eine realistische Atmosphäre aufgebaut wird, aber zugleich auch der fiktionale Fantasy oder Science-Fiction-Faktor wie bei „Stargate“ und deinen anderen Büchern zum Tragen kommt?

Sally: Eines der Dinge, die „Stargate“ so spannend machen, ist der Gedanke, dass alles im Hier und Jetzt geschieht, um uns herum. Für jeden unserer Autoren ist es daher wichtig, dass sich die Bücher anfühlen, als würden sie in der Realität spielen. Da die Serien jedoch in den späten 90ern und frühen 2000ern handelten, müssen wir allerdings auch darauf achten, dass wir die Technologie der Erde richtig hinbekommen – wir können Jack O'Neill nicht mit einem iPhone herumlaufen lassen! Deshalb recherchieren wir oft, was auf der Erde zu der Zeit geschah, in der die Bücher spielen, um sicherzustellen, dass sie authentisch sind. Diese Details sind wichtig, ebenso wichtig, wie die wissenschaftlichen Aspekte plausibel darzustellen – selbst wenn sie nicht echt sind!
Andererseits ist es wichtig, eine spannende Science-Fiction-Geschichte zu erschaffen, die sich wie „Stargate“ anfühlt (nicht wie „Star Trek“). Deshalb müssen wir auch Mythologie und andere Elemente aus dem „Stargate“-Universum nachschlagen, die die Serie so einzigartig machen. Viele unserer Autoren interessieren sich sehr für Geschichte und das hilft natürlich, wenn man für Stargate schreibt.

SG-P: Du hast ebenfalls Geschichten für die Hörbücher von Big Finish geschrieben. Wie war es, diese Geschichten von einem der Seriendarsteller vorgelesen zu hören?

Sally: Es war fantastisch! Als ich meine Ausgabe des ersten Hörbuchs, das ich schrieb (Gift of the Gods gelesen von Michael Shanks) erhielt, war ich so nervös, dass ich mich, um es anzuhören in ein dunkles Zimmer gelegt habe! Aber ich war absolut begeistert davon, wie es schließlich klang; so viel besser, als ich es mir vorgestellt hatte. Es ist sicherlich etwas wahres an dem Spruch: Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile.
Tatsächlich war ich sogar im Studio als Michael Shanks die Geschichte aufnahm. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Er war sehr nett und meinte, dass ich Daniels „Stimme“ genau getroffen hätte, was natürlich fantastisch war!

SG-P: Du schreibst nicht alle Romane allein. Wie ist es, mit einem anderen Autor / einer anderen Autorin zusammenzuarbeiten?

Sally: Meine Partnerin beim Schreiben, Laura Harper, und ich schreiben viel zusammen und wir finden, dass uns dies beim Schreibprozess sehr hilft. Wenn wir eine Geschichte ausarbeiten, nutzen wir Instant Messaging, da wir so unsere Ideen beim Brainstorming aufzeichnen können. Eine von uns verfasst dann die Rahmenhandlung, die wir dann zu einer Kapitel-für-Kapitel-Handlung ausarbeiten. Dann legen wir fest, wer von uns welches Kapitel schreibt – manchmal wechseln wir uns Kapitel für Kapitel ab, manchmal möchte eine von uns eine bestimmte Szene schreiben und manchmal schreiben wir getrennt nach Handlungssträngen. Es kommt immer darauf an, was bei der Geschichte, an der wir gerade arbeiten, am besten funktioniert. Wir tauschen während des Schreibens aber Szenen und Kapitel aus, damit wir stets wissen, wie sich die Geschichte genau entwickelt.
Ich finde es wirklich hilfreich, mit jemandem zusammenzuarbeiten – und selbst wenn wir getrennt arbeiten, diskutieren Laura und ich unsere Ideen und lesen und redigieren die Arbeiten des jeweils anderen. Eigentlich finde ich es mittlerweile sogar ziemlich schwierig, allein zu schreiben!

SG-P: Obwohl die Serien abgesetzt wurden, veröffentlicht ihr weiterhin neue Romane. Würdest du sagen, dass noch immer großes Interesse an neuen „Stargate“-Abenteuer besteht?

Sally: Ja! „Stargate“-Fans sind der Serie gegenüber unglaublich loyal. Ich denke, dass „Stargate SG-1“ und „Stargate: Atlantis“ ein solch wundervolles Universum an endlosen Möglichkeiten erschaffen haben. Als wir entdeckten, dass das „Stargate“ nicht nur nach Abydos führt, eröffnete sich uns ein gesamtes Universum – und das ist die perfekte Möglichkeit, Geschichten zu schreiben.
Für mich ist aber noch wichtiger, dass die Schöpfer der Serie und die wundervollen Schauspieler Charaktere erschaffen haben, die von den Fans geliebt werden – wirklich geliebt. Wir wollen sie einfach noch nicht gehen lassen! Also, ja, es gibt noch jede Menge Interesse für neue Geschichten über unsere Freunde, die durch das „Stargate“ reisen.

SG-P: Schreibst Du auch Romane für andere Franchises? Welche Franchises außer „Stargate“ gefallen dir? Und für welches Franchise würdest Du gerne schreiben?

Sally: Bislang habe ich keine Romane für andere Franchises verfasst, aber ich bin nach Fan Fiction verrückt!  
Im Moment bin ich ein großer Fan der verrückten US-Comedy „Brooklyn Nine-Nine“ und ich bin ziemlich spät zu „Supernatural“ dazu gestoßen (Ich bin total in Castiel verschossen!). Ich würde sehr gerne einen Roman zu „Supernatural“ schreiben!

SG-P: Bitte erzähl uns ein wenig von Deinen anderen Arbeiten wie „Beyond the Far Horizon“. Von was handelt es? Über welche Themen und in welchen Genres schreibst Du gerne? Und auf welche weiteren Projekte können sich Deine Leser freuen?

Sally: Letztes Jahr unterschrieb ich einen Vertrag mit den Verlag Choc Lit UK für das erste Buch einer Reihe über eine historische Romanze. „The Legend of the Gypsy Hawk“ (zunächst als „Beyond the Far Horizon“ erschienen) wurde im Februar diesen Jahres veröffentlicht.
The Legend of the Gypsy Hawk spielt inmitten des frühen 18. Jahrhunderts und der freibeutenden Piraten. Es ist eine Romanze und ein Abenteuer, aber schlussendlich ist es eine Geschichte über die Liebe und deren Kraft selbst die gebrochensten Seelen zu erlösen. Es spielt an den exotischen Ufern von Ile Sainte Anne und auf den eisigen Straßen Londons im Winter. Im Kern stellt die Geschichte eine Frage: Was würdest du für deine Pflicht opfern? Dein Leben, deine Freiheit – oder die Person, die du liebst?
Derzeit ist „The Legend of the Gypsy Hawk“ für den Kindle verfügbar und die Paperback-Ausgabe erscheint Anfang 2016. Wenn ihr mehr wissen wollt, könnt ihr euch hier einen Trailer anschauen YouTube.
Derzeit arbeite ich zudem am Sequel – dem zugleich dritten Buch – der Reihe „Stargate SG-1 Apocalypse“, an der Laura und ich gemeinsam schreiben.
Vielen Dank für all eure Fragen. Es ist immer ein großes Vergnügen über
„Stargate“ zu reden!

 

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