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Artikel

  • Von SG-1 Daniel Jackson
  • Ferne Welten
  • Veröffentlicht am 13.03.2016

Review - Darth Maul: Apprentice

Also habe ich ihn mir nun angesehen, diesen besten Fanfilm aller Zeiten. Das No-Budget-Wunder.
Den Königsmacher. Und muss nun doch wieder die heilige Kuh der Internetwelt schlachten, denn Darth Maul: Apprentice ist ein handwerklich großartig gestalteter, wunderbar choreografierter Film, dessen einschneidendstes Problem seine eigene Belanglosigkeit ist.

Jetzt mögen sich Stimmen zu einem ***-sturm ersten Grades erheben, die mir in lautstarker und grammatisch wunderbar inkorrekter Weise erklären wollen, warum ich keine Ahnung hätte und mich doch bitte „wegf***“ solle. All diesen Wutbuben und Steinwerfern rate ich, noch einmal in den letzten Satz der Einleitung zu schauen, diese eindringlichst auf sich wirken zu lassen und anschließend weiterzulesen.


Denn speziell in den technischen Kategorien muss ich den Produzenten dieses Films ein ausdrückliches Lob aussprechen. Es gelingt ihnen in unaufdringlicher Art einen Schauplatz zu schaffen, der innerhalb des gewählten Universums einen stilistischen Sinn erfüllt und zudem überaus farbsatt in Szene gesetzt wurde, ohne es mit farblicher Nachbearbeitung zu übertreiben.
Weiterhin ist das Auge für die Lichtstimmung ein hoch anzurechnender Punkt, hier sei dem Kameramann oder der Kamerafrau ein Kompliment zu machen, da es einiges an Können voraussetzt, eine derart harmonische Bildkomposition zu erreichen.
Im selben Atemzug nenne ich außerdem noch die Visual Effects-Leute, die einen guten – weil unaufdringlichen – Job gemacht haben, es sieht nicht billig aus und stört das Szenenbild nicht.


Doch wo Licht ist, findet sich zumeist auch Schatten und der führte anscheinend die Feder, welche nach manchem Bekenntnis mächtiger sei als das Schwert.


Beim Thema Buch spielt Darth Maul: Apprentice keinesfalls in der oberen Liga mit, tatsächlich liegen die flachen Dialoge sogar noch zwei Klassen darunter und die Zeichnung intentionaler Handlungen wird zur regelrechten Farce.
Verweilen wir für einen Moment bei den Dialogen, man könnte nun die These aufstellen, in einem Actionstreifen seien Dialoge eine Zweitrangigkeit und besäßen niemals viel Tiefgang. Dem ist in vielen Fällen absolut nicht so, denn obwohl speziell Action in den 80ern eher für markige One-Liner stand, trug dies zur Zeichnung der Welt und der Figuren bei. So macht die leicht monotone, in vielen Fällen parataktische Dialogstruktur Schwarzeneggers in Terminator seine Emotionslosigkeit auf beeindruckende Weise greifbar, indem seine Figur einen komplett zweckrationalen Ansatz verfolgt. Er spricht eben nur, wenn es zwingend erforderlich ist und dann auch nur das Nötigste.


Im vorliegenden Fall jedoch sprechen die Jedi diverse Sätze ein, die eigentlich nicht der Logik der fiktionalen Welt entsprechen, sondern vielmehr dem Zuschauer ein Hinweis sein sollen und somit die Charaktere an sich aufbrechen. Des Weiteren liegt kein klarer Duktus vor, jeder Charakter – abgesehen von Darth Maul – spricht seine Sätze einfach herunter, dieses professionelle Vorgehen degradiert die Charaktere jedoch bloß noch ein wenig mehr zu Abziehbildern.


Dadurch wird es dem Zuschauer effektiv erschwert, sich in die handelnden Figuren einzufühlen, letztlich geht die potenzielle Wucht der Geschichte vollkommen ins Leere, weil die handelnden mir – als Zuschauer – egal sind.


Von dieser Kritik ausgenommen bleibt Darth Maul selbst, welcher der Vorlage getreu auftritt und dem Quellmaterial treu bleibt, allerdings die Möglichkeit verschenkt, eine neue Facette seiner Persönlichkeit zu offenbaren. Natürlich erwarte ich keine völlig andere Sicht auf den Sith Apprentice, dennoch vergeben die Schreiber hier die Gelegenheit, eine eigene Note zu hinterlassen und zeigen mir bloß bekanntes neu aufgewärmt.


Außerdem lässt der Film die letzte Konsequenz in der Charakterzeichnung vermissen, zwar erreicht die Darstellung als gnadenlos effiziente, emotionslose Kampfmaschine, als Werkzeug ohne eigene Gedanken klar die Vorlage, kommt jedoch in der letzten Einstellung zu einem Bruch.


Wieso zögert Maul die letzte Padawan zu töten? Aus seinem bisherigen Handeln innerhalb des Films leitet sich deutlich ersichtlich ab, dass er bereits der Mann ist, dem wir später in Episode I begegnen – er muss dies nur noch seinem Meister beweisen, nicht aber sich selbst.
Sein Zögern stellt somit einen Bruch innerhalb der eigenen Charakterzeichnung dar, Maul tötet sämtliche Jedi und über ein moralisches Empfinden verfügt er zu keiner Zeit, woraus seine Erbarmungslosigkeit herrührt. Eine Eigenschaft die er bereits besitzt und unter Beweis stellte.
Weshalb kostet es ihn also soviel Überwindung, dieses Mädchen zu töten? Ein Fall von Diskontinuität.

 

Nun zum Fazit, denn unter dem Strich bekommt man mit Darth Maul: Apprentice eine technisch einwandfreie und beeindruckende Actionhatz serviert, welche in puncto Bildkomposition und Visual Effects sowie der Choreografie zu gefallen weiß.
Inhaltlich jedoch durch Schwächen in der Charakterzeichnung und bemühte Dialoge schnell in die Belanglosigkeit abgleitet, worunter auch die Leistung der Schauspieler leidet, da diese zwar spielerisch überzeugen können, die emotionale Ebene allerdings nicht einmal streifen.

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Wer den Fanfilm noch nicht gesehen hat, sollte dies gleich auf YouTube nachholen!

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